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Wilhelm von Boddien


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(2743)
(2143) mi
Wed, 14 April 2010 08:49:54 +0000

@FreiburgerJurist

Vielen Dank für Ihre wunderbar klaren, in ihrer puristischen Aussage so wahren und, auf unser Ziel bezogen, jegliche noch so intensiv geführten modernistischen Anwürfe an sich abprallen lassenden Zitate. Ich verneige mich virtuell dankbar vor soviel Trefflichkeit bei der Auswahl dieser Ausgeburt an Seelenbalsam. Besser kann man mit eigenen Worten die Unsinnigkeit der Einwände einiger Protagonisten hier nicht ad absurdum führen.

(2142) FreiburgerJurist
Wed, 14 April 2010 08:09:56 +0000

@MüllerNürnberg
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu.

@Liebknecht
Wandern Sie nach Nordkorea aus. Da wird Ihr "Palast der Republik"-Baustil wenigstens staatlich geschützt. Hier müssen Sie sich mit der Tatsache abfinden, dass das Schloss gebaut wird. Egal, ob es Humboldtforum heißt oder nicht. Es wird für die Deutschen wieder das Berliner Schloss sein. Ihre Kritik, die wir schon tausendfach gehört haben, ist ermüdend.

(2141) Liebknecht
Tue, 13 April 2010 23:08:39 +0000

@MüllerNürnberg
Sie liegen falsch! Es wird kein Schloss gebaut, sondern ein Humboldt-Forum! Sie erliegen auch der Gehirnwäsche des Fördervereins, der uns den Stella/Reko/Humboldt-Verschnitt noch als Schloss verkaufen möchte, weil er ansonsten nicht an Spenden kommt. Dazu passt dann das dämliche Motto: "Mach' Geschichte". Geschichte hätten auch die gemacht, die den Palast der Republik erhalten hätten. Egal was heute passiert, es wird morgen Geschichte sein. Das Motto sollte heißen: Sei' Dir der Geschichte des Ortes bewusst. Daran happert es jedoch gerade bei Boddien und Konsorten ...

(2140) MüllerNürnberg
Tue, 13 April 2010 19:28:27 +0000

Meine Frau und ich waren am Wochenende wiklich begeistert, dass ab nächstem Jahr das Schloss wieder enstehen wird. Ich finde es toll, dass sich der Förderverein nie von diesem Ziel hat abbringen lassen.
Vielen Dank für Ihr Engagement und alle Kraft.

(2139) FreiburgerJurist
Tue, 13 April 2010 17:01:30 +0000

@maus
Komisch, dass Sie mich erst jetzt in die rechte Ecke schieben möchten. Aber Ihre Nazi-Keule hilft hier auch nichts. Bei Ihnen klingeln wohl die Alarmglocken bei bestimmten Wörten, die sie dann sofort am "braunen Rand" sehen. Passen Sie mal auf: Diktat von Versailles, Tätervolk, totaler Krieg, Endlösung, völkisch, Reichskristallnacht, Mädel.
Es soll Leute geben, die diese Wörter benutzen ohne Nazis zu sein. Sei es aus Unwissenheit oder als Protest gegen ein Redeverbot, dass einem hier auferlegt wird. Wahrscheinlich ist "Menschen mit Migrationshintergrund" noch zu vereinfacht und rassistisch. Aber diese Beurteilung überlasse ich dann Ihnen. Ich hoffe, dass Sie mich mit diesen Anschuldigungen in Zukunft in Ruhe lassen.

Übrigens ist linke Rhetorik eine Erfindung der politisch Linken: http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/Rhetorik_inhalt.pdf (interessanterweise von der Rosa Luxemburg Stiftung herausgegeben)

QCSE hat völlig Recht und manchmal kann man Dinge auch vereinfacht darstellen. Das hat mit Demagogie erst einmal nichts zu tun. Wenn sie wie die Moderne einer intellektuellen Überhöhung bedürfen, einer seitenlangen Erläuterung, einer unendlichen Umschreibung und nicht einfach durch sich selbst wirken, so sagt das meiner Meinung nach viel über diese Form der Architektur aus.

(2138) QCSE
Tue, 13 April 2010 16:03:07 +0000

Die Sache ist einfach :

Schönheit=Symmetrie, Goldener Schnitt etc.
"Moderne"=erdölinduzierte, sich amorph-metastatisch ausbreitende Bodenversiegelung mittels Kisten"architektur"

Man informiere sich zB hier:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1154848/


"Wer die Wahrheit nicht kennt und sie eine Lüge nennt ist ein Dummkopf,wer sie aber kennt und sie leugnet ist ein Verbrecher!"Bert Brecht

(2137) maus
Tue, 13 April 2010 14:09:33 +0000

Die Zitate beziehen sich allerdings auf die Jugend, mit der Aufforderung diese auszukosten, bevor man alt und runzlig wird. (aus „Das Bildnis des Dorian Gray“)

Den Analogismus zu einer Schloßfassaden-Reko können Sie scheinbar nicht herstellen …

Da man mit dieser am Alten ja erst festhält, während eine Architektur, die auch das ermöglicht, zu was sie heute gebraucht würde, eher für Aktivität und Jugend, und damit auch für Schönheit stehen würde.

Die Fassaden werden nicht mehr als ein Denkmal (runzlig) sein, und können keines Falles für das „Jetzt“, und das Auskosten der Jugend stehen, so wie Oscar Wilde in seinem Roman, und Ihre unten daraus angeführten Zitate es meinten, er schreibt nämlich auch: „Leben Sie!“

Oder: „Seien Sie immer auf der Suche nach neuen Erlebnissen für Ihre Sinne! Fürchten Sie nichts!“

***
Nun, - „Neue Erlebnisse“ durch barocke Fassaden? – Wohl eher schon mal da gewesen …


***
übrigens:

Ihr manipulatives Auftreten: ( „parasitär“ / „linke Rhetorik“ / „Rosa Luxemburg“ ) - ist stark verwandt mit jenem, welches heute allzu oft am braunen Rand erkennbar wird. http://de.wikipedia.org/wiki/Demagogie

(2136) FreiburgerJurist
Tue, 13 April 2010 08:04:29 +0000

Du meine Güte kommt Morgen auch noch Rosa Luxemburg, oder ist Maus vielleicht ihr Künstlername? Ich werde dem mal nachgehen müssen.^^
Obwohl Herr Liebknecht uns, die wir ein vollständig rekonstruiertes Schloss wollen, ja durchaus Recht gibt.

Für Alle die unsere subjektives Schönheitsempfinden als ungebildet empfinden, habe ich zwei Zitate gefunden:

"Schönheit ist eine Form des Genies, steht in Wahrheit höher als das Genie, da sie keiner Erklärung bedarf. Sie gehört zu den großen Tatsachen dieser Welt, wie das Sonnenlicht oder der Frühling oder die Spiegelung der silbernen Muschel, die wir Mond nennen, in dunklen Gewässern. Sie kann nicht in Frage gestellt werden. Sie hat ihr göttliches Hoheitsrecht."

"Nur hohle Menschen urteilen nicht nach dem Schein. Das wahre Geheimnis der Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare."

Oscar Wilde

(2135) Liebknecht
Mon, 12 April 2010 19:36:45 +0000

Bedauerlich erscheint mir, dass der Förderverein Berliner Schloss schon vor Jahren mit seiner unkritischen Anbiederung an Herrn Lehmanns Humbug-Idee das Schloss als komplexes Kultur- und Geschichtszeugnis aufgegeben hat. Man könnte da auch von Verrat sprechen. Die inhaltslose Kulissenschieberei in Verbund mit der dittklassigen Messearchitektur eines Franco Stella ist nur peinlich.

(2134) maus
Sun, 11 April 2010 10:50:50 +0000

@Freiburger Jurist,
auf eine sachliche Ebene zu kommen fällt scheinbar schwer, die Ideologie-Falle wird eben weiter bedient. Man kann dem Leser einmal erklären was „Linke Rhetorik“ ist.

Ich rechne mich zur gesellschlichen Mitte.
Genauso wie die Fassaden als Bauteile beschlossen wurden, so wurde es auch das Innere, indem ihm eine bestimmte Nutzung einbeschrieben wurde, welcher als Konsequenz der alte Schloßgrundriß nicht mehr dienen kann.

Man kann das als „Linke Rhetorik“ verkaufen, so etwa nach dem Motto, was nicht „Schloß“ wird = „links + rot“, der Leser wird das aber nicht nachvollziehen.

Die Tatsache, dass man versucht hier mit „Weltbildern“ zu manipulieren, bestätigt doch eigentlich nur, was unten (2133) bereits gesagt wurde.

***
Bei einer aufrichtigen Diskussion, bei der es nunmehr um rein architektonische Fragen gehen solle, wie es S.Hartmann versucht, müsste man sich auch hier ersteinmal mit der neuen Nutzung auseinandersetzen.

Zu so viel wie möglich Barock aufzurufen, wirkt da eben ziemlich platt, und Sie müssen sich nicht wundern, wenn sich hier jene heraushalten, die etwas Konstruktives beisteuern könnten.

(2133) FreiburgerJurist
Sun, 11 April 2010 08:17:28 +0000

Zitat Maus:
"Der Aufruf: - „Falls Diskussionen, Geistesschärfe und Kampfesgeist angesagt sind, dann allein dafür, so viel wie möglich Barockschloß durchzusetzen (Kuppel, Treppenhäuser usw.) Dafür sollte man sich einsetzen und alle, die etwas zu entscheiden haben, davon zu überzeugen.“ …

… klingt irgendwie als sei jeglicher konstruktive Gedankengang ausgeschlossen.
Aber ich denke hier gilt das Gleiche wie für festgelegte Fassaden, denn im Inneren entsteht nun einmal, wie beschlossen, ein „Humboldt-Forum“. "

Ein Paradebeispiel für linke Rhetorik: Man wirft dem Gegner vor, dass er in einem an sich harmlosen Kommentar ein Denkverbot erteilt und im nächsten Satz stellt man dann selbst eine "unumstößliche" These auf. Der Diskussionsteilnehmer wird scheinbar als reaktionär und in alten Gedankengängen verhaftet "entlarvt" und darf sich deshalb nicht zur Wehr setzen. Tut er es doch, so wird er als Ewiggestrig angeprangert. Distanziert er sich, so hat die Maus gewonnen. Hipp hipp Hurra!

Es ist doch offensichtlich, wer hier Denkverbote erteilen möchte.

(2132) maus
Sun, 11 April 2010 00:46:18 +0000

Nun, mehr als eine „Annäherung“ ist architektonisch auch nicht möglich.

Es bleibt bei einer Fassade, ob mit Kuppel oder ohne, ob Schlüter oder nicht.

Das Gebilde wird leider einmal ein Denkmal für Geschichtspolitik des beginnenden 21.Jahrhunderts sein, lediglich ein Ergebnis des Parteiengerangels, eine Art Strohhalm, als für die Großen im Allgemeinen immer mehr Stimmen ausblieben, oder vielleicht auch nur um zu dokumentieren, dass die einen mit den anderen nichts zu tun haben wollten. Und was der Leser hier vorfindet, und was dieser oder jener vielleicht einmal festgehalten hat, ist der geistige Querschnitt, auf dem alles fußt. Aber eigentlich ist es egal wie Sie richtig bemerken, da Entscheidungen schon gefallen sind. Die Widersprüche sind aber geblieben, um es noch einmal zu wiederholen, und sollte diesen deshalb ins Auge sehen, wie ich unten bereits schrieb.

Ich selber hätte mir auch gewünscht, dass Ideologie außen vor geblieben wäre, aber Sie wissen sehr gut, dass jene für das Projekt erst bemüht wurde, und zwar schon vor Jahren, und es keinen Einspruch gab, der der Instrumentalisierung Einhalt geboten hätte, da man ja die „Manövriermasse“ selbst gern in Anspruch nahm, und nimmt.

Selbst wenn es von Anfang an nicht als Symbol gedacht war, sondern einfach nur „schön“ sein sollte, so konnte, und kann man nicht verhindern, dass es von verschiedenen Gruppen vereinnahmt wird.



@Ernst Ludwig, wenn Sie richtig gelesen haben, reagierte man nicht auf meine Ausführungen, sondern kämpfte schon zuvor „um die größtmögliche Umsetzung einer Annäherung an die wunderschöne alte Formgebung“, und zwar, indem man eine „parasitäre Moderne“ bemühte, welche die überkommene so genannte „Wirtsarchitektur“ (Barock?) befällt.
Auf diesem Niveau muß es aber eben scheinbar bleiben.

Der Aufruf: - „Falls Diskussionen, Geistesschärfe und Kampfesgeist angesagt sind, dann allein dafür, so viel wie möglich Barockschloß durchzusetzen (Kuppel, Treppenhäuser usw.) Dafür sollte man sich einsetzen und alle, die etwas zu entscheiden haben, davon zu überzeugen.“ …

… klingt irgendwie als sei jeglicher konstruktive Gedankengang ausgeschlossen.
Aber ich denke hier gilt das Gleiche wie für festgelegte Fassaden, denn im Inneren entsteht nun einmal, wie beschlossen, ein „Humboldt-Forum“.

Grüße

(2131) Kreuzberger
Sat, 10 April 2010 22:38:38 +0000

@Hartmann

Nein, was Kompromisse angeht, bin ich sehr stur.
Man muß sich zwar gewissen begründeten Sachzwängen beugen, wobei die modernistische Verkitschung der Schloßrekonstruktion m. E. aber alles andere als in irgendeiner Weise begründet oder nachvollziehbar ist.
Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich einen gemeinsamen Grundkonsens haben, aber wenn das so sein sollte, tut das meinem Harmoniebedürfnis schon mal ganz gut :-)

(2130) MitteinsHerz
Fri, 9 April 2010 12:22:38 +0000

@Ernst Ludwig

BINGO! Mein Reden seit Wochen, drum gehe ich auf u.a. neuerlichen Angang der "Maus" auch schon nicht mehr ein. Offenbar WILL sie die Grundintention unseres Bestrebens hier garnicht erst begreifen. Es liegt etwas, die eigentliche Sache betreffend, Destruktives in ihrem gebetsmühlenartigen Diskussionsansatz, wie ich finde.
Also:
Pro Orginalannäherung Stadtschloss, und nichts Anderes! Bumms, Aus, Nikolaus! -wie schon der sagenumwobene Schreibtischphilosoph Stromberg so unnachahmlich simpel zu resumieren pflegte. ;-)

(2129) S.Hartmann
Fri, 9 April 2010 08:58:25 +0000

@ Kreuzberger

um auf das Schlossprojekt zurückzukommen: dafür müsste erst einmal rekonstruierbare Substanz vorliegen. Ich glaube was Rekonstruktionen und den Umgang mit Denkmalen und Kunstwerken betrifft haben wir eine sehr ähnliche Meinung. Nur bei Nachbauten/ Neuschöpfungen gehen Sie scheinbar mehr Kompromisse ein, was den Umgang mit Geschichte angeht.


(2128) Kreuzberger
Thu, 8 April 2010 17:29:26 +0000

@Hartmann

Alles hat mit allem zu tun. Es geht mir darum, daß historische Bausubstanz nicht zur Manövriermasse von Kultur-und Geschichtsallergikern werden darf, auch rekonstruierte historische Bausubstanz nicht.

Im übrigen wurden schon viele übereifrigen "Rekonstruktionen" rückgängig gemacht. Das gebietet einfach die Ernsthaftigkeit, mit der man mit unserem kulturellen Erbe umgehen sollte.

(2127) S.Hartmann
Thu, 8 April 2010 12:07:13 +0000

@ Kreuzberger

Künstlerische Ergänzungen antiker Statuen sind zwar verpönt, sind heute aber ebenso Teil der Geschichte und Teil eines Gesamtkunstwerkes mit Widersprüchen. Man reisst ja auch denen nicht mehr den Kopf ab. So sehe ich auch die Sache mit dem Dom.

und nun beende ich das Thema Dom, um vielleicht irgendwann mal wieder zum Pseudo-Schloss zu kommen.

(2126) Kreuzberger
Wed, 7 April 2010 22:51:21 +0000

Herr Hartmann, selbstverständlich war die Domkuppelbekrönung allein fotografisch tausendfach dokumentiert, so daß Ihr Argument hier vollkommen indiskutabel ist. Auch das "Zurückdrehen von Geschichtsrädern" empfinde ich als einen ziemlich abgedroschenen Kampfbegriff, der inhaltlich überhaupt nichts aussagt. Wer was wo hineininterpretiert, bleibt jedem selbst überlassen. Eine historisch korrekte Rekonstruktion kann nur Auskunft geben über das Denken der Entstehungszeit und das muß und soll man eben so zur Kenntnis nehmen wie es einmal war.

"Künstlerische" Ergänzungen antiker Statuen sind längst verpönt. Solche Auswüchse von kreativem Vandalismus können Sie nun wirklich nicht als Entschuldigung für die Entstellung der Domkuppel anführen.

(2125) Ernst Ludwig
Wed, 7 April 2010 20:44:03 +0000

Liebe Maus und andere,
und??? kann ich da nur sagen. Der Grundstein wird dieses Jahr noch gelegt. In einigen Jahren steht das Barock-Schloß - wenigstens in äußerer Hülle. Es ist beschlossen und wird durchgezogen. Was sollen denn da die sich bis zum Erbrechen im Kreis drehenden Diskussionen?
Komisch, daß immer wieder Leute darauf hereinfallen und diskutieren, was schon zum hunderttausendsten und aberhunderttausendsten Mal diskutiert wurde.
Falls Diskussionen, Geistesschärfe und Kampfesgeist angesagt sind, dann allein dafür, so viel wie möglich Barockschloß durchzusetzen (Kuppel, Treppenhäuser usw.)Dafür sollte man sich einsetzen und alle, die etwas zu entscheiden haben, davon zu überzeugen.


(2124) maus
Wed, 7 April 2010 16:52:33 +0000

Ich habe hier noch einige Interessante Texte gefunden:

http://db.bauzeitung.de/files/db_essays/reflexivmodern_db0311.pdf
http://db.bauzeitung.de/files/db_essays/reflexivmodern_db0312.pdf

Von dieser Seite: http://db.bauzeitung.de/de/29/Uebersicht-Seite-3.html?cp=3



informative Exkursion: http://www.foerderverein-baukultur.de/index.php?id=185

Von dieser Seite: - Förderverein Bundesstiftung Baukultur e.V.
http://www.foerderverein-baukultur.de/index.php?id=10



***
Die Widersprüche, die das Projekt beinhaltet sind nun einmal manifestiert, ich glaube, statt sie zu leugnen, sollte man ihnen einfach ins Auge sehen.

Gruß

(2123) S.Hartmann
Wed, 7 April 2010 11:13:24 +0000


"Freibrief zur Geschichtsverfälschung"- das ist das grosse Problem mit Rekonstruktionen, da jede Form von Wiederherstellung Gefahr läuft das Rad der Geschichte zurückdrehen zu wollen.
Ich gehe mit der Gruppe an Denkmalpflegern, die einen gewissen Originalbestand(z.B.80%) als Vorraussetzung einer Originalgetreuen Wiederherstellung ansehen. Dies war beim Dom nach dem Krieg ja nicht mehr der Fall.

übrigens gibt es viele Beispiele in den Bildenden Künsten in denen diese Verfälschung stattfand und heute ein Gesamtkunstwerk ergibt. z.B. im Pergamonmuseum die Antikensammlung, mit antiken Statuen deren Köpfe aus dem 18-19 Jahrhundert stammen.

(2122) Kreuzberger
Thu, 1 April 2010 22:58:11 +0000

Herr Hartmann, ich muß ihnen leider insofern widersprechen, als ich den Wiederaufbau der Domkuppel als eine Rekonstruktionsmaßnahme ansehe und eben nicht als eine aus welchen Gründen auch immer zulässige Neuinterpretation des ursprünglichen Baukörpers, wie sie uns in ähnlicher Form mit der "Wiedererrichtung" des Stadtschlosses bevorsteht.
Was Sie hier verteidigen, ist eigentlich ein genereller Freibrief zur Geschichtsverfälschung, wenn Sie der breiten Masse der Besucher unterstellen, ohnehin kein Interesse an Authentizität zu haben und sich mit einer fragwürdigen, aber wohl gefälligen Fotogenität zufrieden zu geben.
Der gesamte Bereich der Kunst und des Kunsthandwerks unterliegt zu Recht der selbstverständlichen Verpflichtung, Artefakte aller Art zu konservieren, sie nach neuesten Erkenntnissen zu restaurieren oder bei Bedarf in möglichst zurückhaltender Weise zu rekonstruieren.
Stellen Sie sich bitte einmal ein solches Vorgehen wie an der Domkuppel bei Gemälden, Bilderrahmen oder Plastiken vor. Undenkbar!

Daß die breite geschmackliche Nivellierung auf immer tieferem Niveau schon zu Beginn der Industrialisierung einsetzte, ist klar. Dennoch war das Gebrauchsdesign noch lange in enge Korsetts gebunden und alles war noch irgendwie miteinander kompatibel. Bis zum Spätbiedermeier war es sogar recht schwierig, Disharmonien zu erzeugen. Die Fabriken boten einfach noch nicht diese Riesenauswahl an Designmüll, wie sie es heute tun :-)

(2121) S.Hartmann
Thu, 1 April 2010 15:41:23 +0000

@Kreuzberger

Ich bin mit Ihnen d'accord was den Geschmackssinn und die Verkitschung in der Gesellschaft angeht. Nur ist dies nicht unbedingt ein modernes Phänomen(man denke an die billigen Kopien und Verkitschungen des 19.Jahrhunderts). Nur in seiner Ausprägung hat sich das Phänomen durch die Produktionstechniken gesteigert.

Was den Dom anbelangt halte ich die jetzige Kuppel gelungen, weil Sie in Ihren Formen und Proportionen als Einheit wirkt. Ohne das Hintergrundwissen der Geschichte, welches leider viele Besucher nicht haben, erhällt man den Eindruck es wäre schon immer so. Da die Kuppel ein fast kompletter Wiederaufbau ist, der Jahrzehnte auf sich warten liess, halte ich es für durchaus berechtigt eine abgeänderte Form zu verwenden.



(2120) maus
Wed, 31 March 2010 11:32:06 +0000

@Mitte ins Herz
Nun wer den Faden hier unten liest erkennt doch wie Begriffe, die aber leider kaum hinterfragt wurden, “gebetsmühlenartig” immer wieder von neuem auftauchen, allerdings ohne sie weiter ausführen zu können als dahingehend zu sagen: „Das ist schön“.
Während andererseits immer neues Material zum Nachdenken angeführt werden kann, wie bspw. die Arbeiten von Dieter Wieland.

Mit Ihrem Statement hier unten relativieren Sie aber nur scheinbar.


Aber zur Erinnerung, wie der
„Kampf um die größtmögliche Umsetzung einer Annäherung an die wunderschöne alte Formgebung“ aussieht (um Ihre Worte zu gebrauchen), wiederhole ich noch einmal das, was Sie scheinbar keine „Nerven“ gekostet hatte.

Zitat:

„Ich nenne das "architektonisches Parasitentum", was die "Moderne" heute verbricht. […]“

„…um sich dort dann parasitär (gleich einem Wirtskörper, den sie befallen kann) in den Vordergrund spielen zu können…“

„…sich selbst auferlegtem Dictus, keine Kleinteiligkeit, keine Verspieltheit, keine Zurückhaltung, vor allem aber: Schönheit ist Sünde! ...“

„…peinliches Degenerationsstadium …“

„ … deshalb drängt sie sich in den Vordergrund, wo immer sie vom Glanz vergangener Epochen profitieren kann…“

***
Politische Entscheidungen wurden auch auf Grund von Manipulationen dieser Art getroffen. Verzeihen Sie, aber es gibt viel zu wenig Menschen, die Einspruch erheben, vor allem jene, die es wissen müssten. Auch wenn sich das Projekt im Bau befindet, ist es gut und richtig, solche Äußerungen nicht unkommentiert stehen zu lassen, sonst käme der Leser noch auf den fatalen Gedanken hier allgemeinen Konsens wahrzunehmen.

***
Zitat (2108):

„Dort in Spanien, in Toledo
Sprengte man den Alcasar
Aufgebaut ist er als Credo:
Spanien, neu und wunderbar!“

De Alcazar Taucht auch hier als Beispiel auf: http://berliner-schloss.de/de/Rekonstruktionen.htm

***
Vielleicht hat der Leser aber einmal nachgesehen, zu welchem „medienwirksamen Zweck“ der Wideraufbau (im Jahre 1940!) genutzt wurde.

S.4-7: http://www.awro.wiso.uni-erlangen.de/artikel/brinkmann01.pdf
von dieser Seite: http://www.awro.wiso.uni-erlangen.de/

Interessant ist die propagandistische Verwertung, auch im Deutschland der 30er und 40er Jahre. http://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_des_Alc%C3%A1zars_von_Toledo

http://de.wikipedia.org/wiki/Erinnerungskultur
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspolitik


***
Was lassen Sie den Leser über „Alcazar“ und „das Parasitentum der Moderne“ hinaus weiterhin wissen, was zum „Kampf um die größtmögliche Umsetzung einer Annäherung an die wunderschöne alte Formgebung“ beitragen mag?


Grüße

(2119) MitteinsHerz
Wed, 31 March 2010 09:42:36 +0000

...Ok, man möge mir den u.a. vermeintlich platitüdenhaft wirkenden Zynismus nachsehen. Die hier eeewig von Neuem aufgenomenene Grundsatzdiskussion "Wiederaufbau Stadtschloss oder moderne Architektur inmitten geballten Klassizismus" an dieser exponierten Stelle fasst mich persönlich, nach Monaten nervenschleifenden Hin-und Her´s, nunmehr ein wenig an, muss ich konstatieren. Auch bitte ich um Nachsicht in der Ungehörigkeit, ohne Gruß aus dem Beitrag gegangen zu sein, denn auch bei allem Ärger, ein Grundverständnis von Höflichkeit sollte, gerade in diesem illustren Kreise gewahrt bleiben.
Nichtsdestotrotz bleibt die INTENTION meiner Aussage die GLEICHE: Der Fakt des Wiederaufbaus eines Stadtschloss-"artigen" Gebäudes (in welcher letztendlich abgesicherten Form auch immer) ist und bleibt eine politisch beschlossene und unabänderliche Sache. Allein der Kampf um die größtmögliche Umsetzung einer Annäherung an die wunderschöne alte Formgebung scheint ein Langwieriger zu werden. Da KANN man in meinen Augen nicht, zumindest nicht AN DIESER STELLE, immer wieder in eine gebetsmühlenartige Diskussionen um das grundsätzliche Für und Wider von Geschmacksausrichtungen zurückfallen. Das kostet unsäglich, und vor Allem unnötig, Zeit und Nerven, die an DIESER Stelle eben für die nächsten wichtigen Schritte einer konstruktiven Projektförderung in der Sache ansich aufgewendet werden sollten.
Mit freundlichem Gruß
MitteinsHerz

(2118) Kreuzberger
Wed, 31 March 2010 00:42:44 +0000

Herr Hartmann, ich kann mich erinnern, daß Sie die kitschig-geschmäcklerische 60er-Jahre-Bekrönung der Domkuppel einmal als "schön" und angemessen verteidigt haben.
Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich, daß man in solchen Fällen nicht gegenargumentieren kann, ohne die ästhetische Sozialisation seines Gegenübers komplett in Frage zu stellen, weswegen ich die Sache auf sich beruhen ließ.
Inzwischen bin ich aber der Meinung, daß man gerade solch krasse Fälle fahrlässiger und unüberlegter Entwertung historischer Bausubstanz anprangern muß, wo immer sie einem begegnet.
Man trifft sie auf Schritt und Tritt und wenn es nur hässliche Baumarkt-Beschläge an aufwendig getischlerten Gründerzeit-Türen sind. Unsere Gesellschaft ist ästhetisch dermaßen entsensibilisiert und von unserer marktmächtigen Kitschindustrie so gehirngewaschen, daß Feinabstimmungen in Form, Farbe, Stil und Material für die Gestaltung des öffentlichen Raums längst routinierten Bürokraten überlassen werden können, deren Designhorizont über Ikea, Obi und Domäne nicht hinausgeht.
Man kann Schönheit durchaus definieren. Nicht exakt, aber in einem gewissen Rahmen. Zuerst muß man aber lernen zu sehen.
"Die gemordete Stadt" ist aktueller denn je!

(2117) FreiburgerJurist
Tue, 30 March 2010 16:25:35 +0000

@ S.Hartmann

Die Wahrscheinlichkeit der subjektiven Schönheit eines Bauswerks nimmt nur leider seit 1900 exponentiell ab. Es mag sein, dass es Beispiele für schöne Moderne gibt, aber ich glaube, dass es dagegen hunderte Gegenbeispiele der klassischen Architektur gibt.

@ Maus

Und noch ein Tipp: Werten Sie unser subjektives Empfinden für Schönheit bitte nicht als Dummheit. Mit ihren intellektuellen (leider nicht intelligenten) Ausschweifungen machen Sie kein Stück Boden bei jemandem gut, der einmal die Geschichte, die Schönheit und Eleganz des Berliner Stadtschlosses erfasst hat.

@MitteinsHerz

Danke für Ihren zynischen Beitrag, der leider aus ideologischen Gründen nicht von allen hier so gewürdigt werden kann. In der Sache haben Sie Recht und deshalb versucht man Sie über bestimmte Wörter zu widerlegen, was aber nicht gelingen wird.

(2116) S.Hartmann
Tue, 30 March 2010 12:17:22 +0000

@ MitteinsHerz

nun melde ich mich auch mal wieder. Diesmal zurück im "schönen Paris". Dem schönen Paris, mit der stinkenden Metro, den schimmelnden dunklen Häusern, deren Fassade zwar ornamental glänzt aber für viele Wohnungen im Inneren schlechte Bedingungen liefert.
So genug kritisiert, da ich ja doch ganz gern hier lebe.

Packen Sie mal Ihre beiden Zitate:
"die "Maus" ist wieder ihrem puristischen beengtem Loch entkrochen"
und
"1. Barock, Klassizismus, Wilhelminisch, Jugendstil, Stuckatur, Sandstein, Blattgold, Putten, Säulen, Schwünge, Resalite, Symetrie usw. = SCHÖÖÖN!!!"
zusammen.
Dabei sollte Ihnen auffallen das auch Sie einen sehr beengten Begriff von Schönheit haben. Es ist doch nicht vom Material oder Stil abhängig ob etwas schön ist, sondern in seiner Komposition und qualitativen Umsetzung.
Ich habe einfachste urtümlichste Hütten in Afrika gesehen, bis zu hochmodernen Bürohäusern und ich finde in jeder Kategorie schöne Beispiele.

Daher ist das Argument Schönheit in Bezug auf dieses Projekt einfach fehl am Platz.
Das Schloss war schön- ein Neubau könnte schön sein.




(2115) maus
Tue, 30 March 2010 09:17:58 +0000

@Mitte ins Herz
Hier ist ein öffentlicher Ort, und besonders Sie lassen sich, und dass ist Ihren Beiträgen mehrheitlich zu entnehmen, auf ein gewisses „Schlammschlachtniveau“ herunter. Wenn es Ihnen nicht möglich ist mehr beitragen zu können als jenes, was der Leser hier unten bemerken kann, tut mir das Leid.

***
Was Ihnen allen gemeinsam anzumerken ist, dass Sie recht schnell in persönliche Diffamierungen verfallen, nun das passiert mitunter, wenn keine Argumente vorhanden sind …
Ich schreibe hier nicht aus Prinzip, eigentlich ist es die Zeit nicht wert, aber man äußert sich öffentlich.

Worte wie „architektonisches Parasitentum“, „Verbrechen“, „Wirtskörper“, und weitere Plattitüden sind, Sie möchten entschuldigen, ziemlich dümmlich.


Eigentlich wiederholen Sie Ihre eigenen subjektiven Meinungen, können diese aber weiter nicht untermauern. Solange Sie sich nicht mit Lektüre auseinandersetzen, oder vielleicht einmal auf Reisen gehen, einmal mit Menschen sprechen usw., oder über sich selbst nachdenken, werden Sie aus sich Ihrer festgefahrenen Position nicht herausbewegen können, weil Sie diese nicht von außen sehen können.

Grüße

(2114) MitteinsHerz
Tue, 30 March 2010 07:22:09 +0000

Herr, wirf Hirn vom Himmel, die "Maus" ist wieder ihrem puristischen beengtem Loch entkrochen!
@maus:
Um in Ihrer architektonisch, minimalistischen Formensprache zu bleiben:
Für uns hier:
1. Barock, Klassizismus, Wilhelminisch, Jugendstil, Stuckatur, Sandstein, Blattgold, Putten, Säulen, Schwünge, Resalite, Symetrie usw. = SCHÖÖÖN!!!

2. Moderne, Bauhaus, Purismus, Betonklötze, Stahlbeton, riesige Glasfronten, Klotzformen schlechthin usw. = ABGRUNDHÄSSLICH!!!!

...Bumms, Aus - Nikolaus!!!!

Cappice? Angekommen? Auch geistig umgesetzt? Schlussfolgerung für SIE HIER nachvollziehbar???
...Kleiner Tip: FALSCHER ORT FÜR IHRE GEISTIGEN ERGÜSSE!!!!

Ohne Gruß und verbunden mit der Hoffnung auf ein Nimmerwiederlesen.

(2113) FreiburgerJurist
Mon, 29 March 2010 13:54:09 +0000

Sehr lustig wieder mal von meinem Lieblingsgegner zu lesen. Aber ich verspüre keine Lust darauf ellenlang zu antworten, da es sich bei Ihnen ja sowieso nicht zu lohnen scheint.

Darum nur ein paar Anmerkungen für die anderen Leser:

1. Ihre Vergleiche mit dem Ausland mögen ja stimmen, nur haben Sie dabei die Zerstörung der deutschen Innenstädte vergessen. In Paris oder London verträgt die Stadt Neubauten hier und da, aber 100 historische Bauten umher fangen dies wieder auf. Auf der grünen Wiese gerne, aber nicht in unseren sowieso geschundenen Stadtkernen (Bitte keine Anmerkungen, dass die Deutschen ja selbst schuld sind, da ich und fast alle anderen Rekonstruktionsbefürworter ganz sicherlich nicht schuldig sind).

2. Das Bauhaus ist eine Katastrophe für die Architekturwelt gewesen. "Funktionalistät ist Schönheit"; mein Billy-Regal funktioniert, ist aber noch lange nicht schön. Ein Denkfehler in einem Gedankenkonstrukt einer kleinen Intelektuellengruppe. Kunst entsteht indem man etwas erschafft, nicht dadurch dass man etwas weglässt, denn das kann jeder. Die Moderne ist sehr wohl in der Krise, weil sie jetzt nichts mehr weglassen kann ohne an den Säulen der Funktionalität zu sägen. Meine Vorredner haben sehr wohl recht, dass sich die Moderne nur noch im Kontrast zu historischen Bauten in Stellung bringen kann oder durch ihre reine Größe Eindruck machen will. Ein kleines modernes Sparkassengebäude kann nicht und wird auch nie mit einem historischen mithalten können.
Erst wenn die Architekten sich wieder auf die alten Formsprachen rückbesinnen, die Symmetrie hochhalten, den Goldenen Schnitt als Lehrmeister haben und das Ornament nicht mehr als Feind ansehen, werden sich Neubauten mühelos in unsere Städte einfügen.

(2112) maus
Mon, 29 March 2010 12:23:08 +0000

Es hilft über Architektur vorher erst einmal nachzudenken, und etwas zu lesen, oder sich anzuschauen. (nicht nur in Deutschland)

Unabhängig davon gab es einmal eine Sendereihe, mit dem Namen „Topographie“ von Dieter Wieland.

http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/topographie-DID1188596780/topographie-wieland-architekt-ID661188596778.xml

Wer nun meint, mit reproduzierten Schloßfassaden oder Kuppeln im Sinne des gen. Autors ein „gutes Werk“ zu vollbringen täuscht sich jedoch, und hat eigentlich nicht verstanden worum es geht.
Das Motto eines Kapitels seiner Sendereihe lautete bspw. „Bauen und Bewahren“. Etwas bewahren lassen, hätte sich aber in Berlin, lediglich vor etwa 50 Jahren, bzw. weitere 30 Jahre zuvor, mit entsprechender polit. Weichenstellung …

Die Moderne „gescheitert“? – Alles verändert sich, auf die Moderne werden auch künftig Architekturen aufbauen, ohne die man schon heute nicht mehr auskommt.


Was wissen Sie denn über die Moderne? – Wenn man Ihre Beiträge liest erkennt der Leser leicht, dass Sie eigentlich gar nichts wissen.

Wahrlich, es gibt sehr viele schlechte Architektur, wobei Sie das an Beton, und Moderne nur bedingt festmachen können. Fest steht, dass „Kultur“ und „Kunst“ in der breiten Masse unseres Bürgertums scheinbar nicht angekommen sind, wie Sie bspw. an so manchem Sparkassengebäude in der Provinz, und vielen anderem erkennen können.

Glauben Sie die Moderne darauf reduzieren zu können? Lesen Sie doch erst einmal was das Anliegen des Bauhauses eigentlich war, sofern man von nur einem Anliegen überhaupt sprechen kann.
Zu einem breiten Bewusstsein hinsichtlich guter Kunst und Kultur, speziell Baukultur ist es in Deutschland nicht gekommen, dass hat seine Ursachen in den gesellschaftlichen Entwicklungen, und Geschehnissen in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts.

Diese hat man nicht verwunden, sondern nur verdrängt, bis auf den heutigen Tag.
Das Thema „heile Welt“ gab es ja schon einmal.
Auch D. Wieland hat darüber berichtet:
http://video.google.com/videoplay?docid=-7653672457074653046#

Die gezeigten Gebäude sind neu. „Rekonstruktionen“ im Sinne ihrer Erbauer, die vermeintliche Vorstellung von „heiler Welt“, die irgendwo in einer diffusen Vergangenheit liegen soll.

Wohlgemerkt, das „Bürgertum“, der Mittelstand hat es vorgemacht, jene, ja sooft personengleich mit Bürgermeister, Gemeinde- oder Stadtrat. Der gleiche Personenkreis, der das letzte Wort hatte bei Ortsbebauungen und Gestaltungsplanung. Hand in Hand ging/geht das mit Immobilienfirmen, denen es durchaus nicht um gute Gestaltung geht, sondern wieder um den „Geschmack“ der Masse, und damit um garantierte Umsätze.

Berlin, eine Nummer größer, mit Schloßfassaden ist davon nicht weit weg. Tourismus ist doch das Wort was man hier immer anführt.

Was für ein Architekturverständnis glauben Sie, hat man denn ab den 60ern befördert? Welche „Architekten“ hat man denn so bauen lassen? Diese Eigenheime besitzen gewiss nicht das Innenleben des 18./19.Jh., wie auch die Schlossfassaden nur Deko-Elemente bleiben werden.

Ich möchte nur betonen, dass es am Verständnis der Bauherren liegt.

In anderen Regionen Europas ist es übrigens schon weitaus früher gelungen Kleingeistigkeit ablegen.


Grüße

(2111) Oli
Fri, 26 March 2010 12:24:11 +0000

@ Kreuzberger:
Ich nenne das "architektonisches Parasitentum", was die "Moderne" heute verbricht. Die Moderne hat auf ganzer Linie versagt. Sie sucht sich gezielt "Altertümchen", Gebäude und architektonische Glanzpunkte der Vergangenheit, um sich dort dann parasitär (gleich einem Wirtskörper, den sie befallen kann) in den Vordergrund spielen zu können. Nur aufgrund der vorhandenen Substanz nimmt man sie wahr. Unsere Architektengilde verkauft uns diese Armseligkeiten dann stets als "Spannungsfeld zwischen Moderne und Kistorie" oder ähnlich.
Für mich ist das eine ganz gezielte Vergewaltigung! Hat denn umgekehrt schon einmal jemand daran gedacht, einen dieser protzigen 0-8-15 Betontempel mit einem klassizistischem Anbau zu versehen? Undenkbar!
Es ist im Grunde ganz banal: Die Formensprache der modernen Architektur unterliegt einem sich selbst auferlegtem Dictus, keine Kleinteiligkeit, keine Verspieltheit, keine Zurückhaltung, vor allem aber: Schönheit ist Sünde!
Was also soll man da erwarten? Die können (und wollen) gar nicht anders!

(2110) Kreuzberger
Wed, 24 March 2010 22:27:28 +0000

Die Schloßdebatte hat immerhin gezeigt, daß es nicht zum Besten steht mit unserem Kulturverständnis.
Die Moderne hat inzwischen ein ebensolches peinliches Degenerationsstadium erreicht wie die Formensprache der klassischen Antike um 1890.
Und gerade deshalb drängt sie sich in den Vordergrund, wo immer sie vom Glanz vergangener Epochen profitieren kann.
Es ist ein Trauerspiel!

(2109) Paul
Wed, 24 March 2010 10:58:44 +0000

Wenn das Schloss steht,
werd ich vielleicht endlich
meinen immer noch latent vorhandenen
Ärger über den Abriss durch Ulbricht
und Co. begraben können.Warten wir auf 2016.

(2108) waldmann
Mon, 8 March 2010 09:39:02 +0000

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2009/04/2009-04-22-stadtschlossstiftung.html
"Die Schlosskuppel wird sogar originalgetreu wieder aufgebaut."

So steht es noch auf der Regierungshomepage. Na ja,abwarten und Tee trinken.

(2107) Reinhard Rupsch
Sun, 7 March 2010 12:06:14 +0000

Stadtschloss nicht "statt Schloss"
----------------------------------
Dort in Spanien, in Toledo
Sprengte man den Alcasar
Aufgebaut ist er als Credo:
Spanien, neu und wunderbar!

Moskaus Kreml wurde zweifach
Aus der Asche aufgebaut
Wär´ die Stadt denn noch die Gleiche
Würd´ auf Glas und Stahl geschaut?

Selbst Venedig sah mit Schrecken
Seinen Campanie stürzen
Wär´ der Marcusplatz der selbe
Würde Stahlbeton ihn würzen?

Wenn Berlin statt all´ der Blöcke
Rastermaß und Spiegelgas
Neubarocke Pracht vorzöge
Böt´ die Mitte viel mehr Spaß!

Laßt uns Neues schön gestalten
Hehr im Werk, verspielt im Stuck
Helft Berlin den Charme erhalten
Schenkt der Hauptstadt DIESEN Schmuck!

Zusammenfassung:
Wachtelbrust statt Currywust

Reinhard Rupsch, 2002

(2106) waldmann
Sun, 7 March 2010 11:20:24 +0000

Zitat: "Es wäre schlichtweg ein Witz, bei ca. 500 Mio. die paar Millionen einsparen zu wollen. Es ist ein Jahrhundertbauwerk, das sollte man bedenken. Das Schloß ohne historische Kuppel ist Unsinn."

Das stimmt, aber in Berlin baut man ja auch (wegen eines albernen Fußballturniers) einen verkürzten Hauptbahnhof.

(2105) FreiburgerJurist
Thu, 4 March 2010 13:31:00 +0000

Ich hatte schon in einem älteren Kommentar gesagt, dass der Förderverein nach Errichtung des Schlosses in einen neuen Verein überführt werden sollte. Dieser "neue" Verein setzt sich für die Rekonstruktion aller Teile des Schlosses ein, die ohne Eingriff in die bestehende Bausubstanz möglich wären. So könnte man den Apothekerflügel, die Innenräume, die Schlossterassen, die Attikaskulpturen und die Laternen neben der Schlosskuppel wiedergewinnen. Ich hoffe Herr Boddien liest dies, denn ich halte ihn für den geeigneten Geschäftsführer für diesen Nachfolgeverein, da er die nötige Motivation und die Kontakte zur Politik mitbringt. Dies ist aber noch nicht aktuell, da wir jetzt wirklich alles daran setzen müssen, dass wir so viel Schloss wie möglich bekommen.



(2104) berlinfreund
Thu, 4 March 2010 06:02:22 +0000

Wir sollten uns auf die verbleibenden "Schlachtfelder" konzentrieren. Der Riesen-Schuhkasten auf der Spreeseite ist die Kröte, die wir schlucken müssen, da ist nichts mehr zu ändern. Seht es doch endlich ein.Das Wünschbare ist nicht immer das Machbare, oder wir verlieren alles.
Alle Kraft sollte hingegen auf die Verwirklichung der historischen Kuppel gelegt werden, denn die will Bauminister Ramsauer (ein Ur-Bayer in Preußen!) ja auch noch streichen. Hier gibt es parteiübergreifend Verbündete. Darauf alle Kraft konzentrieren. Es wäre schlichtweg ein Witz, bei ca. 500 Mio. die paar Millionen einsparen zu wollen. Es ist ein Jahrhundertbauwerk, das sollte man bedenken. Das Schloß ohne historische Kuppel ist Unsinn. Das sieht sogar Wowereit, der Tagesspiegel und der RBB ein.


(2103) Kreuzberger
Wed, 3 March 2010 23:20:47 +0000

Solange die idiotische Planung, historische Fassaden zu errichten und diese durch stillose modernistische Zugaben gleich wieder zu entwerten, nicht vom Tisch ist, wird sich auch die Spendenbereitschaft in bescheidenen Grenzen halten.
Idiotie ist ein noch zu harmloser Ausdruck für das, was sich hier als vorläufiger Höhepunkt, besser gesagt Persiflage unserer Architekturgeschichte abzeichnet.

(2102) Oli
Thu, 25 February 2010 22:01:58 +0000

FreibergerJurist:
Treffender hätte man es nicht formulieren können, Sie haben ins Schwarze getroffen. Das Synonym Bundesrepublik verkommt immer mehr von einer Marke des Mittelmäßigen zu einem Garant für Unzulänglichkeit und Feigheit!
Ein reines Schloß darf nicht sein, denn es wäre schön. Und wie kann nach heutiger - politisch korrekter - Sicht eine solche Zeit, in der es entstand schöngeredet werden? Das kratzt an einem anerzogenen Geschichtsbild, das darf nicht sein. Also muß es mit unserer "Moderne" kaschiert werden. Die Angst der Republik vor - ja, wovor eigentlich? Dem Kaiser?
Eher wohl der Enttarnung...

(2101) FreiburgerJurist
Thu, 25 February 2010 20:11:21 +0000

@Historiker
Ich kann Ihnen da nur zustimmen, aber anscheinend hat man immer noch nicht begriffen, dass Modernes und Altes nicht zusammenpasst und das die Moderne sich bitte aus den deutschen Innenstädten heraushalten soll. Die "Star"-Architekten können sich gerne auf der grünen Wiese austoben, aber nicht in 1000 Jahre alten Stadtkernen.
Das Moderne in der Architektur vom Schloss wirkt nur besser, weil es sich auf Kosten des historischen in Stellung bringt. Ansonsten hätte man Stellas Ostfassade nicht mal für eine italienische Hochgarage genommen. Aber die Politik und die Architekten müssen es als Geniestreich feiern, da sie ansonsten beide ihre Unzulänglichkeit in Architekturfragen zugeben müssten.

(2100) Historiker
Thu, 25 February 2010 19:14:19 +0000

Mir ist völlig unbegreiflich, warum man das Schloss nicht ganz einfach nach altem Vorbild wieder herstellt (wie bei der Frauenkirche Dresden usw.). Stattdessen wird es verschandelt und nur die Fassaden hergestellt. Lächerlich! Was wäre Berlin heute ohne die Hohenzollern??? Es gäbe Berlin so wohl nicht! Man sollte da schnell eingreifen, bevor es zu spät ist!! Wir brauchen kein "Humbold-Formum"! Wir wollen unser Schloss wieder haben, auch wenn es teuerer wird und vielleicht länger dauert!!

(2099) Berlinbesucher
Fri, 19 February 2010 20:37:04 +0000

Ich freue mich auf ein Stueck neues altes Berlin.



(2098) MitteinsHerz
Thu, 18 February 2010 15:42:47 +0000

"Das es nicht möglich ist, trotz einer angeblich bürgerlichen Regierung in Dtl. einen historischen Bau im 21. Jh. einfach normal wiederzuerrichten! Was ist denn daran so schwierig?????"

Warum ist das in Deutschland nicht möglich? Das beste Beispiel für einen historischen Wiederaufbau ist und bleibt doch wohl Dresden mit seiner Frauenkirche und sage und schreibe 8 (in Worten: ACHT!) wiederaufzubauende Quartiere (HäuserBLÖCKE) rund um den Neumarkt, die entweder orginalgetreu, historisierend oder zumindest in seiner modernen Architektur angelehnt an den Vorgängerbau wiedererstellt werden. DAS ist ohne großes Politmachtgeplänkel oder projektgefährdende lobbyistische Grabenkämpfe, in einem überschaubaren Zeit- und Kostenrahmen, ABSOLUT möglich, wie man hier sehr schön verfolgen kann:
http://www.neumarkt-dresden.de/

Was nun inzw. in Berlin mit dem Schloss abzulaufen scheint, kommt doch zunehmend einer provinzialen Farce gleich, und anstatt daß man GERADE an Stellen wie dieser hier Mut macht, aufklärt, Kräfte bündelt oder einfach nur spricht, überläßt man allenthalben wildwuchernden Spekulationen und Resignation das Terrain. Traurig...

(2097) Hannes
Wed, 17 February 2010 22:21:08 +0000

Da kann ich nur zustimmen: Das es nicht möglich ist, trotz einer angeblich bürgerlichen Regierung in Dtl. einen historischen Bau im 21. Jh. einfach normal wiederzuerrichten! Was ist denn daran so schwierig????? Wozu bekommen die Politiker ihr Geld? Damit das Land verkommt??
So etwas wäre in England oder anderen kultivierten Ländern nicht möglich!

(2096) MitteinsHerz
Mon, 15 February 2010 08:56:25 +0000

SEHR richtig, Oli! Diesen Misstand prangerte ich schon seit Wochen hier an. Ich empfinde es zunehmend als traurig bis unverschämt, ja gar peinlich, wie hier mit den Wunschträumen einer großen Masse, nach dem Wiedererstehen dieses wunderbaren Objektes umgegangen wird. So ungern man den Kritikern des Wiederaufbaues "Öl auf deren Mühlen gießen" möchte aber SO wird aus dem ganzen Vorhaben auch in meinen Augen überhaupt NISCHT! Ganz im Gegenteil, macht mir dieses monatelange Stillschweigen an dieser exponierten Stelle sogar dahingehend Sorge, daß man ob der verfahrenen Gesamt-Situation, so langsam gänzlich resigniert und somit die Erstellung der Klassik-Fassade elementar ins Wanken gerät, sodaß man zum Schluß gar die Horrorvision eines neuerlichen schmucklosen Betonkastens an dieser einmaligen Stelle Berlins realisiert. DAS wäre vor der gespannt wartenden, interessierten Weltöffentlichkeit dann wohl der jämmerlichste Schildbürgerstreich der deutschen Baugeschichte... WÄRE, denn GANZ habe selbst ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Der Auftritt, oder vielmehr NICHTauftritt der hier Verantwortlichen ist allerdings inzwischen in höchstem Grade bedenklich bis fahrlässig, wie ich finde... :-(((



(2095) Oli
Sun, 14 February 2010 10:07:41 +0000

Diese Seite ist mittlerweile enttäuschend! Es gibt keine rechte Pflege, keine vernünftige Aktualisierung, zum Aufbau stehen nur die bereits überholten Sachverhalte.
Keine Informationen zum weiteren Sachstand, sprich: Kuppel, Portale, Innenausbau - all das was das Schloß eigentlich ausmacht. So wird die Rechnung (das Sammelziel) nicht aufgehen.
Würde hier ein richtiges Schloß wiedererrichtet werden, wäre die Spendenbereitschaft sicherlich gigantisch (siehe Frauenkirche Dresden). Bei diesem halbherzigen Versuch (Betonkasten mit Sandsteintapete) ohne Kuppel bzw. mit Baumarkthaube wird es schwer, auch nur im Ansatz auf die zugesagten 80 Mio. zu kommen.
Initial habe ich auch für ein Schloß gespendet. Nach der Entscheidung ohne Kuppel und mit fehlenden wesentlichen Schloßbestandteilen werde ich nicht weiter spenden. So wird es wohl vielen gehen.
Vor diesem Hintergrund wäre es wichtig, hier den unbedingten Willen und Kampfgeist zum Ausdruck zu bringen, der elementar ist, um die Leute bei der Stange zu halten.

(2094) Sowieso
Sat, 13 February 2010 18:43:45 +0000

So ist das halt

(2093) kein Lateiner
Mon, 18 January 2010 20:46:42 +0000

Der Berlinfreund hat recht. Wir sollten aus einer Maus keinen Elefanten machen.

(2092) berlinfreund
Mon, 18 January 2010 13:03:18 +0000

wer will denn so gehässig mit der Maus umgehen. Nachsicht bitte.

(2091) noch ´n Lateiner
Sun, 17 January 2010 21:52:05 +0000

Sic transit gloria mus musculi, hehe...

(2090) lateiner
Sat, 16 January 2010 17:01:11 +0000

es heißt "die ratio"

(2089) Maus
Fri, 15 January 2010 10:24:44 +0000

„dem Stammtisch näher steht als der Wissenschaft“

So ist der Ratio wirklicher Ideologen hier einzuschätzen. Ich finde es interessant, was dem Leser hier an „Geisteswelt“ vorgeführt wird.

Zu dem Buch von Gunnar Heinsohn gibt es in der ZEIT eine ernüchternde Rezension:
http://www.zeit.de/2004/10/SM-HeinsohnKURZ?page=all

Viele Grüße

(2088) Kreuzberger
Fri, 15 January 2010 00:38:29 +0000

Wem wirklich etwas daran gelegen ist, seinen Horizont zu erweitern, sollte sich doch lieber das Original ansehen: Die Sendung mit der Maus. Die ist seriös und kann bedenkenlos empfohlen werden.

(2087) berlinfreund
Thu, 14 January 2010 21:51:47 +0000

Freiburger Jurist, Sie erwarten wohl eine Diskussion auf gleicher Augenhöhe. Unsere Maus weiß es aber nicht anders. Woher auch. Die Unkenntnis und einseitiges Halbwissen ist weitverbreitet und wird durch Fernsehsendungen von Guido Knopp z.B. noch vertieft. Ich erlebe es jedesmal, wenn ich Gruppen durch Berlin führe und vor dem Reichstag darauf hinweise, daß dieser im Kaiserreich nach dem damals modernsten und demokratischsten Wahlrecht der Welt gewählt wurde. Nirgendwo gab es gleiches, geheimes und allgemeines Wahlrecht. Jede Stimme zählte und war gleich. Der Reichstag war eine wirkliche Volksvertretung. Der demokratisch gewählte Reichstag hatte über Gesetzgebung und Haushalt enormen Einfluß auf die Regierung. Doch das darf eben nicht sein, im Kaiserreich gab es keine demokratischen Strukturen, so eben die gängige Meinung.So ist es in vielem, die Leute haben keine Ahnung, tun aber so, als ob sie welche hätten, wie unsere Maus.


(2086) FreiburgerJurist
Thu, 14 January 2010 14:42:04 +0000


@Maus
Meine Güte, haben Sie das auf einem Wir-verbessern-die-Welt-Historiker-Kongress gehört?

Kriege werden aufgrund von widerstreitenden Interessen geführt, alles andere ist geschichtsphilosopischer Unsinn. Schon lange vor jeder Form von Nationalstaaten wurden Kriege ausgetragen. Auch Militarismus kann man in der Geschichte des Krieges nicht als Kriegsgrund ausmachen. Ägypter, Babylonier, Römer waren nicht gerade militarisierte Völker und haben trotzdem ihre Nachbarn angegriffen. Drittens sind es wohl kaum nur Monarchien die in der Geschichte Kriege geführt haben. Republiken sind insbesondere heute viel kriegslustiger als es die Monarchien sind. Der einzige Grund dafür, dass wir heutzutage im Frieden leben ist der , dass der Angreifer aufgrund des technischen Fortschritts stets die schlimmsten Konsequenzen (bis hin zur totalen Auslöschung) befürchten muss.

Übrigens unterstellen Sie mir indirekt, dass ich für den Militarismus bin, was völlig falsch ist. Allerdings können Sie nicht zwischen Jungen in Matrosenanzügen auf Postkarten und einer Gesellschaft, wie sie in Sparta bestand, unterscheiden.
Wahrscheinlich beziehen Sie Ihre Information über die Gesellschaft des Kaiserreichs nicht nur aus "Der Untertan", sondern auch aus "Der Hauptmann von Köpenick".

(2085) QCSE
Thu, 14 January 2010 12:30:47 +0000


"Die Erziehung zu unbedingten Gehorsam, dass Einschwören auf „seinen“ Fürsten, falscher Patriotismus, trieben die Menschen in den Krieg."

Selten so einen Unfug gelesen !
Kriege werden ausschliesslich über die Demographie
geführt (oder überspitzt formuliert über den Uterus ), man informiere sich zB hier

http://www.pdf4ebook-verlag.de/ShneundWeltmacht.html

(2084) Maus
Thu, 14 January 2010 11:01:13 +0000

Die Erziehung zu unbedingten Gehorsam, dass Einschwören auf „seinen“ Fürsten, falscher Patriotismus, trieben die Menschen in den Krieg. Dass sich die Militarisierung des Lebens nicht nur in Deutschland vollzog ändert doch nichts an der Tatsache, dass diese mit Schuld an millionenfachen Opfern war. Das Ethos der Monarchen ua., die nicht erkannten, dass ihre Monarchien längst überholt waren, bezahlten die Menschen mit ihrem Leben.

Diese Erziehung spielte doch danach immer noch eine Rolle! Schauen Sie sich einmal Propagandapostkarten aus der Zeit des 1. Weltkrieges an. Kinder in Waffen können Sie dort auch bemerken. Und was soll bitte Ihrer Meinung nach verkehrt sein so etwas abzulehnen, nur weil es bei den „68ern“ auch schon auftauchte?

***
Nein, auf diese Diskussion brauchen wir uns hier nicht einlassen. Sie interpretieren neu errichtete Schlossfassaden als eine Art Hommage an das „progressive“ Preußen, und ich möchte nur darlegen, dass es nicht nur diese Seiten hatte, im Gegenteil, dass es, meinetwegen wie andere Staaten auch, Momente in sich barg, die unsere Geschichte auch nachhaltig negativ beeinflussten.

Der Leser erkennt doch, dass so ein Projekt wie dieses mit Verklärungen und Verdrehungen einhergeht. Das ist ja eigentlich das Fatale. Der Unsinnigkeit soll mit allen Mitteln eine „Sinnhaftigkeit“ übergestülpt werden. Die Spender sollen ja motiviert werden.

***
Wenn wir ehrlich sind, wurde anfangs sicher nicht soweit gedacht. Es wurde nur immer mehr „draufgesattelt“, um Unterstützung erfahren zu können.

Warum engagiert man sich denn nicht für echte Kulturdenkmale als für so einen Nachbau,
wenn es doch darum geht Geschichte sichtbar zu erhalten?

(2083) QCSE
Wed, 13 January 2010 18:19:26 +0000

Einfach mal google anwerfen:
Most+Brüx+Wiki

Hauptsache der Durchschnittszeitgenosse hats schön warm in seinem Plattenbau, da kann man auch schon
mal die Heimat verheizen ...

(2082) FreiburgerJurist
Wed, 13 January 2010 17:40:52 +0000

@QCSE

Das ist so ziemlich das Schlimmste, was ich je gesehen habe. Diese Sprengungen der Gründerzeit-Straßenzüge, einfach schrecklich! Die Beschreibung scheint mir auf tschechisch zu sein. Haben Sie weitergehende Informationen?

(2081) QCSE
Wed, 13 January 2010 17:14:26 +0000

Für die Anhänger der "heutigen Zeit":

http://www.youtube.com/watch?v=lFOwPrpY-Vs

(2080) MitteinsHerz
Wed, 13 January 2010 16:50:08 +0000

@FreiburgerJurist:

...sagte ich es nicht? ;-)

Jeder halbwegs objektiv urteilende Mensch annehmbaren Verstandes wird IHRER (FJ) Argumentation begreifend bis zustimmend folgen können. In der u.a. "Maus"-gleichen Argu..., nein Agitation (etwas anderes kann ich in den "Ausführungen" nicht entdecken) ist, selbst bei größtem Bemühen und Entgegenkommen, keine neutral-konstruktive Beweisführung auszumachen, insofern lediglich agitativ heiße Luft, die an dieser Stelle keiner weiteren Beachtung bedarf. Einfach nur deplaziert und platzraubend, solche Beiträge an dieser, für die eigentliche Sache, so wichtigen Stelle...
Ihnen, werter FJ., danke ich ausdrücklich für Ihre gehaltvollen Ausführungen.
Ihnen, Herr oder Frau Maus, wünsche ich ein unaufgeregteres Restleben an anderer Stelle.

(2079) FreiburgerJurist
Wed, 13 January 2010 16:09:49 +0000

@Maus
Gut, ich schließe mich MitteinsHerz an. Sie sind ja sowas von durchsetzt von 68er-Ideologie, das Sie kaum noch laufen können.

Ihre Thesen sind alle widerlegt worden:
1. Preußen war nicht militaristischer als andere Staaten! (Clark: Preußen)
2. Das Kaiserreich war demokratisch (Lesen Sie bitte "Lehrjahre der Demokratie")!
3. Der Erklärungsnotstand liegt bei Ihnen (nennen Sie mir bitte aktuelle Geschichtsbücher, auf die Sie sich stützen)!
4. Es ist widerlich wie Sie den Widerstand von Stauffenberg herabwürdigen!
5. Wenn Sie meine Aussagen als lächerlich darstellen, ist das noch lange kein Argument und erst recht keine Widerlegung.
6. Die "Geschichtsverdreher", auf die ich mich berufe sind anerkannte Professoren an nationalen und internationalen Universitäten.
7. Es sind doch vor Allem die patriotischen, geschichts- und traditionsbewussten Politker (wie der Freiherr von und zu Guttenberg) die ehrliche Politik betreiben.

(2078) Maus
Wed, 13 January 2010 14:17:07 +0000

Es tut mit Leid, mit Ihren Ausführungen können Sie mich nicht beeindrucken. Es ist in neuester Zeit große Mode geworden die Geschichte, die sich nun einmal so zugetragen hatte zu verbiegen, meist um eigene Interessen zu verfolgen.

Es ist absurd, die Generationen, die auch durch das wilhelminische Zeitalter geprägt wurden an den Entwicklungen während der Weimarer Republik, und der nachfolgenden Diktatur als Unbeteiligte erscheinen zu lassen.

Was Sie dem Leser hier unterbreiten möchten ist nichts weiter, als das was so genannte „Royalisten“, oder „Monarchisten“ auftischen. Antisemitismus gab es schon verstärkt während der Kaiserzeit, und dieses ganze „Für Gott und Kaiser“ hat doch die Menschen erst in den Krieg wetzen lassen, und war wesentliches Credo der Militärs, dann auch in abgewandelter Form in der braunen Zeit.

Gerade der Untertanengeist, und das Antidemokratische hat doch dann Hitlers Macht erst ermöglicht. Dazu braucht man keine Forscher, dass kann man selbst aus Bild- und Tonmaterial herauslesen, und ehrliche Zeitgenossen können es vielleicht noch berichten.


***
Aber um an die heutige Zeit anzuknüpfen, Sie wissen sehr genau, dass ich kein Schwarz-Weiß-Maler bin. Sicher gibt es positive Aspekte in der speziell preußischen Geschichte.
Hier in Berlin stellt sich aber die Frage was man machen möchte. In einer Zeit in der jene Zeitgenossen eben aussterben, oder es schon sind, die uns etwas erzählen könnten, sodass nun den Geschichtsverdrehern Türe und Tore offen stehen.

Die Diskussion zeigt doch, als was man uns nun alles verkaufen möchte.


@FreiburgerJurist schrieb:

„In seiner Rassen- und Nationalitätenpolitik hatte Preußen immer eine noble Toleranz und Indifferenz walten lassen.“

„Das extreme Gegenbild preußischer Nüchternheit war auch Hitlers politischer Stil, seine Demagogie und theatralische Massenberauschung, …“

„Der Nationalsozialismus konnte nur durch bestimmte historische Begebenheiten aufsteigen: 1. Versailler Vertrag, 2. Weltwirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit, 3. Die schlechte Weimarer Reichsverfassung.
Hätten die Nazis in Preußen oder im Kaiserreich etwas Ähnliches versucht so wären sie an den stabilen Verhältnissen gescheitert, die Deutschland vor 1918 nun einmal bot.“


Was Sie hier schreiben ist geradezu lächerlich. Das sind die wirklich bequemen Aussagen.

Sie brauchen ihren „Patriotismus“ weil Sie sich heute scheinbar schwer zurechtfinden. Statt unsere Volksvertreter einmal darauf hinzuweisen, doch einmal eine ehrliche Politik zu machen, schwelgt man in der Vergangenheit, und muss diese dazu natürlich verdrehen und verbiegen, damit sie halbwegs in unser Heute passt.

Glauben Sie nicht? In einer Reihe mit Schlossfassadenbauern steht auch eine ganze Riege von Mittelaltervereinen mit Mittelaltermärkten die sich auch ihre Vergangenheit „nachbauen“.

Auch sie haben einen Erklärungsnotstand, deshalb verkaufen sie sich als jene, die uns zeigen möchten „wie es wirklich war“. Als „Geschichtsdarsteller“ usw. Dabei nimmt zwischen Templern und Gralsrittern die wirkliche geschichtliche Kenntnis immer mehr ab. Sogar in den Medien wird das bedient, natürlich um der Quoten willen.

***
Nachdem es zwar Ausstellungen gab, diese und jene Reportage, und auch ein Mahnmal, hat eine wirkliche Aufarbeitung in den Köpfen hinsichtlich der Geschehnisse vor 60 Jahren im Wesentlichen nicht stattgefunden. Jedenfalls wird heute keine Konsequenz im eigenen Denken und Handeln gezogen. Wie auch? Begünstigt wird das z.B. auch in der einseitigen Ikonisierung eines Stauffenberg, auf dessen Person der Widerstand im Wesentlichen herunter gebrochen wird. Damit vermittelt man uns ja nichts anderes, wenn es soweit ist, müssen wir auf einen „Helden“ mit einer Bombe warten, so als ob es keine Vorgeschichte gegeben hätte …

Mit solchen Projekten wie in Berlin wird das natürlich nicht besser.
Und wenn es später um eine Vermarktung ginge, dann bin ich mir sicher, bilden Ihre Theorien natürlich eine ausgezeichnete Grundlage die alles im Zusammenhang darstellt.

(2077) FreiburgerJurist
Tue, 12 January 2010 17:19:29 +0000

Ich mache mir nochmal die Mühe, auch wenn es wahrscheinlich nicht hilft, da bestimmte Leute eben doch Anspruch auf Ihre eigenen Fakten erheben.

@ Maus
Sie haben mich wirklich nicht verstanden, oder?
Wenn ich sage die Geschichte vor 1933 ist nicht die Vorgeschichte von 1933 meine ich damit zwei Sachen.
1. Es haben Generationen von Nachkriegshistorikern beinahe fieberhaft alle erdenklichen Quellen nach nationalsozialistischem Gedankengut durchforstet. Und oh Wunder, sie sind fündig geworden: Luther und Wagner waren notorische Antisemiten und Bismarck hätte die Katholiken und die Sozialdemokraten sowieso am Liebsten erschießen lassen.
Es ist nicht schwer als Nachgeborener auf die Quellen zu schauen und etwas zu finden, was nicht unserem Zeitgeist entspricht. Wenn Quellen mit der Absicht durchgesehen werden etwas zu finden, das die Wurzel des Nationalsozialismus gewesen sein könnte, wird man zu 100% fündig. Allerdings hat das nichts mehr mit Geschichtswissenschaft zu tun, sondern mit Gewissensberuhigung.
Die Deutschen fragten sich nämlich nach dem 2. Weltkrieg, wie das alles passieren konnte, und da man selbst ja nicht Schuld sein konnte mussten es die Väter und Mütter gewesen sein.

2. Der Nationalsozialismus war eine sozialistische, antisemitische Bewegung. Viele würden jetzt sagen, dass sie natürlich sozialistisch waren, aber die meisten sehen den Nationalsozialismus eher im bürgerlichen Lager angesiedelt. Der Nationalsozialismus entsprang aber nicht dem Zeitgeist des Kaiserreichs, welches sich auf Rechtsstaatlichkeit, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, die Demokratie und eben auch das Militär stützte. Eine Linie zur NS-Zeit zu ziehen ist aber zu einfach. Sebastian Haffner hat in seinem Buch Preußen ohne Legende dazu etwas Schönes geschrieben: „"Muß man noch ernsthaft auf diese These eingehen, Hitlers Reich sei eine Fortsetzung preußischer Traditionen gewesen?... Preußen, was immer es sonst war, war ein Rechtsstaat gewesen, einer der ersten in Europa. Der Rechtsstaat war das erste, was Hitler abschaffte (streng rechtsstaatlich!). In seiner Rassen- und Nationalitätenpolitik hatte Preußen immer eine noble Toleranz und Indifferenz walten lassen. Hitlers Rassen- und Nationalitätenpolitik war das extreme Gegenbild preußischer. Das extreme Gegenbild preußischer Nüchternheit war auch Hitlers politischer Stil, seine Demagogie und theatralische Massenberauschung, und wenn es für Hitlers Außenpolitik, seine gigantomanischen Eroberungsideen, in der Geschichte überhaupt einen Anknüpfungspunkt gibt, dann war es kein preußischer, sondern ein österreichischer, Schwarzenbergs Politik von 1850... Hitler war schließlich ein Österreicher."
Der Nationalsozialismus konnte nur durch bestimmte historische Begebenheiten aufsteigen: 1. Versailler Vertrag, 2. Weltwirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit, 3. Die schlechte Weimarer Reichsverfassung.
Hätten die Nazis in Preußen oder im Kaiserreich etwas Ähnliches versucht so wären sie an den stabilen Verhältnissen gescheitert, die Deutschland vor 1918 nun einmal bot.

Außerdem verwechseln Sie meinen Patriotismus mit Nationalismus. Vielleicht sind das für Sie nur Wörter, aber Wörter sind nun mal wichtig, denn wer nicht sagen kann was er meint, wird niemals meinen was er sagt. Als Patriot spricht man keinem Land den Stolz ab, ganz im Gegenteil: Ich persönlich bewundere z.B. die englische Geschichte und das englische Volk. Für Sie ist Nationalstolz etwas Böses, weil Sie ebenfalls Alles mit der NS-Zeit im Hinterkopf betrachten. Sie messen hier mit zweierlei Maß und zwar indem Sie deutschen Nationalstolz für Schlecht erachten, den Stolz anderer Nationen, wie z.B. in den USA, Frankreich oder Großbritannien wahrscheinlich nicht schlimm finden. Setzen Sie sich etwa bei der Last Night of the Proms hin und protestieren wenn „Rule Britannia“ gespielt wird? Ich denke Nein.

Zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass Studien den Welthandel um 1900 gemessen haben und ergeben haben, dass bereits zu dieser Zeit der globale Handel so stark war, wie er erst weit nach dem 2. Weltkrieg wieder war.

(2076) MitteinsHerz
Tue, 12 January 2010 16:32:58 +0000

...Sinnlos, dieser "Maus"-gleichen rechthaberischen Argumentations-Akrobatik konstruktiv entgegen wirken zu wollen, um auch nur annähernd eine gemeinsame Gesprächsbasis zu erzielen. Vergebene Liebesmüh für einen augenscheinlich betonköpfig verankerten post-DDR-sozialistischen Dünkel, welcher keinen Millimeter Raum läßt, auch nur einen Hauch von Positivem einzugestehen, der aus einer monarchistischen Phase unserer aller Geschichte herrührt, und sei es auch nur das Empfinden, ein formvollendetes Säulenresalit aus gehauenem Sandstein subjektiv als schöner zu anzusehen, als kantig-kalt gegossene Stahlbetonsteelen. Welch engstirnige Verbrähmtheit dieser Prägung... Ich spare mir weitere Mühe in DIESER Richtung.

(2075) Maus
Tue, 12 January 2010 16:08:34 +0000

Nun, wer sagt dass ich mich allein auf T. Mann beziehe?
Und warum möchte man suggerieren, aus Romanen sei nichts zu lernen? Dem Leser wird doch durch Ihre Zeilen nur allzu deutlich vorgeführt, wessen Geistes „Schloßbauer“ sind (oder sein können), und das es hier nicht nur um „schöne Architektur“ geht.

Ein rekonstruiertes Schloss als Symbol, symbolisiert eben nicht nur dass, an das Sie gerade denken möchten, sondern symbolisiert alles was damit verbunden ist.

„Der Untertan“ ist z.B. ein Gesellschaftsroman, und ein Sachbuch muss ich nicht interpretieren.
Es ist doch nur zu bezeichnend, dass man glaubt, aus nichts anderem als Sachbüchern Erkenntnisse gewinnen zu können. Das ist auch eine Frage des Anspruchs.

Im Übrigen kenne ich deutsche Geschichte, vielleicht mehr als Sie glauben, doch muss ich auf diese nicht stolz sein. Ich bewundere viel, was die Zeit hervorgebracht hat, d.h. die Menschen, ihre Leistungen. Und es gibt genauso viel dabei, was in unserer heutigen Zeit nicht wiederholt werden muss.

Stolz an dieser Stelle finde merkwürdig. Was heißt das? Ich bin auf unsere Nation stolz, und auf die des Nachbarn nicht? Wo wir dann ankommen weiß der Leser schon.
Auf eine Nation stolz zu sein beinhaltet auch das Negative, und auf die negativen Aspekte der dt. Geschichte bin ich nicht stolz. Im Gegenteil, diese Besonderheit erfordert Sensibilität, die mir aber eigentlich nicht wehtut.

Hören Sie sich doch einmal reden! Was ist denn die Nation? Ist diese nicht längst wieder zu einer Phrase geworden? Sind Interessen schon längst nicht mehr an Nationen gebunden?

Das 19.Jahrhundert sah erst diese Nationen. Der Leser soll doch einmal „nachgrasen“ seit wann sich Nationalflaggen, Nationalhymnen usw. etablierten. Gewiss waren Nationen wichtig, aber auf ihnen fußt der Nationalismus, den die Geschichte zuvor in dieser Form nicht kannte, schon gar nicht „2000 Jahre“. Auch nicht die dt. Geschichte.

Mit Nationalgefühlen sollte die Masse „dirigiert“ werden, damit sie dahin läuft, wohin man sie haben wollte. Schon vergessen?

Und aktuell?

In einer europäischen Union, in einer Welt, in der alle Beziehungen dichter werden, in der die Wirtschaft längst „übernational“ operiert, ist es umso wichtiger diese Kleingeistigkeit zu überwinden. Das ist durchaus möglich, auch ohne seine Vergangenheit vergessen zu müssen. Das Progressive, das in der Geschichte hervorgebracht wurde, würdigt man wohl besser an Orten, an denen der Geist noch spürbar werden kann, in Rekonstruktionen, bzw. Neuschöpfungen, die ja doch nur ein Theater bilden werden ist das irgendwie komisch …

Letztendlich sind sich die Menschen die sich in der gleichen Situation befinden näher, haben ähnlichere Interessen, als etwa der Milchbauer und der Supermarktkettenbetreiber mit der selben Nationalität.


„Die Geschichte vor 1933 ist nicht die Vorgeschichte von 1933!“ – schreiben Sie.

Alles klar, - ist das nicht die Bequemlichkeit die keinem wehtut?
So etwas hier, und von Ihnen zu hören wundert mich nicht. 1933 haben Ihrer Meinung nach die Aliens das Ruder übernommen. Auf diesem Niveau bleibt mir nichts zu sagen?

(2074) berlinfreund
Tue, 12 January 2010 14:20:19 +0000

Wer seine Kenntnisse der Kaiserzeit allein aus Manns "Untertan" bezieht, das ist in etwa so, als wolle man allein mit Karl May die Geschichte der USA verstehen.

(2073) FreiburgerJurist
Tue, 12 January 2010 14:13:30 +0000

@Maus
Ich glaube eher, dass die geschichtliche Ignoranz auf Ihrer Seite vorherrscht. Hier findet eine Diskussion über deutsche Geschichte statt und ich habe Sachbücher empfohlen, die die neuesten Entwicklungen in der Geschichtsforschung verdeutlichen sollen.
Sie aber führen Romane (!) an, die 1918 und 1959 erschienen sind. Günter Grass hatte mit dem echten Preußen gar nichts mehr am Hut und mit dem Kaiserreich schon gar nicht. Heinrich Mann war ein frustierter Lebemann, der seinem Bruder (der dem Kaiserreich immer nachtrauerte) nie das Wasser reichen konnte und stets auf seine Hilfe angewiesen war. Wie Eberhard Straub schreibt: „'Der Untertan' ist eine Karikatur Heinrich Manns, der den Staatsbürger und den Rechts-, Kultur- und Sozialstaat seiner Gegenwart nicht begriff.“
Dr. Eberhard Straub über den Roman Heinrich Manns. In: Die Welt, 22.06.2009
Heinrich Mann hat in diesem Buch alle negativen Aspekte des Kaiserreichs überspitzt dargestellt. Der Großteil der Bevölkerung war über das Buch geschockt und fand es zurecht zu flach in seiner Aussage.
Ihre "Literaturempfehlungen" sind deshalb völlig unangemessen.

Sie meinen, dass wir es sind, die alte verstaubte Thesen von Deutsch-Nationalen herauskramen? Es sind vor Allem die neuesten Erkenntnisse von Christopher Clark (Brite) und Margaret Anderson (Amerikanerin), die die deutsche Geschichtsschreibung ab 1968 auf den Kopf stellen bzw. besser gesagt: die alles wieder richtig stellen.
Es ist traurig und Leuten wie Ihnen geschuldet, dass Schulkinder noch heute die deutsche Geschichte als eine Aneinanderreihung von einer Katastrophe nach der anderen erfahren. Wir sind eine Nation, die höchstens zur WM wieder ihre Fähnchen ans Auto hängt, sie aber danach ganz schnell wieder in den Keller bringt.
Ich möchte eins klarstellen: Bis auf die 12 Jahre von 1933-1945 haben wir eine wundervolle und interessante 2000-jährige Geschichte, auf die jedes andere Land der Welt stolz wäre. Die Geschichte vor 1933 ist nicht die Vorgeschichte von 1933! Martin Luther hat dem Nationalsozialismus nicht Tür und Tor geöffnet und Wilhelm II. war nicht der Vorbote und Wegbereiter Hitlers! Wer so etwas behauptet, biegt und selektiert die Geschichte nach seinen Vorstellungen. Und deshalb regen mich Kommentare von Menschen, die in einer Schwarz-Weiß-Welt leben auf (wobei Sie natürlich immer auf der weißen Seite stehen)!


(2072) Maus
Tue, 12 January 2010 12:57:54 +0000

@berlinfreund, Kreuzberger, FreiburgerJurist, MitteinsHerz

Entschuldigen Sie bitte, aber schon immer glänzen Ihresgleichen mit kompakter Unwissenheit, Ignoranz und einer immensen Überheblichkeit, und das nicht nur an dieser Stelle.

Ihre Kenntnisse hinsichtlich Kunst, Geschichte und besonders der zeitgeschichtlichen Zusammenhänge grenzen an Lächerlichkeit. Nach kürzester Zeit bemerkt man Ihr Unvermögen, nachdem Sie sich mit diesen Themen, aber auch mit der Architektur nicht im Geringsten auseinandergesetzt haben. Sie sind es eigentlich, die die alten Parolen immer wieder hervorkramen.

Sie sehen ja doch nur Ihre bereits gespendeten Taler hinweg fließen.


Die Entwicklung zu dem „Projekt“ hat doch gezeigt, dass das Ansinnen „Schloss“ mit der heutigen Zeit nicht vereint werden konnte. – Es wird nicht gebraucht, - deshalb nun ein Humboldt-Forum in diesem Kleid, und erst recht mit allen Widersprüchen, die darin stecken.


Durch eine über Jahre verfehlte Politik der „Volksparteien“, die der Linken ungewollt den Boden bereitet hatten, sollte nun mit der Vernichtung des „Palastes der Republik“, der übrigens von beiden Seiten nur auf ein Zeichen reduziert wurde, ein Exempel statuiert werden, sollte etwas „vorweisbar“ sein. Dieser Abriss war ja auch viel leichter, als Wahlen fair und mit ehrlichen Programmen zu gewinnen, bzw. eine ehrliche Politik zu machen.

Davon haben Sie profitiert! Volksvermögen, und eine gute Architektur trotz Asbest wurden vernichtet.


Dem Leser werden hier die Auswirkungen eines Bildungssystems vorgeführt, mit einem konservativen Muff, der niemals Lösungen für die Zukunft bieten wird und kann, das bewiesen auch jüngst die Proteste der Studenten.
Das Nachdenken über sich selbst kommt zu kurz, deshalb braucht man sich nicht wundern, dass es überall „Blüten treibt“, wie auch um ein Humboldt-Forum herum.

Es wird einem himmelangst, wenn „Juristen“ mit Ihrem Hausverstand über „Preußens Gloria“ sprechen, und es ist, so glaube ich, nur richtig wenn es diese „ankotzt“. – Der Leser bemerkt hier unten, dass sind wohl Begriffe des Bildungsbürgertums.

***
Literatur empfehlen kann auch ich, wie zum Beispiel Heinrich Mann, „Der Untertan“, oder Günter Grass „Die Blechtrommel“, (oder wundert man sich noch heute, wo die Opas und die Großonkels, und die Brüder geblieben sind?)
Was für ein Glück, dass nur wenige dieses abstruse Kästchen hier aufmachen.

Wie schon bemerkt wurde, Sie haben Angst vor Veränderungen, und brauchen deshalb einen Stein, an dem Sie sich festklammern können.

Das ist ja auch viel einfacher, als sich selbst Gedanken zu machen.

(2071) MitteinsHerz
Tue, 12 January 2010 11:08:54 +0000

@FreiburgerJurist:
*clapclapclap* + *dankbarverneig*

Nicht zu vergessen, die grossen Preussischen Reformen nach 1806, die den Initiativen von Steins und von Hardenbergs folgend, das "alte Preussen" zu einem der modernsten und aufgeklärtesten Staaten Europas machten.
Damit dürfte dem "Glücklichen Typen" in seiner unbedarften Argumentationskette der Handlungsfaden gerissen sein. Aber wie ich schon mehrfach erwähnte, lohnt ein Energieeinsatz gg. diese auf Halbwissen basierenden Totschlagargumentationen der "Militarismus-Manie"-Fraktion an dieser Stelle niemanden wirklich, außer den Gegnern der eigentlichen Sache. Man wird das gebetsmühlenartige Wiederholen dieser Argumentationsketten nicht damit eindämmen können, daß man dagegen ankämpft. Ignorieren sollte hier das in meinen Augen einzig effektive Mittel sein.

(2070) Kreuzberger
Tue, 12 January 2010 01:01:58 +0000

Es ist schon nicht leicht, angesichts der weitverbreiteten Ignoranz gegenüber allen Aspekten unserer Geschichte und der Unfähigkeit, über architektonische Fragen angemessen zu reflektieren, gelassen zu bleiben. Der Freiburger Jurist hat jedenfalls vollkommen adäquat geantwortet :-)

(2069) berlinfreund
Mon, 11 January 2010 20:45:17 +0000

@ Freiburger Jurist. Sehen Sie das gelassener. DDR-Geschichtsunterricht hat in den Köpfen eben einige Verwüstung angerichtet.Die Leute wissen es eben nicht besser. Daß Preußen einer der ersten Rechtsstaaten Europas war, daß das Kaiserreich das demokratischste Wahlrecht der ganzen Welt hatte, daß der Reichstag über Gesetzgebung und Haushalt gewaltigen Einfluß auf die Regierungsarbeit hatte, das findet man freilich auch nicht in westdeutschen Geschichtsbüchern.

(2068) FreiburgerJurist
Mon, 11 January 2010 18:50:17 +0000

Man kann diesen braunen Glaskasten wohl kaum als kulturhistorisch wertvoll bezeichnen. Ein Kulturpalast? Ein Zeugnis eines Unrechtsstaates, einer Diktatur, die ihre eigenen Bürger einsperren musste, da sie ansonsten weggelaufen wären.
Übrigens waren es nicht nur die deutschen Kaiser, sondern vor Allem die Könige von Preußen, die diesen prächtigen Bau geschaffen haben.
Zum Miltarismus: Entschuldigen Sie bitte meine Ausdrucksweise, aber es KOTZT mich an! Lesen Sie z.B. das Buch Preußen von Christopher Clark oder Preußen ohne Legende von Sebastian Haffner, lesen Sie die Kaiser Wilhelm Biografie von Ebehard Straub oder Nicolaus Sombart, lesen Sie das Buch Lehrjahre der Demokratie von Margaret Anderson (sie weißt nach, dass das Kaiserreich demokratischer war als die USA und Großbritannien!). Wenn Sie diese Bücher gelesen haben, werden Sie vielleicht verstehen warum ich dieses überholte Militarismus-Gelaber aus Fritz-Fischer-Zeiten satt habe. Und es dann auch noch als Argument gegen einen Barockbau anzuführen ist wirklich unangebracht. Ihre Argumente haben wir tausendfach gehört und sie werden trotzdem nicht besser. Da fällt mir ein schönes Goethe-Zitat ein:
„DIE ANDEREN GLAUBEN UNS ZU ÜBERZEUGEN, INDEM SIE IHRE EIGENEN ARGUMENTE WIEDERHOLEN UND DIE UNSEREN IGNORIEREN.“

(2067) aLuckyGuy
Mon, 11 January 2010 08:37:38 +0000

Das war eigentlich auch nur eine rhetorische Frage. Ich hätte stattdessen auch schreiben können, das ich es als Ignoranz und Hochmut höchsten Ausmasses empfinde, wenn man nichts besseres zu tun hat, die Verschwendungssucht deutscher Kaiser in Form des Berliner Schlosses wiederauferstehen zu lassen.

Mag sein das der Abriss der Schlossruine in den fünfziger Jahren ein Frevel war. Aber eine solche Tat kann man nicht deshalb ungeschehen machen, indem man sich ganz genauso verhält und selbst alles platt macht,was einen ideologisch nicht ins Kozept passt.

(2066) Ernst Ludwig
Sun, 10 January 2010 21:22:10 +0000

Wie das anödet, eine Frage, die schon seit zwanzig Jahren durchdiskutiert und beantwortet wurde, immer wieder zu stellen.

(2065) aLuckyGuy
Sun, 10 January 2010 20:29:20 +0000

Ich frage mich gerade, weshalb man in Deutschland offenbar nichts wichtigers zu tun hat, als ausgerechnet eines der Machtzentren des preußischen Militarismus wiederauferstehen zu lassen. Auf die Idee, ein so grosses Gebäude wie den Palast der Republik, immerhin ein Kulturpalast im wörtlichen Sinne, abzureissen um ein definitiv nicht mehr existentes Gebäude auferstehen lassen, dessen politische Bedeutung zumindest als äusserst zweifelhaft anzusehen ist, muss man wirklich erst mal kommen.

(2064) Antonello Usai
Fri, 8 January 2010 20:00:33 +0000

Dear Schloss Foerderverein,
please insist for the "ostfassade" to be rebuilt in original architectural fashion and not in modern one! I'm thinking to give my conribution for the rebuilt.
Best wishes.

(2063) Anders Gidlöf
Fri, 8 January 2010 09:03:49 +0000

Ich habe eine Frage über die Reste des alten Schlosses. Wurde nicht während des Krieges ein grosser Teil dess inneren (Gemälde, Teppiche u s w) aus dem Schloss entfernt und an andere Plätze geführt? Wieviel davon kann man heute noch spüren, und sogar zum neuen Schloss wieder bringen? Ich meine, sogar die DDR-regime von 1950 sollte Stühle, Tische etc retten wollen, vor dem Abriss des Schlosses?

(2062) Kreuzberger
Thu, 7 January 2010 23:26:45 +0000

Townhouses auf mittelalterlichem Straßenraster sind sicherlich nicht das Gelbe vom Ei. Eine moderate Spreeausbuchtung bis zur Spandauer Straße mit geschlossener Randbebauung im Stil eines modernen Klassizismus wie etwa am Hausvogteiplatz gegenüber dem Innenministerium verwirklicht, könnte ich mir aber durchaus vorstellen. Dieses ganze Viertel ist städtebaulich dermaßen verhunzt und irreparabel verfremdet, daß man sich hier ruhig einmal über die Grundrisse der Vergangenheit hinwegsetzen und großzügiger planen sollte, wie ich finde. Aber nicht in Anlehnung an den Alexanderplatz, sondern an das Humboldtforum.

(2061) MitteinsHerz
Thu, 7 January 2010 16:31:21 +0000

@ FreiburgerJurist

Da sprechen Sie DAS Vorzeigeobjekt in Bezug auf stilvolle Neubebauung in Deutschland an, hier der Link dazu: http://www.neumarkt-dresden.de/
Bei der in Berlin augenscheinlich vorherrschenden Großlobby für modernistischen Betonklotzarchitektur, sehe ich allerdings für eine Bebauung nach einem Leitbautenkonzept beispielsweise Schinkelscher Anlehnung in dieser exponierten Lage und in dieser Größenordnung kaum den Hauch einer Chance. Was daraus in BERLIN gemacht wird, sieht man doch beispielhaft an der "Vergewaltigung dieses Stadschlossneubaues" allein schon beim Ost-Spreeflügel. Nein, DANN würd selbst ich einen hübschen Binnenhafen mit ruhiger Wasserfläche einer "Verklotzbauung" vorziehen.



(2060) FreiburgerJurist
Thu, 7 January 2010 08:52:13 +0000

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das nochmal schreibe, aber Wowereit hat Recht. Wir brauchen keinen gefluteten Stadtkern in Berlin und noch weniger einen Aufmarschplatz und der Tiergarten ist doch schon Berlins Central Park.
Eine Bebauung der Fläche ist unerlässlich. Am Besten wäre ein Leitbautenkonzept wie in Dresden.

(2059) MitteinsHerz
Tue, 5 January 2010 08:48:10 +0000

@Kreuzberger:

BINGO! Das wäre DAS Sahnestück in der Mitte Berlin´s aus Sicht der internationalen Hotelerie, sogar mit eigenem Bootsanleger. Aber GERADE DARUM denke ich, daß diese Gedanken schon lange vorgetragen worden sind, aber aus uns unbekannten Gründen nicht zum tragen kommen. Jeder Hotel-Investor muss doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn er nicht versuchen wollte, an dieser einzigartigen Lokalität ein Luxushaus zu positionieren. Nein, ich denke, daß hakt an anderer Stelle...

(2058) Kreuzberger
Mon, 4 January 2010 23:55:12 +0000

Man könnte die Spreeseite einer Hotelkette anbieten mit der Auflage, das Erscheinungsbild der übrigen Fassaden hier fortzuführen. Das wäre doch ein optimales Wassergrundstück für ein 12 Sterne Schloßhotel.

(2057) FreiburgerJurist
Mon, 4 January 2010 11:04:48 +0000

@Robert Veenenberg
wenn Sie eine Person finden, die die Kosten für die Ostfassade bezahlt, können Sie es ja der Stiftung vorschlagen. Ansonsten wird es aber leider aus finanziellen Gründen abgelehnt werden.

(2056) Robert Veenenberg
Sun, 3 January 2010 18:20:52 +0000

Schloss soll auch am Ostseite historisch getreu aufgebaut werden, sonst guckt man vom Marienviertel zu einer modernistisches Raster an. Nicht die schönste Aussicht..........

(2055) berlinfreund
Mon, 28 December 2009 11:51:00 +0000

Meine die Garnisonskirche in Potsdam.

(2054) berlinfreund
Mon, 28 December 2009 11:49:51 +0000

Die Idee ist gut, aber erst einmal die Einweihung des Projekts abwarten. Bis dahin läuft noch viel Wasser die Spree hinab mit sicher mancherlei Stauungen.
Spätestens bei der Einweihung wäre aber geboten, die lächerliche Konkurrenz von insgesamt drei Schloßvereinen zu überwinden und das Ziel der weiteren Rekonstruktion vereint anzugehen.
In Potsdam gibt es zum Wiederaufbau auch zwei konkurrierende Vereine, mit dem Ergebnis, daß er eine schon sechs Millionen gesammelt hat, diese aber zurückhält, weil er Streit mit dem anderen Verein hat. Traurig und kleinkariert.
Das darf beim Berliner Schloß nicht funktionieren. Die anderen beiden Schloßvereine wären jetzt schon aufgefordert - nachdem das Projekt mit Sicherheit wie geplant(Stella)und nicht anders durchgeführt wird - sich anzuschließen. Es gibt nicht einen rationalen Grund, warum sie das nicht tun, außer vielleicht persönlichen Eifersüchteleien

(2053) FreiburgerJurist
Mon, 28 December 2009 10:43:41 +0000

Der Förderverein wird sich gemäß Satzung ja nach Vollendung des "Humboldtforums" auflösen.
Hier besteht meiner Meinung nach die Möglichkeit einen neuen Verein mit den alten Mitgliedern zu gründen:
Dieser neue Verein setzt sich für die Rekonstruktion der Innenräume, der beiden Laternen neben der Hauptkuppel, der Schloßapotheke, der Schlossterassen und der Attika-Skulpturen ein. Das wären nämlich die Teile des Schlosses, die ohne Eingriff in den eigentlichen Baukörper hinzugefügt werden könnten. Die Rekonstruktion der gesamten Spreefassade wird meiner Meinung nach auch kommen, allerdings erst in ein paar Jahrzehnten, nämlich dann, wenn sich die Berliner an Stellas Ostfassade "sattgesehen" haben.
Mich würde interessieren, was Sie alle von dieser Idee halten.

(2052) Leser
Sun, 27 December 2009 11:55:55 +0000

Wird die Schloßapotheke auch rekonstruiert? Nein!


(2051) Tobias
Sat, 26 December 2009 23:13:13 +0000

Wird die Schloßapotheke auch rekonstruiert?

(2050) Kreuzberger
Thu, 17 December 2009 22:47:12 +0000

Im Tagesspiegel war heute die Vision eines gefluteten Marx-Engels-Forums abgebildet. Ein Spreebecken bis zum Fernsehturm! Warum nicht? Besser als eine nicht besonders aufregende Grünbrache wäre das allemal. Nur, daß sich auf dieser Berliner Binnenalster einmal die nichtssagende Ostfassade des Schlosses spiegeln soll, ist keine besonders berauschende Aussicht :-(

(2049) Kreuzberger
Tue, 15 December 2009 00:40:16 +0000

Ich mußte mal notgedrungen ein paar Jahre in diesem "größten Dorf Deutschlands" verbringen und empfand die Königstraße zwischen Schloßplatz und Hbf als den urbansten Bereich dieser Stadt. Ich kann mir die futuristische Leere, die hier wohl entstehen soll, nicht so recht vorstellen. Aber wenn Sie meinen, daß Chancen bestehen, daß das Bahnhofsgebäude komplett erhalten werden kann, warum nicht? Die meisten Stuttgarter sind es ja freiwillig :-)
Mich interessiert eigentlich nur, warum die Bahn nicht zuerst ihre heruntergewirtschafteten Zweige saniert, bevor sie mit den Milliarden um sich schmeißt.
Und noch mehr interessiert mich, wie es mit unserer Schloßrekonstruktion vorangeht.

(2048) S.Hartmann
Mon, 14 December 2009 17:34:46 +0000

@ Kreuzberger

Aber 'nen schöner Neuentwurf ist es schon. Vielleicht setzen sich die Stuttgarter dafür ein das die Seitenflügel doch erhalten bleiben, denn meiner Ansicht nach kann man den Neuentwurf mit seiner interessanten Dachlandschaft gut mit dem Altbau verbinden. Es würde ein spannender Innenhof entstehen.

(2047) S.Hartmann
Mon, 14 December 2009 17:30:02 +0000

@ FreiburgerJurist

Damit haben Sie Recht. (auch wenn heutige Verbundgläser sehr gute Dämmeigenschaften haben und Glas im Prinzip besser dämmt; dann nur leider ihre Leichtigkeit und Transparenz verlieren)


Ich bleibe trotzdem dabei, Ihr Statement war kein Argument für oder wider einen Neubau, da Neubau nicht gleichzusetzen ist mit Glasfassade.

(2046) Kreuzberger
Thu, 10 December 2009 23:26:33 +0000

Was in Stuttgart an Geldern verbraten werden soll, ist tatsächlich skandalös. 4100 Millionen Euro und die Zerstörung eines architektonischen Meisterwerks, nur um der Bequemlichkeit von Bahnpassagieren entgegenzukommen? Hier geht es wohl eher um Grundstücksspekulationen, um Lobbyismus und Kungelei.
Wenn die Bahn schon so viel Geld übrig hat, soll sie es gefälligst in die Wiederherstellung der Berliner S-Bahn investieren!

(2045) FreiburgerJurist
Thu, 10 December 2009 18:54:01 +0000

@S.Hartmann
Diese Mängel treten sehr wohl vor allem bei Neubauten mit Glasfassaden auf. Absenkungen haben bei gemauerten Fassaden haben weit weniger erhebliche Auswirkungen auf das äußere Mauerwerk und sind zudem leichter zu beheben. Glas ist grundsätzlich ein unnatürlicher Baustoff, der auch zusätzlich noch sehr schlechte Dämmeigenschaften bei üblicher Fensterstärke besitzt, wenn er anstatt einer Mauer verwendet wird.

Übrigens habe ich gerade in den Nachrichten unser stärktes Argument in den nächsten Jahren gegen die Kostenkritiker gesehen: Stuttgart 21, der neue Durchgangsbahnhof in der Landeshauptstadt, soll nach derzeitigen Schätzungen 4,1 MILLIARDEN Euro kosten! Ein sinnloses Projekt durch das man wahrscheinlich alle zerfallenden Kirchen und Schlösser in Deutschland retten könnte.

(2044) S.Hartmann
Thu, 10 December 2009 17:41:53 +0000

@FreiburgerJurist

Warum haben Sie es dann nicht weggelassen?

Das ist alles andere als ein Argument für oder gegen das "Schloss".

Es verdeutlicht nur Baumängel. Diese können, bzw. werden auch beim Neu-Schloss-Bau auftreten, wenn man nicht aufpasst.
Gerade bei Prestigebauten, die meist mit vielen Neuentwicklungen und Spezialanfertigungen versehen sind muss oft nachgebessert werden. Dies können Sie über die gesamte Baugeschichte verfolgen.

Niemand behauptet hier ernsthaft das ein moderner Entwurf weniger kosten würde.
Von mir aus sollen ruhig an die 1 Millarde mit Verstand verbaut werden.

Die Probleme an den Regierungsbauten treten ja häufig deshalb auf, weil eben beim Bau gespart werden sollte.
Beispiel(optische Mängel) Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und Paul-Löbe-Haus:
sehen an Regentagen doch recht trist und grau aus, da aus Kostengründen eine weisse Schlämme(vom Architekten vorgesehen) weggelassen wurde.