Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen den Förderverein von Philipp Oswalt und Jürgen Zimmerer: Rufmordversuch am Förderverein?

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Philipp Oswalt und Jürgen Zimmerer haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 18. März 2024 anlässlich der Aufstellung von acht Propheten auf der Schlosskuppel in Berlin erneut Vorwürfe gegen den Förderverein Berliner Schloss erhoben, die inzwischen den Weg in die Berichterstattung von Süddeutscher Zeitung, der taz, dem Tagesspiegel und anderen Medien gefunden haben, ohne dass man uns als Betroffene hierzu gehört hat.

 

In der Pressemitteilung heißt es im ersten Teil:

(…) „Eine der Figuren, der Prophet Daniel, wurde lt. Website des Fördervereins Berliner Schloss von der von vielen als rechtsradikal eingeschätzten Politikerin und Publizistin Vera Lengsfeld finanziert.“ (….)

Damit erwecken Oswalt und Zimmerer den Eindruck, als ob Daniel vollständig von Frau Lengsfeld finanziert worden ist. Wir stellen dazu fest, dass die Herstellung des Daniel von Dutzenden Spendern anteilig in kleinsten und größeren Beträgen bezahlt wurde. Die von Frau Lengsfeld gespendete Summe dürfte dazu ausreichen, eine der Haarlocken des gut drei Meter hohen Propheten zu bezahlen.

Was meinen die beiden Autoren im Übrigen mit der nicht von ihnen quantifizierten Aussage, Frau Lengsfeld sei „von vielen als rechtsradikal eingeschätzt“? Wer sind „viele“?

 

Weiter heißt es:

(…) „Die Skulpturen der Propheten unterstreichen die christliche Symbolik der Kuppel.“ (…)

 

Wie bitte? 

Es handelt sich um Propheten des Alten Testamentes. Sie verbinden die drei monotheistischen Weltreligionen des Islam, des Juden- und des Christentums miteinander und werden von allen drei Religionen gleichermaßen hoch angesehen und verehrt. Ihre Anwesenheit auf der Kuppel unterstreicht nicht etwa die christliche Symbolik der Kuppel, sondern betont die Gemeinsamkeiten der drei Religionen.

 

Weiter heißt es:

(…) „Man muss inzwischen von einer bewussten fundamental-christlichen Unterwanderung des Stadtschlosses ausgehen, die sich bestens in die islamophoben Tendenzen der Zeit einfügt.“ (…)

Offensichtlich sind die beiden Autoren hier ihrer eigenen Glaubenssauffassung oder Ideologie erlegen. Wie kann man die Aufstellung der acht gerade auch im Islam hoch angesehenen jüdischen Propheten auf der Schlosskuppel als „bestens in die islamophoben Tendenzen der Zeit eingefügt“ betrachten?

 

Weiter heißt es: 

„Es ist schlichtweg unerträglich, dass die Stiftung es rechtslastigen Kreisen ermöglicht, die Symbolproblematik des Berliner Schlosses weiter zu verschärfen und damit die schrittweise Radikalisierung des ohnehin so umstrittenen Projektes fortzusetzen.“

Dazu stellen wir fest: Nur für die Fassadenelemente konnte gespendet werden, die vorher im Rahmen der Wiederaufbauplanung von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss vorgesehen waren. Es wurden keinerlei Sonderwünsche gestattet oder gar berücksichtigt. Keine Spender, auch rechtslastige nicht, konnten so jemals Einfluss auf die Gestalt des wiederaufgebauten Berliner Schlosses nehmen. Oswalt und Zimmerer verbreiten Unsinn.

 

 

Wilhelm von Boddien

Geschäftsführer Förderverein Berliner Schloss e.V.

32 Kommentare zu “Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen den Förderverein von Philipp Oswalt und Jürgen Zimmerer: Rufmordversuch am Förderverein?

  1. „Es ist schlichtweg unerträglich, dass die Stiftung ….“
    Unerträglich sind diese zwei Gestalten, mehr möchte ich dazu lieber nicht schreiben!

  2. Sehr geehrter Herr von Boddin!
    Gut das Sie eine Stellungnahme geschrieben haben.
    Leider gibt es Menschen die noch die abstrusesten Texte schreiben um ihre Agenda zu rechtfertigen.
    Das Schloss ist da. Sie haben es maßgeblich ermöglicht.
    Nochmals. Herzlichsten Dank!

    1. Ja, sie sind antisemitische Marxisten, die Mahnmale an jüdischen Propheten als „islamophobische Kunst“ beschreiben. Es ist genauso wie vom Herrn Boddien beschrieben… eine skandalöse SCHANDE!

  3. Hallo Herr von Boddien,
    es ist wunderbar, dass das Stadtschloss in Berlin wieder steht; es ist vor allem Ihr Verdienst. Ich habe es mit Familie schon mehrfach besichtigen können. Lassen Sie sich von den haarstreubenden Vorwürfen von Oswald und Zimmerer nicht beeindrucken; sie können offensichtlich nicht verwinden, dass sie ihre Vorstellungen nicht durchsetzen konnten.

  4. Allein die Unterstützung des intellektbefreiten Angriffs durch das Hamburger Relotius-Blatt desavouiert die erneute Aktion gegen das Stadtschloss. Der „Spiegel“ betreibt nach eigener Aussage „Storytelling“ und hat das mit Dutzenden frei erfundenen und mit Preisen überhäuften – teilweise Hetz- -Artikeln eindrucksvoll untermauert. Was des Blattes Eindruck einer angeblichen „Braunfärbung“ angeht, kann ich nur statuieren, dass die gegenwärtige politische Mischung aus Rot und Grün in der Tat diese resultierende Farbe über das Land verbreitet, in dem zunehmend Meinungsterror herrscht, der sogar Kinder unter dem Beifall der Regierenden mit drei Bewaffneten aus dem Unterricht herausholen lässt, weil sie Kinderdinge und allseits anerkannt nicht strafwürdige Postings verbreitet haben sollten.

    Wenn aus dieser rot-grünen Braunfärbung unserer politischen Situation nun auch noch Anwürfe auf alttestamentarische Symbole erfolgen, ist eine weitere Grenze überschritten.

    Ich unterstütze jeden, der sich dieser fatalen Entwicklung entgegenstellt und alle, die davon betroffen werden.

    1. Wer so einen absurden Kommentar wie Sie schreibt, der gibt doch denen recht, die die Schlossfreunde teileweise von allen guten Geistern verlassen sehen.
      Sie tun mit so einem Beitrag niemanden etwas gutes.

    2. Mit Ihrem unsäglichen Kommentar erweisen Sie den Rekonstruktionsfreunden einen Bärendienst. Ja, die Herren Oswalt und Zimmerer schießen mit ihrer Interpretation über das Ziel hinaus. Daraus aber einen politischen Rundumschlag der übelsten Sorte zu kreieren, verbietet sich angesichts des heiklen Themas. Das fatale dabei ist, dass Sie damit die Thesen der Autoren eher bestätigen als entkräften.

  5. Nach alldem was ich von und über Philip Oswald und Jürgen Zimmerer lese, erinnern mich beide mit ihren fortgesetzten emotionalen und verleumderischen Angriffen gegen den Förderverein und das ganze Schlossprojekt an ideologiebesessene Hassprediger. Diese undifferenzierte, unprofessionelle und Wahrheit manipulierende Böswilligkeit verdient eigentlich keine Beachtung. Ärgerlich und nicht hinnehmbar ist aber, dass etablierte Zeitungen wie Süddeutsche Zeitung, taz und Tagesspiegel sich auf dieses unqualifizierte Niveau naiv oder bewusst (!?) herablassen und gebrauchen lassen.

    1. Die Süddeutsche Zeitung, die taz und der Tagesspiegel sind inzwischen linke Aktivisten-Zeitschriften. Nicht einmal als Klopapier für die Kloake geeignet.

    2. Ich stimme Ihren Bemerkungen voll und ganz zu. Ich wollte hinzufügen, dass mich die geradezu unverhohlenen und schamlosen Lügen der beiden Herrn an einen gewissen Donald Trump erinnern, dessen zynische Hassreden, die auf einer verdrehten Idiologie basiern, den Diskurs in meinen Land vergiften (Trump, der übrigens jetzt Bibel an seine Herde verkauft!).

  6. Das Schloss ist leider gedanklich – und wie sich nun zeigt auch maßgeblich von Spendenseite – rückwärts gewandt. Nachträgliche Ergänzungen gehen auch ausschließlich in diese Richtung. Überlegungen, diesen Bau in seinem geschichtlichen Kontext zu kommentieren führen … zu einer kleinen Erinnerungsplatte auf dem Schlossdach.
    Es zeigt sich hier leider wie unmutig das Land Berlin und auch die Bundesrepublik Deutschland mit diesem zentralen Platz umgegangen sind. Klar: ein re-konstituierender Bau zieht auch re-konstituierende Akteur an. Ich will nicht per se Rechtsextremismus unterstellen, aber dass hier sich konservatives Denken (für mich in einem Übermaße) trifft, ist glaube ich nicht wegzudiskutieren.
    Das – so wünschte ich mir – sollten Sie aufgreifen und nicht zurück polemisieren.

    1. „Das Schloss ist leider gedanklich….. rückwärts gewandt.“
      Nein, das Schloss gehört zu Berlin wie das Brandenburger Tor! Da ist nichts rückwärts gewandt, oder sind z.B. der Petersdom in Rom, oder die wieder aufgebaute Warschauer Altstadt auch rückwärts gewandt? Das sind geschichtliche Bauten, egal ob alt oder wiederaufgebaut, die zu den jeweiligen Städten gehören!

      „Es zeigt sich hier leider wie unmutig das Land Berlin und auch die Bundesrepublik Deutschland mit diesem zentralen Platz umgegangen sind.“
      Haben sie vielleicht den Palast der Republik mutig gefunden? Das Schloss wieder aufzubauen das war mutig!

      „dass hier sich konservatives Denken (für mich in einem Übermaße) trifft, ist glaube ich nicht wegzudiskutieren.“
      Was soll denn da „übermäßiges konservatives Denken“ sein?
      Das Schloss steht jetzt da und das ist auch gut so!

      Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.

    2. Sie sollten einmal die Spenderliste ansehen. Hier finden sich über alle Zweifel erhabene Spender wie der verstorbene Henry Kissinger, den Sie doch hoffentlich nicht als re-konstituierenden Akteur (merkwürdige Wortschöpfung) bezeichnen wollen. Herrn Kissinger mit seiner Intelligenz, seiner Integrität und seiner Erfahrung können Sie, lieber Anonymous, jedenfalls nicht das Wasser reichen.

  7. Den Palast der Republik einschließlich übergroßem, kahlem, abweisenden Aufmarsch-/Parkplatz hatte ich immer als Zumutung empfunden. Das Projekt „Berliner Schloss“ habe ich von Beginn an im Rahmen des Lustgartens, des Schloßplatzes und der angrenzenden Bauten als zusammenhängendes Ensemble nur unter städte¬baulichen und ästhetischen Gesichtspunkten gesehen. Ich bin überzeugter Spender und lasse mich so gesehen von niemandem in irgendeine modernistische oder retrofanatische Architekturecke, „rückwärtsgewandte“, historisierende, „rekonstituierende“, konservative preußennostalgische, rechts- oder linksideologisch politisierende oder sonstige Ecke schieben. Und so wie mir geht es sehr vielen Spendern. Es gibt zeitlos wertvolle Kunst, die weder rückschritts- noch fortschrittsfixiert festgelegt ist.

  8. Leider stimmt nicht, dass die acht Propheten von allen drei monotheistischen Religionen geschätzt werden.

    Im Arabischen gibt es zwei Wörter, die mit »Prophet« übersetzt werden. Eins ist »nabi« (Plural: anbar), davon gibt es laut Islam sehr viele (nach einer Meinung 124.000, es gibt noch andere Meinungen), und ob die acht jüdischen Propheten am Stadtschloss dazugehören, da gibt es sviw auch keinen Konsens (die meisten Muslime haben noch von ihnen gehört). Nur bei Daniel (daniyal) gibt es islamische Lehrer, die ihn als Propheten bezeichnen.

    Dann gibt es noch »rasul« (Plural rusul), und das bedeutet eigentlich »Gesandter«, wäre also besser mit »Apostel« o.ä. zu übersetzen. Die Rusul werden aufgezählt: Adam, Abraham, Noah, David, Isa und Muhammad. Einige Schiiten nennen noch Zaratustra, aber das wars denn sviw auch schon.

    Islamfeindlichkeit symbolisieren diese Gestalten _n_i_c_h_t_, der Islam lehnt sie nicht ausdrücklich ab (und da sie keine rusul sind, dürfen sie auch dargestellt werden …).

    Der Protest der beiden Männer gegen diese Statuen enthält mindestens latenten Antisemitismus.

  9. Wieso werden diese Aussagen denn nicht endlich abgemahnt? Der Schaden für alle Rekonstruktionsprojekte in Deutschland ist mittlerweile derart eklatant, dass dieses laissez-faire nur noch mit tiefstem Unverständnis begegnet werden kann. Wie ernst nehmen Sie sich und Ihre (scheinbar ja) fundierten Richtigstellungen?

  10. Diese Kommunisten stehen vor dem Scheiterhaufen ihres eigenen Versagens. Wir werden uns von den Marxisten-Leninisten nicht entmündigen lassen. Ihre Taktik wird immer verzweifelter und kindischer. Das Beste daran: Wir wissen ganz genau, wer sie sind.

  11. Kultur ist gut, sogar auch dann – für Manche in diesem Land erschütternd – wenn es ab und zu die eigene ist. Das Stadtschloss ist so ein Fall und gehört nicht nur zu Berlin, sondern zu Deutschland. Es dient nicht dazu, die Geschichte zurückzudrehen, es hilft, sie besser zu verstehen. Und deshalb schlage ich vor, den Palast der Republik im Innenhof im Maßstab 1:50 nachzubauen und hier an Ort und Stelle die Verbrechen auch dieser Zeit klar zu dokumentieren.

    Im Übrigen versteht kein Franzose, kein Brasilianer, kein Ägypter, kein Inder und kein Senegalese diesen immer stärker aufgekommenen deutschen Selbsthass, diese Selbstnegierung und Selbstaufgabe. Die lachen darüber – zu recht!

  12. Das Oswalt und Zimmerer freidrehende Pseudointellektuelle des antifaschistischen Milieus sind, ist ja nun hinlänglich bekannt. Hierzu gehört die klassische eher westdeutsche Tugend dieses Milieus, dass im Prinzip das postkritische Engagement in der Verachtung der eigenen Kultur und der Wertschätzung der fremden Kultur besteht, ist auch nichts Neues. Wesentliches Merkmal ist hierbei Auslassung und Verdrehung von Fakten gemäß dem Motto, ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt.
    Am besten in Zukunft völlig ignorieren und die Dinge sachlich präsentieren ohne Bezug zu solchen Kulturwandlern.

  13. Leider beteiligt sich auch 3Sat, Kulturzeit , 27.3.2024 an dieser unerträglichen Kamoagne. In einer vorherigen Stellungnahme zu einem Beitrag mit ähnlichem Inhalt habe ich gegenüber 3Sat, Kulturzeit Stellung bezogen und auf die bekannten Entscheude zu den Anschuldigungen verwiesen. Auch auf historische Momente , die städtebauliche Einordnung des Schlosses etc. Meine Einwände werden in der Redaktion ausgewertet und wurde mir schriftlich mitgeteilt. Wie ich im besagten Beitrag vom 27.3.2024 erkennen konnte ohne eine Korrektur falscher Behauptungen. Eine Wiederholung erfolgte, was auf Grund der Sachlage für mich nicht erklärbar ist. Ich werde wiederum gegenüber 3Sat meinen Standpunkt. darlegen.
    Der gesamte dargestellte Sachverhalt ist inhaltlich falsch und für die entsprechenden Medien in Deutschland mehr als bescämenswert.
    Eigentlich müsste mir wegen nicht sofort erkennbarer falscher Inhalte anderer Sendungen Angst und Bange werden.

  14. Ehrlich gesagt ich kann das Geschrei der Aktivisten Oswalt, Trüby & Co schon lange nicht mehr hören. Die dargelegten Argumente werden immer dürftiger. Es geht nicht mehr um eine begründete, konstruktive Kritik, die ich noch vertretbar und nachvollziehen könnte. Hier sollen alle Projekte um Rekonstruktion und Stadtreparatur in eine finstere rechte Ecke gestellt werden, um diese Projekte in der Öffentlichkeit zu diffamieren. Verdrehung von Tatsachen und Pseudowissenschaft ersetzen eine seriöse Auseinandersetzung. Warum sonst diffamiert Herr Oswalt die Sozialdemokraten Richard Schröder, Hans Stimmann, Tobias Nöfer oder Benedikt Goebel als „Rechtsextreme“. Jede, die den Fanatismus von Oswalt nicht teilt ist Rechtsextrem? Am 23.07.2012 veröffentlichte die „Jüdische Allgemeine“ einen Beitrag von Michael Wuliger mit dem Titel „Bauhaussiedlung Auschwitz“. Thematisiert wurde die NS-Karriere des Bauhausschülers und Chefarchitekten von Auschwitz Fritz Ertl. Neben Ertl war der Bauhausschüler Ernst Neufert die rechte Hand von Albert Speer und plante mit seiner Bauordnungslehre von 1943 den mit industriell vorgefertigten Betonteilen den Wiederaufbau der Städte. Neuferts Lehre hat bis heute großen Einfluss. Ist das Bauhaus also eine „Rechtsextreme Verschwörung Herr Oswalt??? Wem ist geholfen, wenn heute – auch aus Profitgier!!! – Neubauten nur noch im Stil von Notunterkünften gebaut werden sollen – die Kriterien Schönheit und Ästhetik in der Baukultur weiter verächtlich gemacht werden? Den Schaden werden insbesondere Menschen mit geringem Einkommen haben, die in Wohnungen mit PVC und Plastik werden leben müssen. Was soll an einer solchen Entwicklung bitte „links“ sein Herr Oswalt? – die Bücher „Städte für Menschen“ von Jan Gehl oder „Sanfte Stadt“ von David Sim, die Beiträge u.a. von C. Mäckler Architekten, Stadtplaner verdeutlichen eine deutliche Veränderung ist notwendig und möglich. Also, höchste Zeit Oswalt & Co zu widersprechen – auch wenn derzeit selbst seriöse Medien diese Kampagnen unkritisch befördern. Mehr Widerspruch wagen.

  15. Deutsche Architekten; Alfred Messel – der große deutsch-jüdische Reformarchitekt der frühen Moderne in Berlin – ist heute in der breiten Öffentlichkeit nur wenigen ein Name. Bei Hermann Henselmann ist das anders. Warum??? Henselmann war auch ein williger Mitläufer der spätstalinistischen SED. Er beförderte die Sprengung vieler historisch bedeutsamer Stadträume und Bauten u.a. die Paulinerkirche in Leipzig 1968. Warum liebe Kulturredakteure von „Tagesspiegel“ bis 3.sat wird Herr Henselmann und seine Bereitschaft im Fahrwasser einer Diktatur zu wirken nicht öffentlich thematisiert???
    Abschließend ein Zitat von Anna Seghers, die sich „gegen“ die Bilderstürmerei und den Abbruch bedeutsamer alter Baukultur engagierte: „Bombardierte Kathedralen, die zu den besten gehörten, was wir je an europäischer Kunst sahen ( nicht bloß durch das Schild „Nationalgut“ vor Bilderstürmern geschützt, sondern durch eine Einsicht, daß einem solchen, allen verständlichen Bauwerk noch etwas anderes innewohnt al sein augenblicklicher Mißbrauch durch den mit Franco verbündeten Klerus) (…)“ in „Die Kinder von Guernica“ „Zum Schrifstellerkongreß in Madrid“ S. 135 Aufbau Berlin 2004

  16. Nach der Wiedervereinigung publizierte die FAZ Essays von Joachim Fest und Wolf Jobst Siedler, in denen mit klugen Argumenten für eine Rekonstruktion des Berliner Schlosses argumentiert wurde. 30 Jahre später folgt die Zeitung in einem Akt kriecherischer Anpassung den Parolen der Rekonstruktionsgegner. Welch tiefer Fall!

  17. Mehr Widerspruch III Stadtreparatur der alten Mitte. In der alten Berliner Mitte vor 1933 war die deutsch-jüdische Kultur noch selbstverständlicher Teil des Stadtbildes. Ob Moses Mendelssohn, Henriette Herz oder Heinrich Heine, die Geschichte war an den Häusern, Straßen und Freiflächen ablesbar. Heute werden diese Stadträume von Autobahnstraßen, Parkplätzen und eher grauen Betonfertigteilen geprägt. Die Geschichte ist nicht mehr zu finden. Der Bau des Humboldt-Forums im Berliner Stadtschloss ermöglicht auch eine Stadtreparatur der alten Mitte durch eine kleinteiligere Neubebauung plus Stadtgrün. Das technische Denkmal Fernsehturm kann langfristig durchaus räumlich versetzt werden – auch um eine Neubebauung mit Stadtgrün verknüpfen zu können. Vorbild ist hier Hamburg. Das technische Denkmal Köhlbrandbrücke wird am alten Ort abgebrochen und räumlich verändert neu wieder aufgebaut werden. Insbesondere in Zeiten der Klimakrise muss es möglich sein die autogerechte Stadtplanung der Nachkriegsjahre nach den Plänen von Le Corbusier – der sicher kein lupenreiner Demokrat war, im Gegenteil – und Henselmann – auch kein Demokrat! – zu verändern.

  18. Die Herren Oswald und Zimmerer werden beherrscht von einem abgrundtiefen Hass .Alles wird durch ihre ideologische Brille gesehen. Daraus leitet sich ihr enger Horizont ab, der ihre intellektuelle Dürftigkeit erklärt.
    Umso erstaunlicher ist es, dass 3-Sat, Süddeutsche Zeitung und derTagesspiegel dieser hanebüchenen Meinung ein Forum bieten. Ihr Qualitätsanspruch wurd dadurch relativiert.

  19. Mehr Widerspruch wagen IV. Der Wiederaufbau; die Rekonstruktion der Kirche Notre-Dame vereint Frankreich. In der Bundesrepublik Deutschland werden auch leicht durchschaubare Agit-Prop-Phrasen von Oswalt & Co von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten übernommen. ohne sie vorab kritisch zu prüfen. Durch diese Kritiklosigkeit verlieren die Bürgerinnen zunehmend das Vertrauen in die Berichterstattung seriöser Medien. Die Dummköpfe/ Extremisten der AfD werden so noch indirekt befördert.

  20. Die Geschichte und Kultur des eigenen Landes. „Für“ den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlossen engagierten, engagieren sich u.a. Antje Vollmer (Die Grünen, Bündnis 90), Götz George, Manfred Krug, Günter de Bruyn (Schrifsteller), Regine Hildebrandt (SPD), Wolfgang Thierse (SPD), Lea Rosh, Richard von Weizsäcker (CDU), Marion Gräfin Dönhoff („Die Zeit“), Klaus Hartung (Redakteur, Künstler u.a. „Taz“, „Tagesspiegel“, „Die Zeit) Edzard Reuter – vgl. „taz“ Beitrag vom 10.03.1999. Sind diese Bürgerinnen und Bürger alles „Rechtsextremisten“ Herr Oswalt??? Komplexe Sachverhalte werden von den aktuell sehr einflussreichen Aktivisten Oswalt, Trüby & Co auf sehr schlichte Schwarzweißmalerei reduziert und befördert so die Dummheit der Menschen; intelligente Gespräche über Stadtbaukunst und Architektur sind nicht in einem solchen aggressiven Klima nicht mehr möglich. Auch so kann Demokratie maßgeblich geschwächt werden.

    1. Es lohnt sich kaum, sich über Oswald aufzuregen und sich an seinen übersteigerten Hasstiraden auf ein Gebäude und die vemeidlichen rechtsradikalen Netzwerke abzuarbeiten. Niemand wird ihn von seiner selbstgewählten ideologiebehafteten Wut befreien können. Ärgerlich sind vielmehr die Presseorgane, die seine verschwurbelten Botschaften kritiklos übernehmen. Die gilt es abzuklagen.

  21. Merkwürdige Zeiten. Zur „Kontaktschuld“. Wer das Wort „Frieden“ oder „Verhandlung“ sagt ist sofort ein Rechtsextremist? – das Wort wird ja auch von den politischen Rändern genutzt. Diese schlichte Erzählung von Oswalt & Co im Fall „Humboldt-Forum im Berliner Stadtschloss“ ist für eine freiheitliche Demokratie nicht ungefährlich.

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