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Wilhelm von Boddien

 

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2962 Einträge
Gottlieb schrieb am 16. November 2021 um 13:46
Das Lächerliche an der schriftlichen Distanzierung von Bibeltexten, die ein frommer preußischer König Mitte des 19. Jh's. aus Selbstbescheidung und Demut vor Gott hat anbringen lassen, ist, daß niemand, der keinen an der Klatsche hat, auf die Idee käme, die Neuerbauer des Schlosses wollten die christliche Botschaft damit verbindlich für den Rest der Gesellschaft machen. Hier geht es um die Wiederherstellung einer historisch und ästhetisch wertvollen, sogar einzigartigen Palastanlage, nicht um Botschaften ins blaue hinein, die ohnehin kaum jemand vollständig lesen wird. Diese Gesellschaft ist weithin ohne historisches Bewußsein, wozu auch die Fähigkeit zu Distanz gehört, und deshalb auch weithin verblödet.
Georg Schirmers schrieb am 15. November 2021 um 18:36
Wilhelm von Boddien kritisiert in der hochinformativen und wunderschönen aktuellen Nummer des "Berliner Extrablatts" zu Recht die Phänomene der Cancel Culture und des deutschen Selbsthasses. Ich fürchte, seine Worte sind in den Wind gesprochen. Man muss sich in diesem Zusammenhang nur vor Augen führen, dass die Stiftung Humboldt Forum beabsichtigt, sich auf einer Tafel von der Kuppelinschrift des Schlosses zu distanzieren. Seien wir froh und dankbar, dass das Schloss wiederaufgebaut ist! Das Zeitfenster war eng: Gegenwärtig wäre ein Beschluss zur Schlossrekonstruktion nicht mehr durchsetzbar.
Dietmar Philipp schrieb am 14. November 2021 um 11:04
Hallo Herr Schinkel, bei der Rekonstruktion der beiden Schlösser in Dresden und in Berlin waren bereits bei der Planung die Aufgabenstellungen und das Ziel völlig unterschiedlich. Im Berliner Schloss hat man die Vermessung der unterschiedlichen Räumlichkeiten bereits so durchgeführt, dass die "Nachwelt" auch wieder diesen Zustand herstellen könnte.
Schinkel schrieb am 2. Oktober 2021 um 16:25
Naja, aber Sie haben sich das schon einmal angesehen? In Dresden sind ja nun auch fehlende Gebäudeteile nicht nur komplett neu errichtet worden, sondern auch die dazugehörige Innenausstattung. Natürlich bin auch ich froh über das Erreichte in Berlin und habe den Baufortschritt über Jahre mehrmals täglich via Cam mitverfolgt. Aber im Vergleich zu Frauenkirche und Stadtschloss DD fehlen in Berlin noch Rekonstruktionen wenigstens ausgewählter Schlossräume.
Philipp schrieb am 2. Oktober 2021 um 16:10
Ein herrliches Ensemble Ich finde die Neuerrichtung der Außenhülle des Berliner Schlosses als sehr gelungen. An gleicher Stelle stand ursprünglich ein Betonklotz, Palast der Republik genannt, der nun wahrlich nicht in die Landschaft passte. Bemerkenswert ist, dass die Nachschöpfung des 1950 zerstörten Schlossbildes auf der Freifläche des beseitigten Palastes der Republik entstand. Ohne vorhandener ursprünglicher und zusammenhängender Bausubstanz wurde dieses Bauwerk, unter Verwendung einiger ursprünglichen Bauelemente errichtet. Völlig anders war es bei der Rekonstruktion des Dresdner Schlosses, hier standen noch nahezu die gesamten Grundmauern. Ein Vergleich beider Schlösser, auch durch völlig unterschiedliche Aufgabenstellungen, ist deshalb nicht möglich. Natürlich finde auch ich einige Stilbrüche beim Berliner Schloss. Unterhalb des goldenen Kreuzes auf der Kuppel hat eine Widmung des Versandhauskonzern-Gründers Werner A. Otto nichts zu suchen (aber hier stehen hohe Spendengelder gegenüber). Auch die Errichtung des Einheitsdenkmals vor dem prunkvollen Eosander Portal hätte einen anderen Standort erhalten können. Aber all diese kleinen Unregelmäßigkeiten sind hinnehmbar. Mit der Nachschöpfung des Berliner Schlossbildes, dem Berliner Dom, dem Alten Museum, dem Kronprinzenpalais und den anderen historischen Gebäuden sehen wir Deutschen, die Touristen und noch viele Menschen aus der gesamten Welt ein herrliches architektonisches Ensemble in der Metropole Berlin.
Schinkel schrieb am 4. September 2021 um 22:36
Bei Youtube gibt es eine sehr schöne Doku zur Rekonstruktion des Dresdner Schlosses. Man fragt sich wirklich, womit man in Berlin diese ideologische Verblendung verdient hat, die jeden Ansatz von originalgetreuer Neuschöpfung zu torpedieren sucht. In Dresden hat man sich nicht nur mit dem Neubau der Gebäudestruktur begnügt, sondern das Interieur historisch wichtiger Räume gleich mit wiederhergestellt - und das aus Steuermitteln! Man kann sich gar nicht sattsehen an diesen herrlichen Repräsentationsräumen, hier hat sich jeder ausgegebene Euro gelohnt. Mit Schlosskirche, Zwinger, Frauenkirche, Semperoper, Taschenbergpalais und Neumarkt ein herrliches Ensemble!
Schinkel schrieb am 4. September 2021 um 22:26
Wurde eigentlich seit April 2021 nichts mehr gespendet?! Auf diesbezügliche Anfragen wurde mir in der Vergangenheit geantwortet, dass die Spendenanzeige nur angepasst werde, wenn sich der Spendenstand signifikant verändert habe. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das vier Monate lang so mickrig war (Urlaubsgeld im Juni?), dass sich keine Aktualisierung lohnen würde...
Arn Praetorius schrieb am 20. Juni 2021 um 9:49
Das Humboldt-Forum ist ein offenkundiger Hybrid einerseits aus der hochwertigen Rekonstruktion (nach den strengen Regeln der UNESCO) wesentlicher sichtbarer Gebäudeteile eines zerstörten, ebenfalls hochwertigen Vorgängerbauwerks und andererseits aus zurückhaltend gestalteten, zeitgemäß modernen Gebäudeteilen. Hauptgrund ist die Reparatur des ganzen Ensembles der Museumsinsel als zentrales und prägendes Element der Stadt Berlin. Deshalb ist das Humboldt-Forum auch keine Fälschung, keine rückwärtsgewandte nostalgische, politische Aussage und nicht der Versuch der "Wiederherstellung eines Schlosses", sondern die äußerliche, ästhetische Wiederherstellung bzw. "Restaurierung" eines schwer beschädigten Gesamtkunstwerks.
Müller-Kirsten, H.J.W. schrieb am 25. Mai 2021 um 10:40
Zu ARD, Das Humboldt Forum - Ein Schloss für Berlin und die Welt, 24.05.2021 Die Dokumentation begann mit kurzer, einmaliger Würdigung von Herrn von Boddiens bekannten, großen Verdiensten um REKONSTRUKTION des Schlosses. Weniger bekannt ist der dabei genannte ehemalige Leiter der Goethe-Institute K.-D. Lehmann, der sich jetzt als Vater des Humboldt Forums sehen möchte. Der mit viel Vor-Lob berufene Gründungsintendant N. MacGregor wurde dem Bericht zufolge den Erwartungen nicht gerecht (was mich nicht verwundert). Die Dokumentation dürfte älteren Datums sein, da alles, was gezeigt wurde, im unfertigen Zustand war. Von dem Königsthron aus Kamerun, dessen Abwesenheit angeblich von den Kamerunern täglich betrauert wird, wurden zwei farbige Figuren gezeigt, mehr war nicht zu erkennen, von der bemalten Höhle aus China war wenig zu sehen - mehr von den Deutschen dort am Herkunftsort, wo sie sich mit moralischen Belehrungen (Menschenrechte) offenbar unbeliebt machten und die Zusammenarbeit abbrach, auch die Südsee-Objekte (Auslegerboot, Haus) waren nur fragmentarisch zu erkennen. Viel wurde über diese Objekte als Raubgut behauptet. Einige Fachleute aus den beraubten Ländern wurden interviewt, die sich erwartungsgemäß sehr selbstbewusst äußerten - dass alles zusammenhänge und sie Opfer der Macht- und Raubgier von uns seien. Alledem setzte der Intendant des Humboldt Forums, Herr Professor Dorgerloh, die Krone auf mit der Behauptung, es gäbe ,,KEINE UNSCHULDIGE REKONSTRUKTION'' (s. oben). Damit ist man beim Kern der Thematik der Ton-angebenden Leute hierzulande: Dem deutschen Schuldkomplex (ohne den nichts geht). Ich bin mittlerweile der Meinung, man sollte deshalb alles, was angeblich geraubt wurde, zurückgeben, und ein oder zwei der dann leeren Räume im Schloss mit deutschen bzw. hiesigen Objekten aus der heute fälschlich herabgewürdigten und geschmähten Kaiserzeit füllen. - solches fehlt da ohnehin.
Gottlieb schrieb am 24. Mai 2021 um 19:31
Heute nachmittag habe ich mir die Sendung über das Schloß/Humboldforum im Ersten Programm angesehen und wurde kaum entttäuscht. Erwartet hatte ich eine scheinbar neutrale Kommentierung mit mehr oder weniger deutlicher Tendenz gegen das Schloß. Nun, es wurde mehr. Das fing schon mit einer Geschichtsklitterung an. Die Sprecherin erzählte uns, das Schloß sei im Krieg zerstört worden, die Überreste später abgerissen worden. Einige einsam stehende Wände sollten diese Behauptung optisch untermalen. Tatsächlich waren bei Kriegsende noch weite Teile halbwegs intakt, andere wurden kurzfristig wieder nutzbar gemacht. Siehe: https://berlingeschichte.de/bms/bmstxt00/0012gesc.htm. Die sinnlose Sprengung des Schlosses erforderte einen gewaltigen Aufwand. Im großen und ganzen hatte ich den Eindruck, nochmals den ganzen Leerformelmüll und den ganzen Klischeeschrott der Schloßgegner vorgesetzt zu bekommen. Der Wiederaufbau des Schlosses wurde gegen die Funktion als Humboldtforum ausgespielt. Den Machern der Sendung gibt es zuviel Schloß, und am besten gar keine Schloß. Dabei wird umgekehrt ein Schuh draus: Die Idee des Wiederaufbaus hat die Planung für das Humboldtforum erst in Gang gesetzt. Die Leute wollten das Schloß in seiner alten Schönheit wiedererstehen sehen, danach wurde daraus die Vorstellung eines Forums entwickelt, und auch nicht als reines Ausstellungsgebäude, sondern als Kulturzentrum. Überhaupt Wiederherstellung des Schönen, das fand die Sprecherin schon an sich echt Asche. Sie hätte zumindest eine grundlegende Verhäßlichung des Baus für notwendig erachtet, etwa durch disharmonische moderne Einsprengsel. (Aber das machen ihre GesinnungsgenossInnen im Berliner Senat doch gerade im Umfeld des Schlosses!) Viel wurde über koloniale Vergangenheit und „Raubkunst“ und Imperialismus geredet . Da habe ich nicht mehr zugehört. Aber als dann der Knüller mit dem Kreuz als Glaubens- und Machtsymbol kam, konnte ich mir nur noch an den Kopf fassen. Diese Leute haben keine Ahnung, was der fromme König Friedrich Wilhelm IV mit dem Kreuz und dem Bibelspruch ausdrücken wollte, nämlich seine Demut vor Gott, und zwar vor dem Hintergrund der Selbstherrlichkeit seines ersten Vorgängers als König. Aber diese Leute lesen nicht, die bilden sich nicht, das ist Bildungsprekariat der übelsten Sorte. Ihr Horizont ist beschränkt, und er bleibt es bis zu ihrem seligen Ende. Und da können sie auch gut Sozialisten bleiben, das paßt. Mit keinem Wort wurde übrigens der Tatsache gedacht, daß Berlin den Hohenzollen fast alles verdankt. Ohne dieses kunstsinnige und tatkräftige Herrschergeschlecht wäre Berlin ein unscheinbares Landstädtchen in der Mittelmark geblieben. So ist es zur glanzvollen preußischen und deutschen Hauptstadt aufgestiegen und zehrt noch heute von den Leistungen jener Vergangenheit. Aber auch das wissen die öffentlich rechtlichen Ignoranten nicht. Zum Schluß schoß noch Dogerloh den Vogel ab, als er mit der gebotenen Gravität aussprach: Es gibt keine unschuldige Rekonstruktion. Wieso das Schloß ein Symbol von Schuld sein soll, behielt er für sich, doch die Sprecherin war's zufrieden. Heute würde er dem kommunistischen Palast der Republik den gleichen Wert zugestehen wie dem Hohenzollern-Schloß. Aber vielleicht bezog sich seine Schuld-Feststellung ja auf das einschlägige Symbol einer unmenschlichen Diktatur, hervorgegangen aus dem Ungeiste Stalins?
Martin Wendt schrieb am 12. Mai 2021 um 17:33
Seit meiner Jugend hatte ich zwei Wünsche: die Wiedervereinigung Deutschlands und den Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Beide Wünsche wurden von engagierten Bürgern erfüllt. Bei meinen Reisen in die DDR spürte ich die schmerzhafte Teilung unseres Landes und bei meinen Besuchen in Berlin vermisste ich immer das Schloss. Mein Spaziergang Unter den Linden führte mich vom Brandenburger Tor immer auf einen leeren Platz, an dessen Rand der nichtssagende Palast der Republik stand, und ich stellte mir immer vor, wie schön und passend hier das Schloss als Höhe- und Endpunkt der Lindenallee war und wäre. Die königliche Prachtstraße war gleichsam wie ein Körper ohne Kopf, was schmerzhaft wirkte. Nun ist diese große Wunde endlich durch den Wiederaufbau des Schlosses geheilt, so wie auch die deutsche Wiedervereinigung eine Genesung brachte.
Arn Praetorius schrieb am 11. Mai 2021 um 9:54
Die Rossebändiger sollten nicht „erledigt“ sein Die ca. vier Meter hohen Bronzeplastiken der Rossebändiger sind Meisterwerke des Bildhauers Clodt von Jürgensburg. Sie wurden im Jahre 1842 von Zar Nikolaus I. dem König Friedrich Wilhelm IV. geschenkt, Dieser ließ die begeistert angenommenen Figurengruppen auf der Lustgartenterrasse des Schlosses vor Portal IV aufstellen. Hier korrespondierten sie mit den Monumentalplastiken Kastor und Pollux von Christian F. Thieck sowie Löwenkämpfer und Amazone von Albert Wolff auf bzw. vor Alten Museum. Zwischen Schloss und Museum spannte sich so ein sorgfältig komponiertes Skulpturen­programm. An der Standortwahl der Rossebändiger waren Alexander von Humboldt und Christian D. Rauch beteiligt und von der Wirkung begeistert. Humboldt reagierte als intensiv involvierter Kulturpolitiker und Kunstexperte, dessen Wort bei den Projekten am Schloss Gewicht hatte. Alexander von Humboldt schrieb 1843 an Bildhauer Pierre d’ Angers über das Skulpturenprogramm am Lustgarten: „… wir haben aus Petersburg zwei Kolossal­statuen erhalten, die Pferdebändiger von Herrn Klot, der – wie Sie wissen – durch seine anatomischen Studien der schönsten Pferderassen unserer Zeit wie auch durch die lebendige Bewegtheit, die er seinen Werken zu verleihen versteht, berühmt wurde.“ Und an anderer Stelle: „… Diese Kontraste, vor so vollendeten Werken angeregt, sind eine frucht­bringende Nahrung des echten Kunstgefühls.“ Bildhauer Christian D. Rauch schrieb, „dass die kolossalen Gruppen der Rossebändiger eine solche allgemeine Begeisterung beim Publikum hervorgerufen haben, die es ähnlich dort nie gegeben hat oder selten über­haupt durch irgendetwas erregt worden ist.“ Nach dem II. Weltkrieg ließ der sowjetische Stadtkommandant Nikolai E. Bersarin die Skulpturen 1945 in den Kleistpark versetzen. Dessen Gartenarchitekt Georg Pniower beschrieb den völlig bezugslosen Denkmalswert der Rossebändiger an ihrem provisorischen Standort als „zu klein und nur als Notbehelf“.Kammergericht, Königskolonnaden und Rossebändiger stehen hier historisch und architektonisch isoliert und beziehungslos. Vor dem historisch, städtebaulich und künstlerisch bedeutsamen Hintergrund ist die Auseinandersetzung um die Rückführung der Rossebändiger nicht erledigt. Die kategorische Weigerung der Stadtbau­direktion gegenüber der Rückführung der Kunstwerke ist nur als ideologisch bedingte, endgültig gemeinte Ablehnung zu verstehen. Den Aussagen der Senatsbaudirektion, sie wolle an „diesem sehr prominenten“ Ort den Eindruck eines „Freilandmuseums“ durch rückgeführte Kunstwerke vermeiden und eine „zeitgemäße Schicht erkennbar machen“, entspricht die im Schlossumfeld geschaffene kahle, schmucklose Steinfläche und beliebiges Grün, nur um die angestammten Skulpturen vom Schloss fernzuhalten. Sogar Teilnehmer der Architekturforen haben die Kunstwerke des Schlossumfeldes abfällig als "Firlefanz" und "Deko" bezeichnet. All das bedeutet im Ergebnis, die Ära vor den Zerstörungen ihrerseits auszuradieren. Während das Freiheits- und Einheitsdenkmal am Rande der Museumsinsel als ungeliebter Fremdkörper installiert wird, würden die historisch und künstlerisch viel bedeutsameren Rossebändiger als Bindeglied im Zentrum der Museumsinsel eine wesentlich größere Wirkung entfalten. Wer heute zu mehr Geduld und Zurückhaltung bis zum Abschluss aller Bauarbeiten im Umfeld auffordert, sollte verstehen, dass die kompromisslose, kunstfeindliche Festlegung des Senats bei den Freunden der Restitution der Kunstwerke nur Resignation und Desinteresse bewirken könnte und sollte.
H.J.W. Müller-Kirsten schrieb am 1. Mai 2021 um 10:31
Was ich auf meinem Smartphone lese (zum Lachen): Welt News: Das Humboldt Forum war unsere Idee'' Klaus-Dieter Lehmann gilt als ,,Vater'' der umstrittenen Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses, das eigentlich im Dezember eröffnen soll. Zum Abschied als Präsident des Goethe-Instituts spricht er nun erstmals offen über sein Großprojekt - und wie es an die Wand gefahren wurde. Von Werner Bloch, 13.11.2020
Arn Praetorius schrieb am 30. April 2021 um 12:49
Die Neue Nationalgalerie Mies van der Rohes ist saniert. Die Stuttgarter Zeitung schreibt aner­kennend, dass 2011 eine denkmalgerechte Sanierung beschlossen wurde, die vom Wettbewerbs­sieger David Chipperfield Architects ausgeführt wurde. Gelobt wurde, dass die Architekten dabei „das Paradoxon vollbracht haben, ihre Meisterschaft zu beweisen, indem sie unsichtbar bleiben – (fast) alles wie vorher! Den Urzustand wieder herstellen, nichts neu interpretieren oder auffrischen, und wenn korrigieren, dann im Geiste des Originals – diesen Anspruch haben die Architekten beeindruckend akribisch umgesetzt.“ Welch ein schönes Lob für ein Projekt, das den Respekt vor dem großen Architekten Mies van der Rohe und „dem Schluss- und Höhepunkt seines Lebenswerkes“ zum Ausdruck bringt. Davon können Befürworter der Rekonstruktion des Schlosses und umgebenden Schlossplatzes nur träumen. In Berlin, das über viele dutzende großer Plätze und Quartiere verfügt, in denen sich moderne Architektur an Gebäuden, Raum- und Platzgestaltung beispielhaft austoben kann, bringt man es nicht fertig, die überschaubare Museumsinsel Spreeathen, ein Filetstück aus der Zeit des Barocks und des Klassizismus mit Park- und Platzanlagen aus der Zeit vor der großen Kriegszerstörung wieder entstehen zu lassen. Wo bleiben Respekt und künstlerische Würdigung von Andreas Schlüter, Karl Friedrich Schinkel, Eosander von Göthe, Peter Joseph Lenné, Clodt von Jürgensburg, Reinhold Begas, Gustav Halmhuber? Alle hatten einander ergänzend und einfühlsam zu dem Gesamt-Ensemble beigetragen. Stattdessen wird eine neue, ausdruckslose „zeitgemäß“ minimalisierte Moderne mit fast zerstörerischer Absicht diesem Herzstück Berlins aufgedrückt, ausdrücklich, um eine neue Zeitschicht erkennbar zu machen und „Platz für Busparkplätze“ zu schaffen. Das kann nicht das letzte Wort gewesen sein.
Dr.-Ing. Jürgen Wessel schrieb am 9. April 2021 um 11:23
Lieber Herr Praetorius mit Ihrer Analyse des von der Berliner Senatsbaudirektorin Lüscher durchgeführten Architekturkonzeptes bestätigen Sie bedauerlicherweise auch meine seit langem hierzu erworbenen Einsichten. Die Fragen zur Umfeldgestaltung des Berliner Schlosses betreffen Fragen zur sensiblen „Stadtbildpflege“, die nicht nach dem Parteibuch entschieden werden sollten. Als die SED im Jahre 1950 das Berliner Schloss sprengen ließ, beschloss die West-Berliner SPD, die sich zu dieser Zeit in ihrem Parteiprogramm ideologisch noch nicht vom Marxismus gelöst hatte und trotz drängender Wohnungsknappheit, den langfristig angelegten Wiederaufbau - sowohl innen wie auch außen - des im Luftkrieg schwer beschädigten Charlottenburger Schlosses. Heute ist das Charlottenburger Schloss ein Juwel barocker Baukunst in der Kette der Schlösser in Berlin und Brandenburg. Maßgeblich Anteil an der so gelungenen Wiederherstellung der Charlottenburger Schlossanlage hatte die 1948 von Berlin Ost nach Berlin West übergesiedelte Direktorin für West-Berliner Schlösserverwaltung Margarete Kühn (1902-1995). Bisher wurde das Schloss Charlottenburg kein einziges Mal als „Disney World“ verunglimpft! Hat Rot Rot Grün mit der Übernahme der Verantwortung für Kultur in Berlin nicht auch die Verpflichtung, überkommene und bewährte Bautraditionen der Stadt zu pflegen und zu entwickeln und diese nicht nach den partei-ideologischen Wünschen des Ressortverwalters zu „minimalisieren“?
Arn Praetorius schrieb am 6. April 2021 um 18:59
Lieber Herr Dr. Wessel, Regula Lüscher (ETH Zürich) steht für Stadtgestaltung, orientiert am Bauhaus und dem Neuen Bauen, Mitte 20. Jhd. Sie lehnt historische Bezüge zu Bautraditionen und Kontextualisierung zum Stadtbild vor dem 2. WK sowie Rekonstruktionen ab. Sie setzte für das Humboldt Forum eine minimalistisch reduzierte Umfeldgestaltung durch, die auf historische Elemente (Neptunbrunnen, Skulpturen, Terrassen) völlig verzichtet. Das Schloss solle als „Projekt des 21. Jhds“ erkennbar gemacht und ausreichend Parkflächen für Reisebusse aufweisen (Quelle Wikepedia). Die Schweiz kennt keine traumatisierten und bis zum Identitätsverlust zerstörten Städte (wo auch nach dem Krieg nach den „Vorbildern“ der US-Autostadt bzw. der sozialistischen Stadt alte, geschädigte Leitbauten gnadenlos entsorgt wurden). Jetzt wo versucht wird, Stadtbilder und Ensembles wenigstens durch Rekonstruktion von bedeutungsvollen Leitbauten zu verbessern, lehnt sie das ab, wie kitschige Elemente von Freilichtmuseen. Indem sie „neue, „zeitgemäße Zeitschichten“ sichtbar machen will, zerstört bzw. versteckt sie ganz bewusst tiefer liegende Zeitschichten aus dem historischen und kunstgeschichtlichen Gedächtnis der Stadt. Dabei wird sie unterstützt durch die Berliner Linken (Lederer) und deren einseitig ideologisches Geschichtsverständnis. Sie wird in ihrer Position die nächste Wahl sicher überstehen.
Dr.-Ing. Jürgen Wessel schrieb am 6. April 2021 um 10:48
Lieber Herr Praetorius, tut mir leid, dass ich trotz des verräterischen Datums, an dem Sie Ihre von mir kommentierte Wortmeldung verfasst hatten, diese nicht sofort als Persiflage auf die in Berlin derzeit veranstaltete Kulturpolitik begriffen hatte. Ich fürchte allerdings, der Kultursenator Lederer und seine Senatsdirektorin Lüscher fühlen sich unerschütterlich dazu berufen, das Erscheinungsbild der Mitte Berlins von vermutlich - in ihrem Sinne - „historisch-bürgerlichen Elementen“ zu befreien, woran sie weder Ironie noch Persiflage hindern können. Da sie das in seinen Fassaden rekonstruierte Schloss nicht verhindern konnten, müssen sämtliche Schmuckelemente, die einst das Umfeld des Schlosses prägten, verhindert werden! Mit dem Verzicht auf den Neptunbrunnen, die Rossebändiger und die Oranierfürsten wird das Umfeld in seiner gepflasterten Monotonie einfach nur langweilig. Vielleicht ermöglichen Ergebnisse zukünftiger Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin hier einen Wandel?
Arn Praetorius schrieb am 5. April 2021 um 0:20
Lieber Herr Dr. Wessel, mein letzter Beitrag war gedacht als 1. Aprilscherz und als Persiflage zur Berliner Politikszene. Mir fällt jetzt plötzlich auf, dass prominente Berliner Politiker, z. B. die Herren Lederer, Born, von Dassel oder Frau Lüscher ganz zufällig ähnlich klingende Namen haben. Sie vertreten aber sicher ganz andere Meinungen , als die von mir frei erfundenen Figuren. Das wäre zu prüfen.
Dr.-Ing. Jürgen Wessel schrieb am 4. April 2021 um 13:33
Sehr geehrter Herr Praetorius, mit Interesse lese ich Ihre Beiträge im hier ausgelegten Gästebuch. Einigermaßen ratlos lässt mich allerdings Ihr Eintrag vom 1.4. zurück, in dem Sie die so bedeutsame Gestaltung des unmittelbaren Schlossumfeldes leider mit mir total fremden und unbekannten Personennamen behandeln, die Sie völlig beziehungslos als bekannt voraussetzen! Wer Ist denn der „Kulturpapst Viledera“, wer ist „Boron“, wer sind „Luschara“ und „von Dusel“, die sich augenscheinlich mit abfälligen Beträgen zum Schlosswiederaufbau profilieren? In welchen Gremien finden diese von Ihnen angesprochenen Diskussionen statt? Gibt es erleuchtende und einleuchtende Erläuterungen auf diese Fragen? Mit freundlichen Grüßen, Jürgen WesselSehr geehrter Herr Praetorius, mit Interesse lese ich Ihre Beiträge im hier ausgelegten Gästebuch. Einigermaßen ratlos lässt mich allerdings Ihr Eintrag vom 1.4. zurück, in dem Sie die so bedeutsame Gestaltung des unmittelbaren Schlossumfeldes leider mit mir total fremden und unbekannten Personennamen behandeln, die Sie völlig beziehungslos als bekannt voraussetzen! Wer Ist denn der „Kulturpapst Viledera“, wer ist „Boron“, wer sind „Luschara“ und „von Dusel“, die sich augenscheinlich mit abfälligen Beträgen zum Schlosswiederaufbau profilieren? In welchen Gremien finden diese von Ihnen angesprochenen Diskussionen statt? Gibt es erleuchtende und einleuchtende Erläuterungen auf diese Fragen? Mit freundlichen Grüßen, Jürgen WesselSehr geehrter Herr Praetorius, mit Interesse lese ich Ihre Beiträge im hier ausgelegten Gästebuch. Einigermaßen ratlos lässt mich allerdings Ihr Eintrag vom 1.4. zurück, in dem Sie die so bedeutsame Gestaltung des unmittelbaren Schlossumfeldes leider mit mir total fremden und unbekannten Personennamen behandeln, die Sie völlig beziehungslos als bekannt voraussetzen! Wer Ist denn der „Kulturpapst Viledera“, wer ist „Boron“, wer sind „Luschara“ und „von Dusel“, die sich augenscheinlich mit abfälligen Beträgen zum Schlosswiederaufbau profilieren? In welchen Gremien finden diese von Ihnen angesprochenen Diskussionen statt? Gibt es erleuchtende und einleuchtende Erläuterungen auf diese Fragen? Mit freundlichen Grüßen, Jürgen Wessel
Arn Praetorius schrieb am 1. April 2021 um 8:17
Meldung der Berlinerischen Zeitung - 1.4.2021 Glaubwürdige Kreise wollen erfahren haben, dass Berlins Kulturpapst, Viledera heimlich die Rück­führung des Neptun-Brunnens zum Schlossplatz plant, obwohl er das offiziell ablehnt. Grund waren bisher Gasleitungen und Kosten. Auch soll eine Elterninitiative fordern, für die Kleinen wenigstens die Brunnen-Jungfrauen für „Abenteuer­spiele“ zu belassen (Zitat: Boron). Immerhin habe es Viledera erreicht, dass der Bund 10 Mio. € für die Umsetzung anbietet. Viledera sei auch für die Rückführung der Rosse­bändiger. Das sei aber zu teuer (fehlende Kitas). Den Rossebändiger-Umzug verweigere er nur, damit der Bund das irgendwann auch finanziert. Da der Bund wegen der Pandemie pleite sei, lehne er weitere Pferde, Reiter und Bändiger in B-Mitte ab. Jetzt prüfe Willi Boden vom ProSchloss-Verein, mit Spenden auszuhelfen. Ergebnis: Diese könnten zwar für einen Rossebändiger, nicht aber für zwei reichen. Der Teilrepatriierung mit Spenden würde der Kulturchef sogar zustimmen, da beide Statuen im Kleistpark zu weit auseinander stünden. Jetzt werde endlich eine alle befriedigende Gesamt­lösung ausgearbeitet. Danach könnten beide Pferde mit Personal umziehen, wenn die „grausige nachgemachte Schlossfassade“ (Zitat: v. Dusel) dafür „zeitgemäß“ an dem „sehr prominenten Ort“ (Zitat: Luschara) von religiösen Barocksymbolen befreit und weiß gestrichen würde. Auch müsse der Lustgarten planiert werden, damit durch die Pferde kein Freiluftmuseum entsteht. Der so gewonnene „Platz der demokratischen Republik“ könne für beliebte Großdemos von bis zu 60.000 Personen dienen (Wunsch des Senats). Vorteil: Der Platz könnte dann auch als Bus-Parkplatz alle Parkprobleme lösen. Das Rote-Rathaus-Forum könnte dann eng und historisierend bebaut werden (Forderung der Reko-Fraktion). Zur Finanzierung dieses genialen Konzeptes liegen keine Informatio­nen vor, es wären aber viele Bürger zu Spenden bereit. Zudem lägen lukrative Angebote aus aller Welt zum Ankauf von Raubkunst vor, was erheblich zur Finanzierung beitragen könnte. Das erfolgreiche BER-Projektmanagement stehe für diese neue Herausforderung bereit. Red.: Bauaesthet