Gästebuch

Hinweis: Dieses Gästebuch steht Ihnen für Ihre Chats, Diskussionen und Mitteilungen gerne zur Verfügung. Es wird von uns nur verwaltet, aber nicht befeuert. Immer wiederkehrende Fragen werden von uns einmal beantwortet und in einer besonderen Rubrik im Internet gespeichert. Bitte geben Sie in der Vollwortsuche dafür an: “Öfter gestellte Fragen“. Sollten Sie mit diesen Auskünften nicht zufrieden sein, werden wir selbstverständlich eine entsprechende Anregung von Ihnen aufnehmen.

Wenn Sie eine schnelle, direkte Bearbeitung Ihrer Frage haben wollen, nutzen Sie den „Kontakt“ im Internet, damit mir Ihre Fragen und Anregungen sofort vorgelegt werden können. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich derartig mit Terminen eingedeckt bin und in der Spendenverwaltung ein riesiges Arbeitspensum erledigen muss, dass ich selbst nur auf diese Weise mit Ihnen kommunizieren kann.

Wilhelm von Boddien


 Name *
 E-Mail
 Webseite
 Text *
* Eingabe erforderlich

Antispam Massnahme
Vor dem Absenden des Gästebucheintrags bitte die Buchstaben- und Zahlenkombination in das Textfeld eintragen.
6 + 5=

(2721)
(2621) Gerrit
Sat, 23 February 2013 19:10:05 +0000

Hat völlig Recht, der Alex.

(2620) Alex
Mon, 18 February 2013 17:06:30 +0000

Mir gefallen Schlösser und Burgen. Wir haben unzählige in Deutschland. Ich besichtige sie gerne und bin fasziniert von der Baukunst vergangener Jahre.
Mir ist aber absolut unverständlich, wie man in der heutigen Zeit allen Ernstes den Bau eines neuen Schlosses in Erwägung ziehen kann. Die öffentlichen Kassen sind leer. In allen Bereichen wird gespart. Im kulturellen Bereich werden Ausgaben zusammen gestrichen. War in den letzten 30 Jahren einmal genug Geld da, um Kinder und Jugendliche vernünftig von klein auf zu fördern? Die Liste der Bereiche in denen teilweise schmerzhafte Kürzungen erfolgten ist unendlich lang. Und Deutschland baut ein Schloss!
Glaubt irgendjemand mit gesundem Menschenverstand, dass es tatsächlich bei der anvisierten Summe von 590!!!!! Millionen Euro (Mit dieser Summe könnte man soviel Gutes tun!) bleibt? Ist in den letzten Jahrzehnten ein einziges Mal ein öffentliches Gebäude geplant worden, dessen Kostenrahmen nicht aufs unglaublichste gesprengt wurde? Und nie sagt jemand "Stopp!" oder zieht die überforderten oder unfähigen Planer zur Verantwortung. Ich hatte immer die Hoffnung, dass dieses Projekt noch gestoppt würde und bin enttäuscht und zornig, dass das nicht der Fall ist.


(2619) Jürgen Brand
Fri, 1 February 2013 17:07:50 +0000

Hallo zusammen,

weil ich damals aus politischen Gründen 4 Jahre im Zuchthaus in der DDR sitzen musste, habe ich das zweiteilige Buch „Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers“
geschrieben. Über meine Erfahrungen mit den damaligen Behörden, dem Zuchthaus, den schlimmen Haftbedingungen,
Hungern wegen Essensentzug , der fast 30 monatigen Arrest und Einzelhaft, Kontakt und Schreibverbot, sowie den Verhören der Stasi.
Das erzähle ich alles in diesem Buch.
Durch das schreiben konnte ich die Vergangenheit besser verarbeiten und ein klein wenig die Leser vor den Sozialismus warnen!
Obwohl ich keine kriminelle Straftat begangen hatte, sondern nur ein klein wenig gegen das Unrechtssystem aufmuckte,
deshalb musste ich so lange unter den Folterknechten der DDR-Justiz Leiden. Mit Glück habe ich das Gefängnis überlebt, aber bis heute
sitzen viele Unterstützer und IM des DDR-Unrechtsstaates noch in Ämtern und bei der Polizei in den neuen Bundesländer und kassieren hohe Gehälter.
Wie sie im Internet sehen können, interessierte sich mehrfach die Presse in NRW 2011 für das Buch.
Beim epubli-Verlag können sie den 1.Teil „Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers“ und den 2.Teil
für 11,70€ bestellen. Als E-Book für 3,84€
Die Rechtsschreibfehler im Buch, die bei Amazon bemängelt wurden, sind inzwischen beseitigt!!

Im Gegensatz dazu, war meine Kindheit aber schön, zufrieden und interessant. Deshalb habe ich darüber das Buch „Meine Kindheit in der DDR“
geschrieben. Die 3 Titel sind alle als E-Book bei Amazon zu bekommen.
Ab den 25.2.2013 erscheint das Buch „Meine Jugend in der DDR“ ,ebenfalls beim epubli-Verlag.

Freundliche Grüße
Jürgen Brand




(2618) Kralle
Wed, 12 December 2012 18:57:10 +0000

@ Heine

Ihre Verschwörungstheorien (Nationalismus, Neoliberalismus) sind einfach nur noch langweilig. Schreiben Sie mal was konstruktives, ansonsten einfach besser den Mund halten.

(2617) Ernst Ludwig
Wed, 12 December 2012 10:15:22 +0000

Warum wird das Gästebuch so versteckt? Erst nach wiederholtem Herumklicken ist es auffindbar.
Die Lebendigkeit des Gästebuches ist zwar schon lange vorbei - sicher auch, weil sich die Argumente im Kreise drehen -, doch wenn es fast unauffindbar ist, kann man es auch gleich abschaffen.

(2616) E.Heine
Tue, 11 December 2012 12:28:42 +0000

S.Hensel schrieb:
„Ein weiterer Hinweis: 500 Millionen Euro werden keineswegs in die originalgetreu zu rekonstruierenden Schlossfassaden investiert. Diese werden ein Volumen von etwa 80 Millionen in Anspruch nehmen, welche über Spendengelder aufgebracht werden sollen, und gewiss auch werden.“

_

600 Millionen und mehr, sind mit Sicherheit eine Aufwendung, die so nicht entstanden wäre, wenn es das Attrappenvorhaben nicht geben würde. Der Bau ist ein neoliberales Kampf-Projekt, mit dem verschiedene Ziele ideologischer Natur verfolgt werden. Es mag durchaus sein, dass darauf dieses oder jenes Mitglied des Reko-Clubs gar nicht abgehoben hatte, als es sich ehedem für das Vorhaben einsetzte, allein man hat hier gar keinen Einfluss darauf, dass man Rechtsextremismus, Nationalismus, verquasten Geschichtsbildern wie Entbildung überhaupt Vorschub leistet.

Hier in diesen Spalten sind schon lange extra Akteure abgestellt, die mit einer Rhetorik unterhalb der Gürtellinie und viel Unflat kritische Stimmen niederhalten sollen. Allein das Wissen, dass sich solche Kreise als Unterstützer und Initiatoren dieses unsinnigsten Vorhabens der Berliner Republik erweisen, muss eigentlich das ganze Projekt diskreditieren.


Dieses Vorhaben sollte eigentlich mit sofortiger Wirkung eingestellt werden, und dazu ist es nötig, dass sich Protest formiert. Alle vorgeblichen Argumente für die Attrappe wurden schon längst widerlegt. Der Leser soll die Spalten nur einmal nach unten verfolgen, - er wird erkennen, dass die immergleichen Nicknamen auch immer dieselben Texte abspulen, um der Kritik zu begegnen.


Da wird suggeriert, man habe etwas gegen Schlösser an sich, oder sei Kommunist u.dgl.m. Danach kommt der alte Hut mit dem Tourismus, so als ob die Besucher in Berlin ihre Zeit mit Völkerschauen und falschem Barock totschlagen würden wollen.

Nein, das Geld ist in weitaus wichtigeren Projekten anzulegen, schon wie es hier @Zeep deutlich gemacht hatte.


(2615) Kralle
Mon, 26 November 2012 18:36:19 +0000

@ Zeep

auch wenn ich Sie wohl geistig überfordert habe, lesen doch nochmal meine Argumente ;-)

(2614) S.Hensel
Fri, 23 November 2012 21:29:25 +0000

@Zeep:
Nun gut, dann greife ich ihre Zahlenspielchen mal auf...
In der deutschen Hauptstadt Berlin leben mittlerweile über 3,5 Millionen Menschen,mehr als in Hamburg und München zusammen.
Allein aufgrund dieser Statistik werden Sie in keiner anderen deutschen Stadt die Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft kontrastreicher wahrnehmen können als eben hier-in Berlin!
Wenn Sie Statistiken bemühen und darauf hinweisen, dass in Berlin jeder sechste Bewohner Sozialleistungen bezieht, dann sollten Sie bitte nicht vergessen zu erwähnen, dass darunter eine Menge Menschen sind, die diese Leistungen zusätzlich zu ihrem Verdienst beziehen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Die Zahlen diesbezüglich zu recherchieren überlasse ich gerne Ihnen!
Ein weiterer Hinweis: 500 Millionen Euro werden keineswegs in die originalgetreu zu rekonstruierenden Schlossfassaden investiert
Diese werden ein Volumen von etwa 80 Millionen in Anspruch nehmen, welche über Spendengelder aufgebracht werden sollen, und gewiss auch werden.
Statistiken und Stand dazu dieser Seite zu entnehmen.
Die Bundesrepublik finanziert den Neubau, welcher dort ohnehin gebaut worden wäre.
Wissen Sie: Soziale Missstände heranzuziehen, um dieses oder jene Projekt abzulehnen, hängt immer auch ein bisschen schief, von Fall zu Fall mehr oder weniger, denn das ist schlicht ein Totschlagargument!
Soziale Missstände hat und wird es vermutlich immer geben.
Das ist lediglich eine Feststellung und vollkommen urteilsfrei, schon aus Respekt all jenen gegenüber, die sich nicht auf der Sonnenseite unserer Gesellschaft befinden.
Die Strahl-und Anziehungskraft des zu errichtenden Humboldt-Forums in der Gestalt des Berliner Stadtschlosses sollte nicht unterschätzt werden-Menschen mögen schöne Orte, und das wird das Humboldt-Forum in Korrespondenz zu den Bauten der Museumsinsel (wieder) sein!
Und diese Wirkung wird sicher nicht nur auf die zahllosen Touristen Berlins strahlen!
Das wird einer Attraktivitätssteigerung des Standortes Berlin bedeuten, dessen Ausmaß wir noch gar nicht abschätzen können.
Das mutmaße ich an dieser Stelle.
Deshalb, auch deshalb ist dieses Projekt eine Investition in die Zukunft!
Ferner: Wenn Sie darauf hinweisen, dass der Arbeitsmarkt des Industriesektors in Berlin abgenommen hat, dann vergessen Sie bitte nicht, dass jener des Dienstleistungssektors enorm zugenommen hat, viele Arbeitsplätze geschaffen hat und hoffentlich auch weiter tun wird.
Statistiken dazu sind sicher gleichfalls zu recherchieren.
Es ist auch oder gerade für mich als Berliner immer wieder erstaunlich und erschütternd zugleich feststellen zu müssen, dass der Zuspruch ausländischer Menschen für Berlin ungleich größer ist, als jener, den der Deutsche mitunter seiner eigenen Hauptstadt gegenüber aufbringt. Sich mit der Geschichte, speziell der Berlins der vergangenen 67 Jahre, auseinandergesetzt kann zu mehr Verständnis, oder besser gesagt Weitsicht führen!
In diesem Sinne alles Gute!
P.s.: Sie haben Verständnis für die Sprengung eines einzigartigen Kulturobjektes aufgrund verändererter ideologischer Vorstellungen???
Ein Hoch auf die Unesco!!!
Wie wäre es mir der Gründung einer Privatinitiative zu Vernichtung aller feudaler Kulturstandorte in Europa?
Die Franzosen, Italiener, Spanier u.s.w. werden Ihnen sicher ein offenes Ohr schenken, die Potsdamer vielleicht auch?
;)

Grüße

(2613) Zeep
Fri, 23 November 2012 17:41:32 +0000

An die Fans des sogenannten Schloß-Wiederaufbaus:

Meine Kritik am Neuaufbau des Berliner Stadtschlosses ist vor dem Hintergrund zu sehen, daß es schlimmere "Wunden im Stadtbild" (Zitat Ernst Ludwig) gibt, als den freien Platz gegenüber dem Marstall. Er reicht, in die herunter gekommenen Ecken von Neukölln, Kreuzberg, Schöneberg etc, oder in den Osten der Stadt zu gehen. Jeder sechste Bewohner Berlins erhält Leistungen zur Grundsicherung (auch als Hartz IV bekannt). Berlin hat bundesweit die höchste Jugendarbeitslosigkeit und jeder zehnte Schüler verlässt die Schule ohne Abschluß. In keiner anderen Stadt in Deutschland habe ich soviele Bettler und junge Obdachlose gesehen. 3 Milliarden hat Berlin 2011 aus dem Länderfinanzausgleich bekommen müssen, soviel, wie Hessen und Baden-Württemberg zusammen eingezahlt haben. Seit 1991 hat Berlin über die Hälfte seiner Industrie-Arbeitsplätze verloren. Hauptsache "arm aber sexy" und ein Freilichtmuseum im Zentrum.
Ist das auch alt-westlinke Ideologie oder Fakten ?

Vor diesem Hintergrund so zu tun, als sei es in Ordnung und das richtige Zeichen, in eine Prachtfassade 500 Millionen zu stecken um damit die ausländischen Touristen zu beeindrucken, zeigt, daß hier offenbar Viele die Realität in dieser Stadt ebenso wenig kennen wie unser Bundestags-Vize Thierse, der betrauerte, daß es an ein paar Millionen für die Kuppel des Schlosses fehlt. Zitat: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesrepublik die vollständige Realisierung des größten Kulturprojekts ihrer Geschichte an ein paar Millionen scheitern lässt", sagte Thierse. "Damit würde sich dieser Staat auf peinliche Weise lächerlich machen." (Die Welt, 7.7.11).
Wenn an so etwas Kultur oder nicht Kultur festgemacht wird, dann weiß ich, warum Berlin so verkommen aussieht und solche Ghettos und Parallel-Gesellschaften hervor gebracht hat. Dies ist mein Geschichtsbild vor dem Hintergrund der deutschen Hauptstadt.

Im übrigen finde ich es unangebracht, Begriffe wie SED, SS, Ulbricht, Nazibau etc. Satz für Satz aneinanderzureihen, wie es hier getan wird und damit den Eindruck zu erwecken als stünden sie in irgendeinem Zusammenhang. Was ist das für ein Bild von Geschichte ?

(2612) Ernst Ludwig
Mon, 19 November 2012 11:53:36 +0000

In Potsdam - mit rot-dunkelrot-grüner Mehrheit - wurde nicht lange herumdiskutiert sondern gehandelt. Das einst von der SED gesprengte Königsschloß ist im Rohbau schon fertig.
Allen Schloßhassern zum Ansehen:
http://www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/sendestrecke_beitraege/webcam_potsdam.html
Es nach wie vor unverständlich, weshalb man in Berlin so viele Jahre herumeierte, um die Wunde im Stadtbild (darum geht es!!!) endlich zu schließen.

(2611) Kralle
Sun, 18 November 2012 22:49:04 +0000

@ Zeep
Ich glaube kaum, dass Sie in diesem Forum mit Ihrer reaktionären alt-westlinken Ideologie sonderlich viel Zustimmung ernten werden. Versuchen Sie es lieber mal in Ihrer KPD-Freundesgruppe.
Mit Ihrer geäußerten Sympathie für die Schloss-Sprengung durch die SED zeigen Sie, welches Geistes Kind Sie sind. An diesem erbärmlichen Kulturverbrechen durch die rot lackierten Faschisten (Zitat K.Schumacher) gibt es nichts, aber auch garnichts zu beschönigen oder zu rechtfertigen. In Warschau ließen die Polen das durch die SS gesprengte Königschloss (Sie würden sagen: "ein Symbol jahrhundetelanger Unterdrückung") nach dem Krieg sofort wieder aufbauen. Der primitive Wüterich Walter Ulbricht hingegen ließ in der DDR hunderte Schlösser und Kirchen als Relikte des "Feudalismus" oder "Militarismus" in die Luft sprengen. (siehe: www.kirchensprengung.de). Aber das finden Sie vermutlich auch alles gut, schließlich wollte die DDR ja nur zeigen wie "fortschrittlich" sie war, indem sie in Berlin den schönsten Barockbau Deutschlands zugunsten eines öden Aufmarschplatzes vernichtete. Der Nazi-Bau des Reichsluftfahrtministeriums blieb übrigens unangetastet.
Da Sie anderen Schreibern hier empfehlen, "mal ein Geschichsbuch zu lesen", möchte ich Ihnen empfehlen, mal ein gutes Geschichtsbuch zu lesen ;-)
Wenn Sie mal was für Ihre historische Bildung tun wollen und über das Geschichtsbild Walter Ulbrichts hinauswachsen wollen, empfehle ich:
Christopher Clark: Preußen
Christopher Clark: Wilhelm 2
P.S. Erstanlich ist ist auch, dass Sie das 500-Millionen-Kosten Argument nur als verbale Nuklear-Waffe gegen das Schloss einsetzen, warum hinterfragen Sie nicht das sog. "Betreungsgeld", die unkontrollierte Einwanderung in unsere Sozialsysteme, den Neubau des BND in Berlin, und und und??
Beschäftigen Sie sich mal mit dem Berliner Schloss, vielleicht werden Sie ja dann noch vom Schloss-Hasser zum Schloss Befürworter ;-)

(2610) Zeep
Sat, 17 November 2012 17:16:07 +0000

An Ernst Ludwig: "Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben". Ich verbeuge mich vor so viel gediegen humanistischer Bildung. Diese Bildung wird ja in Zukunft nun nicht mehr so vielen Berliner Kindern zuteil werden, zumal nicht denen, die das Pech haben, eine Schule zu besuchen, in die ihr Regierender seine Kinder nach eigener Aussage nicht stecken würde.
Ich bin im Westen geboren und aufgewachsen, kann aber durchaus verstehen, daß die damalige DDR-Führung mit der Sprengung einer Symbols jahrhundetelanger Unterdrückung des gemeinen Volkes durch militaristische, das Volk verachtende Könige ein Zeichen setzen wollte.
500 Millionen wären für Schulen, Kindergärten, Altenheime etc. besser investiert worden. Es geht auch um ein fatales Zeichen einer restaurativen Politik, die eine ach so glorreiche und prunkvolle Vergangenheit verherrlicht, die es für 95% der Untertanen nie gegeben hat. Lesen Sie einmal ein Geschichtsbuch, anstatt mit schlauen, nachgeschlagenen Sprüchen um sich zu werfen.

(2609) Ernst Ludwig
Wed, 14 November 2012 16:20:05 +0000

An Zeep: si tacuisses, philosophus mansisses! Die DDR-Nostalgiker sind offenbar nicht ausgestorben.
Warum regen Sie sich nicht über den Neubau des BND auf oder über den Flughafen oder über die Milliarden für Griechenland?

(2608) F. Zeep, Neuberliner
Mon, 12 November 2012 19:22:54 +0000

Die Millionen-Ausgaben für das Berliner Schloß sind ein Skandal, in einer Stadt, in der junge Leute zuhauf mit Obdachlosen-Zeitungen durch die U- und S-Bahnen laufen und in der man sich nicht mehr sicher fühlen kann. Laut Bundestags-Vizepräsident Thierse handelt es sich ja aber um lächerliche Beträge. Man sollte auch mal darauf hinweisen dürfen, wie Preussens Könige jahrhundertelang verächtlich auf ihr Volk herab gesehen und es ausgebeutet haben. Dies nachträglich zu romantisieren ist unerträglich.
Diese Prenzlauer Berg-Politikerschaft hat jeden Bezug zur Realität in dieser Stadt offenbar verloren. Berlin ist auf dem Weg zu einem Freilichtmuseum und Verwaltungs-Wasserkopf a la Rom, finanziert von Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Es war der größte Fehler, die Hauptstadt wieder hierher zu geben, es hat nämlich die Faulenzer-Mentalität und den Schlendrian in dieser Stadt nur zementiert, siehe Flughafen. Regiert von Polit-Clowns. Ich hoffe, daß Berlin der Geldhahn bald zu gedreht wird.

(2607) heerownendy
Wed, 24 October 2012 23:43:06 +0000

http://bbvwqwo.com - OnxJCThPkgGJuHdTh , JqSGPEPnFobRmlvY - http://evqdjlhsd.com

(2606) S. Hensel
Tue, 28 August 2012 12:10:53 +0000

Kürzlich habe ich seit langer Zeit wieder die schöne sächsische Metropole Dresden, das Elb - Florenz, besucht, und bin erstaunt und ergriffen ob der Aufbau - und Rekonstruktionsbemühungen, welche augenscheinlich immer weiter voranschreiten und dieser Stadt ihr bezauberndes Antlitz wiederzugeben vermögen.
Somit habe ich auch erstmals seit ihrer Rekonstruktion die Frauenkirche zu Dresden zu Gesicht bekommen - wunderschön!
Mit großem Selbstverständnis steht sie da, so als wäre es niemals anders gewesen, eingebettet in den herrlich rekonstruierten Quartieren des Neumarktes.
Dennoch lässt sich an der Rekonstruktion die wechselvolle Geschichte auf eine gelungene Art und Weise ablesen, ein wie ich finde wichtiger und hier sehr gelungen umgesetzter Aspekt!
Gegenüber den Brühlschen Terrassen auf den Elbwiesen bekommt man einen hinreißenden Eindruck von der Unverzichtbarkeit der Frauenkirche für das historische Stadtpanorama als städtebauliche Dominante.

In diesem Zusammenhang möchte ich abermals meinem Wunsch nach originalgetreuer Rekonstruktion der Kuppel des ehemaligen Berliner Stadtschlosses Ausdruck verleihen!
Mit großer Begeisterung verfolge ich wann immer Zeit dafür ist vom Schinkelplatz aus das Baugeschehen auf dem Schlossareal und erfreue mich immer wieder an dem Kleinod Musterfassade, welche eine erste Ahnung von der Schönheit des künftigen Humboldtforums zulässt!
Meine Freude und Spannung ist größer denn je!

In diesem Sinne weiterhin viel, viel Erfolg, gutes Vorankommen und spendenfreudige Unterstützer für das Projekt Humboldtforum im Herzen Berlins, dem schönen Spree - Athen!

Grüße


(2605) Kralle
Sun, 26 August 2012 15:02:41 +0000

@ Heine

wundern Sie sich nicht, wenn man Sie in die Ecke von SED-Sympathisanten rückt, angesichts Ihrer kruden und lächerlichen Verschwörungsthoerien ("Neoliberalismus", "Privatinteressen"...), die Sie in Ihrem letzten Artikel erneut zum besten gegeben haben. Wie soll man Sie denn ernst nehmen, wenn Sie hier einfältigste Parolen auf dem Niveau der DKP/SED oder Walter Ulbricht von sich geben? Chipperfields Meinung teile ich nicht, aber im Gegensatz zu Ihnen bringt er sachliche Argumente.
Im übrigen hat das Schloss einen sehr großen Rückhalt in der Bevölkerung, ob Ihnen das nun passt oder nicht. Obwohl, die Bevölkerung ist ja von "neoliberalen Bonzen" manipuliert..., hahuhahu :-)

Aber selbstverständlich können Sie hier auch weiterhin Ihre geistigen Ergüsse von sich geben. Denn wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge Ihre Schatten. ;-)

(2604) E.Heine
Fri, 24 August 2012 16:19:35 +0000

SED ???

@Kalle, sehr eindrücklich führen Sie vor, worin der Erfolg ihresgleichen gelegen hatte, nämlich in einer ungeheuerlichen und infamen, und nicht zuletzt recht frechen und dreisten Demagogie. Damit liegen Sie auf der Höhe der Zeit. Fachlich vermögen Sie es nämlich nicht das Wasser zu reichen, und können in Ihrer Hilflosigkeit nur mit primitiven Tiefschlägen reagieren, in der Hoffnung einen Automatismus in Gang zu bringen der jegliche Argumentation ad absurdum führen soll. Nicht anders wurde der derzeitige Zustand ermöglicht, nämlich den, ein absurdes Projekt umsetzen zu müssen dessen 500 Millionenbudget noch weitere Millionen für den Pseudobarock einiger Privatinteressenten nachgeschmissen werden müssen, weil es nimmer gelingt ihn durch Spenden zu finanzieren, und all das legitimiert durch ein völlig unbedarftes und korrumpiertes Parlament. Übrigens ist das nicht nur auf dem Gebiet der Architektur, insbesondere der Schlossattrappe so, sondern auch auf vielen anderen, vor allem politischen Feldern.





Und was sagt der Architekt?

Dem Leser möchte ich den Auszug eines Interviews der ZEIT (02.03.2012) mit David Chipperfield zeigen:



ZEIT: Aber eigentlich müsste Ihnen Prince Charles doch sympathisch sein. Er wehrt sich schon seit Jahren gegen Spektakelbauten und plädiert für eine unprätentiöse, normale Architektur.

Chipperfield: Ich glaube, der Prince versteht von vielem etwas, aber nicht unbedingt von Normalität. Er hat sicherlich viel bewirkt, gerade für die Umweltbewegung. Seine Vorstellungen von Architektur sind jedoch, na ja, ein wenig simpel.

ZEIT: Inwiefern?

Chipperfield: Er blendet aus, in was für einer Gesellschaft wir leben. In dieser Gesellschaft regiert der Markt, und der Markt bringt eine Architektur hervor, bei der es nur noch um Geld geht. Investoren bauen Häuser, so wie andere Tomaten züchten. Auch von Stadtplanung kann vielerorts nicht mehr die Rede sein, es gibt nur noch Entwicklungskontrolle, so, als ginge es einzig darum, dem Schlimmsten vorbeugen.

ZEIT: Jetzt sind aber Sie der Kulturpessimist. Es wird doch auch sehr viel Geld für schöne Museen, Opernhäuser oder Fußballstadien ausgegeben. Oder für ein neues Schloss mitten in Berlin.

Chipperfield: Aber das geschieht meist nur innerhalb der grünen Zonen, also in Architektenreservaten. Das sind isolierte Einzelfälle, und manchmal versteht man auch gar nicht, warum diese Bauten eigentlich entstehen. Bei dem Schloss zum Beispiel in Berlin.

ZEIT: In gewissem Sinne verkörpert es wohl die stabilen Werte, von denen Sie auch sprachen.

Chipperfield: Ja, aber ein Schloss, das aussieht wie ein Schloss, bringt uns wohl kaum das Schloss zurück, oder? Ich bin wirklich verwirrt und weiß nicht recht, wofür dieses Gebäude eigentlich steht. Ich bin mir noch nicht mal mehr sicher, wer es eigentlich wollte.

ZEIT: Vermutlich all jene, die davon träumen, das alte Berlin zurückzugewinnen.

Chipperfield: Das mag vor zehn Jahren ja vielleicht berechtigt gewesen sein. Aber heute ist Berlin viel zufriedener, viel glücklicher als damals. Die Stadt ist mehr mit sich im Reinen. Niemand leidet mehr darunter, dass es hier nicht mehr so ist, wie es einmal war. Das Schloss hat sich, so könnte man es wohl sagen, erübrigt.


http://www.zeit.de/2012/10/F-Chipperfield-Interview/seite-1

(2603) Kralle
Wed, 15 August 2012 19:38:19 +0000

@ Heine

Ich glaube kaum, dass Sie hier jemanden von Ihrer Position über das "dumme Gebilde" Schloss überzeugen können. Sie verschwenden nur Ihre Zeit. Sinnieren und debattieren Sie doch darüber besser in Ihrer SED-Freundesgruppe, da wird man viel mehr Verständnis für Sie aufbringen als hier, in einer schrecklichen Brutstätte des "Neoliberalismus".

Apropos Bismarck und Wilhelm 2:
Wenn Sie mal was für Ihre historische Bildung tun wollen und über das Geschichtsbild Walter Ulbrichts hinauswachsen wollen, empfehle ich:
Christopher Clark: Preußen
Christopher Clark: Wilhelm 2

(2602) E.Heine
Fri, 10 August 2012 17:14:33 +0000

Es ist so was von banal, immer wieder mit dem Tourismus zu argumentieren. Dass dieser unsägliche Problemklotz, den man den Bürgern vor die Nase setzen will, aus dem Augenwinkel des so genannten Neoliberalismus betrachtet wird, darf hier wohl nicht verwundern.

Es ist ein Gebilde der Dummheit, dass in Berlin errichtet werden soll. Mit aller Macht bekämpfen die Medien die Reste einer ursprünglich aufgeklärten Gesellschaft. Es darf sich niemand einbilden, dass so etwas ohne Folgen bleiben wird.


Die Attrappe wird zu einem Milliardengrab werden, und wir stehen allein deswegen davor, weil Politik und eine schmierige Medienlandschaft mithelfen, die Machtstrukturen einer hoffnungslos mit dem Geldadel verquickten Politikerkaste aufrechtzuerhalten. Deshalb demonstriert man „konservatives Bürgertum“ wie zu Bismarcks und Kaiser Wilhelms Zeiten, weil man weiß, der kleine Mann ist dafür empfänglich. Große Anstrengungen und Augenmerk verwendet man darauf letztgenannte Figuren schön zureden und kritische Betrachtungen auszublenden.

Und der knipsende Tourist ist dabei gewollt, wie man hier lesen darf. Menschen, die durch die Kamera ihre Umwelt wahrnehmen, und keine Fragen stellen.


Nichts anderes als eine deutschzentristische „Völkerschau“ wird es werden, wenn man hinter diese Fassaden die Artefakte aus den ehemaligen Kolonien präsentiert. So etwas kann nur einer Republik von Krämer-Seelen einfallen.


Für den Leser aufschlussreich:

http://johannespaulraether.net/humboldtforum/anti_humboldt_12_07_09.pdf

http://www.tagesspiegel.de/kultur/humboldt-forum-fragen-die-keiner-stellt/1556894.html


(2601) S. Hensel
Tue, 7 August 2012 13:13:50 +0000

@ H. Huber: Ich gestehe, dass mich als deutscher Bürger die Äußerungen mancher Mitbürger bezüglich ihrer Hauptstadt bisweilen beschämen.
Nicht nur hier, auch andernorts, und in einigen anderen Foren, wie auch Diskussionsrunden, habe ich den Eindruck gewonnen, dass es uns gut täte, würde Berlin als deutsche Hauptstadt wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken.
Die Jahrzehnte nach dem Krieg haben eine positive, vorallem aber einheitliche Entwicklung dieser Stadt unmöglich gemacht - ein Umstand, welcher noch heute nachweht.
Andere Regionen der Republik haben davon hingegen profitiert.
Ja, Berlin ist verschuldet. Es sollte dabei aber nicht vergessen werden, dass auch in dieser Stadt gearbeitet, geleistet und verdient wird und das BIP Berlins weiter steigen dürfte.
Das wird letztlich vorallem der Tourismusbranche zu verdanken sein - der momentane große Wirtschaftsmotor Berlins.
Auch diese Einnahmen fließen teils zurück an den Bund, wodurch nicht nur Berlin, sondern die gesamte Republik profitiert, wenngleich die zu leistenden Investitionen und weiteren finanziellen Hilfen gegenwärtig noch ungleich höher sind.
Es sollte also in unser aller Interesse sein, Berlin weiter an Attraktivität gewinnen zu lassen!
Das Humboldt-Forum wird mit Sicherheit einen großen Beitrag dazu leisten, und damit zum Wohle des gesamten Landes.
Zweierlei sollten wir ferner nicht vergessen:
Es handelt sich um einen einmalige Investition, daraus ergeben tut sich eine langfristige Einnahmequelle.
Wir sprechen von dem zentralen Ort Berlins, und damit dem Aushängeschild Deutschlands schlechthin!
Ein Neubau war vorgesehen, lange bevor man sich für eine Teilrekonstruktion entschied.
Das barocke Gewand des ehemaligen Stadtschlosses soll und wird über Spendengelder finanziert werden - wird den öffentlichen Haushalt damit nicht belasten.
Bereits über 20 Millionen Euro sind an Spendengelder eingegangen, weitere 12 Millionen wurden zugesagt (lt. Info dieses Forums).
Grüße

(2600) Heiner Huber
Thu, 2 August 2012 17:49:13 +0000

Wir regen
uns und über unsinnige Bauten in Spanien und anderwo auf
und machen es selbst nicht besser.
Ein voellig ueberfluessiges Objekt.
Berlin ist das deutsche Griechenland.
Höchste Zeit, dass der Laenderfinanzausgleich beendet wird


(2599) FRANK
Mon, 23 July 2012 15:59:37 +0000

Zum Glück wir das Schloß wieder aufgebaut. Es ist mir völlig gleich ob es ein Original ist oder eine Rekonstruktion, entscheidend ist das Aussehen, siehe Frauenkirche. Und zur Finanzierung kann ich nur sagen wenn wir MILLIARDEN SUMMEN in die EU für letztenendes NICHTS verfeuern ist es nur Recht und geragezu BILLIG das wir einen Bruchteil von dem, als Haupteinzahler vor allem in die EU, für unsere Kultur ausgeben und uns wieder Fragmente unserer Stadt zurückholen, für einen Ort des wohlfühlens und nicht wie bis bis jetzt, leider noch, einem Areal der Kälte P.S. Der Wiederaufbau und die Verwaltung benötigen auch eine Menge Arbeitsplätze, eine nicht zu unterschätzende wichtige soziale Komponente.

(2598) E.Heine
Thu, 19 July 2012 13:15:26 +0000

@Felix, schauen Sie, die Sache ist wohl müßig. Natürlich hat der Städtebau der Charta von Athen zu den Folgen geführt, von denen Sie schreiben. Und trotzdem ist der Abriss des Schlosses diesbezüglich marginal zu nennen. Dessen Fassaden wieder zu installieren kann nichts mit „Heilung“, „Identität“ oder was auch immer zu tun haben.

Sie schreiben:

„Städte sind und waren immer nur deshalb "schön", weil sie einzigartig sind und in einer bestimmten Kultur wurzeln. Ich finde es wichtig, dass deutsche Städte trotz oder gerade wegen ihrer Zerstörung diese Einzigartigkeit behalten sollten bzw. in diesem Sinne ergänzt werden.“

Sie benutzen ja selbst den Begriffe „erhalten“, - dass tut man ja aber gerade eben nicht, indem man Imitate wiedererrichtet. Leider muss ich das so sagen, aber dass man ausgerechnet hier immer von „Kultur“ und „Geschichte“ spricht, und dann etwas errichten möchte, dass dieses gar nicht haben kann, und meint, dass Menschen so flach empfänden, und in einer Kulisse geistige Erfüllung finden würden, die doch nichts anderes ist als ein Unfall der Jahre kurz nach einer Jahrtausendwende, das ist doch absurd. Ein Unfall, der von nichts anderem zeugt, als von der Hilflosigkeit eines kleinen Kreises einer älteren Generation gegenüber einer sich verändernden Welt, der sie nichts anderes als „Mythen“ entgegenzusetzen hat. Und zeugt wohl auch weiterhin, von einem kleinen Teil einer jüngeren Generation, die eigentlich nichts weiß, außer dem, was ihnen die Freaks in den virtuellen Welten erzählen. Der Rest ist ihnen egal, ist leicht, und sinnfrei.


Das aber das rechte Spektrum das sehr wohl zu instrumentalisier weiß, darauf reagieren Sie wohlweislich nicht. Es zu ignorieren ist eben Halbwissen, und keine allumfassende Betrachtungsweise.

Während man in Warschau 1945 auf nahezu 150 Jahre Fremdherrschaft und Unterdrückung durch die Nachbarn zurückblicken musste, die ihnen keinen eigenen Staat gönnten, mit dem finalen „Höhepunkt“ dem Volk der Polen eine Art „Helotentum“ mit, Zitat: „Einfachem Rechnen bis 500“ (Himmler), zuzugestehen, stehen wir hier in unserer Berliner Republik, und werfen 50 bis 60 Jahre Demokratie über Bord. Jahre, in denen man sehr wohl geschichtsbewusst war, in denen man sich keineswegs schämen musste, und all dem Unsinn, den Leute in diesen Spalten seit Jahren eben auch abgeladen haben. Insofern hinken solche Vergleiche von Rekonstruktionen ziemlich, und werden nicht besser, wenn man sie ständig wiederholt.

Das ist eben Ihre Blockade, Sie sprechen von einem Bau des 21.Jahrhunderts, gleich wie von Preußen von 1750. Es geht hier aber um die Geste des Wiederaufbaus. Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, diese Art von Identität, mit Großer Halle und Kuppel in neoklassizistischer Manier auf der einen Seite, ist sehr wohl verwandt, mit dem Gefühl das wohl mancher hegt mit Schlosskuppel und dem ach so tollen „Preußentum“ mit seinen ohne Ende verklärten „Werten“ auf der anderen Seite. „Wir sind wieder wer“, - nichts anderes sagen Sie, wenn Sie hier mit der „Scham-Phrase“ arbeiten.

In der demokratischeren Bundesrepublik hat sich niemand geschämt, auch wenn dass wieder und wieder suggeriert werden wird.

__________

Die Menschen sollten sich lieber Gedanken machen, was sie für Probleme mit unserer Zeit haben. Dann bräuchten sie die Zeitverwirrnis nicht in Abermillionenteuren Bauprojekten manifestieren.


(2597) Felix
Sat, 14 July 2012 02:32:47 +0000

@E.Heine

Ich freue mich natürlich über jede Reaktion zu meinen Beitrag - unabhängig davon, ob Sie mir nun zustimmen oder nicht.
In drei Punkten gebe ich Ihnen Recht: 1. Ja, im Nachkriegs-Berlin galt es schnell und günstig Wohnraum zu schaffen und hierbei ging es sicher nicht um den Bau von repräsentativen Gebäuden, sondern um Notwendigkeiten. 2. Ja, man kann darüber streiten, was "schön" oder "modern" ist oder zu sein hat. 3. Ja, man kann auch darüber streiten, ob Steuergelder für Kulturprojekte oder sozialen Wohnungsbau etc. ausgegeben werden sollten.
Wogegen ich mich allerdings wehre, ist mir Halbwissen vorzuwerfen, welches Sie meiner Meinung nach auch nicht nachhaltig begründen. Es ist heutzutage erwiesen und meines Erachtens auch unter Architekten/Stadtplanern gleich welcher Gesinnung anerkannt, dass die Ideen der Charta von Athen den städtischen Lebensraum negativ beeinflusst haben.
Unter diesem Vorsatz wurden viele noch bestehende gewachsene Stadtviertel "geräumt". Hier sehe ich den zentralen Zusammenhang mit dem Berliner Stadtschloss, welches nur eines von vielen historischen Gebäuden/Quartieren ist, welches trotz möglichem Wiederaufbau abgerissen wurde, um Platz zu machen für uninspirierte "moderne" Bauten (nach dem Krieg gab es sogar Bauauflagen in Westberlin den Stuck von den alten Fassaden zu schlagen, um die Stadt moderner zu machen!).

Ich habe zudem bewusst versucht von ideologischen Standpunkten in meinem Beitrag Distanz zu nehmen, obgleich es mir bewusst ist, dass Architektur oft eine Ideologie zum Ausdruck bringen soll- gerade wenn es sich um repräsentative Bauten geht. In diesem Fall ist Berlin (zuteils ungerechterweise) als Stadt der kriegstreibenden Preussen und Nazis vorbelastet und gerade deshalb wollte man wiederum aus ideologischen Gründen in beiden Teilen der Stadt die Geschichte auch in Form der Architektur vergessen machen.
Das Stadtschloss allerdings mit NS Bauten gleichzusetzen ist ein genauso schlechter Vergleich wie die Preussen mit den Nazis gleichzustellen und ist wohl eher Ausdruck deutscher Demut und Scham nach dem 2. Weltkrieg als historische Tatsache.

Worum es mir in meinem vorausgegangenen Beitrag geht ist es, die Eigenart und Kulturlandschaft einer Stadt zu erhalten bzw. weiterzuführen. Dass dies nicht nur in Rekonstruktion und am Festhalten am ewig Gestrigen münden sollte, da sind wir uns sicher einig. Ich reise viel in China und dort zerstört man auch gerade die Identität ganzer Städte, um sie alle gleich aussehen zu lassen. Dies kann und darf nicht zur Maxime der Moderne werden. Städte sind und waren immer nur deshalb "schön", weil sie einzigartig sind und in einer bestimmten Kultur wurzeln. Ich finde es wichtig, dass deutsche Städte trotz oder gerade wegen ihrer Zerstörung diese Einzigartigkeit behalten sollten bzw. in diesem Sinne ergänzt werden. Jede Kultur braucht Identifikationspunkte in der Kunst, zu der ich die Architektur auch zähle. Deswegen ist es wichtig das Stadtschloss als eben solchen wieder zu errichten oder hätten die Franzosen den Louvre geschleift oder die Briten den Buckingham Palace? Und warum ist es den Polen so wichtig gewesen, das Stadtschloss in Warschau wieder zu errichten? Weil es Teil einer Kultur ist, die man späteren Generationen erhalten will.


(2596) Felix
Sat, 14 July 2012 02:30:11 +0000

@E.Heine

Ich freue mich natürlich über jede Reaktion zu meinen Beitrag - unabhängig davon, ob Sie mir nun zustimmen oder eben nicht.
In drei Punkten gebe ich Ihnen Recht: 1. Ja, im Nachkriegs-Berlin galt es schnell und günstig Wohnraum zu schaffen und hierbei ging es sicher nicht um den Bau von repräsentativen Gebäuden, sondern um Notwendigkeiten. 2. Ja, man kann darüber streiten, was "schön" oder "modern" ist oder zu sein hat. 3. Ja, man kann auch darüber streiten, ob Steuergelder für Kulturprojekte oder sozialen Wohnungsbau etc. ausgegeben werden sollten.
Wogegen ich mich allerdings wehre, ist mir Halbwissen vorzuwerfen, welches Sie meiner Meinung nach auch nicht nachhaltig begründen. Es ist heutzutage erwiesen und meines Erachtens auch unter Architekten/Stadtplanern gleich welcher Gesinnung anerkannt, dass die Ideen der Charta von Athen den städtischen Lebensraum negativ beeinflusst haben.
Unter diesem Vorsatz wurden viele noch bestehende gewachsene Stadtviertel "geräumt". Hier sehe ich den zentralen Zusammenhang mit dem Berliner Stadtschloss, welches nur eines von vielen historischen Gebäuden/Quartieren ist, welches trotz möglichem Wiederaufbau abgerissen wurde, um Platz zu machen für uninspirierte "moderne" Bauten (nach dem Krieg gab es sogar Bauauflagen in Westberlin den Stuck von den alten Fassaden zu schlagen, um die Stadt moderner zu machen!).

Ich habe zudem bewusst versucht von ideologischen Standpunkten in meinem Beitrag Distanz zu nehmen, obgleich es mir bewusst ist, dass Architektur oft eine Ideologie zum Ausdruck bringen soll- gerade wenn es sich um repräsentative Bauten geht. In diesem Fall ist Berlin (zuteils ungerechterweise) als Stadt der kriegstreibenden Preussen und Nazis vorbelastet und gerade deshalb wollte man wiederum aus ideologischen Gründen in beiden Teilen der Stadt die Geschichte auch in Form der Architektur vergessen machen.
Das Stadtschloss allerdings mit NS Bauten gleichzusetzen ist ein genauso schlechter Vergleich wie die Preussen mit den Nazis gleichzustellen und ist wohl eher Ausdruck deutscher Demut und Scham nach dem 2. Weltkrieg als historische Tatsache.

Worum es mir in meinem vorausgegangenen Beitrag geht ist es, die Eigenart und Kulturlandschaft einer Stadt zu erhalten bzw. weiterzuführen. Dass dies nicht nur in Rekonstruktion und am Festhalten am ewig Gestrigen münden sollte, da sind wir uns sicher einig. Ich reise viel in China und dort zerstört man auch gerade die Identität ganzer Städte, um sie alle gleich aussehen zu lassen. Dies kann und darf nicht zur Maxime der Moderne werden. Städte sind und waren immer nur deshalb "schön", weil sie einzigartig sind und in einer bestimmten Kultur wurzeln. Ich finde es wichtig, dass deutsche Städte trotz oder gerade wegen ihrer Zerstörung diese Einzigartigkeit behalten sollten bzw. in diesem Sinne ergänzt werden. Jede Kultur braucht Identifikationspunkte in der Kunst, zu der ich die Architektur auch zähle. Deswegen ist es wichtig das Stadtschloss als eben solchen wieder zu errichten oder hätten die Franzosen den Louvre geschleift oder die Briten den Buckingham Palace? Und warum ist es den Polen so wichtig gewesen, das Stadtschloss in Warschau wieder zu errichten? Weil es Teil einer Kultur ist, die man späteren Generationen erhalten will.


(2595) S.Hensel
Fri, 13 July 2012 15:38:56 +0000

@ Felix:

Vielen Dank für Ihren Beitrag!
Mir haben Sie damit aus der Seele gesprochen, und das nicht nur als ein Berliner.
Auch ich nehme mit wachsender Freude zur Kenntnis, dass man sich auch im Wohnungsbau wieder klassischen Bauformen hinwendet.
Meine derzeitigen Lieblingsprojekte sind neben den entstehenden Kronprinzengärten die Rosengärten in Berlin.
Ferner verspreche auch ich mir vom Bau des Humboldt-Forums in der Gestalt des Berliner Stadtschlosses eine nachhaltige Signalwirkung...

Mit bestem Gruß!

(2594) E.Heine
Thu, 12 July 2012 23:37:35 +0000

@Felix, so ein Unsinn den Sie schreiben. Was hat denn der Nachkriegsstädtebau mit einer Schlossattrappe zu tun? Das echte Schloß, bzw. dessen Ruine hätte damals zwar erhalten werden können, das ist wahr. Die Sprengung hatte aber keineswegs rein ideologische Motivationen. Im Osten gab es eben keinen Marshallplan dessen Ergebnisse man am Ende als „Wunder“ hätte verklären können. Sie projezieren hier eine Spassgesellschaft zurück, so als ob in der Nachkriegszeit das zerbombte Schloss das wichtigste gewesen wäre. Auch in den westlichen Zonen gingen doch ähnliche Fragen diesbezüglich glimpflich aus, man denke nur an das Schloss in Karlsruhe, etc. Nun ist aber das Berliner Stadtschloss seit einem halben Jahrhundert nicht mehr da. Leute wie Sie waren es in Wahrheit, die diese ganze Ideologie hineingebracht haben, und all das verrühren Sie obendrein mit Halbwissen. Die Architekten suchten schon immer nach Formen und Lösungen von Bauaufgaben, die gerade für die Gesellschaft wichtig waren in der sie lebten. Das waren eben in den 60ern Wohnungen, Straßen und all das, was sich die Menschen dieser Zeit wünschten. Dass dadurch Stätte so "zerstört" worden wären, wie es hier kommuniziert wird, ist vollkommen überbewertet. Dieses stereotype Veratwortlichmachen der Planer, für das, was eigentlich Mainstream und damit Politik haben wollten, ist einfach nur stupide. Sie wollen damit polemisieren, und brauchen das an dieser Stelle für Ihre Rhetorik, der es in Wahrheit an sachlicher Begründung für ein mehrere hundert Millionen teures Nonsens-Projekt vermissen lässt.
Insofern Sie Albert Speer hier einbringen, sollte sich der Leser doch einmal schlau machen, denn dieser monumentale Retro-Klotz ist ja gerade etwas, das ja den Menschen den Gedanken an die Gignatonomie der NS-Zeit aufdrängen muss. Wie will man denn mit so einem ungelenken Ungetüm städtebaulich das erzielen, was sie so blumig hier mit „postmodern“ aufmalen? Im Übrigen ist es auch hier wieder die blanke Ideologie, die von „zerstörten“ Städten phantasiert. - Ja es ist wahr, Bankgebäude in der Provinz, in jedem Nest, - sind eine Scheußlichkeit, - aber gleichzeitig eben nicht der Ausdruck der Höhe der Architektur jener Zeit, sondern eher der Anmaßung dümmlicher Bauherren, deren Gestaltungshöhe sich in eloxierten Fensterschienen, und polierten Naturstenplatten erschöpfte, die irgendiwie dumm hingeklebt werden sollten, und einfach nur „reich“ auszusehen hatten.
Mit den „grauen monumentalen neoklassizistischen Fassaden“ in Berlin mögen Sie sogar Recht haben, und Sie verwenden ja selber den Begriff „neoklassizistisch“, - das ist eben nicht „modern“ sondern postmodern, womit wir bei den Verwirrungen sind, die Leute wie Sie vertiefen helfen. Ein Rückbesinnung, die sich allein auf Architektur beziehen soll, kann lediglich in Ihrem Kopf existieren, - natürlich wuchtet man sich mit diesem Widergänger im Herzen der Hauptstadt auch ideologische Rückbesinnung auf die Köpfe der Zeitgenossen. Nur Naive können davor die Augen verschließen, dass hier mit grandioser Inkompetenz Entscheidungen getroffen wurden, die gleich auf mehreren Ebenen der Gesellschaft einen sprichwörtlichen Klotz ans Bein binden.
Das Fassadenprojekt mit nachgeschobener Füllung kann nimmer eine „Messlatte“ darstellen, wenn, dann nur für den peinlichen Tiefpunkt von „Bildungsbürgertum“ und „Wissensgesellschaft“. Ich glaube hier wurde schon zu viel privatisiert …


(2593) Felix
Thu, 12 July 2012 01:49:14 +0000

Berlin ist eine der prachtvollsten Städte Europas gewesen bevor es im Zuge eines sinnlosen Krieges dem Erdboden gleich gemacht wurde. Darüber hinaus fiel der Wiederaufbau unglücklicherweise in eine Zeit, die man aus heutiger Sicht wohl als grösste Verirrung der gesamten Architekturgeschichte bezeichnen muss: der Doktrin der sogenannten Charta von Athen, deren oberstes Prinzip es war städtebauliche Solitäre zu errichten (heute nennt man dies Trabantenstadtarchitektur und reisst vielerorts ganze Stadtviertel wieder ab). Die Folge war die Zerstörung der historisch gewachsenen Blockstruktur der europäischen Stadt und mit ihr auch des so wichtigen sozialen Raumes für die Bewohner. Einmal abgesehen von den ideologischen Beweggründen war der Abriss des Stadtschlosses durch die damalige DDR Führung nur die Spitze des Eisberges der "zweiten Zerstörung Berlins" nach 1945: denn im Westteil der Stadt wurden unter den gleichen "ästhetischen" Gesichtspunkten wie im Ostteil die verbliebenen Berlin-typischen Gebäude und selbst ganze Viertel abgerissen und durch gesichtslose Bauten und Schnellstrassen im Stile von Le Corbusier und Scharoun ersetzt. Die meiner Meinung nach schlimmsten Beispiele sind im Ostteil der gesamte Alexanderplatz und das angrenzende Friedrichshain und im Westteil das Hansaviertel, der Ernst Reuter Platz und das Hallesche Tor. Dass man gerade diese Orte mittlerweise unter Denkmalschutz gestellt hat zeugt einmal mehr von der kulturellen Armut des neuen architektonischen Berlins. Zum Glück hat sich in der Postmoderne eine Rückbesinnnung auf den traditionellen europäischen Städtebau eingestellt und so entstanden seit den 80er Jahren durchaus ansehnliche und teilweise schöne Ensembles vorallem in der alten Mitte Berlins (Prager Platz, Pariser Platz, Potsdamer und Leipziger Platz, Friedrichswerder). Gleichwohl wird man den Eindruck nicht los, dass sowohl die allgemeine Ästhetik nach der Wiedervereinigung, als auch die Stadtplanung sehr starke Ähnlichkeiten mit den Vorstellungen eines Albert Speers haben: viele mit Granit verkleidete graue monumentale neoklassizistische Fassaden dominieren. Sowohl der Hauptbahnhof, als auch das Südkreuz sind nur kleinere Varianten dessen, was schon in den 40er Jahren konzeptionell vorgedacht wurde. Unter diesen Gegebenheiten erscheint es mir mehr als wichtig ein so bedeutendes Kulturbauwerk wie das Stadtschloss wieder zu errichten, denn es steht für mehr als nur ein Museum oder Kulturzentrum. Es steht sinnbildlich für eine Rückbesinnung (wohlgemerkt architektonisch und nicht ideologisch!) auf eine zeitlose Ästhetik und für einen kulturellen Neuanfang des Berlins des 21. Jahrhunderts. Das bedeutet nicht, dass man grundsätzlich für eine Rekonstruktion des alten Berlins werben sollte: moderne und selbst funktionale Architektur kann genauso schön und erhaben sein wie dieses altehrwürdige Bauwerk. Aber es gibt eben gute und schlechte Architektur und diese enthüllt sich selbst dem ungeübten Betrachter. Schlechte Architektur gibt es ausreichend im Nachkriegs-Berlin- jetzt wird die Messlatte hoffentlich deutlich höher angesetzt werden, indem man den Mittelpunkt der Stadt reinkarniert.


(2592) Kreuzberger
Sun, 8 July 2012 23:31:07 +0000

@Hoffmann Manfred

Informiere dich doch bitte mal, wieviele Milliarden in die Bankenrettung und in die Rettung eines EU genannten Fasses ohne Boden "investiert" werden. Dagegen ist dieser Bau eine tatsächliche und nachhaltige Investition in die Zukunft Berlins und damit unseres gesamten Landes. Hier werden Arbeitsplätze gesichert, hier wird Geld in die reale Wirtschaft gepumpt und hier werden Touristen angelockt, auf deren Geld Berlin dringend angewiesen ist.

(2591) Hoffmann Manfred
Sun, 1 July 2012 09:21:54 +0000

Ich finde es eine Unverschämtheit, das Kultur hin oder her, daß ein solches Bauwerk wieder für viel viel Geld aufgebaut werden soll.
Überall wird muss gespart werden.
Auf dem Lande bei uns kämpft man um den Erhalt von öffentlicher Einrichtungen
Schwimmbäder, Nahverkehr geht vor die Hunde, Freiwillige Feuerwehren werden
kaputt gespart, kleine Theater sind am Ende, und so viele Dinge gehen nicht mehr
weil das Geld fehlt und dann so ein Neubau von einem Schloss -- wenn es nicht so ernst wäre - würde ich laut lachen aber mir ist zu kotzen.
Kein Wunder das die "normal arbeitenden" Menschen sich von der Politik abwenden



(2590) Kreuzberger
Tue, 26 June 2012 00:29:39 +0000

@ Willi Sasgen

Die Psychiatrien würden überquellen, wenn man alle wegfangen wollte, die eine ernsthafte Rekonstruktion durch modernistische Zugaben zu entwerten versuchen :-(

(2589) Willi Sasgen
Fri, 22 June 2012 08:51:21 +0000

Alle die das Projekt genehmigt haben gehören in die Psychatrie

(2588) Oberschlesier
Tue, 5 June 2012 09:35:55 +0000

Die Denkmäler im Umfeld des Berliner Schlosses

„Die Gruppe des Drachentöters im Nikolaiviertel, der beiden Rossebändiger vor dem einstigen Kontrollratsgebäude in Schöneberg und das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten vor dem Schloss Charlottenburg sollten jedoch dort verbleiben. Sie hätten eine neue Bedeutung an ihren jetzigen Standorten erhalten.“

Dies ist ein großer Verlust für Berlin!

Siehe: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/schlossplatz-der-kurfuerst-bleibt--wo-er-ist,10809148,16299662.html

http://www.historisches-stadtschloss.de/cms/upload/pdf/07_08_09_12_13_14_Die_Oranier_und_General_Coligny.pdf

(2587) Kralle
Tue, 1 May 2012 15:30:55 +0000

Es wird Zeit darüber nachzudenken, auch einige Innenräume des Schlosses zu rekonstruieren!! Denn:

... (Es) dürfte rund ein Drittel des vor Kriegsbeginn im Schloss befindlichen Inventars erhalten sein, an Wandteppichen, Silber und Gemälden existieren sogar mehr als die Hälfte der Stücke, während die Verluste an Möbeln, die häufig an ihren Auslagerungsorten vernichtet wurden, überdurchschnittlich hoch sind.

Der Großteil der Schätze befindet sich heute in öffentlichen Sammlungen, ergänzt die Räume anderer Schlösser in Berlin und Potsdam oder lagert in Depots.

Siehe: http://www.welt.de/kultur/history/article106238880/Schaetze-des-Berliner-Schlosses-doch-nicht-verloren.html


(2586) Richard
Wed, 25 April 2012 12:08:55 +0000

Zweifellos wird das Humboldtforum das eindrucksvollste Gebäude der Lindenallee! Der Lustgarten wird somit endlich sein altes Gesicht zurückbekommen. Was mich interessiert ist folgendes. Auf den Simulationen sind die prächtigen vergoldeten Bronzetore in allen Portalen zu sehen. Werden diese auch rekonstruiert? Meiner Meinung nach sollte das gemacht werden, weil sie besser zu einem Schloss passen, als moderne Metallgitter.

(2585) BergischerBembel
Wed, 18 April 2012 09:31:11 +0000

Ich habe mal eine Frage, bzw. eine Anregung:

Die Mauerreste bzw. Kacheln die nicht ins neue Stadtschloss integriert werden können (U-Bahn), werden diese vielleicht dür eine Spende verkauft (ich meine in Potsdam wäre das so gemacht worden)?? Man könnte das doch wie bei der Berliner Mauer aufziehen (Mit Zertifikat des Fördervereins und Stempel etc.)??

(2584) S. Hensel
Tue, 3 April 2012 17:16:38 +0000

Ich habe vorab eine Frage an die Betreiber dieser Seite.
In der Liste der Partner dieses Projekts ist unter anderem die Deutsche Bank aufgeführt.
Ich erinnere mich auch, dass in der Vergangenheit in diversen Filialen Hinweise dieser Partnerschaft zu finden waren, zumeist in Form von informierenden Broschüren. Seither allerdings nicht mehr, keine Broschüren, keine Schlosszeitungen oder dergleichen.
Bei der Deutschen Bank mal nachgefragt hieß es, dass einst eine Werbekampagne durchgeführt wurde.
Ist das wieder angedacht?

Anbei ein Link, der sehr anschaulich die veränderte städtebauliche Situation in Berlin verdeutlicht:
http://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?page=Thread&threadID=43&pageNo=14
Hier wird nochmal deutlich, wie sehr sich Berlin (nicht nur) nicht auf eine natürlich gewachsene Weise verändert hat, sondern einen sprichwörtlich krassen Einschnitt erfahren hat.
Und diese Veränderung kann keinesfalls als vorteilhaft bezeichnet werden. Die Liste der Gegenüberstellungen ließe sich beliebig weiterführen.
Bomben und Granaten, städtebauliche Nachkriegsideen und eine ideologisch geführte Abrisswut haben das Gesicht einer Stadt vollkommen entstellt.
Diese Kulturbarbarei einzugestehen stünde mancher Institution und mancher Person gut zu Gesicht, denn nichts anderes war es!
@ E. Heine:
Sie fragen, was es nütze, einen vereinseigenen Artikel zu bemühen.
Nun ja, mit dieser Abhandlung ist es gelungen, die Notwendigkeit und Berechtigung dieses Projekts darzulegen.
Das zumindest ist meine Wahrnehmung.
Ich denke auch, dass es an der Zeit ist, sich nicht mehr in ideologischen Spiralen zu bewegen, keine apokalyptisch anmutenden Zukunftsvisionen mehr herbeizureden, sondern alle Kraft, in welcher Form auch immer, zu investieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Das vermisse ich bei Ihnen.
Seien Sie mal kreativ und unterbreiten Sie konstruktive Vorschläge, anstatt immer nur dagegen zu preschen, zumal meist mit haltlosen Behauptungen.
Das Projekt wird umgesetzt, so oder so.
Aber besser geht immer.

In diesem Sinne alles Gute!

(2583) Kralle
Mon, 2 April 2012 09:18:32 +0000

@ Heine

Das Schloss steht für eine "anti-aufklärerische" Haltung und neuen Nationalimus?

wie LÄCHERLICH ! (wofür steht dann Sanssouci, der Berliner Dom, der Reichstag?)

Offensichtlich wissen Sie nicht, dass die Aufklärung in Teilen in Deutschland geboren wurde und unter Friedrich 2 sogar Staatsdoktrin wurde.

Im Übrigen würde Ihnen ein wenig gesunder Patriotismus (= gemäßigter Nationalimus) ganz gut tun, dann würden Sie hier auch nicht immer solche dümmlichen links-reaktionären Parolen von Ihnen verbreiteten.

Sind Sie tatsächlich so ein verkrampfter Linker, der im Ausland lieber sagt, er wäre ein Holländer? (denn Deutschland ist ja so nationalistisch und anti-aufklärerisch?) :-)




(2582) E.Heine
Sun, 1 April 2012 22:35:57 +0000

@Kralle, was nützt es, wenn Sie auf einen Artikel der vereinseigenen Seite verweisen? Was beantwortet denn Siedler? „Berlin sei das Schloss gewesen“, - ist das seriös? So etwas kommt vom vermeintlichen „Bildungsbürgertum“? Hier werden Phrasen gedroschen, und Ideologie groß geschrieben. „Walther Ulbricht“ und „sowjetisches Dynamit“, - das ist sehr erhellend.

Wen interessiert das denn eigentlich noch? Oder viel mehr, was nützt das? Wird mit einer Schloss-Wiederholung irgendetwas besser?

Siedler geht so gründlich an unserer Zeit mit ihren Fragen und Notwendigkeiten vorbei, dass man sich schon fragen muss, wo er denn eigentlich lebe, angesichts solchen weltfremden Phatos`:

„Aber nun stehen die Heldenjünglinge auf ihren Sockeln …“


Übrigens, für den Leser, den Wolf-Jobst-Siedler-Verlag, übernahm 1989 die Bertelsmann-Gruppe, einem Think-Thank neoliberaler Kreise und Berater der Bundesregierung. Ein Medienkonzern, der maßgeblich die Politik beeinflussen hilft. Er ist aktiv an der Privatisierung der Bildung in unserem Land beteiligt.

Das Projekt Humboldt-Forum ist ein Baustein, nämlich auf dem Weg in eine anti-aufklärerische und keineswegs zivile Gesellschaft. Hier wird ua. dazu beigetragen Nationalismen zu etablieren. Die Bertelsmann-Stiftung ist maßgeblicher Initiator solcher Propagandaoffensiven wie „Du bist Deutschland“. Dazu passt der Identitätsbegriff, der mit der Hohenzollern-Schloss-Attrappe verbunden werden soll.


zu Bertelsmann einige Infos:

„Die Rolle der Bertelsmann Stiftung beim Abbau des Sozialstaates
und der Demokratie oder: Wenn ein Konzern Politik stiftet – zum gemeinen Nutzen?“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=5228

„Drahtzieher hinter den Kulissen –
der Einfluss des Bertelsmann-Konzerns auf die Hochschulen“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3514




Verweisen möchte ich noch einmal auf den interessanten und fundierten Beitrag auf dieser Seite:

http://johannespaulraether.net/humboldtforum/anti_humboldt_12_07_09.pdf


(2581) Kralle
Sun, 1 April 2012 15:01:00 +0000

@ Heine

Sie sind ja wirklich ein fleißiger und eifriger Mensch, hier immer so lange Artikel zu verfassen, ich habe leider nicht so viel Zeit.

Ich lege auch keinen Wert darauf, mit Ihnen über dieses Projekt zu diskutieren, die Argumente sind längst ausgetauscht (ausgelutscht!), sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik (bis auf Linke, NPD und wenige andere geistige Reaktionäre) genießt das Schloss einen breiten Rückhalt.

Im übrigen ist Ihr Hinweis auf Chipperfield auch überflüssig, erstens ist der Mann kein "Architektur-Orakel" und zweitens baut Chiperfield nur dann was Gescheites, wenn er Druck bekommt. Der erste Entwurf der James-Simon-Galerie sah ein rieseiges Gebäude mit Kloglas-Scheiben vor, der zweite Entwurf ist Ok.

Hier noch ein Lesetip für Sie:
http://berliner-schloss.de/das-historische-schloss/das-schloss-lag-nicht-in-berlin-berlin-war-das-schloss/



(2580) E.Heine
Sat, 31 March 2012 18:38:49 +0000

Mit Chipperfield gebe ich Ihnen insofern recht, da er scheinbar nicht ganz mitbekommen hat, worum es eigentlich geht. Er hat in meinen Augen hervorragende Arbeit am Neuen Museum geleistet, und ist auf dem Gebiet der Architektur im Bilde, und auf der Höhe der Zeit. Wenn auch die ewig Gestrigen nicht verstehen, warum Geschichte in Form von „Einschusslöchern“ sichtbar bleiben kann, somit auch Schäden ihren Platz behalten dürfen.

Wenn er aber einmal davon ausgegangen sein sollte, dass es den Berlinern vor Jahren darum ging „Wunden zu heilen“, dann lässt sich das womöglich nur durch seine persönliche Umgebung erklären, in der das in diesem Ton in einem Fort wiederholt wurde, ganz abgesehen von der Unterstützung durch eine interessengesteuerte Medienlandschaft.

Das Wunden nicht zwangsläufig mit Wiederholungen zu füllen seien, dürfte ihm sicher klar gewesen sein, wie vielen anderen Architekten auch, und dass er in einem Interview nicht alles ausgebreitet hatte, spielt doch hier gar keine Rolle.

Aber vielleicht lassen wir einmal Chipperfield.



Natürlich liegt es an den Menschen, wie etwas interpretiert wird, wie Sie schreiben, wichtig ist, was man dabei denkt. Allerdings spielt hier die Verantwortung eine wichtige Rolle. Denn die Trennung, die man hier vorgibt zu machen, wird sich später nicht ablesen lassen, - und darum geht es. Keine Trennung hinsichtlich des Kontextes, in dem außereuropäische Kulturen präsentiert werden sollen, nicht hinsichtlich der Umgebung, in der wichtige Fragen unserer Zeit diskutiert werden würden, und auch nicht hinsichtlich einer sonstigen Instrumentalisierung durch Nationalisten und Antidemokraten. Dass aber ist im Netz allenorten zu beobachten.


Werte Damen und Herren, sie haben eben gar keinen Einfluss darauf, was als politisch und was als nichtpolitisch angesehen werden wird. Und ich wiederhole noch einmal, deutlicher messen, als an jenen, die zu einer Schlosswiederholung Beifall klatschen, kann man es wirklich nicht.


Und was heißt „antipreußisch?
Preußen ist mir diesbezüglich eigentlich egal, weil es keine Bedeutung mehr besitzt, oder vielmehr nicht besitzen sollte. Preußen ist ein Ort der Geschichte, aber nicht der Gegenwart.


Zum unzulänglichen Konzept des Humboldt-Forums, kann man sich informieren (Link unten):

„Entsprechend halten wir das Humboldt-Forum auch nicht für eine „greifbare Vision
von der Gleichberechtigung aller Kulturen in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts“
– wie es in dem neuen Buch „Humboldt-Forum. Das Projekt“ heißt – , sondern für das
Symbol für Fehlentscheidungen und Skandale und für eine schamlose Instrumentalisierung
außereuropäischer Kulturen.“


Es lässt sich doch denken, dass so ein Attrappenbau niemals eine neutrale Umgebung abgeben kann, in dem man unvoreingenommen über Fragen der Zeit nachdenken könne.

Sehr treffend heißt es weiter:

„Neuerfindung des Preußentums als nachteilungsgeschichtlicher Lückenfüller, einhergehend mit einer neuen elitären Bürgerlichkeit; und nicht zuletzt die polarisierende Konstruktion: Museumsinsel mit den Meisterwerken der alten, zu „europäisch“ verschmolzenen Hochkulturen und Humboldt-Forum hier mit den Sammlungen außereuropäischer Künste, was einer kulturellen Klassifikation aus der Zeit des
europäischen Imperialismus Ende des 19. Jahrhunderts entspricht.“

Es ist nicht leicht, hier ein Hauptproblem auszumachen; allerdings – und dies sei als kurze
Ausführung dem Abend vorweg geschickt – halten wir die Präsentation eines Bruchteils der Dahlemer Sammlungen hinter einer preußischen Schlossfassade für besonders absurd. Denn die Sammlungen werden dadurch in eine bauliche Hülle gesteckt, deren Geschichte deckungsgleich mit der kolonialen und wissenschaftlich-hegemonialen Sammlungsgeschichte ist. Das fängt an mit dem Zusammenfall von Wunderkammer und brandenburgischpreußischem transatlantischem Sklavenhandel und endet mit der Beschleunigung und Legalisierung des Kolonialismus durch die unter Bismarck einberufene Berliner Afrika-Konferenz. In diese Zeit fällt die letzte Schlossbautätigkeit. Kein Ausstellungsobjekt kann einen solchen Kontext transzendieren. Das Humboldt-Forum im Schloss erscheint uns dann
auch eher wie eine rückwirkende Legitimation der kolonialen Sammelwut.“

Mehr Informationen dazu auf dieser Seite:

http://johannespaulraether.net/humboldtforum/anti_humboldt_12_07_09.pdf



Das Humboldt-Forum kann in der angedachten Form kein Ort der Aufklärung werden. Dazu hieß es im Tagesspiegel:

„„Was heißt noch „Fremdheit“ in einer globalisierten Welt? Oder, wie Belting fragt: „Wie kann man die Distanz zu einer in ihrer Entstehungszeit triumphalen Ausstellungsform – dem Völkerkundemuseum – überwinden in einem Gebäude, das genau diese alte Form aufgreift?““

http://www.tagesspiegel.de/kultur/humboldt-forum-koloniale-erben-eine-schloss-debatte/1393190.html



Sie sehen @S. Hensel, Argumente, die das Vorhaben in Zweifel ziehen, gibt es zur Genüge. Demgegenüber wird von Laien sogenannter Städtebau bemüht, nichtwissend, dass dieser auch durch anders gestaltete Volumen besetzt werden kann.

In punkto Ideologie folgt dann häufig „Preußen“.

Aber was will man damit?

(2579) S. Hensel
Sat, 31 March 2012 15:50:25 +0000

@ E. Heine!

Ich gehe davon aus, dass Sie sich mit dem unten stehenden Eintrag an mich wendeten, denn das Interview von Chipperfield wurde von mir bemüht. Aus diesem Grund werde ich Ihnen abermals antworten und hoffe, dass Sie diesmal auf eventuell an Sie gerichtete Fragen antworten werden.
Das haben Sie zuletzt leider ausgespart.
Einer konstruktiven und gesunden Diskussionskultur ist nicht geholfen, wenn man sich mit in den Raum geworfenen Behauptungen bzw. Thesen begnügt, ohne diese argumentativ zu zementieren.
In genau dieser Manier beginnt der von Ihnen zuletzt verfasste Eintrag.
Sie behaupten, dass ich unbequeme Aussagen umdeuten würde, ferner, dass ich damit eine Flucht nach vorne antreten tue.
Eine argumentative Begründung fehlt!
Dennoch werde ich diese von Ihnen gemachte Aussage als das entlarven was sie ist, nämlich eine pure Behauptung.
Chipperfield behauptet in diesem Interview, dass die Berliner mit ihrer Stadt mehr im Reinen sind, als dies noch vor 10 Jahren der Fall war.
Aufgrund dieser Feststellung kommt er zu der Erkenntnis, dass sich das Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses überlebt habe.
Aus meiner Sicht ist das falsch, denn:
Das Schloss als Humboldt-Forum wird nicht einzig aufgrund ehemaliger und vielleicht noch vorhandener Unzufriedenheit der Berliner gebaut.
Sämtliche weiteren Beweggründe werden von ihm nicht angeführt. Insofern ist das eine irreführende Aussage von ihm.
Die Bestrebungen und vielfältigen Beweggründe sind hinlängst dargelegt, auch hier.
Darüber hinaus fühle ich mich als Berliner durch diese Aussage natürlich angesprochen.
Und was mich betrifft, so kann ich sagen, dass er damit falsch liegt, denn ich sehne mich nach diesem Bau!
Was ist hier eine von mir vorgenommene Umdeutung? Erklären Sie mir das.
Chipperfield äußerte weiterhin, und das nicht erst inzwischen, sondern gleichfalls im Rahmen dieses Interviews, dass er nicht mehr wisse, wer das Schloss wolle.
Hier ist jemand.
Folgend haben Sie einen im Jahr 2010 publizierten Artikel auszugsweise kopiert.
Ich habe den gesamten Text gelesen, werde mich aber lediglich auf den von Ihnen aufgeführten Teil beziehen.
Zunächst heißt es, dass die Diskussion nach der politischen Entscheidung für die Rekonstruktion abebbte, obwohl die Argumente gegen das Schloss bis heute bestechen.
Wissen Sie, meinem Verständnis nach sollte eine jede Diskussion ein Ziel verfolgen, nämlich zu einer Entscheidung reifen.
Und das tat es, spätestens mit dem Jahr 2002.
Aber die Diskussion wird immer wieder durch hanebüchende Thesen, hineininterpretierte Ideologien und antipreußische Doktrinen befeuert.
Zudem bestechen die Pro-Argumente ebenfalls bis heute und meiner Meinung nach ungleich mehr, da viele Gegenargumente aus der Luft gegriffen sind und aufgrund ideologischer Fesseln aufgestellt wurden und werden, wie etwa die Meinung, dass das Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses ein Symbol des wiedererstarkenden Nationalismus sei und eben diesem Auftrieb verschaffen werde, was sich Ihrer Meinung nach auch dadurch äußern könnte, dass Neo-Nazis einen Aufnäher mit dem Stadtschloss auf ihrer Kleidung tragen könnten.
Das ist Schwarzmalerei und hat keinerlei Substanz.
Eine entsprechende Beweisführung fehlt!
Lediglich offenbart sich hier ein leider noch immer verkrampfter Umgang mit unserer Geschichte.
Interessant ist auch, dass in dem Artikel das Stadtschloss/Humboldt-Forum als Symbol des alten Preußen in einem Satz mit einer angeblich neuen deutschen,,Großmannssucht"genannt wird.
Eine solche Gangart ist manipulativ und wenig bis gar nicht differenziert!
Das zu tun obliegt der Verantwortung eines jeden selbst. Ich kann dazu nur dringend raten.
Die Behauptung, dass ein Schloss nicht mit demokratischem Geiste gefüllt werden könne, muss gleichfalls erstmal belegt werden.
Ich behaupte das Gegenteil, denn es ist immer der Mensch selbst, der den Geist in ein Gebäude trägt und nicht das Bauwerk an sich.
Zudem wird das Humboldt-Forum kein politischer Ort werden, weshalb sich diese Frage hier erübrigt.
Über das angedachte Konzept ist sich hier zu informieren.
Die Möglichkeit der Repräsentation außereuropäischer Kulturen in der Mitte unserer Hauptstadt halte ich für eine großartige Idee, welche bestimmt großen Anklang finden wird, denke ich.
Eine Demokratie lebt von Vielfalt und vielfältigen Meinungen, also eben auch von Streit.
Und gleichgültig zu welcher Entscheidung man das Schlossareal betreffend gekkommen wäre, eine einheitliche Meinung war und ist hier ausgeschlossen.
Das gilt für das Stadtschloss als Humboldt-Forum, ebenso wie für eine Alternative.
Insofern ist die nicht vorhandene einheitliche Befürwortung kein gültiges Kontra-Argument.
Ich kann die Meinung, dass sich die Republik architektonisch nicht auch zum modernen Deutschland bekennt, nicht nachvollziehen, denn das Regierungsviertel in Berlin spricht dahingehend eine deutliche Sprache.

Mit Grüßen und weiterhin alles, alles Gute für das Projekt Stadtschloss/Humboldt-Forum!



(2578) E.Heine
Sat, 31 March 2012 10:12:36 +0000

@kralle, was Sie sehr geschickt machen, ist die Umdeutung unbequemer Aussagen, die an exponierter Stelle gemacht wurden, wie etwa die von Chipperfield in der Berliner Zeitung, die Sie selbst hier unten verlinkt haben. Das ist aus Ihrer Sicht vermutlich so etwa ähnliches wie eine „Flucht nach vorne“.

Grund genug anzumerken, was der Architekt noch sagte:

„“Inzwischen sagt er: „Ich bin mir noch nicht mal mehr sicher, wer (das Schloss) eigentlich wollte.“ (dapd)““




Ich zitiere aber einmal aus einem interessanten Artikel von der Seite


VERGANGENHEITSVERLAG
Adieu Schloss – der Abschied von der Berliner Stadtschlossattrappe



„Nachdem der Abriss des Palastes besiegelt und der Wiederaufbau vom Bundestag mit großer Mehrheit zumindest auf dem Papier beschlossen war, ebbte die Debatte ab, auch wenn die Argumente gegen das Schloss bis heute bestechen:

Das Schloss ist nicht nur Symbol des alten Preußen, sondern ebenso Zeichen für eine neue deutsche „Großmannssucht“, weil daran gezweifelt werden kann, dass eine Schlossfassade mit demokratischem Leben gefüllt werden kann. Die Attrappe des Schlosses mit kommerziellem Innenleben war sowieso von Anfang an einer „Las-Vegas-Mentalität“ der Schlossfreunde entsprungen und war Teil einer „Disneyisierung“ Berlins auf altpreußisch.“



Wesentliches enthält aber der letzte Abschnitt – „Für eine dritte Lösung“


„Die Diskussionen der letzten 20 Jahre machen deutlich, dass der Schlossplatz (schon die Umbennenung dieses Platzes war ein Politikum und sollte nicht als ehern verstanden werden) als deutscher Erinnerungsort zu verstehen ist. In dieser Annahme scheint ein Schlüssel zur Debatte zu liegen. Erinnerungsorte haben eins gemeinsam: eine hohe symbolische Dimension, die Fähigkeit, mehrere Assoziationen miteinander zu verbinden, große Gruppen von Menschen anzusprechen und sich über Generationen hinweg zu übertragen. Ihre Funktion liegt in der Stiftung von Gemeinschaft. […]

Doch als was kann ein Ort wahrgenommen werden, der entgegen der Definition des Erinnerungsortes nicht Gemeinschaft durch Erinnerungskonventionen, sondern Streit stiftet? Ist das ein Anti-Erinnerungsort? Offensichtlich ist, dass der Palast/Schlossplatz ein geteilter deutscher Erinnerungsort ist – bis heute. Sein Kristallisationskern scheint mit unterschiedlichen Vorzeichen wahrgenommen zu werden. Hinter dem Ziel, die Interpretation dieses Ortes festzuschreiben, stecken gesellschaftliche Machtkämpfe, um die „richtige Erinnerung“. Dieses Ansinnen ist dann fatal, wenn einer der gemeinsamen Nenner eines Kollektivs dessen Heterogenität ist bzw. das Nicht-Vorhandensein einer gemeinsamen Geschichte. Die deutsche Erinnerungskultur – das muss anerkannt werden – ist durch Vielfalt und Fragmentierung geprägt, […]

Der Versuch, krampfhaft eine Erinnerungskonvention zu etablieren, muss deshalb fehlschlagen. Eine Lösung kann nur die Anerkennung der bereichernden Vielschichtigkeit und Komplexität der Erinnerung sein. Die Gestaltung und Nutzung des heute so genannten Schlossplatzes wird den erinnerungskulturellen Konflikt, den dieser Ort in sich trägt, in angemessener Weise berücksichtigen müssen. Die logische Schlussfolgerung daraus ist, dass das Projekt der Schlossattrappe endgültig gekippt wird und eine verbindende moderne dritte Lösung gefunden wird, die mutig das neue Berlin, das neue moderne Deutschland symbolisiert. Wann haben die politischen Entscheidungsträger endlich den Mut dazu?


Nachzulesen hier:

http://vergangenheitsverlag.blogspot.de/2010/06/adieu-schloss-der-abschied-von-der.html

(2577) S. Hensel
Thu, 29 March 2012 22:10:47 +0000

Verehrter Kreuzberger,

da verbirgt sich doch eine interessante Lebensgeschichte...:)
Die teils radikalen und meiner Meinung nach oft indiskutablen Äußerungen jener, die sich offenkundig dem linken Spektrum zugehörig fühlen, sind auch für mich kein Anlass, meine politische Überzeugung in Frage zu stellen, zumal meine Einstellung für mich weniger eine politische, denn mehr eine Lebenseinstellung ist.
Ich wünsche mir auch, dass ThyssenKrupp von diesem Glaskubus an diesem Ort Abstand nimmt!
An so vielen Orten in Berlin hat man bewiesen, wie harmonisch sich Neubauten in bestehende Altbauviertel integrieren lassen.
Als Beispiel sei das Charlotten Palais genannt.
Sollte dieser Platz von Thyssen bebaut werden wollen, dann bitte mit einem Entwurf, der sich nicht derart aufdringlich abhebt.
Mit Bedauern habe ich der Presse entnommen, dass TK kein Interesse an einer Präsenz in der zu errichtenden Bauakademie hegt. Schade!
Aber mit großer Freude beobachte ich, wie sich mehr und mehr traditioneller Bauelemente bedient wird, auch beim Wohnungsbau.
Ich persönlich verspreche mir vom Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses dahingehend einen weiteren und nachhaltigen Impuls.
Als Berliner gehe ich auch mit der erst kürzlich gemachten Aussage vom Architekten Chipperfield nicht konform!
Dazu der Link:
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/berliner-stadtschloss-architekt-chipperfield-ist-gegen-berliner-stadtschloss-,10809148,11732984.html
Dass die Berliner zufriedener und mehr mit ihrer Stadt im Reinen zu sein scheinen mag sein, aber das Projekt Humboldt-Forum hat sich deshalb gewiss nicht überlebt.
Er spart mit dieser Aussage alle weiteren Beweggründe für die Rekonstruktion aus.
Es ist an der Zeit, dass es auf dem Schlossareal endlich vorwärts geht, denn das Humboldt-Forum wird für sich selbst sprechen, viele Kontra-Argumente sprengen und das letzte, überzeugende Pro-Argument dieser leidigen Diskussion sein!

In diesem Sinne alles Gute...
und Grüße nach Kreuzberg!

(2576) Kreuzberger
Wed, 28 March 2012 20:50:37 +0000

@ S.Hensel

Bei allem Unverständnis gegenüber den Schloßhassern und ihrer Paranoia bezeichne ich mich doch immer noch als linksliberal, nur eben mit der Hausbesetzererfahrung, daß alte Bausubstanz wenn immer möglich erhalten werden sollte, denn die moderne Architektur hat vielleicht alles, aber eben keinen Charme. Vor allem nicht, wenn sie inmitten großartiger historischer Bauten auftritt.
Ich wünsche mir, daß sich Touristen einmal auf dem Schloßplatz umsehen und fotografieren können, ohne irgendwelche geschmäcklerischen Versuche neuerer Architektur vor die Linse zu bekommen. Ich denke hier vor allem an die geplante Thyssen-Repräsentanz und dieses Einheitsdenkmal, welches das Volk wohl dazu einladen soll, sich endlich selbst zu verschaukeln.
Andererseits wundere ich mich wiederum, wie verbissen an anderer Stelle an provinziellen Traufhöhenverordnungen und Hochhausallergien festgehalten wird, nur um unseren grünen Schwaben ihre heimatliche Idylle inmitten einer Großstadt zu garantieren. Gerade am Spreedreieck hätte doch wirklich dreimal so hoch gebaut werden können und auch gegenüber dem Allianzhochhaus in Treptow hätte sich ein entsprechendes Pendant am nördlichen Spreeufer gut gemacht. Überhaupt eignet sich der gesamte Osthafenbereich für eine Hochhausbebauung, die aber durch die Aktivitäten linker Naturfreunde verhindert wird, die diesen ganzen Bereich wohl schon für künftige Favelas mit einer Traufhöhe von 2,20 m verplant haben.

Danke übrigens für Ihren Link. Es ist tatsächlich an der Zeit, beim Wohnungsbau nochmal dort anzusetzen, wo menschenfreundliche Proportionen und harmonische Fassaden Lebensqualität über den momentanen Zeitgeist hinaus garantieren. Nicht umsonst steht der Berliner Altbau nach wie vor obenan in der Beliebtheitsskala der Bewohner.

Viele Grüße aus Kreuzberg!

(2575) S. Hense
Tue, 27 March 2012 16:44:16 +0000

@ Kreuzberger

Das sehe ich auch so und entgegen anders lautender Meinungen denke ich, dass sich die Republik hier zu einem mutigen Schritt durchgerungen hat!
Es ist an der Zeit, sich von den Fesseln der Vergangenheit zu befreien und einen unverkrampften Umgang mit unserer Geschichte zu finden und auch zu pflegen.
Ich stimme auch Kralle zu, dass wir sicher alle auf die Barrikaden steigen würden, wenn es hieße, dass die Reichskanzlei wieder aufgebaut würde.
Wie absurd dieser Gedanke doch ist, ebenso absurd eine Parallele zum ehemaligen Stadtschloss zu ziehen und zu meinen, es handele sich hier um ein nationales Symbol, welches dem rechten Lager Auftrieb verschaffen würde.
Mit solchen Behauptungen ohrfeigt man meiner Meinung nach die Bevölkerung, denn solche Auswüchse werden gewiss nicht mehr einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung erfahren, dessen bin ich sicher und wage hiermit einen Ausblick in die Zukunft.
Und am allerwenigsten durch Rekonstruktionen solcher Bauwerke, die mehrere Jahrhunderte unserer Geschichte repräsentiert haben und es auch hoffentlich wieder tun werden.
Ich mache hier auch deutlich, dass ich die Problematik des rechten Lagers nicht unter den Teppich kehren möchte, obwohl ich für derartige Diskussionen dieses Forum nicht für das Richtige halte!
Dennoch: Ich lehne rechtes Gedankengut in jedweder Form entschieden ab!!
Anbei einen Link, der Sie vielleicht interessieren könnte.
Ein schönes Projekt, wie ich finde.
Bauwert hat sich schon durch einige sehr ansehnliche Projekte verdient gemacht!
http://bauwert.de/index.php/berlin-wilmersdorf.html

Abermals viele Grüße und weiterhin alles Gute und Erfolg für das Humboldt-Forum!

(2574) Kreuzberger
Mon, 26 March 2012 22:48:14 +0000

Hallo S. Hensel!

Viele Grüße zurück und danke auch für Ihren Kommentar zu Herrn Heines Auslassungen. Ich kann wirklich jedes Ihrer Worte unterstreichen und ich bin mir sicher, zukünftige Generationen werden es uns danken, uns für dieses Projekt eingesetzt zu haben,
Berlin bietet seinen Architekten genügend Experimentierfelder, aber dieser zentrale Ort darf nicht den Marotten architektonischer Eintagsfliegen überlassen werden , sondern muß einfach authentisch wiederhergestellt werden. Die Schloßkritiker mögen sich derweil an der äußeren Ästhetik der Humboldtbox sattsehen. Die bietet ihnen ja genau das, was sie sich an diesem Ort in größerem Maßstab erträumten :-)

(2573) S. Hensel
Mon, 26 March 2012 20:33:13 +0000

Hallo Kreuzberger! :)

Nachdem ich einen ersten Moment der Verwirrung überwunden und die anschließende, klärende Nachricht las, musste ich herzhaft schmunzeln.
Insofern ein schöner Tag.
Vielen Dank! ;)

Mit Grüßen nach Kreuzberg...

(2572) Kreuzberger
Sun, 25 March 2012 22:18:53 +0000

@S.Hensel

Ach herrjeh! Nun habe ich versehentlich Ihre Zurechnungsfähigkeit in Fragen der städtebaulichen Rekonstruktion in Frage gestellt!

Tut mir leid, der Kommentar ging natürlich an E. Heine! :-(

(2571) Kreuzberger
Sun, 25 March 2012 22:13:42 +0000

@ S.Hensel

Hatten Sie eigentlich ebenso vehement gegen die Neubebauung des ehemaligen Bollegrundstücks am Görlitzer Bahnhof polemisiert? Dort steht heute eine veritable Großmoschee, in der all die schlimmen Dinge gepredigt werden, gegen die Sie so allergisch sind, gegen die die Linke aber nicht das geringste einzuwenden hat, solange sie nicht aus der rechten deutschen Ecke kommen.
Wenn Sie gegen Gebäude anrennen wollen, die die Unterdrückung von Demokratie und Menschenrechten verkörpern, dann kaufen Sie sich bitte ein Ticket nach Kreuzberg, aber urteilen Sie nicht über Dinge, von denen Sie nun wirklich nichts verstehen. Sie wirken auf mich wie ein Konglomerat all der Trolls, die sich während der letzten Jahre abgemüht haben, hier ihr Unwissen über ästhetische Zusammenhänge publik zu machen. Vergessen Sie´s. Der Zug ist abgefahren!

(2570) S. Hensel
Sun, 25 March 2012 16:05:30 +0000

@ E. Heine!
Aufmerksam habe ich Ihren Eintrag gelesen und habe dazu einige Fragen an Sie. Scheinbar pflegen Sie einen heißen Draht zu irgendeinem Orakel, denn die Absolutheit, mit der Sie die Zukunft schildern, ist beeindruckend.
Woher wissen Sie, dass das Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses nicht vollendet werden wird?
Woher wissen Sie, dass es eine Investitutionsruine bleiben wird?
Woher wissen Sie, dass der Rückhalt für dieses Projekt fehlt?
Das sind jeweils absolute Aussagen, die für mich nicht nachvollziehbar sind und darüber hinaus schlicht nicht existent, denn ich vermag nicht zu sagen, wie sich die Zukunft gestalten wird.
Lediglich können wir hier und jetzt die Grundlagen für eine positive Zukunft schaffen.
Das zumindest liegt in meinem Interesse.
Ich werde dieses Projekt auch weiterhin unterstützen!
Sie behaupten, dass dieses Projekt nicht vollendet werden wird.
Dazu kann ich nichts sagen, denn ich stecke nicht in der Zukunft.
Lediglich bleibt mir zu sagen, dass ich anderer Meinung bin. Wir werden sehen. Ferner behaupten Sie, dass der Rückhalt fehle. So? Das sehe ich anders. Sicherlich ergibt sich ein Eindruck darüber auch aufgrund der Kreise, in denen man sich bewegt. In meinen besteht eine breite Befürwortung, finanziell wie ideell.
Politisch besteht ebenfalls große Unterstützung aller Fraktionen, von den Linken abgesehen.
Unterstützung ist nicht nur im Inneren, sondern auch im Ausland zu finden.
Einen ersten Eindruck dazu gibt auch diese Seite. Das dazu.
Sie meinen, dass sich Geschichte nicht bauen ließe.
Das ist sicher richtig. Gerade deshalb erachte ich die Möglichkeit einer Rekonstruktion eines geschichtlichen Zeugnisses von herausragender Bedeutung als eine Chance, die hier besteht und genutzt wird.
Vergessen werden sollte auch nicht, dass das Humboldt-Forum einst selbst eine Geschichte haben wird.
Ich frage Sie, ob nicht gerade in einer Zeit einer immer weiter fortschreitenden Globalisierung die Möglichkeit der Identifikation eine wichtige Möglichkeit darstellt?
Ich fühle mich durchaus als Europäer bzw. fühle mich dem Kontinent mit all seinen Ländern, unterschiedlichen Traditionen und Sitten sehr verbunden!
Und doch nimmt der Ort, an dem ich geboren wurde und auch noch lebe, nämlich Berlin, eine besondere Funktion ein. Es ist meine Heimat, meine unmittelbare Heimat, ein Ort, mit dem ich unmittelbar verbunden bin, allein aufgrund der Tatsache, dass ich hier lebe.
Ich habe mich für Berlin als Lebensmittelpunkt entschieden und bin folglich mit diesem Ort auf eine ganz spezielle Weise verbunden und identifiziere mich gerne mit dieser aufregenden und schönen Stadt!
Wenn ich die Linden passiere gerate ich ins Schwärmen, ins Träumen und ich fühle mich wohl.
Das Wohlfühlmoment in einer Stadt ist mich betreffend auch stark von der Architektur abhängig, wohlbemerkt auch.
Und das ehemalige Stadtschloss ist in meinen Augen ein Bauwerk vollkommener Schönheit, welches ich nur allzu gerne in der Mitte Berlins wüsste!
Mich betreffend kann ich sagen, dass das Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses sehr wohl eine Wunde heilen wird, denn diese Wunde spüre ich, und das obwohl ich dieses Bauwerk niemals zu Gesicht bekam.
Sie sagen, dass mit diesem Projekt kein guter Städtebau demonstriert wird.
Aha!
Was ist denn guter Städtebau?
,,Bereits errichtete Fragmente werden in den nächsten Jahren wohl allenfalls zu einem Neuentwurf inspirieren, dem aber mit Sicherheit andere Prämissen zu Grunde liegen werden", behaupten Sie.
Achso?
Woher wissen Sie das?
Auf welchen Grundlagen stützen Sie diese Aussage?
Fürstenpaläste und Schlösser sind längst nicht mehr verhasste Symbole einer gehassten Monarchie, zumindest nicht mehr in Europa, sondern längst akzeptierte, identitätsstiftende und gern besuchte Orte, die ihre Attraktivität in den jeweiligen Städten entfalten und somit zu einem meistens als schön empfundenen Stadtbild beitragen.
Beispiel Potsdam.
Diese überaus ideologisch geführte Debatte in Deutschland ist zwar aufgrund jüngerer Geschichte in Deutschland verständlich, aber für mich mittlerweile nervig!
Wenn ich mich u.a. mit ausländischen Freunden über dieses Projekt unterhalte, dann stößt das auf Interesse, die Augen gehen auf, man freut sich.
Das Gerede über den Militarismus Preußens ist oft oberflächlicher Natur!
Wer sich mit der Geschichte Preußens auseinandersetzt wird feststellen, dass Preußen keineswegs in mehr Kriege verwickelt war, als es andere europäische Gr0ßmächte seinerzeit auch waren und es wird gerne über die auch positiven Vermächtnisse hinweg gesehen...
Das soll selbstverständlich nicht zur Verklärung unserer Geschichte dienen und noch weniger geführte Kriege als akzeptabel oder legitim darstellen!
Lediglich als Aufforderung dienen, sich eingehend und differenziert mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
Diese Verantwortung übernehme ich gerne weiterhin für mich, so wie hoffentlich jeder für sich.
Auch aufgrund dieser Verantwortung unterstütze ich dieses Projekt gerne und aus Überzeugung, nicht zuletzt der angedachten Konzeption wegen.
Mit vielen Grüßen.


(2569) Kralle
Sun, 25 March 2012 13:28:06 +0000

@ Heine
Sie schreiben: "Von Architekturen gehen u.U. Signalwirkungen aus, sie setzen Zeichen". Stimmt leider teilweise, in Marzahn oder Mehringplatz kam mir auch schon mal dieser Gedanke.

Aber: Was ist denn dann die "Signalwirkung" des Wiederaufbaus den Schlosses? Eine Wiederauferstehung des großen Kufürsten, Friedrich des Großen, Wilhelms II. oder Adolfs? Oder ist das Schloss gar ein Symbol für die NSU?
Ich finde, das sind doch nette Anregungen zur Diskussion an Ihrem Antifa-Stammtisch (oder SED-Stammtisch?). Schönen Tag noch! ;-)


(2568) E.Heine
Sun, 25 March 2012 13:03:42 +0000

Von Architekturen gehen u.U. Signalwirkungen aus, sie setzen Zeichen. Das macht es ja für einen Teil der Befürworter interessant, da ein „Nationalsymbol“ errichtet wird. Den Rest erklärt bereits mein letzter Beitrag. Wie auch bei Ihnen erkennbar fehlt es vielleicht auch Hintergrundwissen, das man sich anlesen sollte.

Bei richtigem Lesen meines letzten Beitrages, müssten Sie auch erkannt haben, dass ich davon sprach, dass faschistoide Tendenzen in der Bevölkerung auszumachen sind. Das lässt sich klar an vielen Zeitungskommentaren beobachten, und machen auch Studien deutlich die eine zunehmende Intoleranz feststellen müssen. Ein „National-Denkmal“, das auf vordemokratische Gesellschaften abhebt, bzw. Autorität und Untertan genauso in sich verkörpert, spielt hier eine unangenehm negative Rolle. So etwas kann man ja nicht zum ersten Mal gehört haben.


Ich poste noch einmal mein letzten Beitrag, weil das Layout durcheinander gekommen war. So ist das gleich übersichtlicher:



@Kralle, schauen Sie, wir haben hier in diesem Land ein Problem mit Rechtsradikalismus, wie auch Rechtspopulismus. Hier werden Menschen erschossen, und man hat nichts dagegen getan, und versucht das allein an einer Behörde festzumachen, spricht von „Pannen“. Gleichzeitig gibt es eine Zunahme faschistoider Haltungen in Teilen der Gesellschaft.

Aber einen Tempel für Nationalismus und Militarismus zu errichten einer autoritären Gesellschaftsform, ist doch scheinbar keine Panne?! Fachleute wurden hierzu ja nicht gefragt, es gibt lediglich Erfüllungsgehilfen. Wie etwa jene, die einer CSU nahe stehen (Ramsauer ist Bundesbauminister), und bspw. solche Ausstellungen initiieren, wie etwa „Die Geschichte der Rekonstruktionen“ in München, die so etwas wie ein Scheinargument darstellte mit dem belegt werden sollte, hier handele es sich um einen üblichen Vorgang.



Dazu zitiere ich einmal aus einem Artikel in der Neuen Züricher Zeitung:

„Erst jüngst hat die Ausstellung «Die Geschichte der Rekonstruktion» (NZZ 30. 9. 10) in der Münchner Pinakothek der Moderne propagiert, dass es sich bei Rekonstruktionen um eine alte Praxis des Bauens seit der Antike handele – und keineswegs um Fälschungen. Dabei werden im begleitenden Ausstellungskatalog allerdings höchst unterschiedliche Konzepte wie Rekonstruktion, Restaurierung und Wiederherstellung über einen Kamm geschoren, statt dass sie angemessen differenziert würden.“

„«Nimmt man es unbefangen, aber deshalb nicht weniger genau, dann ist die Rekonstruktion von Denkmälern ein Widerspruch in sich selbst: Zum Denkmal (. . .) gehört neben seiner materiellen Gegenständlichkeit untrennbar seine Entstehung in vergangener Zeit, und kein spitzfindiger Sophismus kann darüber hinwegtäuschen, dass dieser für das Denkmal unverzichtbare Durchgang durch vergangene Zeiten unwiederholbar, materiell nicht reproduzierbar ist.“

Link: - http://www.nzz.ch/magazin/buchrezensionen/verformte_geschichte_1.8925641.html



Nun, - möglicherweise entwerfen sich unsere extremistischen Zeitgenossen ja sogar einmal Aufnäher für ihre Bomberjacken, oder ein paar schwar-weiß-rote T-Shirts mit der Berliner Schloss Attrappe, das kann hier niemand verhindern.

Hat man über solche Entwicklungen niemals nachgedacht?


Was nun aber von Ihnen zu vernehmen ist, sind Begriffe wie, - ich zitiere Sie:

„pseudo-intellekuelle Gurus aus dem linken Alt-68-er Milieu“ (2564)

bzw. „alt-linke Reaktionäre“ (2564)


Das soll dem Leser nur einmal zeigen, was für ein Wind hier weht, und ihm die Augen öffnen. Was hier für Ansichten bei nicht wenigen der Mitglieder kursieren, gehört eigentlich öffentlich gemacht.
Wenn man ein neues Denkmal für eine vordemokratische Gesellschaft kritisiert, dann ist man ein „altlinker Reaktionär“, - das ist sehr interessant.

Das muss ja dann auch für ein mittelständisches Unternehmen gelten, wie das Architekturbüro BOIGER, dass sich hier erlaubte einen Kommentar (2550) zu hinterlassen?!


Das Thema gehört angesichts der erschreckenden Entwicklungen unbedingt wieder auf die politische Bühne, da ist nichts von vorgestern, wie Sie suggerieren möchten.


(2567) Kralle
Sun, 25 March 2012 10:53:22 +0000

@ Heine
Eigentlich ist es nur nervig und überflüssig, mit Leuten wie Ihnen zu debattieren. Aber trotzdem:
Was hat das Berliner Schloss mit den fürchterlichen Morden der NSU zu tun? Genauso viel wie mit den jährlichen linksextremen Krawallen in Kreuzberg oder den Morden von Islamisten in Tolouse oder London. Nämlich nichts.
Was hat das Berliner Schloss mit Chauvinismus und Nationalismus im Allgemeinen zu tun? Genauso viel wie mit dem Arc de Triumph, dem Kreml oder dem Washinghton Monument. Nämlich nichts, denn aus einer solchen Argumentations-Linie hätte kaum ein Bauwerk in Europa eine Existenzberechtigung. Nicht einmal die Paläste der Spanischen Monarchie in und um Madrid, die zu einem großen Teil mit dem Gold der ausgepünderten Maya und Azteken finanziert wurden.

Weil SIE vermutlich politisch links sind, sind Sie noch lange nicht progressiv, sondern im Gegenteil, Sie sind tief REAKTIONÄR. Sie bzw. Leute wie Sie sorgen für die leider TYPISCH DEUTSCHEN Debatten, indem Sie ständig die unrühmlichen Ereignisse der Deutschen Geschichte als Moralkeule für gegenwärtige Zwecke einsetzen. Glauben Sie wirklich, Chauvinismus und Nationalismus hätte es nur in Deutschland gegeben? In Frankreich oder Polen wurden im Krieg zerstörte Bauwerke wieder aufgebaut, in Polen z.B. sogar die Marienburg des einst verhassten Deutschen Ordens. In diesen Ländern geht man deutlich UNVERKRAMPFTER mit der eigenen Geschichte um. Aber dazu sind "progressive" deutsche Alt-68-er offenbar nicht in der Lage.

Joachim Gauck hat am Freitag zurecht die Verdienste der 68-er für die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit betont, aber er hat auch deren negative Auswüchse erwähnt. Zu diesen Auswüchsen gehören aber auch Leute wie Sie, die ein so extrem verstocktes linkes Weltbild haben, dass im Wiederaufbau historischer Bauwerke "faschistoide Tendenzen" sehen. Wenn Hitlers Reichskanzlei wiederaufgebaut würde, dann würde ich Ihnen Recht geben, aber in Bezug auf das Berliner Schloss haben SIE ÄHNLICH gesitig PRIMITIVE ANSICHTEN wie Walter Ulbricht, der das Berliner Schloss und viele andere Schlösser aus der "feudalistisch-militaristischen Epoche" sprengen ließ, weil zu dumm und ideologisiert dafür war, deren kulturellen Wert und Schönheit anzuerkennen.

Wenn Sie wollen, dass Walter Ulbricht in Berlins Mitte das letzte Wort haben soll, dann bitte schön, zu sagen haben Sie aber nichts, und das ist auch gut so!

(2566) E.Heine
Sun, 25 March 2012 09:10:29 +0000

@Kralle, schauen Sie, wir haben hier in diesem Land ein Problem mit Rechtsradikalismus, wie auch Rechtspopulismus. Hier werden Menschen erschossen, und man hat nichts dagegen getan, und versucht das allein an einer Behörde festzumachen, spricht von „Pannen“. Gleichzeitig gibt es eine Zunahme faschistoider Haltungen in Teilen der Gesellschaft.
Aber einen Tempel für Nationalismus und Militarismus zu errichten einer autoritären Gesellschaftsform, ist doch scheinbar keine Panne?! Fachleute wurden hierzu ja nicht gefragt, es gibt lediglich Erfüllungsgehilfen. Wie etwa jene, die einer CSU nahe stehen (Ramsauer ist Bundesbauminister), und bspw. solche Ausstellungen initiieren, wie etwa „Die Geschichte der Rekonstruktionen“ in München, die so etwas wie ein Scheinargument darstellte mit dem belegt werden sollte, hier handele es sich um einen üblichen Vorgang.
Dazu zitiere ich einmal aus einem Artikel in der Neuen Züricher Zeitung:
„Erst jüngst hat die Ausstellung «Die Geschichte der Rekonstruktion» (NZZ 30. 9. 10) in der Münchner Pinakothek der Moderne propagiert, dass es sich bei Rekonstruktionen um eine alte Praxis des Bauens seit der Antike handele – und keineswegs um Fälschungen. Dabei werden im begleitenden Ausstellungskatalog allerdings höchst unterschiedliche Konzepte wie Rekonstruktion, Restaurierung und Wiederherstellung über einen Kamm geschoren, statt dass sie angemessen differenziert würden.“
„«Nimmt man es unbefangen, aber deshalb nicht weniger genau, dann ist die Rekonstruktion von Denkmälern ein Widerspruch in sich selbst: Zum Denkmal (. . .) gehört neben seiner materiellen Gegenständlichkeit untrennbar seine Entstehung in vergangener Zeit, und kein spitzfindiger Sophismus kann darüber hinwegtäuschen, dass dieser für das Denkmal unverzichtbare Durchgang durch vergangene Zeiten unwiederholbar, materiell nicht reproduzierbar ist.“
Link: - http://www.nzz.ch/magazin/buchrezensionen/verformte_geschichte_1.8925641.html
Nun, - möglicherweise entwerfen sich unsere extremistischen Zeitgenossen ja sogar einmal Aufnäher für ihre Bomberjacken, oder ein paar schwar-weiß-rote T-Shirts mit der Berliner Schloss Attrappe, das kann hier niemand verhindern.
Hat man über solche Entwicklungen niemals nachgedacht?
Was nun aber von Ihnen zu vernehmen ist, sind Begriffe wie, - ich zitiere Sie:
„pseudo-intellekuelle Gurus aus dem linken Alt-68-er Milieu“ (2564)
bzw. „alt-linke Reaktionäre“ (2564)
Das soll dem Leser nur einmal zeigen, was für ein Wind hier weht, und ihm die Augen öffnen. Was hier für Ansichten bei nicht wenigen der Mitglieder kursieren, gehört eigentlich öffentlich gemacht.
Wenn man ein neues Denkmal für eine vordemokratische Gesellschaft kritisiert, dann ist man ein „altlinker Reaktionär“, - das ist sehr interessant.
Das muss ja dann auch für ein mittelständisches Unternehmen gelten, wie das Architekturbüro BOIGER, dass sich hier erlaubte einen Kommentar (2550) zu hinterlassen?!
Das Thema gehört angesichts der erschreckenden Entwicklungen unbedingt wieder auf die politische Bühne, da ist nichts von vorgestern, wie Sie suggerieren möchten.

(2565) Kralle
Sat, 24 March 2012 19:26:42 +0000

@ Heine
Sorry, ich habe wirklich keine Lust, mit alt-linken Reaktionären über das Schloss zu debattieren. Wenn Sie nach Argumenten FÜR das Schoss suchen, dann brauchen Sie dafür gewiss nicht mich, sondern dann schauen Sie mal hier:
http://berliner-schloss.de/die-schlossdebatte/pro-schloss-argumente/
http://berliner-schloss.de/das-historische-schloss/das-schloss-lag-nicht-in-berlin-berlin-war-das-schloss/

(2564) E.Heine
Sat, 24 March 2012 18:15:41 +0000

@Kralle, ist nicht erhellend, aus den Worten eines Mitgliedes (?) ein durchaus modisches 68er-Bashing zu vernehmen, was sämtliche Ausführungen unten zu bestätigen scheint?! Leider konnten Sie inhaltlich nichts entgegensetzen, und Sie müssen sich im Klaren darüber sein, dass das alle Welt bemerken muss.



Sehr findig ist allerdings ihr Kunstgriff, in bewundernswerter und veredelter Demagogie, die 68er als reaktionär hinzustellen. Welche Fragen unserer Zeit beantwortet denn aber unsere „fortschrittliche“ Schloss-Attrappe?

Sie beantwortet wirklich etwas, nicht die Fragen unserer Zeit, aber sie gibt Auskunft über den Zustand einer Gesellschaft, in der so etwas möglich ist. In der Laien scheinbar so viel Einfluss haben, vermutlich weil Sie auch der Politik nahe stehen.

Über letztere sagt das auch etwas aus.

Nun haben wir einen neuen Bundespräsidenten, und wenn dieser weiterhin Fortschritte macht, kommt vielleicht auch dieser ganze millionenteure Unsinn wieder auf den Tisch der Verhandlung.

(2563) Kralle
Sat, 24 March 2012 16:01:50 +0000

@ E. Heine

was Sie da schreiben reflektiert eine Debatte von gestern mit Argumenten von vorgestern. Ihre Argumente werden auch nicht dadurch überzeugender, jemehr pseudo-intellekuelle Gurus aus dem linken Alt-68-er Milieu von Ihnen zitiert werden. Diese Gurus haben halt ihre sehr spezielle, starrsinnig-reaktionäre Meinung und haben mit ihren "genialen" Vorstellungen von Städtebau nach 1945 so manche ästethische Katastrophe in Westdeutschen Städten angerichtet.
Die Rekonstruktionen in Dresden und bald auch in Potsdam zeigen, was schöne und lebenswerte Städte ausmacht: Individuelle, historische Architektur, Kopie hin oder her.

(2562) E.Heine
Sat, 24 March 2012 15:02:01 +0000

Werte Leserschaft,

das Humboldt-Forum mit Attrappen-Fassade wird sicher so nicht vollendet werden, auch wenn es einen Spatenstich geben wird. Der Rückhalt für dieses merkwürdige Projekt existiert nicht, ist auf jeden Fall instabil, und wird angesichts der horrenden Kosten, verbunden mit einem fragwürdigen Konzept in einer Invest-Ruine enden die wir uns nicht leisten können.


Was soll man sagen (?), - diese werde eigentlich zu begrüßen sein, weil sie eines zeigen wird, - nämlich das man Geschichte nicht bauen kann, und Kultur nicht aus Oberflächen besteht. Identität lässt sich nicht auf „Nationalität“, oder „nationale Größe“ reduzieren, welche als Argument für das Projekt mitunter strapaziert werden. Erst recht nicht in einer Zeit, in der es unabdingbar ist, sich für mehr Europa einzusetzen, bzw. uns außereuropäisches Geschehen immer mehr berührt.


Auf was soll man dann mit einem Attrappen-Schloss verweisen? Ist nicht die Idee schon naiv? Sie ist vor allem alles andere als wissenschaftlich-aufklärerisch, schon gar nicht werden hier „Wunden geheilt“ werden, geschweige ein guter Städtebau demonstriert.

Bereits errichtete Fragmente werden in den nächsten Jahren wohl allenfalls zu einem Neuentwurf inspirieren, dem aber mit Sicherheit andere Prämissen zu Grunde liegen werden.





Noch aber wird durch das derzeitige Projekt Engagement und Aufmerksamkeit bezüglich echter Bau- und Geschichtsdenkmale, wie überhaupt für echte Kultur-Projekte abgelenkt, einschließlich der Investitionen in wirkliche Bildung, - und unglücklich auf eine Art Pseudo-Schloss, ein Monarchie-Denkmal fokusiert, das alles andere als Lösungen und Wege für die Zukunft verkörpern wird, selbst, oder auch gerade weil, dort ein Museum einzieht, das die Kulturen dieser Welt zum Inhalt haben soll.


Weiterhin wird somit die Rückkehr zu Nationalismen Verkörperung finden. „Die Artefakte aus kolonialer Zeit, verpackt im Fürstenschloss“, das ganze als „Medien-Burg“ der (Welt-) Öffentlichkeit vorgesetzt. Das wird Verwirrung bei Laien wie etwa auch bei etwaigen Studenten hervorrufen, und einen befremdlichen Eindruck von unserer Gesellschaft hinterlassen.




Interessant ist hierzu ein kürzlich gesendetes Interview:
(Deutschlandradio Kultur)

Ehemaliger Intendant der Berliner Festspiele Eckhardt
zur Debatte um das Berliner Stadtschloss

„Schwarz:

Herr Eckhardt, welche Faszination geht denn überhaupt von diesem Projekt Stadtschloss für Sie aus?

Eckardt:

Für mich keine Faszination, sondern eine schwere Bürde. Denn wir haben es hier zu tun mit einem Geflecht von Fehlentscheidungen, Fehleinschätzungen und Lebenslügen. Und das hat natürlich enorme Auswirkungen jetzt, auf die mangelhafte Konzeption, was in diesem Gebäude zu sehen und zu hören und zu erleben sein wird. Ich glaube, dass bei der Entscheidung, das Schloss wieder aufzubauen und den Palast der Republik abzureißen, die Leute gar nicht sich vorher richtig informiert haben.“


Nachzuhören,und zu lesen hier, mit vielen weiteren interessanten Aspekten:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1710377/




Eine Attrappe als Last


Eine Gesellschaft in Angst, so würde ich den Rückzug ins Vorvorgestern bezeichnen, - eine ältere Gesellschaft in Angst, die aber eigentlich gar nicht alt genug ist, um ein zerbombtes und gesprengtes Schloss zu vermissen, zumal es ja seit Jahrzehnten gar nicht mehr bestanden hatte. – Und übrigens auch zukünftig nicht mehr bestehen wird, wie man allein an dem Entwurf von Stella erkennen kann.


(2561) MitteinsHerz
Tue, 20 March 2012 13:18:19 +0000

http://www.pnn.de/mediathek/401733/1/

Ach Herjeh, wenn ich sehe, wie es in Potsdam vorangeht und dann noch KOMPLETT im früheren Erscheinungsbild, dann nerven dauernde Diskussionen, Baubeginnverzögerung und die jämmerliche Ostfassade doch schon sehr muss ich sagen. Von der Ansicht her würd ich mir sogar das Wilhelminische Nationaldenkmal an seinen alten Platz wünschen, oder doch wenigstens die hübsche alte Häuserzeile der davorigen Bebauung. Wenn ich nun wieder moderne Entwürfe für den leeren Platz sehe, dann graust es mich nun schon. DANN doch lieber leer lassen, um nicht den Blick auf das gr. Schlossportal einerseits und auf die HOFFENTLICH irgendwann einmal wiedererstehende Bauakademie auf der anderen Wasserseite andererseits zu verstellen und zu verunstalten...

Träumerische Grüße
Mitte ins Herz

(2560) Ernst Ludwig
Sun, 18 March 2012 07:04:39 +0000

Wo ist denn die frühere Lebendigkeit des Gästebuches geblieben? Ganze sechs Einträge in einem Vierteljahr!

(2559) Kralle
Tue, 28 February 2012 18:17:06 +0000

Alles Gute zum Geburtstag Herr v. Boddien und tausend Dank für Ihre bisherige Arbeit !!

(2558) Kreuzberger
Sat, 4 February 2012 21:07:15 +0000

@ Kralle Guter Vorschlag! Und irgendwann mal die Breite Straße nach ihm benennen, das hätte er wirklich verdient :-)

(2557) Max Damschen
Wed, 18 January 2012 16:27:27 +0000

Waren am Samstag, 14.01.2012, mittags in der Ausstellung in der Humboldt-Box. Wunderbar anschaulich! Und sehr nette, engagierte Leute, die einem mit Informationen zur Seite standen.
Die Dame an der Kasse ging leider gar nicht. Fragen zu Eintrittspreisen (insbesondere Behindertenermäßigung) mochte sie nicht beantworten.
Wir sollten doch den Aufsteller auf dem Tresen durchlesen, im Restaurant nähme man doch auch die Speisekarte zur Hand und würde sich den Inhalt nicht vorlesen lassen...
So geht man mit Besuchern nun wirklich nicht um, auch wenn man mal einen schlechten Tag hat!


(2556) Ernst Ludwig
Sat, 14 January 2012 08:22:28 +0000

Von diesem Bundespräsidenten würde ich keines annehmen!

(2555) Kralle
Wed, 11 January 2012 22:13:51 +0000

WANN BEKOMMT HERR v. BODDIEN EIGENTLICH ENDLICH DAS BUNDESVERDIENSTKREUZ ??
Er hätte es eigentlich schon mindestens dreimal bekommen müssen!

(2554) Sonja Schmuck
Wed, 4 January 2012 15:02:16 +0000

Natürlich kann man sich aufgrund der klammen öffentlichen Kassen überlegen, ob eine solche Ausgabe notwendig ist, allerdings sollte Leben auch immer Lebenswert sein und deshalb ist es aus meiner Sicht keine Verschwendung auch Geld in historische Gebäude zu investieren. Insbesondere wenn man die Summe mit derzeitigen Bürgschaften vergleicht, scheint mir das gar nicht so viel

(2553) Maximilian
Fri, 30 December 2011 14:13:33 +0000

hi wie gehts euch ? schreibt einen kommi!


(2552) Kralle
Tue, 15 November 2011 16:28:12 +0000

Es ist schon schlimm, wie ungebildet und uninformiert man im "BOIGER architekturbüro" ist.
Offensichtlich sind Sie bei "Boiger" auf dem selben primitiven Niveau wie einst Walter Ulbricht, der Schlösser nicht als nationale Kunstgüter sah sondern als "Relikte des Feudalismus und Imperialimus" sprengen ließ.
Es ist gut, dass solche lächerlichen links-ideologisch verbleneten Zeitgenossen wie Boigers nicht viel in diesem Land zu bestimmen haben. In Frankreich geht man im übrigen nicht so verkrampft mit seiner Geschichte um wie wie im Hause Boiger.

(2551) Ernst Ludwig
Mon, 14 November 2011 12:03:53 +0000

O weh! Welch verheerenden Geschichtsunterricht hat Architekt Boiger wohl genossen, falls überhaupt? Genauso gut könnte er sagen, Mondkälber hätten Hitler entführt. Beides wäre ausgemachter Blödsinn.
Zur Sache: das Kaiserreich war ein Rechtsstaat (viele Gesetze von damals gelten heute noch!), es hatte das demokratischste Wahlrecht mit gleichem, geheimem und allgemeinem Wahlrecht. Jede Stimme wog gleich, jeder Bürger war wahlberechtigt. Das gab es damals nirgendwo in der Welt, auch nicht in England, Frankreich oder USA.
Gut, das so gewählte Parlament konnte die Regierung weder ein- noch absetzen- das machte der Kaiser - aber die Volksvertretung war Herr über das Geld und die Gesetze, und jede Regierung mußte danach handeln und Rücksicht nehmen.
Einzig vorbildlich in der Welt waren die von Bismarck geschaffenen Sozialgesetze.
Weltkrieg: Dieses seit bald hundert Jahren abgelutschte "Argument" der Kaiser hätte den Krieg zu verantworten, vertritt heute kein einziger ernstzunehmender Historiker. Aber statt dummes Geschwätz und liebevoll gehegte Vorurteile hier auszubreiten, sollte man sich mal mit der historischen Forschung beschäftigen.


(2550) BergischerBembel
Mon, 14 November 2011 10:51:45 +0000

@Matthias: Ich bin 29 und ein starker Befürworter dieses Projekts!

@Boiger: Die Bastille war ein Gefängnis bzw. vormals eine Burg! Was das mit dem historisch bedeutsamen Schloss zu tun haben soll, bleibt mir unerklärlich! Des weiteren ist Frankreich kriegsbedingt in einer anderen Lage, da deren Gebäude fast alle noch stehen im Gegensatz zu Deutschland. Vielleicht sollte Ihre Gilde einfach mal "schönere" Gebäude entwerfen, dann hätten wir vielleicht nicht so eine Sehnsucht nach "Altbauten"!

(2549) BOIGER architekturbüro
Mon, 14 November 2011 07:31:17 +0000

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich finde es äußerst bedenklich, dass die Bürger und die gewählten Repräsentanten in einem demokratischen Staatswesen den Wiederaufbau eines Monarchen-Schlosses unterstützen; vor allem Angesichts der Tatsache, dass diese Monarchen-Dynastie einen Weltkrieg, einen Flächenbrand mit Millionen von Todesopfern mit angefacht hat.
Das zerstörte Schloß als Symbol eines autoritären Obrigkeitsstaates wird wieder restauriert. Welch gefährliche und dumme Symbolhandlung in einer Demokratie !

In Frankreich würde niemand auf die Idee kommen,
die Bastille wiederaufzubauen !

MFG,
Boiger


(2548) Kralle
Fri, 11 November 2011 21:15:42 +0000

@ Matthias:

Die Wiese ist besser als das Schloss? Haben Sie ein paar Hunde, die sonst niegendwo anders kacken können? Oder warum finden Sie die Leere in der Mitte Berlins so toll?

Sie kennen keinen aus Ihrer Generation, der das Schloss gut findet? In welchen Kreisen bewegen Sie sich denn? Ich habe da andere Meinungen zum Schloss gehört. Tipp: Es gibt auch Umfragen zum Schloss.

(2547) Matthias
Thu, 10 November 2011 13:13:46 +0000

Ich finde die grüne Wiese am Spreeufer allemal besser als so ein häßliche Chimäre aus Betonklotz und Pseudo-Barockfassade. Ich bin mir sicher, daß Geld für diesen Quatsch wäre an anderen Stellen viel besser investiert. Und ich kenne im Übrigen niemanden aus meiner Generation(20-45), der dieses Projekt auch nur ansatzweise gut findet. Aber das scheint die Regel in einem Land zu sein, daß ja von Sicherheitsbehörden regiert wird, und in einer Stadt in der auch die letzte Baulücke mit Eigentumswohnungen zugeschissen werden muss. Wenn sie unbedingt auf ihre „Lebensleistung“ masturbieren wollen, dann machen sie es doch so wie Stalin und Lenin, und lassen sie sich in Bronze gießen. Das kann man dann später wenigstens rückstandlos beseitigen und im Wald vergraben. Punkt.

(2546) Camgirl
Mon, 31 October 2011 15:28:14 +0000

Ja, es kann schon manchmal mehr sein als ein kleines Taschengeld und wenn man nun erstmal 18 ist steht dem Nebenverdienst als Webcamgirl nichts mehr im Wege. Einige decken sogar Ihren kompletten Lebensunterhalt damit.

(2545) Kreuzberger
Fri, 14 October 2011 22:21:11 +0000

@Gast
Das Dumme ist ja, daß dieser Ostflügel das übrige Bauwerk mit voller Absicht konterkarieren soll. Weil dieses Schloß als stilechte Replik das ästhetische Empfinden all jener Modernisten beleidigen würde, die sich diesen Ort ganz gezielt ausgewählt haben, um ihren Hass gegenüber allem, was ihre eigenen architektonischen Leistungen übertrifft, freien Lauf zu lassen.

(2544) Gast
Sat, 8 October 2011 09:36:33 +0000

*Gründen

(2543) Gast
Sat, 8 October 2011 09:26:25 +0000

Ich finde es sehr schade, dass die Ostseite modern gestaltet werden soll. Aus formalen und ästhetischen Gründe fände ich es besser, den historischen Spreeflügel zu rekonstruieren. Dies wird wohl leider nicht geschehen.

Die moderne Fassade benötigt auf jeden Fall eine Retusche, da sie nach den derzeitigen Plänen kaum mit den Barockfassaden harmoniert.
Eine nette Idee wäre zum Beispiel, die Ostwand des Schlosses zu begrünen (wilder Wein oder eine andere Kletterpflanze).

(2542) Ernst Ludwig
Thu, 8 September 2011 14:49:31 +0000

Angesichts der Milliarden, die wir Steuerzahler für Griechenland und andere schlampig wirtschaftenden Länder aufbringen müssen: 500 mal könnte man dafür das Berliner Schloß bauen.
Das allen, die sich über die Kosten für ein Schloß aufregen.

(2541) Kreuzberger
Sun, 4 September 2011 00:17:55 +0000

Jetzt wird´s politisch :-)
Ich muß gestehen, nie etwas anderes als die Grünen gewählt zu haben, aber da ich die inzwischen wegen ihrer vorbehaltslosen Islamfreundlichkeit auf keinen Fall mehr im Abgeordnetenhaus sehen möchte, habe ich per Briefwahl schon mal die einzige nicht rechtsradikale Partei gewählt, die die Ideologie des Islam und ihrer Vertreter nicht mit Samthandschuhen anfässt und ihr keine Sonderrechte einräumt.
Die NPD ist natürlich vollkommen indiskutabel und Pro Deutschland eigentlich auch. Aber ich will hier keine Wahlwerbung betreiben und deshalb auch niemanden auffordern, zur Abwechslung mal Die Freiheit zu wählen, zumal Wowereits Position so gut wie gesichert scheint, mit welchem Koalitionspartner auch immer :-)

(2540) Kralle
Sat, 3 September 2011 23:43:56 +0000

Hallo Herr Rupsch,
der Herr Doll hat vollkommen recht. Leider werden er und Stadtkewitz wohl nicht ins Abgeordnetenhaus gewählt werden, obwohl die beiden als Korrektiv im linken Berlin sehr nützlich wären. Die von Doll genannten Beispiele für Geldverschwendung ließen sich unendlich fortsetzen, aber von den linken Schlossgegnern wird natürlich immer nur gegen das "böse" Schloss gehetzt, obwohl das Geld tatsächlich an ganz anderer Stelle verprasst wird. Den meisten von uns ist z.B. leider nicht einmal klar, dass uns jene 26% Türken, die von Hartz4 leben, alleine um ca. 25 Milliarden Euro durch Hartz4-Kosten im Jahr schröpfen (nach Udo Ulfkotte). Hinzu kommt, dass ein nicht geringer Teil von diesen unseren Staat und die Gesellschaft ablehnt (wir haben ja alle keine "Ehre", wie es öfters mal in Neukölln zu hören ist). Warum fördert man nicht die Integrations-willigen? Aber wer auf so etwas aufmerksam macht ist ein Nazi und wer das Schloss wieder aufbauen will ist ein Fan von Wilhelm II. und Picklelhauben. So einfach ist die Welt in Berlin. Wer träumt da noch vom Schlüterhof?

(2539) Reinhard Rupsch
Wed, 31 August 2011 14:04:43 +0000

Von Marc Doll, Partei DIE FREIHEIT, Berlin-Mitte WK 1, bekam ich auf meine Anfrage bei Abgeordnetenwatch.de folgende Antwort:

Antwort von Marc Doll, 15.08.2011

Sehr geehrter Herr Rupsch,
als Historiker hätte ich mir einen originalgetreuen Wiederaufbau gewünscht, sowohl außen als auch innen, detailgetreu.
Wir geben für die unsinnigsten Sachen Geld aus, vernichten Milliarden in schwindelerregender Höhe in dem Fass ohne Boden namens EU, leisten uns eine ganze Integrationsindustrie und erlassen anderen Ländern großzügist Schulden in mehrfacher "Stadtschlosskosten-Höhe". Wenn es aber um unsere eigenen Belange geht, scheint meistens kein Geld vorhanden zu sein.

Die Hohenzollern haben Berlin und Deutschland maßgeblich geprägt wie kein anderer, was deren Schloss zu einem unverzichtbaren Kernstück der Stadt macht.
Es gibt kein deutlicheres Zeichen gegen die versuchte sozialistische Geschichtszerstörung als ein Wiederaufbau dieses geschichtsträchtigen Ortes. Es soll Bollwerk sein gegen alle Versuche, die deutsche Geschichte auf zwölf (sozialistische) Jahre zu reduzieren.

Viele Grüße
Marc Doll

(2538) Wendel
Wed, 31 August 2011 12:48:43 +0000

@ Herrn Ludwig:

Wir wollen am Ende mal sehen welches Schloss mehr Beachtung findet ;-) Während der Berliner Bau seine Gäste mit einem großzügigen neuen Museum einlädt, werden den Besuchern in Potsdam wohl die Türen des Landtages verschlossen bleiben. Ob man später überhaupt den Innenhof betreten darf bleibt noch abzuwarten. Politiker bleiben gern unter sich und fühlen sich ohne die gemeine Bürgerschaft in einem verriegelten Bauwerk sicherer.

(2537) Ernst Ludwig
Fri, 12 August 2011 07:58:59 +0000

Nur mal zur Information: Während in Berlin immer noch herumgestritten wird, geht es am Potsdamer Stadtschloß Schritt für Schritt voran. Das Erdgeschoß ist schon fast fertig.
Die SPD-Landesregierung dort macht den Berlinern Schwätzern etwas vor.

(2536) Kreuzberger
Thu, 11 August 2011 00:01:43 +0000

@Christian Wir sollten vielleicht froh sein, daß Stella das Rennen gemacht hat, denn diese modernistische Verfremdung war leider eine Vorgabe des Architektenwettbewerbs und andere Entwürfe waren weitaus haarsträubender ausgefallen.
Man kann jetzt nur noch hoffen, daß spätere Generationen diese stilistische Entgleisung irgendwann einmal korrigieren und deshalb sollten wir heute bereits darauf drängen, daß die geplante Parkhausarchitektur möglichst reversibel umgesetzt wird. Ich wette jedenfalls darauf, daß die zukünftigen anonymen Betonwüsten-Megastädte dieser Welt mit Neid auf solche historisch gewachsenen Metropolen wie Berlin schauen werden.

(2535) Christian
Mon, 8 August 2011 20:40:56 +0000

Den Wiederaufbau an sich finde ich eine tolle Idee, gerade in einer Stadt deren historisches Äußeres in solchem Maße gelitten hat.
Alles andere als toll finde ich aber den Plan des Architekten. Ich verstehe nicht warum man immer meint an einem perfekten Original rumpfuschen zu müssen. Warum braucht ein Bauwerk mit drei historischen Fassaden eine moderne Ostseite?? Diese Architekten sollen sich an anderer Stelle austoben, wo Ihre Architektur dazu passt.
Weil ich der Meinung bin, dass das Gebäude dadurch für immer verschandelt wird, bin ich noch am überlegen, ob ich spende.
Im übrigen bin ich der Meinung, dass unser Staat an vielen Stellen in diesem Land schon unsinniger Geld verbuddelt hat (wieviel kostet nochmal die BND-Zentrale?). Es wäre also auch kein Unding wenn ein bisschen Steuergeld in die Fassade fließt.

(2534) Kralle
Sat, 23 July 2011 23:53:26 +0000

@ BergischerBembel: Lass die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.
siehe: http://www.morgenpost.de/kultur/article1710046/Stadtschloss-Skandal-laesst-Verantwortliche-kalt.html

(2533) BergischerBembel
Fri, 22 July 2011 06:33:56 +0000

Es scheint nie Ruhe einzukehren!: http://www.morgenpost.de/kultur/article1708988/Stella-haette-nie-am-Wettbewerb-teilnehmen-duerfen.html
Kann das zum Problem für den Wiederaufbau werden?
Des weiteren verstehe ich nicht, wieso der Entwurf von Kühn/Malvezzi hier als zweit plaziert dargestellt wird. Meines Wissens nach, gibt es gar keinen Zweitplazierten?!?! Es gibt 3 Drittplazierte und einen Sonderpreis (eben dieser furchtbare Entwurf von Kühn/Malvezzi)!
Hoffenlich hat diese Diskussion bald ein Ende und der Wiederaufbau kann beginnen!!!

(2532) Ernst Ludwig
Thu, 21 July 2011 21:02:39 +0000

Auch nach 20 Jahren Diskussion kommen immer wieder die gleichen dümmlichen Sprüche von wegen "Schulen, Straßen usw."
Haben diese Leute schon einmal geschimpft über die 5000 Euro, die jeder Bürger, egal ob Säugling oder Greis, für Griechenland und die Euro-Rettung zahlen muß?
Wie sieht es denn mit der Milliarde für den unsinnigen BND-Neubau aus, für einen unfähigen Geheimdienst, der in aller Welt nur Mitleid erregt? Ein U-Boot weniger für die Bundesmarine und wir hätten das halbe Schloß.

(2531) Wendel
Thu, 21 July 2011 20:37:19 +0000

Hallo Herr Müller,

sagen Sie mir doch bitte kurz Bescheid, wenn Sie einen fehlenden Euro in Ihrer Brieftasche bemerken, der eindeutig auf den Neubau des Humboldt-Forums zurückzuführen ist.

Vielen Dank

Ralf Wendel

(2530) Kralle
Thu, 21 July 2011 18:21:47 +0000

@ Müller: In Polen hat man diese Diskussion nicht geführt. Dort hat ein gewisser Diktator namens Hitler das Warschauer Schloss sprengen lassen, nach 1945 war es selbst für eine kommunistische Regierung eine Selbstverständlichkeit, das Schloss zu rekonstruieren, obwohl das ganze Land in Trümmern lag und es vermeintlich andere "Prioritäten" hätte geben müssen. In Berlin hingegen soll nach dem Willen einiger linker "Gutmenschen" eine primitiver roter Bilderstürmer namens Ulbricht in Berlins Mitte für immer das lezte Wort haben, weil man das Geld ja besser für höhere Hartz-4-Sätze, gemeinsame Euro-Bonds, muslimische Migranten oder die "Bildung" (klingt ja immer gut) stecken könnte. Würde man diesen schwachsinnigen Argumenten nachgeben, wäre das Schloss in zweihundert Jahren noch nicht wieder aufgebaut !!

(2529) BergischerBembel
Thu, 21 July 2011 16:43:52 +0000

@R. Müller: Und die wären??

Und jetzt kommen Sie nicht wieder mit dem Thema "Schulen sanieren" oder die "armen Hartz IV Empfänger"!!! Ich zahle gerne meine Steuern für das Schloss. Darüber hinaus habe ich bereits mehrfach gespendet!

(2528) Rubert Müller
Thu, 21 July 2011 14:51:20 +0000

Doch wir zahlen als Bürger die Zeche. Wie Naiv ist das denn, daß wir als Bürger davon nichts merken. So ein Bauvorhaben wird nicht mehr benötigt. In Deutschland haben wir andere Projekte notwendiger.

R. Müller

(2527) Ralf Wendel
Wed, 20 July 2011 21:32:56 +0000

@ Frau/Herrn Wagner


Sie haben das mit den 80 Millionen offenbar nicht so ganz verstanden. Dieses Geld ist für die historisch barocken Fassaden vorgesehen und wird komplett aus freiwilligen Spendengeldern aufgebracht. Und NEIN, dieses Geld kann man NICHT viel besser für andere Dinge ausgeben, weil es zweckgebundene Spenden sind! Dieses dümmliche Argument kann ich auch bald nicht mehr hören. Der einzelne Steuerzahler wird von den Kosten für das Humboldt-Forum nicht das geringste spüren. Würde der gemeine Bürger um die Erlaubnis für jedes größere Bauprojekt gefragt werden müssen, so hätten wir in Deutschland ziemlich sicher einen Stillstand. Weil ein jeder denkt, daß ihm sein gutes und liebes Geld geklaut wird. - Fragen Sie sich lieber mal warum der Neubau der BND-Zentrale, der ja nun architektonisch in keiner Weise ansehnlich ist, mehrere 100 Millionen Euro teurer ist als das zukünftige Schloss.

(2526) Jan Wellem
Wed, 20 July 2011 14:39:32 +0000

stimmt es, dass sich die rampe zum kellergeschoss dort befinden wird, wo sich damals die schlossapotheke befand?


(2525) Kreuzberger
Mon, 18 July 2011 20:41:58 +0000

80 Mio Euro! Stimmt, von dem Geld könnte man ebensogut 80 Mio Sonderausgaben des Berliner Extrablatt drucken und an alle Bundesbürger verteilen, um ihnen mitzuteilen, daß diese 80 Mio nun fehlen und das Schloß jetzt doch nicht gebaut werden kann.

(2524) Wagner
Mon, 18 July 2011 13:15:43 +0000

Mir hat es in der Humboldtbox sehr gut gefallen, vor allem, dass auch die ganze vorgeschichte des Stadtschlossee aufgezeigt wurde.
Jedoch bin auch geteilter Meinung, ob man das Stadtschloss wieder aufbauen sollte. Den einerseits ist es für Berlin eine kulturelle Sehenswürdigkeit, aber andererseits kostet der Wiederaufbau den Steuerzahlern 80 Millionen Euro, dieses Geld könnte man auch in andere Bereichr der Politik stecken, z. B. in die Bildung

(2523) Rolf
Sat, 16 July 2011 16:34:14 +0000

@ Ernst Ludwig: Mach dir keine Hoffnung, Anfragen in diesem Gästebuch werden leider nie beantwortet, musste ich auch schon mal erfahren. Am besten direkt anrufen.

(2522) Ernst Ludwig
Fri, 15 July 2011 17:52:34 +0000

Seit meiner Anfrage betreffs der verschwundenen Millionen sind drei Tage vergangen. Ich finde es keine Kleinigkeit, wenn Spender unermüdlich Gelder aufbringen und dann drei Millionen mir nichts dir nichts aus der Bilanz verschwinden. Was ist da los?