Die Standbilder der Oranierfürsten der Lustgartenseite

v. l. n. r.: Willem I., der Schweiger; Moritz; Friedrich Heinrich; Willem III

Mit dem Fortschreiten der Bauarbeiten am Berliner Schloss – Humboldt- Forum wächst auch das Interesse an der Entwicklung des Schlossumfeldes. Beim offenen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb „Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum“ gewann bbz landschaftsarchitekten 2013 den 1. Preis. Die Wettbewerbsjury hob positiv hervor, „dass die Ausbildung der Freiräume eine optionale Rückkehr der historischen Skulpturen und Objekte an ihren ursprünglichen Ort in Zukunft nicht ausschließt“. Inzwischen finden lebhafte Diskussionen über die Rückführung des Neptunbrunnens an die alte Stelle auf dem Schlossplatz und das Aufstellen der Rossebändiger vor dem Portal IV an der Lustgartenseite statt. Erst in jüngster Zeit wird nun auch über die Rückkehr der Standbilder der Oranierfürsten gesprochen, die die Balustrade an der Lustgartenseite des Schlosses schmückten. Dies ist besonders begrüßenswert, denn es handelt sich hier um fünf hochinteressante Skulpturen, die zusammen mit den Rossebändigern und
der Adlersäule das Bild dieser Seite des Schlosses prägten.

Fünf bronzene Standbilder der Fürsten aus dem Hause Oranien

Am 19. Mai 1907 ließ Kaiser Wilhelm II. auf der Balustrade der Terrassenanlage an der Lustgartenseite des Berliner Schlosses fünf bronzene Standbilder der herausragendsten Fürsten aus dem Hause Oranien errichten. Diese Fürsten spielten eine entscheidende Rolle im Kampf für Religionsfreiheit, im Befreiungskrieg der Niederländer gegen die Spanier, sowie in der Aufbauphase der Niederlande als unabhängige Nation.

In Albert Geyers „Geschichte des Schlosses zu Berlin – Vom Königsschloss zum Schloss des Kaisers (1698-1918)“ ist zu lesen: Der Kaiser tat das nicht nur des künstlerischen Schmuckes wegen, sondern um, gleich dem Großen Kurfürsten, der die von Franz Dusart gefertigten Marmorstandbilder von Wilhelm I., Moritz, Friedrich Heinrich und Wilhelm II. im Lustgarten des Stadtschlosses in Potsdam aufstellte, ein geschichtliches Zeugnis für die Verbundenheit der Häuser Hohenzollern und Oranien abzulegen und pietätvoll zu kennzeichnen, dass die ganze Geschichte, alle Freuden und Leiden und alle Erfolge der beiden Dynastien einst in engster persönlicher Verknüpfung sich vollzogen haben, die auch allen kommenden Geschlechtern gegenwärtig bleiben soll.

Der Kaiser beschäftigte sich intensiv mit den Vorbereitungen der Standbilder. Er stellte persönlich Entwürfe und Kostümstudien her, die den Künstlern als Anhaltspunkte für ihre Arbeiten übergeben wurden.

Nachtaufnahme der Lustgartenfront mit Oranierfürsten

Wilhelm I von Oranien, im Winter 1945/46 vom Sockel gestürzt und danach eingeschmolzen

Die Standbilder im Überblick

Ein Überblick der Standbilder und Künstler sieht wie folgt aus:

  • Prinz Wilhelm von Oranien
    (1533–1584), „Der Schweiger“
    und der niederländische „Vater
    des Vaterlandes“; von Professor Walter Schott (1861–1938).
  • Prinz Moritz (1567–1625), Sohn von Wilhelm I.; von Martin Wolff (1852–1919).
  • Prinz Friedrich Heinrich (1584–1647), Sohn von Wilhelm I. , Vater von Louise Henriette von Oranien und somit Schwiegervater des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg; von Professor Adolf Brütt (1855–1939).
  • Prinz Wilhelm II. (1626–1650), Sohn von Friedrich Heinrich; von Prof. Wilhelm Haverkamp (1864–1929).
  • Prinz Wilhelm III. (1650–1702), Sohn von Wilhelm II und ab 1689 auch König von England; von Heinrich Karl Baucke (1875–1915).

Die Standbilder standen in der Mitte Berlins und waren Zeugen bewegter Episoden der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Sie bildeten einen Teil der Kulisse, vor der die Mobilmachung der Streitkräfte 1914, die Ausrufung der „Freien sozialistischen Republik Deutschland“ 1918 durch Karl Liebknecht, die Massenveranstaltungen der Nazis in den 1930er Jahren, die Aufstellung der Olympischen Flamme 1936 und der Einmarsch der Russen 1945 stattfanden.

Willem II

Das Los der Standbilder nach dem Zweiten Weltkrieg

Das Ende des Zweiten Weltkrieges war auch der Anfang vom Ende der Standbilder. Das Standbild von Prinz Willem II. stand vorerst noch bis circa 1950 nahezu unbeschädigt auf seinem Sockel. Das Standbild des Prinzen Wilhelm von Oranien lag bei Kriegsende beschädigt am Boden. Die Standbilder von Friedrich Heinrich und Wilhelm III./William III. waren wahrscheinlich schwer beschädigt. Soweit bekannt, wurden diese Standbilder bzw. was davon übrig geblieben war, zu Beginn der 1950er Jahre eingeschmolzen.

Das nur leicht beschädigte Standbild von Prinz Moritz lag bis 1950 am Straßenrand. Danach war es verschollen. Erstaunlicherweise tauchte es aber nach der Wende wieder auf in Berlin-Buch. Gegenwärtig befindet es sich im Depot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam.

Die Zweitgüsse in London, Wiesbaden und Apeldoorn

Nicht allgemein bekannt ist, dass Kaiser Wilhelm II. von drei Oranierstandbildern nicht ein, sondern zwei Exemplare gießen lies. Das erste Duplikat, und zwar vom Standbild des Prinzen Wilhelm III, der als William III. ab 1689 auch König von England war, fand seinen Weg nach England.

In einem am 25. Dezember 1906 aufgegebenen Telegramm hatte Wilhelm II. bei seinem Onkel König Edward VII. nachfragen lassen, ob für einen Abguss der Statue in England Verwendung bestünde. Edward VII. antwortete: „As you so generously propose to give a replica of the statue I need hardly say how much it will be appreciated in England“.

Das Standbild bekam 1907 einen schönen Platz beim Ostflügel von Kensington Palace in London, wo es noch immer zu besichtigen ist. Zu seinem 100. ‚Geburtstag‘ 2007 wurde es aufwendig gereinigt und konserviert.

Am 5. Mai 1908 wurde ein Duplikat des Denkmals des Prinzen Wilhelm von Oranien als Geschenk Kaiser Wilhelms II. vor der Marktkirche in Wiesbaden (Hauptstadt von Nassau, der Heimat des Prinzen) eingeweiht. Bei der Übergabe des Standbildes seines „oranischen Ahnherrn“ an den Oberbürgermeister verlas der Kaiser selbst die Festrede. Um einen geeigneten Platz für das Geschenk zu finden, hatten die Wiesbadener zuerst ein lebensgroßes Modell des Standbildes aus Holz und Pappe gebaut. Auf der Suche nach dem besten Platz waren sie durch die ganze Stadt gezogen. Ausschlaggebend für den Platz vor der Marktkirche war letzten Endes jedoch die persönliche Entscheidung des Kaisers. Auf seinem ersten Deutschlandbesuch nach seiner Krönung besuchte König Willem-Alexander der Niederlande im Juni 2013 Wiesbaden und wurde da vor dem Denkmal mit Königin Máxima und seinen deutschen Gastgebern fotografiert.

S.M. König Willem Alexander und Königin Maxima in Wiesbaden vor der Kopie des Standbilds von Willem I

Noch vor der Enthüllung in Wiesbaden hatte am 13. Dezember 1907 die Enthüllung des Zweitgusses des Standbildes von Prinz Friedrich Heinrich vor dem Schloss Huis ten Bosch in Den Haag in Anwesenheit von Mitgliedern des niederländischen Königshauses und dem deutschen Botschafter stattgefunden. Die Aufstellung des Standbildes wurde von den Niederländern sorgfältig vorbereitet. So fragte die Niederländische Gesandtschaft in Berlin per Brief vom 17. Juli 1907 beim Oberhofmarschallamt nach den Abmessungen und dem Gewicht des Standbildes und aus welchem Material es gefertigt sei. Auch wurde gefragt, ob ein Sockel Bestandteil des Geschenks sei. Am 20. Juli 1907 wurde das Schreiben beantwortet. Dabei wurde unter anderem erwähnt, „dass der Podistal [Sockel] für die Statue vorhanden und im Geschenk mit einbegriffen ist.“ Königin Wilhelmina der Niederlande, eine Cousine des Kaisers, freute sich sehr über das Geschenk ihres Vetters. In einem Brief vom 31. Januar 1908 schrieb sie ihm: „Ich habe mich sehr gefreut, aus Deinem Telegramm zu ersehen, dass der Platz, den ich der Statue Friedrich Heinrichs gegeben habe, Dir gefällt; ich sehe dieses prachtvolle Geschenk fast täglich bei meinen Ausfahrten und erfreue mich jedesmahl [sic] aufs neue daran.“ Heute ist das Standbild von Prinz Friedrich Heinrich im Garten des Schlosses Het Loo in Apeldoorn, Niederlande, zu besichtigen.

Der Sockel ist übrigens mit der darauf montierten bronzenen Texttafel identisch mit dem Original, das auf der Balustrade am Lustgarten stand. Dies steht im Gegensatz zu den Standbildern in London und Wiesbaden, für die eigens Sockel und Text entworfen wurden.

Die beiden Rossebändiger von Peter Jacob Clodt von Jürgensburg, die auf der Anitschoffbrücke des Newskiprospekts in St. Petersburg stehen, waren ein Geschenk von Zar Nikolaus I. an den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Ihre Spitznamen in Berlin: „Der behinderte Fortschritt“ und „Der beförderte Rückschritt“. Hony soit qui mal y pense!

Die Miniaturen der Standbilder

Zu ihrem 27. Geburtstag am 31. August 1907 machte Kaiser Wilhelm II. der niederländischen Königin Wilhelmina ein besonderes Geschenk. Der Kaiser hatte von den Standbildern der fünf Oranierfürsten verkleinerte Repliken (aus Bronze) anfertigen lassen. Diese Bronzestatuetten sind etwa 50 cm hoch und auf kubusartigen Sockeln montiert, an deren Vorderseite eine Tafel mit Namen, Lebensdaten und Wahlspruch des jeweiligen Fürsten angebracht ist. Heute befinden sich die Bronzestatuetten im Besitz der Stiftung Historische Sammlungen des Hauses Oranien-Nassau in Den Haag, Niederlande.

Zu Weihnachten 1906 hatte König Edward VII. bereits eine solche Bronzestatuette des Prinzen Wilhelm III./König William III. geschenkt bekommen.

Die Rückkehr der Standbilder nach Berlin

Ob die Standbilder der Oranier in Zukunft wieder an ihre alte Stelle zurückkehren können, hängt vor allem davon ab, welche Entscheidungen über die endgültige Gestaltung des Schlossumfeldes getroffen werden. Wenn die Entscheidung über die Rückkehr der historischen Skulpturen und Objekte an ihren ursprünglichen Ort positiv ausfällt, ist es technisch möglich, auch die Oranierfürsten zurückkehren zu lassen. Das Standbild von Prinz Moritz kann problemlos restauriert werden. Von den Standbildern des Prinzen von Oranien, Friedrich Heinrichs und Wilhelms III./William III. gibt es Zweitgüsse in Originalgröße, die als Grundlage für einen Formguss dienen können. Das Standbild von Prinz Wilhelm II. kann anhand der Bronzestatuette und der vielen verfügbaren Fotos rekonstruiert werden. Das Original der bronzenen Texttafel des sich in Apeldoorn befindenden Standbildes von Prinz Friedrich Heinrich kann als Modell benutzt werden, um die anderen Texttafeln anzufertigen.

Es wäre fantastisch, wenn die Lustgartenseite des Berliner Schlosses wieder mit allen historischen Skulpturen und die Terrassenanlage in altem Glanz erstrahlen könnten. Die Standbilder der Oranier-Friedrich Heinrich in Apeldoorn/NL Willem II, Kensington Palace, London fürsten würden dann nicht nur ein geschichtliches Zeugnis für die Verbundenheit der Häuser Hohenzollern und Oranien ablegen, sondern vor allem Symbol für die enge Freundschaft zwischen Deutschland und den Niederlanden in einem vereinten Europa sein.

Friedrich Heinrich in Apeldoorn/NL

Willem II, Kensington Palace, London

  • Uwe Parakenings

    Die Rückkehr der Standbilder der Oranierfürsten wäre vorbildlich, da sie den europäischen Charakter der Stadt Berlin widerspiegeln. Die Fürstenlinie reichte weit in die Niederlande herein. Alte vergessene Zusammenhänge werden ersichtlich.

  • Horst Schuster

    Die Rückkehr dieser Standbilder wäre eine Katastrophe.
    Die Forderung überhaupt aufzustellen, ist politisch gefährlich, weil sie den ohnehin längst noch nicht entschiedenen Kampf um die Lustgartenterrassen OHNE Standbilder gefährdet.
    Wir erinnern uns daran, dass wir hier NICHT das „Preussenschloss“ wieder aufbauen sondern einen „städtebaulich wichtigen Barock-Bau“und daran, dass wir in einer parlamentarischen Demokratie leben, in welcher der Adel per Gesetz abgeschafft ist.
    Im aufgeklärten und traditionell linken Berlin war es schon schwierig genug, dass Barockschloss durchzusetzen. Der „große Kurfürst“, der kunsthistorisch weitaus bedeutender ist als die „Oranier“, wurde von Berliner Senat schon effektiv verhindert.
    Welche Chance sollen also fünf alberne Puppen mit Hut haben, die einem lächerlichen Rückgriff auf Revanchismus und reaktionärer „Adels-Idylle“ gleich kommen?!
    Augenmaß, liebe Schloss-Freunde! Augenmaß!!!
    Wenn die Schlossterrasse überhaupt gebaut wird, wäre das schon ein großer Gewinn! Wenn die „neutralen“ Rossebändiger dort wieder hin kämen, wäre der Gewinn noch größer (auch dagegen gibt es erbitterten Widerstand) – von der Adlersäule ganz zu schweigen. Auch die Rückkehr des Neptunbrunnen wäre wichtig und hat einflussreiche Gegner – wie etwa die Stadtbaurätin, Frau Lüscher.
    Es gibt noch viel zu erkämpfen und die politisch irrwitzige Forderung nach den Oranier-Fürsten ist vor dem Hintergrund, dass es sich um politischen Sprengstoff handelt, einfach nur bescheuert.

  • Jérôme Mann

    Traditionell linkes berlin. Sie sind auf jedenfall KEIN gebürtiger Berliner. Sorry. Bla bla bla

  • Claudius Alexander Bock

    Was ist denn mit den alten Statuen der Siegesalle ? Wann werden die denn wieder aufgestellt ?

  • Horst Schuster

    Hier geboren und aufgewachsen. Und im Palast der Republik einige schöne Erinnerungen meiner Kindheit gesammelt – und trotzdem für den Wiederaufbau des Schlosses…
    Wie man Herkunft und politische Schubladen verknüpfen kann, bleibt rätselhaft.
    …aber „Links“ heißt in meinem persönlichen Kontext wohl eher vernünftig, verfassungstreu oder demokratisch.

  • Paul Horst Tribbels

    Das Schloß ist ein Deutsches ja ein Europäisches Projekt,nicht einer Sache der Stadt Berlin.Die Linken können sich ja nach Mahrzahn verziehen!!!!

  • Horst Schuster

    Genau! Aus diesem Grunde ist es eben auch kein Schloss der Oranier. 😉
    …und auf meine Herleitung, dass diese Forderung einfach unklug ist und viele andere wichtige Details – u.a. den Neptunbrunnen – gefährdet, sind sie beide nicht eingegangen.

  • Stadtbild Deutschland e. V.

    Die Wiederaufstellung ist in jedem Fall begrüßenswert. Der reiche Fassadenschmuck würde dadurch noch wundervoller!

  • Tim Alexander

    Wenn es Linke stört, muss man es erst Recht machen. Her mit den Fürsten.

  • Uwe Dortmund

    Nachvollziehbar wäre ja womöglich die Ansicht, dass man zeitversetzt solche einzelnen Abschnitte realisiert, um das Ziel einer Gesamtrealisierung letzten Endes zu ermöglichen.
    Aber diese Symbolik der Beziehungen zu den Niederlanden ist mir aus deutsch-niederländischer Perspektive ehrlich gesagt nicht irrwitzig.
    Eher Respekt für die kulturellen und handelstechnischen Beziehungen mit den Niederlanden als Handels- und Seefahrernation.
    Wäre doch kompatibel mit einem Museum über die „Weltkulturen“?
    MfG

  • Angelo Noatsch

    Diese politische Korrektheit ist echt nervig. Ich würde es noch verstanden, wenn es sich um Hakenkreuze oder DDR-Embleme handeln würde…

  • Martin Köhm

    Der Adel als solcher ist keineswegs abgeschafft, nur seine Vorrechte. Und wesentliche Figuren unserer Geschichte, positiver wie negativer Art, sind nun mal Adlige, ob einem guten Demokraten das paßt oder nicht. Die Durchsetzbarkeit steht auf einem anderen Blatt.

  • Horst Schuster

    Versteht hier irgend jemand meinen Beitrag?
    Bitte nochmal lesen. Es geht um maßvolle Argumentation und Forderungen mit Augenmaß. Vor den Oraniern gibt es wichtigere Ziele: Terrassen, Neptunbrunnen, Rossebändiger, Adlersäule. Auch das Schloss in seiner von Franco Stella projektierten Form ist ja noch nicht einmal sicher: der Verzicht auf die innere Fassade von Portal III wird gerade ernsthaft diskutiert, weil Spendengelder fehlen. Außerdem fehlen im Entwurf noch alle Skulpturen auf dem Dachgesims, sowohl über den Aussenportalen als auch überm Schlüterhof…
    Es ist also noch lange nicht an der Zeit, über die Oranier überhaupt nachzudenken.
    Im Gegenteil, dieser politisch bedenkliche Wunsch gefährdet die Position der Schlossbefürworter für alle o. g. Etappenziele.
    Es geht hier NICHT darum, OB irgendjemand die Oranier will oder nicht.
    Diese Forderung ist so dumm, weil sie zur falschen Zeit kommt und mehr von dem bereits Erreichten zerstört, als sie dem Schloss nützt.

  • Sebastian Prill

    dann frage doch mal die projektplaner die hätten ebenso die Vorderseite genauso wie die hinter Seite gestalten sollen das zum Thema ddr ist das gleiche fnz wie die brd

  • Sebastian Prill

    Wer das preussen schloss baut wird sich der preussen bedienen. punkt

  • Alexander Sebastian Stein

    Als das Schloss beschlossen wurde war das Geld auch noch nicht da. Warum dann nicht weitere Pläne schmieden und auch das Umfeld entsprechend zu entwickeln? In diesem Zusammenhang gibt es keine Forderung zur falschen Zeit! Übrigens: Her mit den historischen Domkuppeln!

  • Arn Praetorius

    Es geht bei den Oranierfürsten um verschiedene Aspekte, die
    wir auseinander halten sollten:
    Was ist heute innerhalb des gedeckelten Budgets des
    Bundes, des Landes Berlin und auch des
    Fördervereins Berliner Schloss finanzierbar? die Oranierfürsten sicher nicht.
    Wie ist das
    Schlossumfeld zu gestalten? Soll das Schloss auf einer abweisenden, minimalistisch kargen, schmucklos modernen Steinfläche
    stehen , oder eingebettet sein in ein Umfeld, das in Stilmitteln und bedeutungsvollen
    Objekten historische Bezüge wieder lebendig macht? Dann gehören ebenso wie der
    große Kurfürst, die Rossebändiger, St. Georg und der Neptun­brunnen auch die Oranierfürsten mit Lustgarten-Terrassen
    wieder an ihren alten Platz, zumal das technisch möglich ist.
    Warum gehören auch die Oranierfürsten wie die
    anderen Standbilder und Brunnen im Grunde wieder an ihren alten Platz? einfach deshalb,
    weil sie nicht nur den Raum optisch gestalten, sondern weil sie Geschichte wieder
    lebendig machen, weil es anregend ist, beim Flanieren durch Berlin auch auf positive
    Beispiele der europäischen Geschichte zu stoßen, hier z. B. die Geschichte
    eines deutschen Fürstenhauses, die Geschichte der niederländischen Freiheitskriege
    und Staatsgründung, die enge Verbundenheit
    der Niederlande mit Brandenburg und Preußen.
    Die Realisierungen hängen in jedem Falle davon
    ab, wann und von wem auch immer, die Restaurierungen bzw. Versetzungen finanziert werden. (Vielleicht
    möchte auch der niederländische Staat dafür ein Schärflein spenden?)
    Natürlich können wir als Öffentlichkeit jetzt
    und ohne salamitaktische Spielchen über alles reden. Da sollte es keine Tabus
    geben. Dieser Meinungsbildungsprozess braucht Zeit, als ein längerer dialektischer
    Streit ohne Polemik.
    Arn Praetorius

  • Michael Wolff

    wenn Deutschland sich seiner Geschichte nicht mehr schämt.

  • Claudius Alexander Bock

    Also nie 🙁

  • Bert-Jan van Egteren

    Ohne diese Prinzen von Oranien waere ein wichtiger Teil des Kunstbestandes der Bundesrepublik nicht gewesen. Dank der Oranischen Erbschaft gibt es in verschiedene Museen in Deutschland noch immer weltberuemte Kunstwerke die dank dieser Erbschaft nach Deutschland gelangen. Aus (kunst)historischen Standpunkt ist es sowiso interessant, sich mal mit den Oraniern zu befassen …Wilhem I Prinz von Oranien, war Graf von Nassau, in Dillenburg geboren und hatte ‚Deutsche‘ Eltern. Seine Soehne Moritz und Friederich Heinrich waren bzw auch Deutsch (Mutter war Anna von Sachsen) und halb-Deutsch (Mutter war Louise de Coligny) Bei Wilhelm II, Sohn von Friederich Heinrich und Amalia von Solms-Braunfels ist interessant das er verheiratet wurde mit Maria Stuart, Prinzessin von England, Tochter von Charles I von England und Henrietta Maria von Frankreich. Deren Sohn Wilhelm III von Oranien wurde Koenig von England weil er zum Teil der Sohn einer englischen Prinzessin war und ausserdem verheiratet war mit Mary Stuart, Prinzessin von England und die Tochter von Koenig James II von England und Anne Hyde. Das die Hohenzollern, durch die heirat von Louise Henrietta von Oranien mit Friederich Wilhelm, Kurfuerst von Brandenburg letztendlich 3/4 des Oranienbesitzes in der damaligen Republik der Sieben Vereinigten Niederlanden erbten und das Friederich der Grosse die bedeutensten Kunstwerke im 18. Jahrhundert nach Potsdam und Berlin verschlepte was zum obengenannten Resultat des Deutschen Kunstbesitz fuehrte.
    Mal anders gesagt: man hat den Adel nichtsdestotrotz einiges zu verdanken.
    Bert-Jan van Egteren, Amsterdam

  • Bert-Jan van Egteren

    Natuerlich Verstehe ich ihren Beitrag, der mir sehr Politik Korrekt vorkommt.
    Ich bin aber der Meinung, das wenn etwas rekonstruiert werden kann, man dies auch machen sollte. Schau mal am Deutschen Eck bei Koblenz, doch toll dieser Kaiser Wilhelm auf dem Pferd….