Häufige Fragen zu Schloss und Humboldt Forum

Wolfgang Thierse zum Streit um das Einheits- und Freiheitsdenkmal am Berliner Schloss

18. Januar 2017

In jüngster Zeit fand ein intensives Gespräch zwischen Wolfgang Thierse (SPD), dem früheren Bundestagspräsidenten und maßgeblichem Förderer des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses, und Wilhelm von Boddien statt. Es ging um den Bau des bisherigen Entwurfs für das Einheits-und Freiheitsdenkmal auf dem Sockel des früheren Nationaldenkmals Kaiser Wilhelms I. gegenüber dem Kuppelportal des Schlosses.

Dessen Entwurf wurde vor einiger Zeit vom Haushaltsausschuss des Bundestags in seiner bisherigen Ausführung als bewegliche Waage in Frage gestellt. Nun soll Ende Januar im Kulturausschuss des Bundestags das Thema erneut aufgegriffen werden. Wir halten es deswegen für wichtig, mit der inhaltlichen Widergabe dieses Gesprächs einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte zu leisten, indem wir Wolfgang Thierse hier die Gelegenheit geben, seinen Standpunkt zu verdeutlichen:

Wolfgang Thierse ist empört, dass der Beitrag der Ostdeutschen zur Freiheits- und Demokratiegeschichte Deutschlands, nämlich die friedliche Revolution, keinen angemessenen Ort der Erinnerung und Würdigung finden darf. Er hält das, zumal in der Art der Abläufe, für einen Ausdruck von Verachtung dieser geschichtspolitischen Leistung. Das Finanzargument gegen die Waage sei als vorgeschoben erwiesen und durch die Entscheidung des Haushaltsausschusses, wilhelminische Kolonnaden mit über 18 Mio. Euro zu finanzieren, Lügen gestraft. Das baureife und baugenehmigte Denkmal ist dagegen billiger, es läge nur etwas über dem ursprünglichen Finanzplan. Die Mehrkosten seien nicht auf das Denkmal selbst zurückzuführen, sondern u.a. auf die Sockelinstandsetzung, auf die Bergung des Mosaiks und die Umsiedlung der Fledermäuse.

Bei dem geplanten Denkmal handele es sich nicht um ein Einheits-Denkmal. Es soll vielmehr ein Denkmal für die friedliche Revolution in der DDR im Jahre 1989 sein, die zur Freiheit der Deutschen in der DDR führe und zur Wiedervereinigung Deutschlands.

Diese wurde vor allem mit dem von der frei gewählten Volkskammer beschlossenen Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland autonom vollzogen, während es im Westen vielfältige Stimmen dazu gab, von einer Österreichlösung bis zu Vorschlägen bedeutender Politiker der EU, am besten seien doch weiterhin zwei Deutschlands. Er betont damit die einmalige Leistung der Volkskammer, auch gegen den DDR-internen Widerstand der SED-Nachfolgeorganisationen diesen Beschluss durchzusetzen.
Mit dem Denkmal gelte es, diese friedliche Freiheitsbewegung der Bürger der DDR zu würdigen. Die Symbolik der Waage stünde genau dafür: Bürger, die sich bewegen und einigen, können Großes erreichen!

Der Beitrittsbeschluss wurde in der Volkskammer im Palast der Republik beschlossen. Palast und Volkskammer existieren nicht mehr, deswegen sollte das Denkmal in unmittelbarer Nähe zur Volkskammer errichtet werden. Dafür bietet sich der Sockel des früheren Nationaldenkmals Kaiser Wilhelms I. an, der dadurch eine neue Deutung erfährt. Ein anderer Ort in Berlin kann dem nicht gerecht werden. Das Brandenburger Tor z.B. steht zwar auch für die Einheit, aber vor allem als Symbol der Teilung, des Fackelmarsches der SA am 30. Januar 1933, als Siegesdenkmal für die Schlacht von Sedan und ist wegen der vielen Ereignisse, die in seinem Schatten standfanden als Denkmal für dieses einzigartige Ereignis nicht geeignet. Ebenso sei der Potsdamer Platz viel zu beliebig, dann könne man dieses Denkmal ja gleich in Bonn gebaut werden – da man ja in der alten Bundesrepublik wohl auch zu Meinung neige, ohne die Politik Kohls hätte es nie eine Wiedervereinigung gegeben.

Deswegen ist die Wiedererrichtung der aus der Kaiserzeit stammenden Kolonnaden mit dem Gedanken der Erinnerung an die friedliche Revolution von 1989, die beides, Freiheit und Einheit erreichte, nicht vereinbar. Im Gegenteil: Die Wiedererrichtung eines wilhelminischen Baudenkmals wäre geschichtspolitisch geradezu fatal!

Besonders missverständlich ist die in der Öffentlichkeit kursierende Version, die Waage als „Wippe“ zu bezeichnen, um damit Mehrheitsbeschlüsse zu symbolisieren. Nicht wechselnde Mehrheiten in der Demokratie würden durch die Waage symbolisiert.

Thierse sprach von einem Symbol ausdrücklich für die Freiheitsbewegung in der DDR, angefangen mit den Montagsgebeten und über die immer größer werdenden Demonstrationen in Leipzig, dann in Berlin (am 4. November 1989 zog die größte Demonstration der DDR-Geschichte an diesem Ort vorbei) und schließlich in der ganzen DDR, die das SED-Regime friedlich zur Aufgabe zwang. Die Waage symbolisiere diese Bewegung und das schließlich erfolgreiche Übergewicht der Freiheitsbewegung in der DDR, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es gelte diesen Begriff deutlich zu kommunizieren und nicht durch den Begriff der „Wippe“ zu lächerlich zu machen.

Wolfgang Thierse verweist auf den jüngst erfolgten Beschluss des CDU-Parteitages mit der Aufforderung, das Denkmal zu bauen, wie es die beiden Bundestagsbeschlüsse verlangt hatten. Er verweist ebenso auf die im Januar anberaumte Sitzung des Kulturausschusses zu diesem Thema.

Zur Politik des Haushaltsausschusses empört sich Thierse. Selbst wenn der Beschluss zum Bau der Kolonnaden über das Haushaltsgesetz Rechtskraft erlangt haben sollte, stünden dem zwei Plenarbeschlüsse des Bundestags zum Bau des Denkmals mit gleicher Rechtskraft entgegen. Der neue Beschluss habe die entscheidende Schwäche, dass er in Konkurrenz zu dem ursprünglichen Beschluss stehe, ohne dass sich dazu die zuständigen Ausschüsse des Bundestags oder gar der Bundestag selbst damit befasst hätten. Thierse sprach von einem handstreichartigen Vorgang gegen die „Kleiderordnung“ des Bundestags, der so nicht hinnehmbar sei.

Er setze auf den Bundestag, hier eine klarstellende Entscheidung herbeizuführen, also dem CDU-Parteitagsbeschluss zu folgen.

 

Dieser Text wurde aus dem Gedächtnis protokolliert und von Wolfgang Thierse autorisiert.

Wilhelm von Boddien

Neukalkulation der Kosten der historischen Fassaden

Im August 2015 erfuhren wir vom Bauherrn, der Stiftung Berliner Schloss-Humboldt Forum, dass der Deutsche Bundestag davon ausgeht, dass alle Kosten der historischen Fassaden aus Spenden finanziert würden. Seit 2002 sind wir jedoch immer davon ausgegangen  (und das war auch unser Angebot), dass wir nur den Sandstein finanzieren würden, einbaufertig gestaltet, denn ein moderner Bau würde schließlich auch eine Fassade erhalten müssen. Damals kannten wir natürlich noch nicht die Kosten des Wandaufbaus des Schlosses, da eine baureife Fassadenplanung noch nicht vorlag.

Diese ist erst seit Fertigstellung der Bauplanung 2011 und den sich daraus ergebenden, aktuellen Ausschreibungsergebnissen bekannt: Die Wand wird aus dreieinhalb Millionen Ziegelsteinen von Hand aufgemauert, in die die Sandsteinelemente eingelegt werden. Das Berliner Schloss wird der größte seit Kriegsende in Deutschland errichtete Ziegelbau. Sie können dies täglich seit April 2015 über die Webcam beobachten. Dieser konservative Wandaufbau in Handarbeit ist erheblich teurer als eine moderne Fassade aus industrieller Fertigung.
Erst nach dem Baubeginn der historischen Fassade im April 2015 erfuhren wir weitere Einzelheiten. Daraus ergaben sich neue Fragen nach deren tatsächlichen Mehrkosten. Diese wurden im September 2015 vom Bauherrn ausführlich und zufriedenstellend beantwortet.

Der Bauherr hatte die historischen Fassaden sehr kostenbewusst ausgeschrieben. Die durch diese Art der Bauausführung eigentlich zu erwartende Preiserhöhung bei den historischen Fassaden gegenüber den bisherigen Annahmen mit Auswirkungen auf die Gesamthöhe der benötigten Spenden fiel relativ gering aus. Wegen der Unklarheiten zum Wandaufbau 2002 hatten wir dafür schon damals Reserven und ebenso für mögliche Preiserhöhungen in unserer Kalkulation gebildet. Mit der Auflösung dieser Reserven konnten die Preiserhöhungen zu großen Teilen aufgefangen werden.

Schließlich verständigten wir uns mit dem Bauherrn darauf, dass jetzt per Ende September noch Spenden in Höhe von 55 Millionen Euro für die historischen Fassaden, die Kuppel und die drei Innenportale benötigt würden. Diese Zahl entstand aus dem Saldo der Kosten der historischen Fassaden zu den Kosten der Stella-Fassaden. Er wurde aus der Kostendifferenz der beiden Fassadentypen pro Quadratmeter ermittelt und auf die Gesamtfläche der historischen Fassaden übertragen. So entstand der vorgenannte, aktuelle Spendenbedarf in unserer Grafik.

Damit sind alle bisherigen kalkulatorischen Reserven erschöpft, so dass zukünftig mögliche Preiserhöhungen in das Spendenziel eingepreist werden müssen. Da aber fast alle historischen Fassaden bereits bis auf Reste ausgeschrieben und beauftragt wurden und die Annahmen für die noch nicht ausgeschriebenen Bereiche sich an den Preisen der beauftragten kalkulatorisch orientieren, sind wir der Meinung, dass diese Preise zu halten sein werden.

Mit dem Bauherrn einigten wir uns auch darauf, dass wir in Zukunft nun gemeinsam dieses Spendenziel verfolgen werden, da auch die Stiftung Spenden sammelt, also Einnahmen aus verschiedenen Quellen den Fassaden zugeführt werden. Vor diesem Hintergrund machte die bisherige grafische Darstellung unserer Spendensammlung hier im Internet und im Berliner Extrablatt keinen Sinn mehr.

So wird es in Zukunft in unseren Veröffentlichungen einen Countdown abwärts von 55 Millionen Euro geben, gespeist aus den Spendeneinnahmen beider Organisationen.

Unsere eigene Spendensammlung wird weiterhin Ihren Niederschlag in den Jahresabschlüssen finden, die von einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und dem Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) geprüft und bestätigt werden. Der geprüfte Jahresabschluss wird von uns schon seit längerem ungekürzt ins Internet gestellt. Sie können sich dort also selbst ein Bild von unserer finanziellen Lage und der Mittelverwendung machen.
(s. „Verein / Jahresabschlüsse“)

Seit 2007 sind wir Träger des DZI-Spendensiegels, das sich als Zeichen des Vertrauens versteht und nur an seriös arbeitende gemeinnützige Institutionen verliehen wird, die sich auch den strengen Kostenvorgaben des DZI unterwerfen.

Fehlerhaftes Bezugsdatum im Internet bei der bisherigen Fortschreibung des Spendenergebnisses

Versehentlich ist im Internet seit dem Jahresende 2014 bis zum Sommer 2015 das Tagesdatum, auf das sich die Spendensumme bezog, nicht fortgeschrieben worden und stand weiter auf Dezember 2014. So konnte der Eindruck entstehen, als ob keine Spenden im neuen Jahr eingegangen seien. Natürlich ist dies nicht der Fall. Als Beweis für den Datumsfehler schauen Sie bitte in die Aprilausgabe des Berliner Extrablatts, in dem noch über einen aktuellen Spendenstand von 46 Millionen Euro und einer noch fehlenden Summe von 59 Millionen Euro berichtet wurde. Im Frühjahr 2015 hatten wir unser Spendenziel auf 105 Millionen, also um 25 Millionen erhöht, um auch die hinzugekommenen Optionen (Kuppel und drei Innenportale im Bereich des früheren Großen Schlosshofs) zu finanzieren. Sie können dies hier im Internet überprüfen, bitte klicken Sie „Aktuelles / Berliner Extrablatt / Archiv / Berliner Extrablatt Nr. 83“ an.

Wegen des wachsenden Spendenvolumens und des hohen Buchungsanteils an kleinen Spenden liegt uns der Septemberabschluss erst Ende Oktober vor. Da dieses Volumen von Monat zu Monat sehr schwankt, können wir Verzögerungen immer wieder aufholen. Die Einstellung von zusätzlichem Buchungspersonal verbietet sich angesichts des hohen Geldbedarfs für das Schloss. Unsere Verwaltungskosten müssen niedrig gehalten werden.

2015 haben wir bis Ende August über 10 Millionen Euro an Spenden eingenommen, sind also auch zuversichtlich, das Vorjahresergebnis zu erreichen, da das letzte Quartal erfahrungsgemäß immer den höchsten Spendeneingang verzeichnet.

Nach BER, Stuttgart 21 und Elbphilharmonie: Droht nicht auch bei diesem Großbauvorhaben ein Kostendesaster?

Bei alle den erwähnten Bauvorhaben war die Planung nicht beendet, als bereits die Bauaufträge vergeben wurden. Es kam danach noch jahrelang zu erheblichen Planänderungen, auch durch Bauerweiterungen  während der Bauzeit, allein beim BBR waren es deutlich über 200,  z.T.  auch mit großen Auswirkungen, die im Bauablauf  und in der Bauplanung Änderungen häufig bis in das kleinste Detail erforderten.

Dies führte zu den massiven Kostenüberschreitungen gegenüber den wohl auch von Anfang an zu niedrig angesetzten Baukosten.

Beim Berliner Schloss-Humboldtforum wird dies nicht der Fall sein. Die Bauplanung wurde außerordentlich gründlich über fast drei Jahre vorgenommen. Sie wurde von allen Nutzern einstimmig verabschiedet. Jetzt wird gebaut, was bestellt wurde, Änderungen sind nicht mehr zu erwarten. Wer von den Nutzern jetzt noch Änderungen wünscht, muss gleichzeitig einen Einsparungsvorschlag in gleicher Höhe aus seinem Bereich machen, wenn diese Änderung zu Baupreissteigerungen führen würde.

Der Chef der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum ist Manfred Rettig, früher Bundesbeauftragter der Bundesregierung für den Regierungs- und Parlamentsumzug von Bonn nach Berlin. In dieser Funktion war er auch Geschäftsführer der Bundesbaugesellschaft. Unter seiner Regie wurde der Umzug ein Jahr früher fertig – und eine Milliarde Euro billiger als geplant abgerechnet. Manfred Rettig gilt als ausgemachter, hoch erfahrener Profi im öffentlichen Bau.

Nachdem den Gegnern des Projekts schließlich die Argumente ausgingen, den Baubeginn noch zu verhindern, versteifen sie sich nun auf dieses spekulative Element, um vielleicht doch noch ihr Ziel zu erreichen. Oder sie lassen nur ihre Wut über das verlorene Spiel ab.

Aber bis heute (Stand Juli 2015) liegen Kosten und Baufortschritt im Plan!

Wo stehen wir jetzt?

Aktueller Zeitplan für den Bau des Berliner Schlosses – Humboldt Forum

Die Planung des Berliner Schlosses – Humboldt Forum unter der Leitung der Stiftung Humboldt Forum im Berliner und der intensiven Beteiligung der drei Hauptnutzer (Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und der Humboldt-Universität) wurde von dem beauftragten Architektenbüro unter Leitung des Italieners, Prof. Franco Stella, Vicenza, 2011 nach langer Planungsdauer beendet.
Im Juli 2011 bewilligte der Deutsche Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP, nur gegen die Stimmen der Linkspartei, die Bausumme von 595 Millionen Euro. Von dieser Summe tragen der Bund 483 Millionen Euro und das Land Berlin 32 Millionen Euro. 80 Millionen Euro sollen für die drei historischen Außenfassaden des Schlosses und den Schlüterhof über eine groß angelegte Spendensammlung bei der Bevölkerung eingeworben werden. Offen war noch die Finanzierung der Schlosskuppel und von drei Innenportalen des ehemaligen Großen Schlosshofs, deren Rekonstruktion durch die Planung von Franco Stella möglich wurde. Hierfür werden noch einmal 25 Millionen Euro benötigt. Durch Spenden ist es 2013 gelungen, die Finanzierung der historischen Kuppel zu sichern.
Im Sommer 2012 fand der erste Spatenstich statt. Dieser erfolgte auch im Zusammenhang mit dem bereits unter Termindruck stehenden Bau der U-Bahnlinie U5 ab Sommer 2013. Wegen des unsicheren Baugrunds durfte der U-Bahntunnel erst nach dem Bau der Fundamentwanne des Schlosses im Schildvortriebsverfahren (Maulwurfsverfahren) erfolgen, da sonst allein in dessen Fundamentbereich Mehrkosten von 30 Mio. Euro entstanden wären: Der Tunnel läuft diagonal unter dem Schloss hindurch. Bei einem früheren Bau des Tunnels hätte zu seinem Schutz zusätzlich ein Brückenbauwerk zur Ableitung der Last des Schlosses errichtet werden müssen.
Am 12. Juni 2013 legte Bundespräsident Joachim Gauck den Grundstein.
Am 12. Juni 2015 fand das Richtfest statt.
Der Bau der historischen Fassaden begann am 1. April 2015. Hier wurde vor dem Rohbaukern aus Beton eine bis zu 80 cm dicke Ziegelmauer errichtet und rückverankert, in die die Fassadenelemente aus Sandstein eingelegt wurden. Das Schloss wurde so zu dem größten Ziegelbau, der nach dem Krieg in Deutschland errichtet wurde. Bis Ende 2017 sollen die historischen Fassaden zu großen Teilen fertiggestellt sein.
Ende 2017 ist das Gebäude bezugsfertig, an den historischen Außenfassaden wird weitergearbeitet. Die Probeläufe für die umfangreiche Techniksteuerung beginnen.
Ab Ende 2018 wird das Schlossumfeld angelegt und die Humboldt-Box abgebrochen.
In der zweiten Jahreshälfte 2019 ist die Einweihung des Humboldt Forums vorgesehen. Wunschtermin: 14. September 2019, dem 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt, Er ist der Namensgeber des Humboldt Forums. Zu diesem Zeitpunkt dürften die historischen Fassaden und die Kuppel bis auf wenige Restarbeiten weitestgehend fertiggestellt sein.

Das Ganze wird doch nur ein „Disneyland“?

Auf keinen Fall! Für den Begriff „Disneyland“ steht vor allem die interpretierende, historisierend-kitschige Veränderung des Originals bei seiner Kopie, etwa auf der Schiene: Burg Rheinfels – Schloss Neuschwanstein – Burg im Disneyland. Sonst hätte Berlin schon lange ein historisches, viel bewundertes „Disneyland“, was aber keiner so sieht:
Das Brandenburger Tor!
Es sollte eine Interpretation der Propyläen von Athen auf der Akropolis sein, ein Tor zur Burg, in Berlin also zum Schloss. Im Zeitalter des Klassizismus beauftragte Friedrich Wilhelm II. den Hofbaumeister Carl Langhans mit einer Nachbildung dieses antiken Gebäudes als Brandenburger Tor. Es entspricht zwar in den Proportionen den Propyläen, ist aber viel größer, statt des originalen Satteldachs der Propyläen erhielt eines einen großen Dachbalkenaufsatz für die Aufnahme der Quadriga. Darunter hat es zwei das fehlende Dach interpretierende Schrägtraversen. Um die Quadriga aufzustellen, hat man auf die historische Dachform verzichtet. Da die Propyläen aus weißem Marmor sind, Preußen aber zu arm für dieses Material, wählte man damals den Sandstein- und malte ihn weiß an. So sah das Tor über 80 Jahre aus!

Viel Gebäude werden im Inneren, dem jeweiligen Zeitgeschmack folgend,immer wieder verändert, besonders die Schlösser. Im Berliner Schloss baute sich jeder König eine neue Wohnung nach seinem Geschmack ein – unter Vernichtung von wertvollen Räumen seiner Vorgänger. Dennoch kam niemand auf die Idee, dieses verächtlich zu machen. Früher war man da eben unkomplizierter – und baute sich das, was gerade als schön empfunden wurde.
Das Berliner Schloss ist weitgehend eine Interpretation fremder Architektur, nämlich der des römischen Barock. Der Palazzo Madama in Rom, heute Sitz des parlamentarischen Oberhauses Italiens, des Senats, ist mit seinen Fensterachsen weitestgehend Vorbild von denen des Berliner Schlosses, das so schon damals eine Kopie war. Heute rekonstruieren wir das Berliner Schloss, in einer archäologisch exakten, dem verlorenen Vorbild genau entsprechenden Weise. Eine solche exakte, historisch getreue Rekonstruktion ist eben kein Disneyland, da sie nicht interpretiert, sondern denkmalgerecht wiederherstellt, was verloren ist. Dies ist unsere größte Herausforderung – und auch den Spendern geschuldet!
Merke: „Disneyland“ im Zusammenhang mit dem Berliner Schloss ist deswegen nicht mehr als ein jede Diskussion verhindern wollendes Totschlagsargument derjenigen Architekten und Zeitungsredakteure, denen nichts besseres in ihrer Gegnerschaft zum Projekt mehr einfällt, um die emotional begründete Sehnsucht nach der Schönheit historischer Bauten abzuwürgen.
Es ist doch seltsam, dass trotz dieser massiven Opposition gegen Rekonstruktionen überall in der Welt historische, verlorene Bauten wieder erstehen. Die kürzlich abgebrannte Oper in Venedig ebenso wie die Frauenkirche in Dresden und unzähligen anderen Bauwerke, von denen wir eine Auswahl hier auf der Homepage zeigen. Sie alle eint eines: Es sind Gebäude von ausnahmslos epochal herausragender Architektur mit hohem, emotionalisierendem Wert. Sie gaben Identität der Stadt oder gar dem Land und lebten nach der Zerstörung so verankert im Gedächtnis der Menschen weiter, dass diese deutliche Mehrheiten für den Wiederaufbau fanden. Wie wir für das Berliner Schloss!

Warum müssen die Sandstein-Fassadenteile schon vor Baubeginn weitgehend fertiggestellt sein? Kann man sie nicht später applizieren?

Viele der Fassadenteile sind tragende Teile, so alle Säulen und Pilaster. Zwischen der für die Fenster vorgesehenen Maueröffnung und dem Holzfenster befanden sich die plastisch reich gegliederten Sandsteingewände und Fensterbedachungen. Wie sollen wir die Fenster einbauen können, ohne diese rahmenden Sandsteineinfassungen? Ohne diese passt doch nichts mehr!

Die Gesimse aus Sandstein, die die Fassaden horizontal gliederten, waren zu 50 % ihres Tiefenmaßes in die Mauern eingelassen, da sie, tonnenschwer, sonst nicht festzukriegen wären und bei der kleinsten Erschütterung herunterfallen würden. Das Hauptgesims in der Dachzone mit Balustrade überkragte die Mauern um mehr als eineinhalb Meter. Entsprechend tief gegliederte Widerlager im Hauptmauerwerk brauchte es, da es ja auch noch die Balustrade und deren Pfeiler trug. Die allerwenigsten der Fassadenelemente können so nachträglich „appliziert“ werden!

Der Förderverein Berliner Schloss e.V. hat hierzu erhebliche Vorleistungen erbracht, etwa 35 % der Fassadeelemente wurden von ihm hauptsächlich als 1:1 Gipsmodelle und einige wenige auch schon als Prototypen in Sandstein hergestellt. Zuvor wurden die schon seit hunderten von Jahren verlorenen Baupläne durch das von ihm beauftragte Architektenbüro Stuhlemmer & Stuhlemmer, Architekten für Denkmalpflege, Berlin, weitgehend rekonstruiert.

Baupläne und Fassadenmodelle wurden 2010 dem künftigen Bauherrn, der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, Berlin, unter Anerkennung von kompetenten Fachleuten übergeben. Der Architekt York Stuhlemmer wurde als Sachverständiger für die Fassadenrekonstruktion dem Team des Chefarchitekten Franco Stella beigesellt.

Für die  Herstellung aller weiteren Fassaden-Modelle im Maßstab 1:1 wurde vom Bauherrn im Sommer 2011 die Schlossbauhütte in Berlin-Spandau eingerichtet. Dieser Modellbau wurde im Jahr 2015 weitgehend abgeschlossen. Nun arbeiten dort Steinbildhauer, die die Modelle in Sandstein kopieren. Dieser kommt wie früher auch, aus dem Elbsandsteingebirge in Sachsen und aus Niederschlesien.

Die historischen Fassaden des Berliner Schlosses wurden inzwischen vollständig ausgeschrieben und fast alle Bereiche an verschiedene Unternehmen vergeben.

An fünf Orten in Deutschland, dabei wurden große, leistungsstarke Natursteinwerke einbezogen, werden die meisten der Fassadenelemnte und Kunstwerke hergestellt. Darüber berichtet das Berliner Extrablatt, Ausgabe Frühjahr 2015, ausführlich. Lesen Sie mehr darüber hier auf der Site unter Berliner Extrablatt! Zahlreiche Bilder erklären mehr als 1000 Wörter!

Sämtliche Rekonstruktionsarbeiten der historischen Schlossfassaden wurden bislang ausschließlich von Spenden bezahlt, Steuergelder sollen nicht dafür eingesetzt werden, so der Beschluss des Deutschen Bundestags. 

Damit die historischen Schlossfassaden auch künftig ohne den Einsatz von Steuergeldern nach dem Willen des Deutschen Bundestags ausschließlich spendenfinanziert werden können, muss jetzt das Spendenaufkommen weiter gesteigert werden, kurz: dazu brauchen wir deutlich mehr kleine und größere Spenden, denn:

Ohne Geld gibt es kein Schloss! 

Mehr dazu siehe hier unter Spenden, auch Sie können mitmachen!

Wie wird das Schloss gebaut?

Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus einem Stahlbetonkern. Schon aus Gründen der Feuersicherheit und der Tragfähigkeit kann Holz hierzu nicht mehr verwendet werden.

Holzbalkendecken haben eine zu geringe Tragkraft und entsprechen bei öffentlich genutzten Gebäuden nicht mehr den feuerpolizeilichen Vorschriften. Die alten Deckenbalken des Schlosses waren im Dachbereich, dort, wo sie in die Mauer eingelassen waren, schon bald abgefault und mussten, mit U-Eisen geklammert, neu im Mauerwerk verankert werden. Dies ist bei Beton auszuschließen, der auch höhere Traglasten ermöglicht.

Das Betontragwerk wird im Bereich der historische Fassaden mit einem bis zu 60 cm starken Ziegelmauerwerk kraftschlüssig ummauert. So entstehen die Aufnahmen für die Sandstein-Fassadenelemente.

Der Vorteil dieser Bauweise liegt darin, dass die schweren Sandstein-Fassadenelemente in die Mauer organisch eingelassen werden können und absolut fest mit dem Mauerwerk verbunden sind. Außerdem erfüllt die gut einen Meter dicke Mauer alle Vorschriften der Wärmedämmung und leitet aber auch die Wärme im Mauerwerk so ab, dass es nicht zu Rissbildungen kommen kann.

Das Gebäude wird technisch gesehen übrigens ultramodern. Es übererfüllt alle gesetzlichen Ansprüche an ein Niedrigenergiehaus und unterschreitet die aktuellen Vorschriften der EU um 30 %.

Warum rekonstruiert man nicht alle Fassaden und Innenräume des Schlosses? Die Frauenkirche ist doch auch so wiederaufgebaut worden wie vor 250 Jahren!

Da gibt es nur eine einzige Antwort: Es fehlte an dem politischen Willen und dem nötigen Geld.

Der Deutsche Bundestag wollte mit den beiden modernen Fassaden des Schlosses im Osten und dem Schlüterhof auch ein Zeichen setzen, das hier ein anderer Zeitgeist sichtbar werden muss. Auch der Verlust des alten Schlosses soll damit sichtbar gemacht werden. Um nicht das ganze Projekt zu gefährden, musste hier pragmatisch gedacht werden, sehr zum Leidwesen manchen orthodoxen Schlossliebhabers. Sonst wäre die Mehrheit für den Wiederaufbau des Schlossäußeren nicht gekommen.

Aber Franco Stella machte es bei seiner Rekonstruktion möglich, dass vielleicht schon die nächste Generation mit neuem Geist und Geld auch an die Rekonstruktion der wichtigsten Suiten, Innenräume und Treppenhäuser gehen kann, wenn sie es den will. Die Innenmaß des neuen Schlosses und Humboldtforums entsprechen in deren Bereich genau den historischen Abmessungen.

Wenn man so will, ist also die nun begonnenen Rekonstruktion des Schlossäußeren der Beginn eines später fortsetzbaren Prozesses.

Was passiert mit dem im Staatsratsgebäude eingebauten Portal IV?

Das Schlossportal im Staatsratsgebäude wurde in der DDR Liebknecht-Portal genannt, weil von dort am 9. November 1918 Karl Liebknecht die sozialistische deutsche Republik ausgerufen hatte, allerding erfolglos. So wurde dieses Portal in der DDR als sozialistische Reliquie verehrt und während der Sprengarbeiten am Schloss ausgebaut.  Es ist eine weitgehende Kopie des Originals aus den frühen 60er Jahren, wie man an den unversehrten Sandsteinmauern erkennt. Das alte Portal war durch die Kampfhandlungen bei der Eroberung Berlins am 29. April 1945 von MG-Garben und Gewehrfeuer schwer beschädigt worden. Es hatte viele Einschusslöcher, die man im Staatsratsgebäude mit Flicken hätte abdecken müssen. Nur die skulpturalen Teile des Portals sind dem Original entnommen worden, sie zeigen jedoch viele Reparaturstellen und haben an Substanz bei ihrer Restaurierung verloren. Außerdem wurden verlorene Teile z.T. stark fehlerhaft erneuert.

Das Portal wurde 2011 mit seinem skulpturalen Schmuck im Auftrag des Fördervereins von einem Gerüst aus mit einem 3D-Scanner elektronisch kopiert. Dieser Scan wurde anschließend in Originalgröße dreidimensional mit der neuen Technik des 3D-Druckers gedruckt. An diesen nun in der Schlossbauhütte in Spandau vorhandenen 1:1 Modellen aus Kunststoff werden nun Ergänzungen und Veränderungen vorgenommen, um den Originalzustand wiederherzustellen. Anschließend werden alle Teile in Sandstein kopiert und im neuen Schloss eingebaut.

Das Schloss wird also eine weitere, aber dem verlorenen Original sehr viel ähnlichere Kopie des Portals IV erhalten, da die Entnahme des Liebknechtportals aus dem Staatsratsgebäude dieses völlig entstellen und seiner Originalität berauben würde. Es wurde deswegen dort auch unter Denkmalschutz gestellt, als Dokument des wichtigsten, repräsentativsten DDR-Regierungsbaus.

Warum erhält das Schloss nicht mehr die beiden kleinen Seitenkuppeln neben der Hauptkuppel?

Die beiden Seitenkuppeln entfallen aus Kostengründen, können aber später nachträglich aufgesetzt werden, wenn später dafür das nötige Geld bereit stehen sollte. Zunächst werden alle Spendengelder in die Fassaden und die Kuppel investiert bis zu deren vollständiger Bezahlung.

Was sind das für kastenähnliche Dachaufsätze hinter der Kuppel?

Hier handelt es sich um die Technikräume der Schnellaufzüge, die sog.. Aufzugsüberfahrten. Diese können nur als Dachaufsatz gebaut werden, damit die Aufzüge bis in das oberste Stockwerk des Schlosses fahren können. Dies ist wegen der vollständigen Barrierefreiheit des Gebäudes notwendig, damit es überall behindertengerecht erreicht werden kann.

Die Dachflächen im westlichen Bereich beidseitig neben der Kuppel sollen für die Besucher begehbar sein. Mit den Aufzügen wird man also später auch direkt auf das Dach fahren können. Außerdem steht noch die Option im Raum, auf der nördlichen Dachfläche ein Dachrestaurant oder – zumindest in der warmen Jahreszeit – ein temporäres Dachcafé einzurichten.

Die Balustrade des Schlosses wird später den Anblick weitgehend mildern.

Die Dachaufbauten werden neutral gestaltet, in einem zurückhaltenden Ocker- oder Grauton verputzt, der sich gegenüber der Farbgestaltung der Fassaden deutlich zurücknehmen wird.

Warum wird das Nationaldenkmal Kaiser Wilhelms I. gegenüber der Kuppelfassade nicht wieder errichtet?

Der häufig gemachte Vorschlag, das Nationaldenkmal Kaiser Wilhelms I. auf dem noch vorhandenen Sockel wieder zu errichten oder ein anderes der noch zahlreich vorhandenen Kaiserdenkmäler dorthin zu verlegen, ist vom Deutschen Bundestag und vom Land Berlin abgelehnt worden. An seiner Stelle traf man mit großer Mehrheit die Entscheidung, auf diesem Sockel, quasi als Weiterentwicklung aus dem nationalstaatlichen Gedanken heraus, nun das Einheits- und Freiheitdenkmal für die DDR-Revolution von 1989 zu errichten. Dieses wird nach einem Entwurf von Sascha Waltz als große, begehbare Schale entstehen, die über ein Mittelgelenk sich nach links oder rechts absenkt, je nachdem, auf welcher Seite die Mehrheit der Menschen auf ihr steht. Sie soll so den ständigen Wechsel des politischen Kräftefeldes symbolisieren.

Der Baubeginn steht unmittelbar bevor, der Sockel wurde bereits für das neue Denkmal ertüchtigt. (Stand Sommer 2015)
Selbst, wenn man davon nicht begeistert ist, sollten Beschlüsse des Deutschen Bundestags respektiert werden. Dies durften wir  auch von den Schlossgegnern erwarten, als er sich mit großer Mehrheit für die Rekonstruktion des Schlossäußeren entschieden hatte.

Manche sagen, das Schloss werde zu klein für das Humboldt Forum?

Manche Leute meinen, das Schloss wäre für ein dem Louvre vergleichbares Museum zu klein.

Das stimmt, wenn man das Humboldt-Forum nur auf das Schloss beschränken würde. Dieses umfasst jedoch die bisherigen Bauten auf der Museumsinsel, die die Sammlungen der europäischen Kunstgeschichte von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergen, und das Schloss, das der außereuropäischen Kunst gewidmet wird. Die so insgesamt zur Verfügung stehenden Flächen gehen weit über die Fläche des Louvre hinaus.
Der Louvre hat eine BGF von „nur“ ca. 60.000 m² – und gilt als DAS Museum schlechthin, das man mindestens zwei Mal besuchen muss, um alles nur oberflächlich gesehen zu haben!

Diese Argumente wirken krampfhaft fast wie ein Wettkampf  „Wer hat das größte Museums-Schloss!?“ und sind unserer Meinung nach albern!

Was sind denn BGF und HNF?

BGF= Bruttogeschossfläche steht für die Gesamtfläche des Gebäudes, HNF= Hauptnutzfläche für die Netto-Nutzfläche, die unmittelbar der Nutzung des Gebäudes zugute kommt. Die BGF des geplanten Schlossbaus beträgt 150.000 m². Die HNF wird mit rund 45.000 m² angegeben.

Wie groß war das Schloss?

Es hatte die Grundmaße von ca. 190 x 120 x 31 Meter, also eine Grundfläche von rund 22800 m². Die Kuppel war bis zur Kreuzspitze 74 m hoch. Da es im Bereich der Ostfassade und der Hofapotheke unregelmäßig gebaut war, sind dies nur ungefähre Maße! Innerhalb der Mauern befanden sich der Große Schlosshof im Westteil mit ungefähr 6000 m², der Schlüterhof im Ostteil mit rund 4000 m², sowie im Ostflügel die beiden kleinen Höfe, der Kapellenhof und der Eishof. Der Letztere hieß so, weil sich in ihm die Zugänge zu den Eiskellern befanden, in denen die im Winter östlich vom Schloss gesägten Eisbarren aus der Spree zur Kühlung der Lebensmittelvorräte gelagert wurden.

Es war in allen Bereichen unterkellert. Es verfügte über vier Hauptgeschosse, mit z.T. beträchtlichen Raumhöhen. In einigen Bereichen, z.B. der Westfassade Eosanders waren sog. Entresols eingefügt, bis zu drei Zwischengeschosse, die zumeist Dienerwohnungen über den jeweiligen Fürstenwohnungen aufnahmen.

Das Schloss war im wesentlichen ein Ziegelbau, mit zum Teil meterdicken Wänden, im Bereich des Grünen Huts, eines alten Wehrturms der Cöllnischen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, sogar bis zu vier Metern!
Lediglich die Skulpturen, Reliefs, Gesimse, Balustraden und seine großen Portalrisalite bestanden aus künstlerisch bearbeitetetm Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge in Sachsen.

Werden die Portaldurchfahrten auch im Inneren historisch rekonstruiert?

Wir müssen Prioritäten setzen. Die fünf Portaldurchfahrten sind im Prinzip fertig mit eingeplant. Da Sie aber auch später nachträglich eingebaut werden können, konzentrieren  wir uns zunächst nur auf die Fassaden. Haben wir dort den Löwenanteil der nötigen Spenden erhalten, können wir dann ab 2018 immer noch rechtzeitig damit beginnen. Für Portal III unter Kuppel ist der Bau der Durchfahrt aber gesichert.