Bernd E. Ludwig
schrieb am 14. April 2009
um
21:44
Es ist auch ein städtebauliches Erfordernis, dass Berliner
Schloss wieder entstehen zu lassen.
Es sollte dieses Vorhaben mit aller Konsequenz und notwendigem
Nachdruck baldmöglichst verwirklicht werden.
Allerdings sind an dem Siegerentwurf gar zu viele Kompromisse
an zeitgenössische Bauformen festzustellen, die der Architekt wohl nicht nötig hatte.
Meines Erachtens kann die Spreefassade, die in dieser Form wie ein billiges Versatzstück wirkt, in dieser Weise nicht errichtet werden.
Eine nichtssagende Lochfassade beschädigt die gesamte, schöne
Schlossarchitektur in nicht zu tolerierender Weise.
Hier sind nicht nur \"Nachbesserungen\" erforderlich.
Hinterhofarchitektur ist an diesem geschichtlich und architektonisch bedeutsamen Hause durchaus und völlig unerwünscht, werter Herr Architekt !
Kreuzberger
schrieb am 13. April 2009
um
0:19
@ Herr Ludwig: Wenn verbissene Schloßgegner schon solche unfairen Vergleiche ziehen müssen, weil ihnen die Argumente ausgehen, ist das eigentlich ein gutes Zeichen. Ich denke, die Forderung Herrn Delattres wird schon bald von einer breiteren Öffentlichkeit vertreten werden. Die wahren Rückwärtsgewandten sind nicht wir, sondern diejenigen, die nach wie vor Idealen anhängen, die sich längst ad absurdum geführt haben.
Frohe Ostern allerseits!
ernst ludwig
schrieb am 12. April 2009
um
22:44
an Nachdenklich:
betreffs der Kriegsbilder. Meinen Sie eine Republik hätte den Krieg verhindert? Schließlich war das sog. 3. Reich auch eine Republik. Es ist lächerlich, die Kriegsgreuel den \"Königen\" vorzuwerfen.
Kreuzberger
schrieb am 12. April 2009
um
20:50
Herr Delattre, jetzt haben wir uns gerade überschnitten.
Sie sprechen mir aus der Seele und vielen vielen anderen auch.
Es ist tatsächlich höchste Zeit für eine Grundsatzdiskussion!
Wenn man nicht weiter weiß, knüpft man eben an Vorhandenem an und entwickelt daraus etwas Neues. Das ist so einfach, man muß es nur endlich einsehen.
Kreuzberger
schrieb am 12. April 2009
um
20:42
@ Nachdenklicher: Bei dem Artikel in der Süddeutschen geht es mir speziell um die Feststellung des Autors, daß man der Architektur hilflos und wehrlos ausgeliefert ist. Man kann allem aus dem Weg gehen, was einem auf kulturellem Gebiet angeboten oder auch zugemutet wird, aber nur Blinde haben die Möglichkeit unsere Gegenwartsarchitektur tatsächlich zu negieren. Wer möchte deswegen aber schon mit ihnen tauschen? Also sollte man sich für eine bessere und humanere Architektur einsetzen. Das heißt für mich auch, daß man im Zweifelsfall doch lieber an den ansprechenden Bauformen des Klassizismus oder auch an die grandiose 20er-Jahre-Architektur anknüpfen und diese weiterentwickeln sollte. Ich habe mir heute aus der Ferne das Allianzhochhaus in Treptow angesehen und es mir mit einer Empire State Building-Silhouette vorgestellt. Grandios! Dann ging´s weiter zu den Betonburgen auf der Fischerinsel, die in Form und Farbgebung sicherlich ihrem Ideal entsprechen: Unförmig, trist, asymmetrisch, mit grellen Farben neben grauem Sichtbeton. Deprimierend! Ich möchte Sie nicht langweilen, aber das Hotel hinter dem Dom möchte ich noch erwähnen. Das Übliche, aber mit der schaurigsten Dachkonstruktion Berlins. Direkt neben der Museumsinsel!
Bauhaus und Postmoderne haben sich totgelaufen. Da ist nichts mehr rauszuholen. Man kann den Architekten etwas in den Tee geben, dann kommen solche Gebilde wie Schanghai heraus, oder die Angeberbauten in Dubai etc. oder diese Riesengurke in der mittlerweise häßlichsten Metropole Europas.
Neubauten sollen offensichtlich grundsätzlich nicht mit ihrer Umgebung harmonieren und deswegen freue ich mich, daß wenigstens der Schloßplatz vor zeitgenössischer Verunstaltung gerettet wurde.
Delattre
schrieb am 12. April 2009
um
20:13
Pardon, aber diese Diskussion kann ich schon lange nicht mehr nachvollziehen. So manchem Teilnehmer würde ich mehr Gelassenheit empfehlen. Was soll rigide Rechthaberei? Die Grundlage für eine lebendige Demokratie ist die pluralistische Meinungsvielfalt der Bürgerinnen und Bürger (auch in der Baukultur!). Warum soll die Architekturgestaltung für Neubauten auf kompromisslose Funktionalität und Bauhaushistorismus beschränkt bleiben? Muss die ideologische Großstadtfeindschaft nach dem Ersten Weltkrieg zwingend konserviert werden? Warum soll nicht auch eine Weitergabe von Wissen und Erfahrung der Planer und Architekten vor dem Ersten Weltkrieg möglich sein? Auch an die lebensfreundliche Vielfalt und Differenz der Jugendstilmoderne sollte wieder angeknüpft werden können. Wirkliche Rekonstruktionen werden sicher auf wenige Einzelfälle beschränkt bleiben. Die Geschichtslosigkeit nicht weiniger Planer und Architekten und die Unfähigkeit menschliche Stadträume zu gestalten hat meiner Auffassung nach hat den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einer Rekonstruktion verlorener Bauten noch einmal verstärkt. Meiner Meinung steht eine intellektuelle Abrechnung mit dieser Unfähigkeit der heutigen Alltagsarchitektur noch immer aus. Vielleicht können einzelne Rekonstruktionsprojekte eine Neuerfindung von Architektur ermöglichen.
Nachdenklich
schrieb am 12. April 2009
um
8:32
War mal neugierig. 😉
Viele Fragen beantworten sich, wenn man schon ein Stück weiter unten ab Nr.(1693) liest.
@Kreuzberger: Auf was schließen Sie denn aus den Ausführungen unten?
@QCSE; nebenbei, was wir von den letzten Königen noch lernen konnten: http://www.stahlgewitter.net/westfont/weltkrieg_westfront.htm
Was ist denn eigentlich das Fazit des Artikels in der „Süddeutschen“? - Siehe auch hier Nr.(1698)
@Andrea Weber, @QCSE, @Kreuzberger, @Klaus-Bärbel, …
„Frage und Antwort:“
… 2001, 2002, 2003, 2004, 2005,
2006, 2007, 2008, 2009, …
Warum keine Bücher?
Nicht unterwegs gewesen?
Bin doch im Netz.
Menschen getroffen?
Wie? Kostet alles Zeit und Geld?
…und vor allem Interesse…
Dann mach ich dieses klitzekleine
Kästchen wieder zu …
Die Welt braucht es ja, dass Sie mitmachen, viel zu wenig beteiligt man sich an Öffentlichkeit, und hat sich deshalb daran auch nicht bilden können.
Was aber nun entsteht ist keine Beteiligung, sondern Flucht in die Vergangenheit. Warum Flucht? – Weil man die Welt nicht versteht, und Angst vor der Zukunft, vor Veränderungen hat …
Linaïk CAPELLE
schrieb am 10. April 2009
um
20:59
Es wäre wirklich schade,daß der moderne Flügel gebaut würde. Auf den Computerbildern wirkt es auf jeden Fall schockierend und fehl am Platz
Klaus-Bärbel
schrieb am 7. April 2009
um
19:58
Warum muß das Schloß denn so modern ergänzt werden?
Kreuzberger
schrieb am 5. April 2009
um
9:58
@QCSE: Guter Tip! Ein lesenswerter Artikel.
Modernismus hat nun mal nicht sehr viel mit Stil zu tun sondern vor allem mit Mode. Und langlebige Moden, die auch von späteren Generationen noch geschätzt werden, sind eben äußerst selten anzutreffen, besonders im Architekturbereich.
QCSE
schrieb am 4. April 2009
um
19:11
Vom König lernen
Bürgermeister und Manager versagen als Bauherren zusehends. Die Entgleisungen, die sich in zeitgenössicher Architektur ereignen, fallen mittlerweile immer fataler aus.
Von Gerhard Matzig
http://www.sueddeutsche.de/immobilien/840/304813/text/
Andrea Weber
schrieb am 4. April 2009
um
18:32
Ich bin froh und erleichtert, dass das Berliner Stadtschloss rekonstruiert wird.
Wenn ich in einigen Jahrzehnten zusammen mit meinen Enkelkindern vor dem Berliner Stadtschloss stehe und ihnen davon erzähle, dass es Leute gab, die ernsthaft meinten, das Schloss passe hier nicht hin und solle auf keinen Fall wieder aufgebaut werden, werde ich herzhaft lachen - versprochen.
Grumbkow
schrieb am 4. April 2009
um
15:34
Städte verändern sich. Wie Paris Mitte des 19. Jahrhunderts. Man trauert um das Verlorene und man bewundert das Gewonnene, nicht selten beides gleichzeitig. Oder man zieht das Eine dem Anderen vor. Es gibt fast immer viele gute Gründe für das Bewahren und viele andere gute Gründe für die Umgestaltung. Wenn man sich nur mal ansatzweise versucht vor Augen zu führen, was in einer Stadt wie Rom in den letzten 2000 Jahren alles bewusst oder fahrlässig zerstört worden ist, um Platz zu schaffen für so viel Neues, Schönes und weniger Schönes, was dann wieder zerstört wurde für wiederum Neues, dann kann man als musealer Mensch darüber ganz irre werden. Was soll man sich wünschen? Dass Rom unverändert geblieben wäre? Oder Paris? Oder Berlin? Selbstverständlich wäre das Unsinn, aber wenn wir uns das wünschen dürften, wer von uns würde dann entscheiden, welchen Schnappschuss der Geschichte man zum Masterplan der Zukunft erklärt? Ich nicht. Würde ich auch nicht wollen! Weil ich nicht der Verwalter einer stil-toten Stadt sein wollte. Man kann die Blüten einer Architekturepoche bewundern und verehren, aber in dem Moment, wo man sie abschneidet, sterben sie. (Bitte nageln Sie mich nicht auf diese Metapher fest!)
Zum Wachstum einer Stadt, insbesondere einer Großstadt, gehört die Zerstörung genau wie das Bauen. Machen wir uns nichts vor: Was wir heute von der Architektur des Barock kennen, das sind ein paar wenige Highlights der zahlungskräftigsten Auftraggeber und begabtesten Architekten. Der ganze langweilige Rest – Städte voll mit stereotypen Wohn- und Geschäftsgebäuden – ist bis auf seltene Ausnahmen doch schon längst wieder abgerissen worden. Obwohl es barock war. Die massenhafte Zerstörung gehört zum Geschäft. Manchmal wird einem die schwierige Entscheidung abgenommen durch Natur- oder Brandkatastrophen oder Flächenbombardements. Meistens nicht. Dann gibt es unendlich viele Möglichkeiten irgendwo zwischen Erhaltung um jeden Preis – und Sprengung um jeden Preis. Eine ganz erhebliche Rolle spielen dabei natürlich die Gründe für das eine oder das andere. Welchen Zweck verfolge ich mit meiner Entscheidung? Wenn ich diesen Zweck – oder nennen wir es Sinn – klar vor Augen habe, erhöht sich immerhin die Chance, dass meine Entscheidung auch noch die Zustimmung späterer Generationen findet. Die Art, wie konstruktiv wir mit der Zerstörung, bewusst oder unfreiwillig, umgehen, wird den Blickwinkel bestimmen, aus dem heraus wir später beurteilt werden.
Es spielt also für die zukünftige Rezeption eines städtebaulichen Großprojekts wie der Schlossplatzbebauung durchaus eine Rolle, aus welchen Gründen das Eine verworfen und das Andere gebaut wird. Das ist mehr als eine akademische Frage! Denn Architektur verrät nur allzu gerne, aus welchem Geist sie geboren ist. Und sie wird mit der Zeit immer gesprächiger. Ich hoffe immer noch, dass man auf unsere Tage einmal mit ähnlichem Respekt sieht wie wir auf die Zeit des Barock. Mit dem Aushilfs-„Schloss“ – gewollt und nicht gekonnt – können wir das vergessen.
Kreuzberger
schrieb am 26. März 2009
um
16:59
Nachdenken ist nie verkehrt. Dummerweise komme ich bei dieser Diskussion aber immer zum selben Schluß. Die Vorstellungen sind eben sehr verschieden.
Geschichte ist unveränderlich und sie läßt sich sichtbar machen, wenn man das möchte.
Nachdenklich
schrieb am 25. März 2009
um
8:28
Werte Leser, @Kreuzberger, Ihre Meinungen möchte ich Ihnen lassen, wohl bin ich auch nicht der Erste, der andere Sichtweisen aufzeigen möchte. Im Großen und Ganzen wird verkannt, dass man Geschichte, und damit die Identität, nicht durch das „Nachbauen“ wieder herstellen kann, da ist das Bsp. Braunschweig ebenso peinlich, eigentlich ist es beängstigend.
Ohne „Schneise“ hätte Paris wohl kaum seine Entwicklung gemacht, und beispielhafte Stadterweiterungen in Schachbrettform wie sie Barcelona aufweißt waren in der Regel ein Impuls für ihr Fortkommen. Lektüre nutzt, wenn man sich verschiedene Bereiche zum Thema auswählt. (Geschichte, Gesellschaft und Moderne gehören auch dazu)
Städte waren sich in ihrer Zeit immer ähnlich, und Unverwechselbarkeit resultiert, wie gesagt, wohl mehr aus der Geschichte, die ein Nachbau nicht erzeugen kann.
Ich möchte niemanden bekehren, nur zum Nachdenken anregen.
Anschließen möchte ich mich Hr. Grumbkow, mit diesem Aufsatz:
http://blog.berliner-schloss.de/2009/01/wirklich-nur-schloss-oder-nicht-schloss/
Kreuzberger
schrieb am 24. März 2009
um
23:02
Ich werde das Paris Baron Hausmanns auch weiterhin eher mit Jaques Offenbach und Toulouse-Lautrec verbinden, als mit Darwin und Nietzsche. Bedauerlich bleibt, daß für den Modernismus der Belle Epoque das mittelalterliche Paris komplett ausradiert wurde. Andererseits gab es ja im vorigen Jahrhundert Überlegungen, diese Stadt neuerdings umzupflügen und ein Schachbrett mit gigantischen Plattenbauten anzulegen.
Interessant wäre es ja schon, wie man eine solche Barbarei, wäre sie umgesetzt worden, heute bewerten würde.
Gerade weil die Großstädte durch die globalisierte Architektur immer ähnlicher werden, sollte man dort, wo noch Originalität und Unverwechselbarkeit vorhanden ist oder nach authentischen Vorgaben wiedergewonnen werden kann, nicht zögern, solche Chancen zu nutzen.
Das ist kein Beginn einer Rekonstruktionsepidemie. Es geht ausschließlich um sehr verstreute Einzelobjekte. Nicht umsonst muß ja immer wieder die neuerrichtete Fassade des Braunschweiger Schlosses als abschreckendes Beispiel für die Unzurechnungsfähigkeit rückwärtsgewandter Träumer herhalten.
Nachdenklic
schrieb am 24. März 2009
um
10:43
@Kreuzberger, werte Leser: Nun, die Antworten sind unten schon enthalten. Es geht auch nicht nur um die Stadt Berlin. Die Betrachtungen gehen tiefer, sind aber leicht nachzuvollziehen, sind offensichtlich.
Ich bin im Bilde, um was es Ihnen geht. Mit Preußen, – Aufklärung, - Humboldt, – Entdeckung und Forschung könnte der Hintergrund der Architektursprache legitimiert sein. – Vielleicht nur scheinbar?!
Werte Leser, informieren Sie sich doch, wann der Louvre entstand: http://deu.archinform.net/projekte/4391.htm
Der Inhalt der letzten Bauphasen im 19.Jh war hier, wie beim Originalbau schon, der Schaffung von repräsentativen Fassaden wie Räumen geschuldet. Es ging hier in nicht unwesentlichem Maße auch um die Betonung nationaler Größe! (ein gr. Thema des 19.Jh.) Sie ist damit auch Bestandteil einer Philosophie eines Rechtes des Stärkeren! – (Darwin/Nietzsche) Das sollte jedem vorgeführt werden! – Ein Wetteifern war ja hier schon immer zu beobachten, und erklärt einmal die Architektursprache.
Und diese gesellschaftlichen Erscheinungen bilden nun die direkte Grundlage zur Geschichte des 20.Jh., drastisch, und mit allen ihren Folgen. (Zugute halten kann man dem, dass man ja das Ende nicht absehen konnte, oder wollte)
Louvre und Tower haben ihre Berechtigung weil sie davon zeugen! Das Berliner Schloss hätte diese auch, wenn es nicht zerstört worden wäre. (wie übrigens auch der P.d.R.)
Selbst eine Totalrekonstruktion wird man nicht mit Geschichte füllen können, weil sie die Geschichte eben nicht hat, - das meint man abwertend wenn man von einem „Abklatsch“ spricht. Architektur ist eben auch abhängig von den Beweggründen ihrer Entstehung.
Diese Projekte sind doch nur ein Versuch sich in einer Welt zu positionieren, die unweigerlich zusammenwächst, bzw. immer stärker aufeinander trifft! – man möchte kein Teil des befürchteten „Breies“ werden. Doch an was knüpft man an?
Bsp.: Zitat von @Ernst Ludwig (Nr.1695):
„In Frankfurt freuen sich die Einheimischen wie die Touristen über den Römerplatz, wo vor zwanzig Jahren die völlig verschwundenen Fachwerkhäuser wieder aufgebaut wurden, demnächst sollen weitere Teile der Altstadt wieder auferstehen …“
@Mitte ins Herz!
Wenn es einem Architekten gelingt, Ihre Befürchtungen zu erfüllen, so liegt das nicht zuletzt auch daran, dass die Mehrheit einschließlich unserer Volksvertreter, nicht im Traum daran denkt einmal ein Buch oder gleich mehrere in die Hand zu nehmen, und sich in der Welt umzuschauen, um daraufhin sich eine fundiertere Meinung bilden zu können, die es erlaubt dem GUSTO eines Architekten Einhalt zu gebieten! Es tut mir Leid, wenn man den Ausführungen nicht folgen kann.
Man verzeihe mir auch, wenn der Diskussionsstil überhand gewinnt.
Mitte ins Herz!
schrieb am 24. März 2009
um
10:06
@Nachdenklich
Wollen Sie bitte aus Ihrem unnahbaren Argumentationsfluss dieses unsägliche Totschlagargument \"Kosten\" heraushalten? Sie werden einerseits nicht müde, einen modernen Bau mit einer subjektiv Ethik-errettenden Argumentationskette als das EINZIG MÖGLICHE für diese unser heutige Zeit verkaufen zu wollen, schlagen aber sodann dieser zarten Pflanze die, in IHREN Augen unnötig, hohen Baukosten eines Schlosses um die Ohren. Woher wollen Sie allen Ernstes wissen, daß ein zu erwartender, international renomierter Achitekt, der sicherlich für diesen Standort geholt werden würde, die Baukosten nicht exorbitant explodieren lassen würde, nur wiel er SEINEM Gusto folgend, vielleicht z. B. verlangte, die Spree durch eine Art betongewachsenen \"Kanal des ewigen Fließens und Veränderns\" direkt durch sein Skulpturen-lastiges Monument umleiten zu lassen? Eine DANN sehr wohl angebrachte Kritik \"unsererseits\" an dieser Vorgehensweise würden Sie dann sicherlich mit der nächsten \"Keule\", dem vermeintlich mangelnden interlektuellen Zugang Ihrer Oponenten analysefrei abtun, nicht wahr.
Ick, für meine Person, kann einfach nicht umhin, der Argumentationsweise des Kreuzbergers immer wieder nur kopfnickend zuzustimmen. Da Sie sicherlich keinen Deut von Ihrer Grundüberzeugung abweichen, so werden sich unsere gegensätzlichen Positionen wohl nur nuancenhaft annähern. Belassen wir es dabei...
Kreuzberger
schrieb am 23. März 2009
um
23:34
Wenn ich Sie richtig verstehe, empfinden Sie die aktuelle Beschlußfassung als eine Art Betriebsunfall, der bei ausreichender Allgemeinbildung aller Beteiligten hätte verhindert werden können. Sie werden darüber ausreichend nachgedacht haben. Was ich nicht verstehe, ist die immer noch anhaltende Aufregung der Modernisten und um den guten Ruf unserer Stadt Besorgten über die zukünftige Ausstrahlung dieses Bauwerks. Hier wird etwas ähnliches wiederentstehen wie der Tower in London oder der Louvre in Paris: Ein museal genutztes zentrales Gebäude, das sich harmonisch in seine Umgebung einfügen wird. Manchmal habe ich in dieser ganzen hitzigen Diskussion das Gefühl, als ginge es um die Wiedererrichtung der Reichskanzlei, um darin die geplante Vertriebenenausstellung zu zeigen.
Nachdenklich
schrieb am 23. März 2009
um
10:00
Mein Gästebucheintrag appelliert an den Leser einmal nachzudenken. Meinen Vorredner kann ich nur auf den darunter stehenden Beitrag Nr.1696 verweisen, und möchte nur hinzufügen, dass sich auch Regierungsbeschlüsse konterkarieren. Der Staat, das sind wir alle, und wir alle finanzieren ua. auch die Ausbildung von Fachkräften. Absurderweise wird darauf nicht zurückgegriffen. – Bildung wird verkannt, und ist nicht ausreichend angesehen, wie in diesem Falle auch!
Der ganze Sachverhalt spiegelt eigentlich nur das wider, was in Bildungstests festgestellt wurde. Da ja die Allgemeinbildung immer niedriger angesehen wird (da sie ja scheinbar kein Geld bringt), muss man sich nicht wundern, wenn es zu solchen „Blüten“ kommt.
@Kreuzberger: Was sie in Ihrem vorangehenden Beitrag, im 2. Absatz unterstellen ist populistisch, und dürfen sie nicht. Sie verkennen, dass eine Diskussion auch bildet. Wer heute noch aufrichtig ist, der weiß was er bedenken würde, und an welche Aspekte er hier nicht gedacht hätte. Deswegen ist man nicht ein „Pöbel“, um Ihre Worte zu benutzen.
Sehen Sie, genau das ist das Problem, die Menschen werden nicht ernst genommen, und hier möchte man, und kann vielleicht nicht zugeben, dass man im Irrtum war.
Missverstehen Sie mich nicht, es geht nicht darum wer Recht hat. Mit einer umfassenden Betrachtungsweise, nicht nur am Objekt festgemacht, kommt man ganz leicht auf die schon mehrfach angesprochenen Bedenken. (Ich bin mir sicher, dass viele aus dem Kreise der Schlossbefürworter anders darüber denken würden, hätte es eine ernst gemeinte Debatte gegeben, die Ihnen die Möglichkeit gelassen hätte von einem weiteren Vorantreiben des Projektes abzusehen. – das Geld)
Man bedenke doch einmal die polit. Situation in unserem Land, was man für ein Zeichen setzt, angesichts radikalerer Strömungen! Meint man, in diesen Kreisen mache man so feine Unterschiede? Unlängst wird von einem „Nationaldenkmal“ gesprochen, wenn man Wilhelm I. meint. Was bedeutet den das für uns? (Ich weiß, dass es andere Entwürfe gibt, aber die Tatsache, dass das hier auftaucht bestätigt oben Gesagtes hinsichtlich der Bildung.)
Übrigens, an einer guten Architekturfakultät beleuchtet, und beschäftigt man nicht nur mit Architektur im Sinne ihrer Äußerung in Material, Form, und Raumbildung, sondern auch damit was sie bewirkte und bewirkt, für was, für welchen Geist sie einen Ausdruck bildete und bildet. –
Dieser Ausdruck, eine Aussage (des selben Objektes), kann sich im Verlaufe von Jahrhunderten oder nur Jahrzehnten sogar ändern, da man ja hinterher immer mehr weiß als zuvor. (das gilt übrigens für das Schloss, wie den ehem. Palast der Republik) – hatte man darüber einmal nachgedacht?
Für den Leser interessant, finde ich diese im Netz vorhandenen Beiträge:
http://levi.jimdo.com/worum-geht-es-uns/