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Worum es geht, erkennt der Leser sicher recht deutlich.
Hier ist übrigens das Interview von Werner Sewing im Deutschlandradio Kultur.
Den Link einfach in die Adressleiste kopieren:
Titel:
„Rekonstrukions-Wahn als architektonische Bankrotterklärung an eine ganze Epoche“
http://www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/thema/
@Kreuzberger, @Isidor, @Karl: Text- und Gesprächsanalyse gehört zum Unterrichtsstoff!
\"Sind diese Repliken auch noch symbolisch aufgeladen, gibt es Gruppierungen die das ausnutzen, aufspringen, wie auch im Falle eines Berliner Schlosses. – Zumindest folgt eine Stärkung rechter Ansichten, die in der Mitte ankommen.\"
Das ist genauso unsinnig wie die Forderung des Herrn Wiehler das historische Pflaster in Berlin durch Asphalt zu ersetzen, im Glauben, Autonome hätten am 1. Mai keine Wurfgeschosse mehr.
Ich sehe das ähnlich wie Kreuzberger. Die Bauhaus-Moderne verabschiedet sich langsam und macht Platz für eine neue Stilrichtung, die sich wieder mehr an gediegene Konventionen hält. Das ist ein natürlicher Vorgang, der niemanden verwundern sollte, denn die Architektur entwickelt sich nun mal weiter und Weiterentwicklung kann auch heißen, dass man wieder einen Schritt zurück geht. Schließlich gab es in den vergangenen Jahrtausenden in Kunst und Architektur immer wieder Rückbesinnungen auf vorangegangene Zeiten. Ich würde den Beginn dieser neuen Bewegung allerdings eher an den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche ansetzen. Die Rekonstruktion des Berliner Schlosses ist wohl nur eine Folge davon.
Dass wir uns aber am Anfang eines Wandels befinden, lässt sich wohl nicht bestreiten. Davon zeugt nicht nur die hohe Zahl an Rekonstruktionen, sondern auch eine Vielzahl moderner Gebäude, die, obwohl schlicht, doch deutlich ästhetischer und konservativer gehalten sind, als es noch vor 10 oder 20 Jahren möglich gewesen wäre.
Worum es geht, erkennt der Leser sicher recht deutlich.
Hier ist übrigens das Interview von Werner Sewing im Deutschlandradio Kultur.
Den Link einfach in die Adressleiste kopieren:
Titel:
„Rekonstrukions-Wahn als architektonische Bankrotterklärung an eine ganze Epoche“
http://www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/thema/
@Kreuzberger: Text- und Gesprächsanalyse gehört zum Unterrichtsstoff!
@ Grumbkow
\"Lustig\" ist vor allem Ihr Beitrag. Ist Ihnen noch nicht aufgefallen,daß diese Grundsatzdiskussion durch das permanente Nachtreten der Rekonstruktionsgegner erst so richtig angefacht wurde?
Von souveräner Gelassenheit ist doch auf Ihrer Seite kaum noch etwas wahrzunehmen. Stattdessen wird Gift verspritzt und in einer Weise polemisiert und diffamiert, als ginge es hier tatsächlich primär um eine komplette Neuausrichtung der Architektursprache zur Behebung der gegenwärtigen Orientierungslosigkeit.
Eine Gebäuderekonstruktion ist übrigens alles andere als ein langweiliger Vorgang. Das ist eine hochinteressante Angelegenheit, zumal in dieser Dimension.
Vielleicht gründen Sie ja irgendwann einmal einen Verein zur Wiedererrichtung des Palastes der Republik, dann werden Sie das auch mit anderen Augen sehen.
@ Grumbkow
\"Lustig\" ist vor allem Ihr Beitrag. Ist Ihnen noch nicht aufgefallen,daß diese Grundsatzdiskussion durch das permanente Nachtreten der Rekonstruktionsgegner erst so richtig angefacht wurde?
Von souveräner Gelassenheit ist doch auf Ihrer Seite kaum noch etwas wahrzunehmen. Stattdessen wird Gift verspritzt und in einer Weise polemisiert und diffamiert, als ginge es hier tatsächlich primär um eine komplette Neuausrichtung der Architektursprache zur Behebung der gegenwärtigen Orientierungslosigkeit.
Eine Gebäuderekonstruktion ist übrigens alles andere als ein langweiliger Vorgang. Das ist eine hochinteressante Angelegenheit, zumal in dieser Dimension.
Vielleicht gründen Sie ja irgendwann einmal einen Verein zur Wiedererrichtung des Palastes der Republik, dann werden Sie das auch mit anderen Augen sehen.
Das ist lustig: Den technischen und kulturhistorisch doch eher langweiligen Vorgang einer Rekonstruktion (von drei Fassaden) auf Krampf zur Avantgarde eines epochalen kreativen Stilwandels zu erklären! Wenn man mit im breiten Fahrwasser schwimmt, ist es leicht, als Rebell gegen das Establishment zu posieren. Haben wir da in unserer Jugend irgendwas versäumt und wollen es auf unsere alten Tage noch mal nachholen? Dass sich das späte Revoluzzer-Getue – „Wir läuten eine neue Epoche ein, durch Rückbesinnung!“ – ausgerechnet am Imitat dreier barocker Schlossfassaden festmacht, ist am Ende allerdings weniger lustig als traurig.
@nachdenklich: Ihren ersten Satz kann sicherlich jeder unterstreichen. Ansonsten wage ich einmal zu vermuten, daß Sie vor 550 Jahren die Renaissance und vor 220 Jahren den Klassizismus mit der selben Vehemenz und mit den selben Argumenten bekämpft hätten, wie sie heute jedes Aufflammen einer architektonischen Neubesinnung bekämpfen.
Sie sollten sich endlich eingestehen, daß Sie der eigentliche Beharrende auf Ewiggestrigem sind. Ihnen geht es nicht um das Schloß, sondern um das Umdenken, das sein Wiedererstehen bewirken könnte.
Ihre Ideale der 20er Jahre, die anfangs berechtigt, später unumgänglich, in ihrer Pervertiertheit und Abgestumpftheit inzwischen aber unerträglich geworden sind, haben sich endgültig überlebt.
Die menschlichen Grundbedürfnisse haben sich seit Jahrtausenden nicht geändert, deshalb sollten Sie nicht so tun, als könnte man sie beliebig strapazieren und Ihren Vorstellungen eines abgehobenen architektonischen Mainstream unterordnen!
Ich finde man muß immer genau Obacht geben, auf das, was man formuliert.
Geschichtliche und Kunstgeschichtliche Kenntnisse gehen Hand in Hand, so auch das Nichtwissen darüber.
Wie schon ausgeführt, wenn heute das hässlichste Gebäude in einem Dorf die Sparkasse ist, lag das nicht immer am Architekten, sofern dieser überhaupt beteiligt wurde. Es wäre wohl zu leicht, so Schuldige zu suchen. Die Menschen haben ihre Möbel von sich aus weggeworfen, oder weiß gestrichen, da hat niemand über ihre Köpfe hinweg entschieden. Man muss ihr Verhalten auch aus der Zeit heraus beurteilen.
Was ja eine wesentliche Aussage war, ist dass wir nicht zurückkehren können, und dass Geschichte erst recht nicht mehr lesbar wird, wenn wir überall Repliken aufstellen.
Sind diese Repliken auch noch symbolisch aufgeladen, gibt es Gruppierungen die das ausnutzen, aufspringen, wie auch im Falle eines Berliner Schlosses. – Zumindest folgt eine Stärkung rechter Ansichten, die in der Mitte ankommen.
Um den Faden des Interviews weiterzuspinnen, wenn unsere zukünftige Realität eine virtuelle ist, wird alles andere überflüssig. Das Gefährliche an virtuellen Welten ist aber, dass sie die Menschen durch sie leichter manipulieren lassen.
Ein interessanter Radiobeitrag, wenn er auch keine neuen Erkenntnisse bringt. Die Quintessenz, wie Sie schon erwähnten, ist, dass man Geschichte nicht nachbauen kann, also das Standardargument der fehlenden Authentizität (wer hätte gedacht, dass er das Wort \"Disneyland\" gebrauchen würde?!).
Ansonsten erkennt Herr Sewing aber ganz richtig den Grund für die neue Lust am Rekonstruieren, der in dem \"Misstrauen\", wie er es nennt, der Bevölkerung gegen die moderne Architektur liegt. Ich persönlich halte Abneigung oder Verdrossenheit für ein zutreffenderes Wort, denn sie entsteht immer da, wo etwas über den Kopf des Volkes hinweg und gegen seinen Willen durchgesetzt wird.
Die Rekonstruktionen sind also in der Tat in erster Linie eine Antwort auf die Architektur unserer Zeit und der letzten 60 Jahre. Würden die Architekten nun darauf reagieren und sich etwas an die Bedürfnisse der Menschen anpassen, so könnte moderne Architektur tatsächlich wieder eine Alternative zur Rekonstruktion werden. Es gibt Architekten, die das bereits erkannt haben (Hans Kollhoff, Patzschke & Partner), doch ihre Zahl ist leider noch sehr gering. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftig mehr Architekten diesem Beispiel folgen werden.
\"Die Aussage stimmt, dass geschichtliche Kenntnisse immer weniger werden, dass merkt man ja auch deutlich daran, was hier im Gästebuch zum Vorschein kommt.\"
Dass viele Mitmenschen den Unterschied zwischen Barock und Klassizismus oder Rekonstruktion und Original nicht (er)kennen, ist eher auf ein oberflächliches Interesse für Architektur zurückzuführen.
Man kann auch nicht auf der einen Seite Sensibilität für Architekturstile erwarten und auf der anderen Seite jahrzehntelang erfolgreich alles \"Nichtpuristische\" verurteilen und als überholt oder gar als wertlos bezeichnen.
Schon gar nicht sollte man auf die Idee kommen, Architekten allgemein ein größeres Geschichtsbewusstsein zuzusprechen, als dem Normalbürger!
In den 60er und 70er Jahren gab es diese Tendenzen, zu einem architektonischen Kahlschlag. Allerdings beschränkte sich das nicht nur auf die Architektur, mit ihren Architekten. Unfair wäre auch, die heutige Generation für Entwicklungen verantwortlich zu machen, die sich vor 40 Jahren vollzogen hatten. Wenn man etwas tiefer geht, erkennt man auch, dass die Nachkriegsgeneration mit dem „altdeutschen“ Geist der Väter und Großväter, der letztendlich in der Katastrophe endete abschließen wollte.
Eine wesentliche Aussage ist auch, dass das Bürgertum in unserer Gesellschaft die Moderne nicht verinnerlicht hatte, und hat. Das resultiert auch sehr stark aus unserer Geschichte. Ein Beispiel ist die kunstgewerbliche Kitschwelle in der gleichen Zeit.
Die Aussage stimmt, dass geschichtliche Kenntnisse immer weniger werden, dass merkt man ja auch deutlich daran, was hier im Gästebuch zum Vorschein kommt.
Sei es drum, die Quintessenz, die auch Werner Sewing zum Ausdruck bringt ist, dass man die Geschichte nicht nachbauen kann.
An den Leser gerichtet hieße das ua. auch, aus dieser virtuellen Welt zurückzukehren, und sich mit der realen Welt auseinanderzusetzen. 😉
Wenn Sie den unten angegebenen Link in Ihre Adressleiste kopieren, öffnet sich eine Seite des Deutschlandradio Kultur. In der rechten Spalte unter „AUDIO ON DEMAND“ auf „Flash“ klicken.
In dem sich öffnenden Fenster, könne Sie die Sendung auswählen.
Die Sendung wurde heute, dem 11.Juni, um 11.09 Uhr im Radiofeuilleton, dieses Senders ausgestrahlt, mit dem Titel:
„Rekonstrukions-Wahn als architektonische Bankrotterklärung an eine ganze Epoche“
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/
Das Thema erfährt auch heute um 23.05 Uhr auf dem gleichen Sender seine Fortsetzung, in einem Bericht zum 5.Kulturpolitischer Bundeskongress
\"kultur.macht.geschichte - geschichte.macht.kultur\"
„Rekonstrukions-Wahn als architektonische Bankrotterklärung an eine ganze Epoche“
Immer dann, wenn sich eine Entwicklung festgefahren hat, gab es einen Rückgriff, um zu gesunden oder sich neu zu erfinden. Den \"Rekonstruktions-Wahn\" haben die Architekten und Kritiker des ästhetischen Bauens selbst verschuldet. 🙂
Zugeben werden sie das nicht (wie man hört), nur immer lauter lamentieren.
\"Sie sollten sich einmal in persönlichen Gesprächen äußern dürfen, das könnte Ihnen helfen.\"
Bei bestimmten Charakteren führt auch das persönliche Gespräch zu keinem Erkenntnisgewinn ... ach, wem erzähl\' ich das?!
Für den interessierten Leser des Gästebuches.
Heute gab es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, im Deutschlandradio Kultur um 11:09 Uhr, im Radiofeuilleton, einen sehr interessanten Beitrag zum Thema:
„Rekonstrukions-Wahn als architektonische Bankrotterklärung an eine ganze Epoche“
Man kann das Interview nachhören, indem man die Seite von Deutschlandradio Kultur aufsucht.
(Dort ist der Link z.Z. noch sichtbar, in der rechten Spalte unter „AUDIO ON DEMAND“ / THEMA.
Klicken Sie wahlweise auf „Flash“, oder „MP3“ unter der Überschrift, wie hier oben bezeichnet)
Kopieren Sie dazu diesen Link in Ihre Adressleiste:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/
Später kann man Sendungen auch hier nachhören:
http://www.dradio.de/podcast/
Grüße
@Isidor, @Kreuzberger:
Vielleicht sollten Sie ein paar Tage warten, und dann unten Aufgezeigtes noch einmal lesen. (?)
Sie sollten sich einmal in persönlichen Gesprächen äußern dürfen, das könnte Ihnen helfen.
Es tut mir wirklich Leid.
Grüße
Der Diskussionsstil des Nachdenklichen ist mir nur zu gut aus vielen Gesprächen mit religiösen Fanatikern bekannt. So \"argumentieren\" Fundamentalisten, Kreationisten und Sektenanhänger aller Art.
Ich finde die Parallelen erstaunlich. Wer es wagt, die Reine Lehre in Frage zu stellen, wird diffamiert und als unzurechnungsfähig hingestellt. Argumente werden nicht sachlich widerlegt, sondern einfach ignoriert. Fragen werden mit Gegenfragen beantwortet.
Als seriöser Gesprächspartner läßt sich dieser Nachdenkliche jedenfalls nicht oder nicht mehr bezeichnen.