Kreuzberger
schrieb am 28. September 2009
um
19:21
Voll korrekt, bis auf die scheiß Fäkalausdrücke 😉
Carsten
schrieb am 28. September 2009
um
12:57
Mit Interesse verfolge ich die Diskussionen über den Neuaufbau des Schloßes. Vom ersten Moment an, seit die Installation der Leinwände, hat mich die schönheit des Schloßes faßziniert. Geschockt war ich, das mal wieder das alte mit dem vermeindlich Modernen verbunden werden soll. Der Würfel sieht einfach nur scheiße aus und verschandelt jetzt schon vor Baubeginn das zukünftige Schloß. Baut doch einfach 1 zu 1 wieder auf und scheißt auf den modernen Zeitgeist.Das Schloß hat mehrere hundert Jahre überdauert und war bis zum Abriß achiktektonisch wunderschön, da muß man keine Experte ein. Die Architekten die den Würfel da hinstellen wollen hätte ich mal sehen wollen, gleiches bei der Frauenkirche in Dresden anzuwenden. Der Aufschrei wäre riesig gewesen. Und was ist mit der Postmodernen Kirche am Kuh-damm? sieht auch scheiße aus oder? Es wäre besser gewesen die Alte wieder aufzubauen, somit würde der Kuh-damm nicht so glanzlos wie heute dastehen. Aber das haben ja, zum Glück, ehemalige Westberliner Politiker zu verantworten, ich hoffe Sie sind heute mit Ihrer Entscheidung von Damals glücklich. Ich bin es nicht und viele andere auch nicht
Kreuzberger
schrieb am 22. September 2009
um
22:25
Die Schönheit in der Kunst ist leider so wenig definierbar wie die Wahrheit in der Politik. Deswegen sind beide Begriffe ja auch eher verpönt. Einigermaßen eingrenzen lassen sie sich allerdings schon. Es genügt, das verbindende Schönheitsideal der östlichen Straße Unter den Linden und der Museumsinsel als Maßstab zu setzen, um Baustilen, die nicht in der Tradition der griechisch-römischen Antike stehen, nahezulegen, sich doch bitte woanders zu manifestieren.
salsero
schrieb am 22. September 2009
um
13:26
Bravo Isidor! (Dein Text Nr.1925)
Endlich jemand, der weiss, wie wichtig der Begriff \"Schönheit\" in der Architektur ist. Und Gott sei Dank haben gescheite Leut den Abriss des Palzzo Prozzo entschieden, der als Sinnbild eines diktatorischen Unrechtregimes keine Brechtigung hat, zu bestehen sondern hoffentlich bald dem Vergessen anheim fallen wird und wieder der besseren und wertvolleren Architektur den Platz freimacht.
Es sind dieselben schlimmen Kleingeister und Gewalttäter, die seinerzeit das Stadtschloss in Berlin gesprengt haben und jetzt noch einem hässlichen, einfaltslosen, naiven Würfelbaukasten nachtrauern. Genau Wie die Taliban, die eine Buddastatue aus einer Bergnische sprengen, weil sie eine jahrtausendealte friedliche Religion wie den Buddismus fürchten. Schnell abreissen und sprengen das können sie, aber an die Stelle etwas kulturell Gleichwertiges und Schöners hinzustellen, das vermochten sie nicht.
In Dresden fühlen sich Tausende Touristen aus aller Welt jeden Tag sehr wohl in der überragenden Architektur einer Semperoper, eines Zwingers, der Trinitatiskirche oder der Frauenkirche, die ebenfalls rekonstruiert wurde und die anstürmenden Zuschauermassen fast nicht bewältigen kann.
Als Spende für die Frauenkirche habe ich bereits die 6. Uhr gekauft - für das Berliner Stadtschloss habe ich heute für einen Balluster gespendet und bin fest davon überzeugt, dass das neue Stadtschloss der Stadt Berlin und seinen Besuchern wieder Schönheit und Einheit in der Architektur zurückgeben wird, in der sie sich sehr wohlfühlen.
Grüßle
Maus
schrieb am 21. September 2009
um
14:12
Als Kunsthistoriker würde man die Sprengung der Schlossruine verurteilen, so wie ich auch. Ist auch ein Stück weit den zeitlichen Umständen geschuldet. Darum geht es aber nicht mehr.
Allerdings wird kein seriöser Kunsthistoriker auf die Idee kommen alles wieder neu hinzubauen. (Begriff: \"historisch\")
\"Wiedergutmachen\" läßt sich so wirklich nichts.
Kreuzberger
schrieb am 20. September 2009
um
10:14
@Maus:
Was hatte Ulbricht damals doch gleich gesagt?
Mit der Kritik der Kunsthistoriker würde er schon fertig werden.
Offensichtlich hat er sich da getäuscht, obwohl er das nun leider nicht mehr erleben kann.
Ja, wir arbeiten auch sonntags 🙂
Maus
schrieb am 20. September 2009
um
9:31
@Kreuzberger
\"Das hört sich an, als ginge es hier noch einmal um die Sprengung des Stadtschlosses durch Ulbricht. Dieser barbarische Akt war tatsächlich ein Verbrechen an unserer Kultur, dessen Wiedergutmachung uns nun viele Hundert Millionen € kosten wird!\"
Der Ideologe bei der Arbeit 😉
Kreuzberger
schrieb am 19. September 2009
um
21:09
\"...wer sich den Werdegang einmal anschaut, gelangt einfach zu der Erkenntnis, daß ein Stück Zeitgeschichte mit sehr populistischen ideologischen Argumenten beseitigt wurde. Möglichkeiten, Geschichte zu verarbeiten wurden uns dadurch quasi genommen...\"
Das hört sich an, als ginge es hier noch einmal um die Sprengung des Stadtschlosses durch Ulbricht. Dieser barbarische Akt war tatsächlich ein Verbrechen an unserer Kultur, dessen Wiedergutmachung uns nun viele Hundert Millionen € kosten wird!
Richtigsteller
schrieb am 19. September 2009
um
19:32
Was “shade of architecture ruskin” (1927) bemerkt, schildert mit knappen Worten was wir gerade in Berlin beobachten können. Das muss man einfach ernst nehmen.
Das Wort „Fake“ trifft es wohl, man kann auch gerne jeden anderen vergleichbaren deutschen Begriff dafür einsetzen. Es ist unverkennbar, und wer sich den Werdegang einmal anschaut gelangt einfach zu der Erkenntnis, dass ein Stück Zeitgeschichte mit sehr populistischen ideologischen Argumenten beseitigt wurde. Möglichkeiten Geschichte zu verarbeiten wurden uns dadurch quasi genommen ...
Kulissen können wir im Theater beobachten. Schneidet man diese durch, oder besieht sie sich von der Seite, erkennt man die „flache“ Täuschung, genau wie bei einer Fassadendekoration.
Denkt man aber weiter, so wäre eine vollständige Rekonstruktion doch auch nicht mehr als Theater …
Kreuzberger
schrieb am 18. September 2009
um
19:20
@ shade : Hätten Sie es mal bei Ihrem ersten Satz belassen, dann könnte man Sie ernstnehmen.
shade of architecture ruskin
schrieb am 18. September 2009
um
9:04
Eine nicht konsequent durchgezogene Rekonstruktion wird stets nur ein fragwürdiger Fake bleiben. Der Palast der Republik wäre zumindest ein Denkmal der Bedeutung gewesen.
Intellektuelle Revanchisten konnten dies nicht ertragen und haben in Siegermentalität und eventuell auch einer möglichen \"Post-NS-Gesinnungssyndrom\" bzw. Traumatisierung dieses geschichtliche Zeugnis einer anderen Zeit ausradiert und ausgemerzt um sie einfach nicht wahrhaben zu müssen.
Denkmalpflegerisch ist eine nur teilweise durchgebildete Rekonstruktion halt \"Fassade\", Kulisse, genau das was die oben angeführte Gesinnung dokumentiert und entlarvt.
Es ist nicht so, dass mir der Palast der Republik \"gefallen\" hätte, aber er hat nun mal eben existiert und ist ein Manifest, auch wenn es das Ensemble \"stört\". Gerade durch die Irritation wirkt der über seine bloße physische Existenz hinaus.
Die seinerzeit aufgestellte Kulisse hätte Anlass genug geboten sich mit dem Themenkreis eingehend und kritisch abseits der Ideologie auseinander zu setzen, genau das hat aber nicht stattgefunden. Der nun geplanten Form eine sehr fragwürdige Angelegenheit.
heike weis
schrieb am 16. September 2009
um
14:22
hallo, ich habe gehört, dass Kellerreste bei Grabungen gefunden wurden.Ich fände es schade wenn sie der Rekonstruktion geopfert würden.Was wird mit ihnen geschehen und kann man sie besichtigen.Meine Schwester sagte sie hätte schon vor 10 Jahren Gewölbereste besichtigt.
Kann man mich da aufklären?
Viele Grüße
Heike Weis
Isidor
schrieb am 16. September 2009
um
9:55
\"Diese Aussage versteht niemand, und bedarf der Erläuterung.\"
Also ich verstehe sie sehr gut. Gebäude waren früher nicht nur Architekturgebilde, sie waren auch Kunstwerke. Überall - sei es bei Stuckverzierungen, Ornamenten, Schnitzereien, Wand- und Deckenmalereien - überall arbeiteten Künstler und fähige Handwerker mit und genau das macht diese Häuser so einmalig und schön. Dieser Aspekt fällt heutzutage leider komplett weg. Daher versuchen sich die Architekten selbst als Künstler darzustellen, indem sie groteske, unförmige und exzentrische Gebäude entwerfen, die sie uns gerne als Kunstwerke verkaufen würden. Oder sie geben sich gleich geschlagen und quälen unsere Augen mit ihren einfalls- und trostlosen Nutzbauten, die sie in die Welt setzen. Ich weiß nicht einmal, was schlimmer ist...
Dass der Spendenverein es nicht schaffen wird, die für die Fassadenrekonstruktion nötigen Mittel aufzubringen, ist nichts weiter als eine unbegründbare Mutmaßung Ihrerseits. Aber wer weiß, vielleicht haben Sie Recht und Sie werden tatsächlich 1,50 Euro Ihres Steuergeldes ungefragt für das Schloss spenden. Das wäre sicherlich ein schwerer Schlag.
Bei Fassaden geht es nicht darum, den Menschen die Möglichkeit zur Begegnung zu geben. Das ergibt sich daraus von selbst. Sie sollen der Stadt ein schönes, einmaliges Gepräge geben, damit sich die Menschen darin wohlfühlen. Sie sollten auch ein Spiegel der Kultur sein. Moderne Glas- und Betonfassaden spiegeln nur eine hässliche und ungeliebte Globalisierung wider.
TKKG
schrieb am 16. September 2009
um
8:47
Kreuzberger schrieb:
\"Kunst und Handwerk sind hier auf der Strecke geblieben. Überlebt hat allein die Architektur,...\"
???
Diese Aussage versteht niemand, und bedarf der Erläuterung.
Bezahlbar ist Handwerk nicht mehr. Die Summe für die Barockfassaden werden durch Spenden nie eingenommen werden.
(Was die Aussage unterstreicht.)
Wenn der Entwurf, so wie er sich uns im Moment darstellt verwirklicht werden sollte, dann werden am Ende Steuermittel, und somit das Geld der Allgemeinheit aufgewendet werden müssen.
Damit geben auch jene Geld, die die Fassaden eigentlich nicht mochten, und mit dem Ergebnis, dass \"Kleinteilgkeit\" nur in eine Fassadenstruktur investiert würde.
Sie verwechseln \"Fassadenoberfläche\" mit \"Stadträumlichkeit\".
Abgesehen davon, steht der Begriff des \"kleinteiligen Stadtraumes\" nicht im Zusammenhang mit diesem Projekt.
Sprechen wir lieber von den Möglichkeiten, die die Rekonstruktion der Fassaden hinsichtlich ihrer Reaktion auf Stadtraum n i c h t bieten kann. (Die Barockfassaden lassen auch im Inneren nicht das zu, was optimal wäre.)
Die gemeinten maßstäblichen Räume, die Menschen mehr Gelegenheit zur Begegnung bieten, werden nicht durch Fassaden, und auch nicht durch bestimmte handwerklichen Techniken erreicht werden, sondern durch den Städtebau, und die Nutzungen der Gebäude.
\"... verkitschten Beton- und Wohncontainer-Massengeschmacks.\"
Wie ist der Geschmack der Masse?
Die alten Schloßfassaden waren ua. strukturiert durch das Ornament (Fassadenplastik).
Das Schloß selbst war nach außen hin jedoch ein monumental zu nennender rechteckiger Block.
Stadträumlich gesehen war dieser das Gegenteil von \"kleinteilig\".
Grüße an alle
Kreuzberger
schrieb am 15. September 2009
um
22:49
Ich war neulich mal wieder in Lübeck. Die Stadt ist nicht gerade der Nabel der Welt, obwohl sie nach Köln einmal die größte auf deutschem Boden war. Trotzdem ist Lübeck noch immer imposant und faszinierend mit seiner dominierenden backsteingotischen Bausubstanz. Erstaunlich ist aber auch die harmonische, teils pittoreske Koexistenz von Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Historismus und selbst noch 20er-Jahre Bauten. All diese Stile haben einen gemeinsamen Nenner, der aus einer idealen Ergänzung von Kunst, Handwerk und Architektur besteht.
Wer Lübeck besucht, dem wird aber auch schmerzhaft klar, was der 2. Weltkrieg an direkten und indirekten Folgeschäden in dieser Stadt angerichtet hat. Man wird im Stadtkern kein einziges Gebäude der Nachkriegszeit finden, das nicht deplaziert, primitiv und peinlich wirkt im Kontrast zur traditionellen Bebauung.
Kunst und Handwerk sind hier auf der Strecke geblieben. Überlebt hat allein die Architektur, nun als Erfüllungsgehilfin eines verkitschten Beton- und Wohncontainer-Massengeschmacks.
Das nur nebenbei zum angesprochenen Thema der kleinteiligen Bebauung.
muffel
schrieb am 13. September 2009
um
12:18
ich finde es unglaublich, das steuergelder für so etwas veschwendet werden...es gibt ja sogar eine privatorganisation, die das finanziert hätte. ich mein wir brauchen eh keine museen mehr!
QCSE
schrieb am 12. September 2009
um
16:28
Auf 80 Mio Deutsche macht das 6 Euro pro Nase...
Oder lassen wir es 10 Euro sein, dann wäre das Resultat vernünftig....
färuleinsozial
schrieb am 12. September 2009
um
15:12
ich muss mich entschuldigen, kommastelle falsch, aber es geht ja nur ums prinzip...dass wir grad in der krise hängen die menschen keine arbeit haben somit kein geld verdienen und hartz4 ist und bleibt knausrig..
färuleinsozial
schrieb am 12. September 2009
um
12:43
Wenn wir kein Stadtschloss in Berlin bauen und das Geld jedem der ca 80 Mio Bürger Deutschlands gerecht zur Verfügung stellen würden, erhielte jeder ca 6,25 Millionen.
VonWegen
schrieb am 12. September 2009
um
12:21
\"Dieses Land kotzt mich nur noch an !\"
Mit Sicherheit ästhetischer als die umgekehrte Variante.