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@Christian Wir sollten vielleicht froh sein, daß Stella das Rennen gemacht hat, denn diese modernistische Verfremdung war leider eine Vorgabe des Architektenwettbewerbs und andere Entwürfe waren weitaus haarsträubender ausgefallen.
Man kann jetzt nur noch hoffen, daß spätere Generationen diese stilistische Entgleisung irgendwann einmal korrigieren und deshalb sollten wir heute bereits darauf drängen, daß die geplante Parkhausarchitektur möglichst reversibel umgesetzt wird. Ich wette jedenfalls darauf, daß die zukünftigen anonymen Betonwüsten-Megastädte dieser Welt mit Neid auf solche historisch gewachsenen Metropolen wie Berlin schauen werden.
Den Wiederaufbau an sich finde ich eine tolle Idee, gerade in einer Stadt deren historisches Äußeres in solchem Maße gelitten hat.
Alles andere als toll finde ich aber den Plan des Architekten. Ich verstehe nicht warum man immer meint an einem perfekten Original rumpfuschen zu müssen. Warum braucht ein Bauwerk mit drei historischen Fassaden eine moderne Ostseite?? Diese Architekten sollen sich an anderer Stelle austoben, wo Ihre Architektur dazu passt.
Weil ich der Meinung bin, dass das Gebäude dadurch für immer verschandelt wird, bin ich noch am überlegen, ob ich spende.
Im übrigen bin ich der Meinung, dass unser Staat an vielen Stellen in diesem Land schon unsinniger Geld verbuddelt hat (wieviel kostet nochmal die BND-Zentrale?). Es wäre also auch kein Unding wenn ein bisschen Steuergeld in die Fassade fließt.
Es scheint nie Ruhe einzukehren!: http://www.morgenpost.de/kultur/article1708988/Stella-haette-nie-am-Wettbewerb-teilnehmen-duerfen.html
Kann das zum Problem für den Wiederaufbau werden?
Des weiteren verstehe ich nicht, wieso der Entwurf von Kühn/Malvezzi hier als zweit plaziert dargestellt wird. Meines Wissens nach, gibt es gar keinen Zweitplazierten?!?! Es gibt 3 Drittplazierte und einen Sonderpreis (eben dieser furchtbare Entwurf von Kühn/Malvezzi)!
Hoffenlich hat diese Diskussion bald ein Ende und der Wiederaufbau kann beginnen!!!
Auch nach 20 Jahren Diskussion kommen immer wieder die gleichen dümmlichen Sprüche von wegen \"Schulen, Straßen usw.\"
Haben diese Leute schon einmal geschimpft über die 5000 Euro, die jeder Bürger, egal ob Säugling oder Greis, für Griechenland und die Euro-Rettung zahlen muß?
Wie sieht es denn mit der Milliarde für den unsinnigen BND-Neubau aus, für einen unfähigen Geheimdienst, der in aller Welt nur Mitleid erregt? Ein U-Boot weniger für die Bundesmarine und wir hätten das halbe Schloß.
Hallo Herr Müller,
sagen Sie mir doch bitte kurz Bescheid, wenn Sie einen fehlenden Euro in Ihrer Brieftasche bemerken, der eindeutig auf den Neubau des Humboldt-Forums zurückzuführen ist.
Vielen Dank
Ralf Wendel
@ Müller: In Polen hat man diese Diskussion nicht geführt. Dort hat ein gewisser Diktator namens Hitler das Warschauer Schloss sprengen lassen, nach 1945 war es selbst für eine kommunistische Regierung eine Selbstverständlichkeit, das Schloss zu rekonstruieren, obwohl das ganze Land in Trümmern lag und es vermeintlich andere \"Prioritäten\" hätte geben müssen. In Berlin hingegen soll nach dem Willen einiger linker \"Gutmenschen\" eine primitiver roter Bilderstürmer namens Ulbricht in Berlins Mitte für immer das lezte Wort haben, weil man das Geld ja besser für höhere Hartz-4-Sätze, gemeinsame Euro-Bonds, muslimische Migranten oder die \"Bildung\" (klingt ja immer gut) stecken könnte. Würde man diesen schwachsinnigen Argumenten nachgeben, wäre das Schloss in zweihundert Jahren noch nicht wieder aufgebaut !!
BergischerBembel
schrieb am 21. Juli 2011 um 16:43
@R. Müller: Und die wären??
Und jetzt kommen Sie nicht wieder mit dem Thema \"Schulen sanieren\" oder die \"armen Hartz IV Empfänger\"!!! Ich zahle gerne meine Steuern für das Schloss. Darüber hinaus habe ich bereits mehrfach gespendet!
Doch wir zahlen als Bürger die Zeche. Wie Naiv ist das denn, daß wir als Bürger davon nichts merken. So ein Bauvorhaben wird nicht mehr benötigt. In Deutschland haben wir andere Projekte notwendiger.
R. Müller
@ Frau/Herrn Wagner
Sie haben das mit den 80 Millionen offenbar nicht so ganz verstanden. Dieses Geld ist für die historisch barocken Fassaden vorgesehen und wird komplett aus freiwilligen Spendengeldern aufgebracht. Und NEIN, dieses Geld kann man NICHT viel besser für andere Dinge ausgeben, weil es zweckgebundene Spenden sind! Dieses dümmliche Argument kann ich auch bald nicht mehr hören. Der einzelne Steuerzahler wird von den Kosten für das Humboldt-Forum nicht das geringste spüren. Würde der gemeine Bürger um die Erlaubnis für jedes größere Bauprojekt gefragt werden müssen, so hätten wir in Deutschland ziemlich sicher einen Stillstand. Weil ein jeder denkt, daß ihm sein gutes und liebes Geld geklaut wird. - Fragen Sie sich lieber mal warum der Neubau der BND-Zentrale, der ja nun architektonisch in keiner Weise ansehnlich ist, mehrere 100 Millionen Euro teurer ist als das zukünftige Schloss.
80 Mio Euro! Stimmt, von dem Geld könnte man ebensogut 80 Mio Sonderausgaben des Berliner Extrablatt drucken und an alle Bundesbürger verteilen, um ihnen mitzuteilen, daß diese 80 Mio nun fehlen und das Schloß jetzt doch nicht gebaut werden kann.
Mir hat es in der Humboldtbox sehr gut gefallen, vor allem, dass auch die ganze vorgeschichte des Stadtschlossee aufgezeigt wurde.
Jedoch bin auch geteilter Meinung, ob man das Stadtschloss wieder aufbauen sollte. Den einerseits ist es für Berlin eine kulturelle Sehenswürdigkeit, aber andererseits kostet der Wiederaufbau den Steuerzahlern 80 Millionen Euro, dieses Geld könnte man auch in andere Bereichr der Politik stecken, z. B. in die Bildung
@ Ernst Ludwig: Mach dir keine Hoffnung, Anfragen in diesem Gästebuch werden leider nie beantwortet, musste ich auch schon mal erfahren. Am besten direkt anrufen.
Seit meiner Anfrage betreffs der verschwundenen Millionen sind drei Tage vergangen. Ich finde es keine Kleinigkeit, wenn Spender unermüdlich Gelder aufbringen und dann drei Millionen mir nichts dir nichts aus der Bilanz verschwinden. Was ist da los?
@BergischerBembel
Die SED wird man wohl kaum den 68ern zurechnen können. Und Linkssein in der Tradition der 68er hatte auch mal etwas mit Erhalt statt Abriß zu tun. So konnten hunderte gründerzeitlicher Altbauten von linken Hausbesetzern vor der Abrißwut unserer damaligen Berliner CDU-Politiker bewahrt werden.
Aber das nur nebenbei. Für die SED war dieses Schloß jedenfalls ein rotes Tuch, das ihren eigenen roten Fahnen im Weg stand, klar ...
Mich nervt nur, dass es in diesem Land nicht möglich ist ein historisches Gebäude 1:1 zu rekonstruieren, selbst wenn die finanziellen Mittel es zulassen würden. Immer spielt hier die Ideologie eine Rolle. Kann man nicht einfach mal ein Gebäude auf Grund seiner Schönheit wieder komplett aufbauen. Ist so was wirklich nur in anderen Ländern wie z.B. Polen möglich. Vielen Dank nochmals an die \'68er. Wie kann ein Gebäude \"rechts\" oder \"links\" sein? Der Mensch macht es zu diesem, nicht das Gebäude an sich!
Das kann einfach nicht klappen, was die vorhaben.
Ich liebe alte Schlösser und Burgen und ich liebe diese ebenso schlichten wie raffinierten ethnologischen Artefakte, die so viel Einfluß auf unsere klassische Moderne hatten. Das sind aber grundverschiedene Genres, die so unvereinbar sind wie Currywurst und Sahnetorte.
Man wird also penibel darauf achten müssen, daß die Exponate möglichst neutral und steril präsentiert werden, was dann natürlich keinerlei barocken Anmutungen im Inneren des Gebäudes zulassen wird.
Moderne Kunst in alten Gemäuern funktioniert immer, so wie ein spanischer Barockrahmen um einen Picasso immer funktioniert. Die Berggrün-Sammlung beweist das. Dieses Konzept wird aber nicht funktionieren, da sich hier nichts harmonisch ergänzen sondern nur gegenseitig abstoßen wird.
Hallo \"BergischerBembel\", ich hoffe auch, dass man langfristig einige Säle wieder herstellt, ich weiß allerdings nicht, wie das gehen soll: In den ehemaligen Paradekammern Schlüters wird z.B. \"Afrika\" ausgestellt werden. Wo sollen die afrikanischen Klamotten bloß hin, wenn man die Paradekammern wieder aufbaut???