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3015 Einträge
S.Hensel schrieb am 13. Juli 2012 um 15:38
@ Felix: Vielen Dank für Ihren Beitrag! Mir haben Sie damit aus der Seele gesprochen, und das nicht nur als ein Berliner. Auch ich nehme mit wachsender Freude zur Kenntnis, dass man sich auch im Wohnungsbau wieder klassischen Bauformen hinwendet. Meine derzeitigen Lieblingsprojekte sind neben den entstehenden Kronprinzengärten die Rosengärten in Berlin. Ferner verspreche auch ich mir vom Bau des Humboldt-Forums in der Gestalt des Berliner Stadtschlosses eine nachhaltige Signalwirkung... Mit bestem Gruß!
E.Heine schrieb am 12. Juli 2012 um 23:37
@Felix, so ein Unsinn den Sie schreiben. Was hat denn der Nachkriegsstädtebau mit einer Schlossattrappe zu tun? Das echte Schloß, bzw. dessen Ruine hätte damals zwar erhalten werden können, das ist wahr. Die Sprengung hatte aber keineswegs rein ideologische Motivationen. Im Osten gab es eben keinen Marshallplan dessen Ergebnisse man am Ende als „Wunder“ hätte verklären können. Sie projezieren hier eine Spassgesellschaft zurück, so als ob in der Nachkriegszeit das zerbombte Schloss das wichtigste gewesen wäre. Auch in den westlichen Zonen gingen doch ähnliche Fragen diesbezüglich glimpflich aus, man denke nur an das Schloss in Karlsruhe, etc. Nun ist aber das Berliner Stadtschloss seit einem halben Jahrhundert nicht mehr da. Leute wie Sie waren es in Wahrheit, die diese ganze Ideologie hineingebracht haben, und all das verrühren Sie obendrein mit Halbwissen. Die Architekten suchten schon immer nach Formen und Lösungen von Bauaufgaben, die gerade für die Gesellschaft wichtig waren in der sie lebten. Das waren eben in den 60ern Wohnungen, Straßen und all das, was sich die Menschen dieser Zeit wünschten. Dass dadurch Stätte so \"zerstört\" worden wären, wie es hier kommuniziert wird, ist vollkommen überbewertet. Dieses stereotype Veratwortlichmachen der Planer, für das, was eigentlich Mainstream und damit Politik haben wollten, ist einfach nur stupide. Sie wollen damit polemisieren, und brauchen das an dieser Stelle für Ihre Rhetorik, der es in Wahrheit an sachlicher Begründung für ein mehrere hundert Millionen teures Nonsens-Projekt vermissen lässt. Insofern Sie Albert Speer hier einbringen, sollte sich der Leser doch einmal schlau machen, denn dieser monumentale Retro-Klotz ist ja gerade etwas, das ja den Menschen den Gedanken an die Gignatonomie der NS-Zeit aufdrängen muss. Wie will man denn mit so einem ungelenken Ungetüm städtebaulich das erzielen, was sie so blumig hier mit „postmodern“ aufmalen? Im Übrigen ist es auch hier wieder die blanke Ideologie, die von „zerstörten“ Städten phantasiert. - Ja es ist wahr, Bankgebäude in der Provinz, in jedem Nest, - sind eine Scheußlichkeit, - aber gleichzeitig eben nicht der Ausdruck der Höhe der Architektur jener Zeit, sondern eher der Anmaßung dümmlicher Bauherren, deren Gestaltungshöhe sich in eloxierten Fensterschienen, und polierten Naturstenplatten erschöpfte, die irgendiwie dumm hingeklebt werden sollten, und einfach nur „reich“ auszusehen hatten. Mit den „grauen monumentalen neoklassizistischen Fassaden“ in Berlin mögen Sie sogar Recht haben, und Sie verwenden ja selber den Begriff „neoklassizistisch“, - das ist eben nicht „modern“ sondern postmodern, womit wir bei den Verwirrungen sind, die Leute wie Sie vertiefen helfen. Ein Rückbesinnung, die sich allein auf Architektur beziehen soll, kann lediglich in Ihrem Kopf existieren, - natürlich wuchtet man sich mit diesem Widergänger im Herzen der Hauptstadt auch ideologische Rückbesinnung auf die Köpfe der Zeitgenossen. Nur Naive können davor die Augen verschließen, dass hier mit grandioser Inkompetenz Entscheidungen getroffen wurden, die gleich auf mehreren Ebenen der Gesellschaft einen sprichwörtlichen Klotz ans Bein binden. Das Fassadenprojekt mit nachgeschobener Füllung kann nimmer eine „Messlatte“ darstellen, wenn, dann nur für den peinlichen Tiefpunkt von „Bildungsbürgertum“ und „Wissensgesellschaft“. Ich glaube hier wurde schon zu viel privatisiert …
Felix schrieb am 12. Juli 2012 um 1:49
Berlin ist eine der prachtvollsten Städte Europas gewesen bevor es im Zuge eines sinnlosen Krieges dem Erdboden gleich gemacht wurde. Darüber hinaus fiel der Wiederaufbau unglücklicherweise in eine Zeit, die man aus heutiger Sicht wohl als grösste Verirrung der gesamten Architekturgeschichte bezeichnen muss: der Doktrin der sogenannten Charta von Athen, deren oberstes Prinzip es war städtebauliche Solitäre zu errichten (heute nennt man dies Trabantenstadtarchitektur und reisst vielerorts ganze Stadtviertel wieder ab). Die Folge war die Zerstörung der historisch gewachsenen Blockstruktur der europäischen Stadt und mit ihr auch des so wichtigen sozialen Raumes für die Bewohner. Einmal abgesehen von den ideologischen Beweggründen war der Abriss des Stadtschlosses durch die damalige DDR Führung nur die Spitze des Eisberges der \"zweiten Zerstörung Berlins\" nach 1945: denn im Westteil der Stadt wurden unter den gleichen \"ästhetischen\" Gesichtspunkten wie im Ostteil die verbliebenen Berlin-typischen Gebäude und selbst ganze Viertel abgerissen und durch gesichtslose Bauten und Schnellstrassen im Stile von Le Corbusier und Scharoun ersetzt. Die meiner Meinung nach schlimmsten Beispiele sind im Ostteil der gesamte Alexanderplatz und das angrenzende Friedrichshain und im Westteil das Hansaviertel, der Ernst Reuter Platz und das Hallesche Tor. Dass man gerade diese Orte mittlerweise unter Denkmalschutz gestellt hat zeugt einmal mehr von der kulturellen Armut des neuen architektonischen Berlins. Zum Glück hat sich in der Postmoderne eine Rückbesinnnung auf den traditionellen europäischen Städtebau eingestellt und so entstanden seit den 80er Jahren durchaus ansehnliche und teilweise schöne Ensembles vorallem in der alten Mitte Berlins (Prager Platz, Pariser Platz, Potsdamer und Leipziger Platz, Friedrichswerder). Gleichwohl wird man den Eindruck nicht los, dass sowohl die allgemeine Ästhetik nach der Wiedervereinigung, als auch die Stadtplanung sehr starke Ähnlichkeiten mit den Vorstellungen eines Albert Speers haben: viele mit Granit verkleidete graue monumentale neoklassizistische Fassaden dominieren. Sowohl der Hauptbahnhof, als auch das Südkreuz sind nur kleinere Varianten dessen, was schon in den 40er Jahren konzeptionell vorgedacht wurde. Unter diesen Gegebenheiten erscheint es mir mehr als wichtig ein so bedeutendes Kulturbauwerk wie das Stadtschloss wieder zu errichten, denn es steht für mehr als nur ein Museum oder Kulturzentrum. Es steht sinnbildlich für eine Rückbesinnung (wohlgemerkt architektonisch und nicht ideologisch!) auf eine zeitlose Ästhetik und für einen kulturellen Neuanfang des Berlins des 21. Jahrhunderts. Das bedeutet nicht, dass man grundsätzlich für eine Rekonstruktion des alten Berlins werben sollte: moderne und selbst funktionale Architektur kann genauso schön und erhaben sein wie dieses altehrwürdige Bauwerk. Aber es gibt eben gute und schlechte Architektur und diese enthüllt sich selbst dem ungeübten Betrachter. Schlechte Architektur gibt es ausreichend im Nachkriegs-Berlin- jetzt wird die Messlatte hoffentlich deutlich höher angesetzt werden, indem man den Mittelpunkt der Stadt reinkarniert.
Kreuzberger schrieb am 8. Juli 2012 um 23:31
@Hoffmann Manfred Informiere dich doch bitte mal, wieviele Milliarden in die Bankenrettung und in die Rettung eines EU genannten Fasses ohne Boden \"investiert\" werden. Dagegen ist dieser Bau eine tatsächliche und nachhaltige Investition in die Zukunft Berlins und damit unseres gesamten Landes. Hier werden Arbeitsplätze gesichert, hier wird Geld in die reale Wirtschaft gepumpt und hier werden Touristen angelockt, auf deren Geld Berlin dringend angewiesen ist.
Hoffmann Manfred schrieb am 1. Juli 2012 um 9:21
Ich finde es eine Unverschämtheit, das Kultur hin oder her, daß ein solches Bauwerk wieder für viel viel Geld aufgebaut werden soll. Überall wird muss gespart werden. Auf dem Lande bei uns kämpft man um den Erhalt von öffentlicher Einrichtungen Schwimmbäder, Nahverkehr geht vor die Hunde, Freiwillige Feuerwehren werden kaputt gespart, kleine Theater sind am Ende, und so viele Dinge gehen nicht mehr weil das Geld fehlt und dann so ein Neubau von einem Schloss -- wenn es nicht so ernst wäre - würde ich laut lachen aber mir ist zu kotzen. Kein Wunder das die \"normal arbeitenden\" Menschen sich von der Politik abwenden
Kreuzberger schrieb am 26. Juni 2012 um 0:29
@ Willi Sasgen Die Psychiatrien würden überquellen, wenn man alle wegfangen wollte, die eine ernsthafte Rekonstruktion durch modernistische Zugaben zu entwerten versuchen 🙁
Willi Sasgen schrieb am 22. Juni 2012 um 8:51
Alle die das Projekt genehmigt haben gehören in die Psychatrie
Oberschlesier schrieb am 5. Juni 2012 um 9:35
Die Denkmäler im Umfeld des Berliner Schlosses „Die Gruppe des Drachentöters im Nikolaiviertel, der beiden Rossebändiger vor dem einstigen Kontrollratsgebäude in Schöneberg und das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten vor dem Schloss Charlottenburg sollten jedoch dort verbleiben. Sie hätten eine neue Bedeutung an ihren jetzigen Standorten erhalten.“ Dies ist ein großer Verlust für Berlin! Siehe: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/schlossplatz-der-kurfuerst-bleibt--wo-er-ist,10809148,16299662.html http://www.historisches-stadtschloss.de/cms/upload/pdf/07_08_09_12_13_14_Die_Oranier_und_General_Coligny.pdf
Kralle schrieb am 1. Mai 2012 um 15:30
Es wird Zeit darüber nachzudenken, auch einige Innenräume des Schlosses zu rekonstruieren!! Denn: ... (Es) dürfte rund ein Drittel des vor Kriegsbeginn im Schloss befindlichen Inventars erhalten sein, an Wandteppichen, Silber und Gemälden existieren sogar mehr als die Hälfte der Stücke, während die Verluste an Möbeln, die häufig an ihren Auslagerungsorten vernichtet wurden, überdurchschnittlich hoch sind. Der Großteil der Schätze befindet sich heute in öffentlichen Sammlungen, ergänzt die Räume anderer Schlösser in Berlin und Potsdam oder lagert in Depots. Siehe: http://www.welt.de/kultur/history/article106238880/Schaetze-des-Berliner-Schlosses-doch-nicht-verloren.html
Richard schrieb am 25. April 2012 um 12:08
Zweifellos wird das Humboldtforum das eindrucksvollste Gebäude der Lindenallee! Der Lustgarten wird somit endlich sein altes Gesicht zurückbekommen. Was mich interessiert ist folgendes. Auf den Simulationen sind die prächtigen vergoldeten Bronzetore in allen Portalen zu sehen. Werden diese auch rekonstruiert? Meiner Meinung nach sollte das gemacht werden, weil sie besser zu einem Schloss passen, als moderne Metallgitter.
BergischerBembel schrieb am 18. April 2012 um 9:31
Ich habe mal eine Frage, bzw. eine Anregung: Die Mauerreste bzw. Kacheln die nicht ins neue Stadtschloss integriert werden können (U-Bahn), werden diese vielleicht dür eine Spende verkauft (ich meine in Potsdam wäre das so gemacht worden)?? Man könnte das doch wie bei der Berliner Mauer aufziehen (Mit Zertifikat des Fördervereins und Stempel etc.)??
S. Hensel schrieb am 3. April 2012 um 17:16
Ich habe vorab eine Frage an die Betreiber dieser Seite. In der Liste der Partner dieses Projekts ist unter anderem die Deutsche Bank aufgeführt. Ich erinnere mich auch, dass in der Vergangenheit in diversen Filialen Hinweise dieser Partnerschaft zu finden waren, zumeist in Form von informierenden Broschüren. Seither allerdings nicht mehr, keine Broschüren, keine Schlosszeitungen oder dergleichen. Bei der Deutschen Bank mal nachgefragt hieß es, dass einst eine Werbekampagne durchgeführt wurde. Ist das wieder angedacht? Anbei ein Link, der sehr anschaulich die veränderte städtebauliche Situation in Berlin verdeutlicht: http://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?page=Thread&threadID=43&pageNo=14 Hier wird nochmal deutlich, wie sehr sich Berlin (nicht nur) nicht auf eine natürlich gewachsene Weise verändert hat, sondern einen sprichwörtlich krassen Einschnitt erfahren hat. Und diese Veränderung kann keinesfalls als vorteilhaft bezeichnet werden. Die Liste der Gegenüberstellungen ließe sich beliebig weiterführen. Bomben und Granaten, städtebauliche Nachkriegsideen und eine ideologisch geführte Abrisswut haben das Gesicht einer Stadt vollkommen entstellt. Diese Kulturbarbarei einzugestehen stünde mancher Institution und mancher Person gut zu Gesicht, denn nichts anderes war es! @ E. Heine: Sie fragen, was es nütze, einen vereinseigenen Artikel zu bemühen. Nun ja, mit dieser Abhandlung ist es gelungen, die Notwendigkeit und Berechtigung dieses Projekts darzulegen. Das zumindest ist meine Wahrnehmung. Ich denke auch, dass es an der Zeit ist, sich nicht mehr in ideologischen Spiralen zu bewegen, keine apokalyptisch anmutenden Zukunftsvisionen mehr herbeizureden, sondern alle Kraft, in welcher Form auch immer, zu investieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Das vermisse ich bei Ihnen. Seien Sie mal kreativ und unterbreiten Sie konstruktive Vorschläge, anstatt immer nur dagegen zu preschen, zumal meist mit haltlosen Behauptungen. Das Projekt wird umgesetzt, so oder so. Aber besser geht immer. In diesem Sinne alles Gute!
Kralle schrieb am 2. April 2012 um 9:18
@ Heine Das Schloss steht für eine \"anti-aufklärerische\" Haltung und neuen Nationalimus? wie LÄCHERLICH ! (wofür steht dann Sanssouci, der Berliner Dom, der Reichstag?) Offensichtlich wissen Sie nicht, dass die Aufklärung in Teilen in Deutschland geboren wurde und unter Friedrich 2 sogar Staatsdoktrin wurde. Im Übrigen würde Ihnen ein wenig gesunder Patriotismus (= gemäßigter Nationalimus) ganz gut tun, dann würden Sie hier auch nicht immer solche dümmlichen links-reaktionären Parolen von Ihnen verbreiteten. Sind Sie tatsächlich so ein verkrampfter Linker, der im Ausland lieber sagt, er wäre ein Holländer? (denn Deutschland ist ja so nationalistisch und anti-aufklärerisch?) 🙂
E.Heine schrieb am 1. April 2012 um 22:35
@Kralle, was nützt es, wenn Sie auf einen Artikel der vereinseigenen Seite verweisen? Was beantwortet denn Siedler? „Berlin sei das Schloss gewesen“, - ist das seriös? So etwas kommt vom vermeintlichen „Bildungsbürgertum“? Hier werden Phrasen gedroschen, und Ideologie groß geschrieben. „Walther Ulbricht“ und „sowjetisches Dynamit“, - das ist sehr erhellend. Wen interessiert das denn eigentlich noch? Oder viel mehr, was nützt das? Wird mit einer Schloss-Wiederholung irgendetwas besser? Siedler geht so gründlich an unserer Zeit mit ihren Fragen und Notwendigkeiten vorbei, dass man sich schon fragen muss, wo er denn eigentlich lebe, angesichts solchen weltfremden Phatos`: „Aber nun stehen die Heldenjünglinge auf ihren Sockeln …“ Übrigens, für den Leser, den Wolf-Jobst-Siedler-Verlag, übernahm 1989 die Bertelsmann-Gruppe, einem Think-Thank neoliberaler Kreise und Berater der Bundesregierung. Ein Medienkonzern, der maßgeblich die Politik beeinflussen hilft. Er ist aktiv an der Privatisierung der Bildung in unserem Land beteiligt. Das Projekt Humboldt-Forum ist ein Baustein, nämlich auf dem Weg in eine anti-aufklärerische und keineswegs zivile Gesellschaft. Hier wird ua. dazu beigetragen Nationalismen zu etablieren. Die Bertelsmann-Stiftung ist maßgeblicher Initiator solcher Propagandaoffensiven wie „Du bist Deutschland“. Dazu passt der Identitätsbegriff, der mit der Hohenzollern-Schloss-Attrappe verbunden werden soll. zu Bertelsmann einige Infos: „Die Rolle der Bertelsmann Stiftung beim Abbau des Sozialstaates und der Demokratie oder: Wenn ein Konzern Politik stiftet – zum gemeinen Nutzen?“
„Drahtzieher hinter den Kulissen – der Einfluss des Bertelsmann-Konzerns auf die Hochschulen“
Verweisen möchte ich noch einmal auf den interessanten und fundierten Beitrag auf dieser Seite: http://johannespaulraether.net/humboldtforum/anti_humboldt_12_07_09.pdf
Kralle schrieb am 1. April 2012 um 15:01
@ Heine Sie sind ja wirklich ein fleißiger und eifriger Mensch, hier immer so lange Artikel zu verfassen, ich habe leider nicht so viel Zeit. Ich lege auch keinen Wert darauf, mit Ihnen über dieses Projekt zu diskutieren, die Argumente sind längst ausgetauscht (ausgelutscht!), sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik (bis auf Linke, NPD und wenige andere geistige Reaktionäre) genießt das Schloss einen breiten Rückhalt. Im übrigen ist Ihr Hinweis auf Chipperfield auch überflüssig, erstens ist der Mann kein \"Architektur-Orakel\" und zweitens baut Chiperfield nur dann was Gescheites, wenn er Druck bekommt. Der erste Entwurf der James-Simon-Galerie sah ein rieseiges Gebäude mit Kloglas-Scheiben vor, der zweite Entwurf ist Ok. Hier noch ein Lesetip für Sie:
Das Schloss lag nicht in Berlin – Berlin war das Schloss
E.Heine schrieb am 31. März 2012 um 18:38
Mit Chipperfield gebe ich Ihnen insofern recht, da er scheinbar nicht ganz mitbekommen hat, worum es eigentlich geht. Er hat in meinen Augen hervorragende Arbeit am Neuen Museum geleistet, und ist auf dem Gebiet der Architektur im Bilde, und auf der Höhe der Zeit. Wenn auch die ewig Gestrigen nicht verstehen, warum Geschichte in Form von „Einschusslöchern“ sichtbar bleiben kann, somit auch Schäden ihren Platz behalten dürfen. Wenn er aber einmal davon ausgegangen sein sollte, dass es den Berlinern vor Jahren darum ging „Wunden zu heilen“, dann lässt sich das womöglich nur durch seine persönliche Umgebung erklären, in der das in diesem Ton in einem Fort wiederholt wurde, ganz abgesehen von der Unterstützung durch eine interessengesteuerte Medienlandschaft. Das Wunden nicht zwangsläufig mit Wiederholungen zu füllen seien, dürfte ihm sicher klar gewesen sein, wie vielen anderen Architekten auch, und dass er in einem Interview nicht alles ausgebreitet hatte, spielt doch hier gar keine Rolle. Aber vielleicht lassen wir einmal Chipperfield. Natürlich liegt es an den Menschen, wie etwas interpretiert wird, wie Sie schreiben, wichtig ist, was man dabei denkt. Allerdings spielt hier die Verantwortung eine wichtige Rolle. Denn die Trennung, die man hier vorgibt zu machen, wird sich später nicht ablesen lassen, - und darum geht es. Keine Trennung hinsichtlich des Kontextes, in dem außereuropäische Kulturen präsentiert werden sollen, nicht hinsichtlich der Umgebung, in der wichtige Fragen unserer Zeit diskutiert werden würden, und auch nicht hinsichtlich einer sonstigen Instrumentalisierung durch Nationalisten und Antidemokraten. Dass aber ist im Netz allenorten zu beobachten. Werte Damen und Herren, sie haben eben gar keinen Einfluss darauf, was als politisch und was als nichtpolitisch angesehen werden wird. Und ich wiederhole noch einmal, deutlicher messen, als an jenen, die zu einer Schlosswiederholung Beifall klatschen, kann man es wirklich nicht. Und was heißt „antipreußisch? Preußen ist mir diesbezüglich eigentlich egal, weil es keine Bedeutung mehr besitzt, oder vielmehr nicht besitzen sollte. Preußen ist ein Ort der Geschichte, aber nicht der Gegenwart. Zum unzulänglichen Konzept des Humboldt-Forums, kann man sich informieren (Link unten): „Entsprechend halten wir das Humboldt-Forum auch nicht für eine „greifbare Vision von der Gleichberechtigung aller Kulturen in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts“ – wie es in dem neuen Buch „Humboldt-Forum. Das Projekt“ heißt – , sondern für das Symbol für Fehlentscheidungen und Skandale und für eine schamlose Instrumentalisierung außereuropäischer Kulturen.“ Es lässt sich doch denken, dass so ein Attrappenbau niemals eine neutrale Umgebung abgeben kann, in dem man unvoreingenommen über Fragen der Zeit nachdenken könne. Sehr treffend heißt es weiter: „Neuerfindung des Preußentums als nachteilungsgeschichtlicher Lückenfüller, einhergehend mit einer neuen elitären Bürgerlichkeit; und nicht zuletzt die polarisierende Konstruktion: Museumsinsel mit den Meisterwerken der alten, zu „europäisch“ verschmolzenen Hochkulturen und Humboldt-Forum hier mit den Sammlungen außereuropäischer Künste, was einer kulturellen Klassifikation aus der Zeit des europäischen Imperialismus Ende des 19. Jahrhunderts entspricht.“ Es ist nicht leicht, hier ein Hauptproblem auszumachen; allerdings – und dies sei als kurze Ausführung dem Abend vorweg geschickt – halten wir die Präsentation eines Bruchteils der Dahlemer Sammlungen hinter einer preußischen Schlossfassade für besonders absurd. Denn die Sammlungen werden dadurch in eine bauliche Hülle gesteckt, deren Geschichte deckungsgleich mit der kolonialen und wissenschaftlich-hegemonialen Sammlungsgeschichte ist. Das fängt an mit dem Zusammenfall von Wunderkammer und brandenburgischpreußischem transatlantischem Sklavenhandel und endet mit der Beschleunigung und Legalisierung des Kolonialismus durch die unter Bismarck einberufene Berliner Afrika-Konferenz. In diese Zeit fällt die letzte Schlossbautätigkeit. Kein Ausstellungsobjekt kann einen solchen Kontext transzendieren. Das Humboldt-Forum im Schloss erscheint uns dann auch eher wie eine rückwirkende Legitimation der kolonialen Sammelwut.“ Mehr Informationen dazu auf dieser Seite: http://johannespaulraether.net/humboldtforum/anti_humboldt_12_07_09.pdf Das Humboldt-Forum kann in der angedachten Form kein Ort der Aufklärung werden. Dazu hieß es im Tagesspiegel: „„Was heißt noch „Fremdheit“ in einer globalisierten Welt? Oder, wie Belting fragt: „Wie kann man die Distanz zu einer in ihrer Entstehungszeit triumphalen Ausstellungsform – dem Völkerkundemuseum – überwinden in einem Gebäude, das genau diese alte Form aufgreift?““ http://www.tagesspiegel.de/kultur/humboldt-forum-koloniale-erben-eine-schloss-debatte/1393190.html Sie sehen @S. Hensel, Argumente, die das Vorhaben in Zweifel ziehen, gibt es zur Genüge. Demgegenüber wird von Laien sogenannter Städtebau bemüht, nichtwissend, dass dieser auch durch anders gestaltete Volumen besetzt werden kann. In punkto Ideologie folgt dann häufig „Preußen“. Aber was will man damit?
S. Hensel schrieb am 31. März 2012 um 15:50
@ E. Heine! Ich gehe davon aus, dass Sie sich mit dem unten stehenden Eintrag an mich wendeten, denn das Interview von Chipperfield wurde von mir bemüht. Aus diesem Grund werde ich Ihnen abermals antworten und hoffe, dass Sie diesmal auf eventuell an Sie gerichtete Fragen antworten werden. Das haben Sie zuletzt leider ausgespart. Einer konstruktiven und gesunden Diskussionskultur ist nicht geholfen, wenn man sich mit in den Raum geworfenen Behauptungen bzw. Thesen begnügt, ohne diese argumentativ zu zementieren. In genau dieser Manier beginnt der von Ihnen zuletzt verfasste Eintrag. Sie behaupten, dass ich unbequeme Aussagen umdeuten würde, ferner, dass ich damit eine Flucht nach vorne antreten tue. Eine argumentative Begründung fehlt! Dennoch werde ich diese von Ihnen gemachte Aussage als das entlarven was sie ist, nämlich eine pure Behauptung. Chipperfield behauptet in diesem Interview, dass die Berliner mit ihrer Stadt mehr im Reinen sind, als dies noch vor 10 Jahren der Fall war. Aufgrund dieser Feststellung kommt er zu der Erkenntnis, dass sich das Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses überlebt habe. Aus meiner Sicht ist das falsch, denn: Das Schloss als Humboldt-Forum wird nicht einzig aufgrund ehemaliger und vielleicht noch vorhandener Unzufriedenheit der Berliner gebaut. Sämtliche weiteren Beweggründe werden von ihm nicht angeführt. Insofern ist das eine irreführende Aussage von ihm. Die Bestrebungen und vielfältigen Beweggründe sind hinlängst dargelegt, auch hier. Darüber hinaus fühle ich mich als Berliner durch diese Aussage natürlich angesprochen. Und was mich betrifft, so kann ich sagen, dass er damit falsch liegt, denn ich sehne mich nach diesem Bau! Was ist hier eine von mir vorgenommene Umdeutung? Erklären Sie mir das. Chipperfield äußerte weiterhin, und das nicht erst inzwischen, sondern gleichfalls im Rahmen dieses Interviews, dass er nicht mehr wisse, wer das Schloss wolle. Hier ist jemand. Folgend haben Sie einen im Jahr 2010 publizierten Artikel auszugsweise kopiert. Ich habe den gesamten Text gelesen, werde mich aber lediglich auf den von Ihnen aufgeführten Teil beziehen. Zunächst heißt es, dass die Diskussion nach der politischen Entscheidung für die Rekonstruktion abebbte, obwohl die Argumente gegen das Schloss bis heute bestechen. Wissen Sie, meinem Verständnis nach sollte eine jede Diskussion ein Ziel verfolgen, nämlich zu einer Entscheidung reifen. Und das tat es, spätestens mit dem Jahr 2002. Aber die Diskussion wird immer wieder durch hanebüchende Thesen, hineininterpretierte Ideologien und antipreußische Doktrinen befeuert. Zudem bestechen die Pro-Argumente ebenfalls bis heute und meiner Meinung nach ungleich mehr, da viele Gegenargumente aus der Luft gegriffen sind und aufgrund ideologischer Fesseln aufgestellt wurden und werden, wie etwa die Meinung, dass das Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses ein Symbol des wiedererstarkenden Nationalismus sei und eben diesem Auftrieb verschaffen werde, was sich Ihrer Meinung nach auch dadurch äußern könnte, dass Neo-Nazis einen Aufnäher mit dem Stadtschloss auf ihrer Kleidung tragen könnten. Das ist Schwarzmalerei und hat keinerlei Substanz. Eine entsprechende Beweisführung fehlt! Lediglich offenbart sich hier ein leider noch immer verkrampfter Umgang mit unserer Geschichte. Interessant ist auch, dass in dem Artikel das Stadtschloss/Humboldt-Forum als Symbol des alten Preußen in einem Satz mit einer angeblich neuen deutschen,,Großmannssucht\"genannt wird. Eine solche Gangart ist manipulativ und wenig bis gar nicht differenziert! Das zu tun obliegt der Verantwortung eines jeden selbst. Ich kann dazu nur dringend raten. Die Behauptung, dass ein Schloss nicht mit demokratischem Geiste gefüllt werden könne, muss gleichfalls erstmal belegt werden. Ich behaupte das Gegenteil, denn es ist immer der Mensch selbst, der den Geist in ein Gebäude trägt und nicht das Bauwerk an sich. Zudem wird das Humboldt-Forum kein politischer Ort werden, weshalb sich diese Frage hier erübrigt. Über das angedachte Konzept ist sich hier zu informieren. Die Möglichkeit der Repräsentation außereuropäischer Kulturen in der Mitte unserer Hauptstadt halte ich für eine großartige Idee, welche bestimmt großen Anklang finden wird, denke ich. Eine Demokratie lebt von Vielfalt und vielfältigen Meinungen, also eben auch von Streit. Und gleichgültig zu welcher Entscheidung man das Schlossareal betreffend gekkommen wäre, eine einheitliche Meinung war und ist hier ausgeschlossen. Das gilt für das Stadtschloss als Humboldt-Forum, ebenso wie für eine Alternative. Insofern ist die nicht vorhandene einheitliche Befürwortung kein gültiges Kontra-Argument. Ich kann die Meinung, dass sich die Republik architektonisch nicht auch zum modernen Deutschland bekennt, nicht nachvollziehen, denn das Regierungsviertel in Berlin spricht dahingehend eine deutliche Sprache. Mit Grüßen und weiterhin alles, alles Gute für das Projekt Stadtschloss/Humboldt-Forum!
E.Heine schrieb am 31. März 2012 um 10:12
@kralle, was Sie sehr geschickt machen, ist die Umdeutung unbequemer Aussagen, die an exponierter Stelle gemacht wurden, wie etwa die von Chipperfield in der Berliner Zeitung, die Sie selbst hier unten verlinkt haben. Das ist aus Ihrer Sicht vermutlich so etwa ähnliches wie eine „Flucht nach vorne“. Grund genug anzumerken, was der Architekt noch sagte: „“Inzwischen sagt er: „Ich bin mir noch nicht mal mehr sicher, wer (das Schloss) eigentlich wollte.“ (dapd)““ Ich zitiere aber einmal aus einem interessanten Artikel von der Seite VERGANGENHEITSVERLAG Adieu Schloss – der Abschied von der Berliner Stadtschlossattrappe „Nachdem der Abriss des Palastes besiegelt und der Wiederaufbau vom Bundestag mit großer Mehrheit zumindest auf dem Papier beschlossen war, ebbte die Debatte ab, auch wenn die Argumente gegen das Schloss bis heute bestechen: Das Schloss ist nicht nur Symbol des alten Preußen, sondern ebenso Zeichen für eine neue deutsche „Großmannssucht“, weil daran gezweifelt werden kann, dass eine Schlossfassade mit demokratischem Leben gefüllt werden kann. Die Attrappe des Schlosses mit kommerziellem Innenleben war sowieso von Anfang an einer „Las-Vegas-Mentalität“ der Schlossfreunde entsprungen und war Teil einer „Disneyisierung“ Berlins auf altpreußisch.“ Wesentliches enthält aber der letzte Abschnitt – „Für eine dritte Lösung“ „Die Diskussionen der letzten 20 Jahre machen deutlich, dass der Schlossplatz (schon die Umbennenung dieses Platzes war ein Politikum und sollte nicht als ehern verstanden werden) als deutscher Erinnerungsort zu verstehen ist. In dieser Annahme scheint ein Schlüssel zur Debatte zu liegen. Erinnerungsorte haben eins gemeinsam: eine hohe symbolische Dimension, die Fähigkeit, mehrere Assoziationen miteinander zu verbinden, große Gruppen von Menschen anzusprechen und sich über Generationen hinweg zu übertragen. Ihre Funktion liegt in der Stiftung von Gemeinschaft. […] Doch als was kann ein Ort wahrgenommen werden, der entgegen der Definition des Erinnerungsortes nicht Gemeinschaft durch Erinnerungskonventionen, sondern Streit stiftet? Ist das ein Anti-Erinnerungsort? Offensichtlich ist, dass der Palast/Schlossplatz ein geteilter deutscher Erinnerungsort ist – bis heute. Sein Kristallisationskern scheint mit unterschiedlichen Vorzeichen wahrgenommen zu werden. Hinter dem Ziel, die Interpretation dieses Ortes festzuschreiben, stecken gesellschaftliche Machtkämpfe, um die „richtige Erinnerung“. Dieses Ansinnen ist dann fatal, wenn einer der gemeinsamen Nenner eines Kollektivs dessen Heterogenität ist bzw. das Nicht-Vorhandensein einer gemeinsamen Geschichte. Die deutsche Erinnerungskultur – das muss anerkannt werden – ist durch Vielfalt und Fragmentierung geprägt, […] Der Versuch, krampfhaft eine Erinnerungskonvention zu etablieren, muss deshalb fehlschlagen. Eine Lösung kann nur die Anerkennung der bereichernden Vielschichtigkeit und Komplexität der Erinnerung sein. Die Gestaltung und Nutzung des heute so genannten Schlossplatzes wird den erinnerungskulturellen Konflikt, den dieser Ort in sich trägt, in angemessener Weise berücksichtigen müssen. Die logische Schlussfolgerung daraus ist, dass das Projekt der Schlossattrappe endgültig gekippt wird und eine verbindende moderne dritte Lösung gefunden wird, die mutig das neue Berlin, das neue moderne Deutschland symbolisiert. Wann haben die politischen Entscheidungsträger endlich den Mut dazu? Nachzulesen hier: http://vergangenheitsverlag.blogspot.de/2010/06/adieu-schloss-der-abschied-von-der.html
S. Hensel schrieb am 29. März 2012 um 22:10
Verehrter Kreuzberger, da verbirgt sich doch eine interessante Lebensgeschichte...:) Die teils radikalen und meiner Meinung nach oft indiskutablen Äußerungen jener, die sich offenkundig dem linken Spektrum zugehörig fühlen, sind auch für mich kein Anlass, meine politische Überzeugung in Frage zu stellen, zumal meine Einstellung für mich weniger eine politische, denn mehr eine Lebenseinstellung ist. Ich wünsche mir auch, dass ThyssenKrupp von diesem Glaskubus an diesem Ort Abstand nimmt! An so vielen Orten in Berlin hat man bewiesen, wie harmonisch sich Neubauten in bestehende Altbauviertel integrieren lassen. Als Beispiel sei das Charlotten Palais genannt. Sollte dieser Platz von Thyssen bebaut werden wollen, dann bitte mit einem Entwurf, der sich nicht derart aufdringlich abhebt. Mit Bedauern habe ich der Presse entnommen, dass TK kein Interesse an einer Präsenz in der zu errichtenden Bauakademie hegt. Schade! Aber mit großer Freude beobachte ich, wie sich mehr und mehr traditioneller Bauelemente bedient wird, auch beim Wohnungsbau. Ich persönlich verspreche mir vom Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses dahingehend einen weiteren und nachhaltigen Impuls. Als Berliner gehe ich auch mit der erst kürzlich gemachten Aussage vom Architekten Chipperfield nicht konform! Dazu der Link: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/berliner-stadtschloss-architekt-chipperfield-ist-gegen-berliner-stadtschloss-,10809148,11732984.html Dass die Berliner zufriedener und mehr mit ihrer Stadt im Reinen zu sein scheinen mag sein, aber das Projekt Humboldt-Forum hat sich deshalb gewiss nicht überlebt. Er spart mit dieser Aussage alle weiteren Beweggründe für die Rekonstruktion aus. Es ist an der Zeit, dass es auf dem Schlossareal endlich vorwärts geht, denn das Humboldt-Forum wird für sich selbst sprechen, viele Kontra-Argumente sprengen und das letzte, überzeugende Pro-Argument dieser leidigen Diskussion sein! In diesem Sinne alles Gute... und Grüße nach Kreuzberg!
Kreuzberger schrieb am 28. März 2012 um 20:50
@ S.Hensel Bei allem Unverständnis gegenüber den Schloßhassern und ihrer Paranoia bezeichne ich mich doch immer noch als linksliberal, nur eben mit der Hausbesetzererfahrung, daß alte Bausubstanz wenn immer möglich erhalten werden sollte, denn die moderne Architektur hat vielleicht alles, aber eben keinen Charme. Vor allem nicht, wenn sie inmitten großartiger historischer Bauten auftritt. Ich wünsche mir, daß sich Touristen einmal auf dem Schloßplatz umsehen und fotografieren können, ohne irgendwelche geschmäcklerischen Versuche neuerer Architektur vor die Linse zu bekommen. Ich denke hier vor allem an die geplante Thyssen-Repräsentanz und dieses Einheitsdenkmal, welches das Volk wohl dazu einladen soll, sich endlich selbst zu verschaukeln. Andererseits wundere ich mich wiederum, wie verbissen an anderer Stelle an provinziellen Traufhöhenverordnungen und Hochhausallergien festgehalten wird, nur um unseren grünen Schwaben ihre heimatliche Idylle inmitten einer Großstadt zu garantieren. Gerade am Spreedreieck hätte doch wirklich dreimal so hoch gebaut werden können und auch gegenüber dem Allianzhochhaus in Treptow hätte sich ein entsprechendes Pendant am nördlichen Spreeufer gut gemacht. Überhaupt eignet sich der gesamte Osthafenbereich für eine Hochhausbebauung, die aber durch die Aktivitäten linker Naturfreunde verhindert wird, die diesen ganzen Bereich wohl schon für künftige Favelas mit einer Traufhöhe von 2,20 m verplant haben. Danke übrigens für Ihren Link. Es ist tatsächlich an der Zeit, beim Wohnungsbau nochmal dort anzusetzen, wo menschenfreundliche Proportionen und harmonische Fassaden Lebensqualität über den momentanen Zeitgeist hinaus garantieren. Nicht umsonst steht der Berliner Altbau nach wie vor obenan in der Beliebtheitsskala der Bewohner. Viele Grüße aus Kreuzberg!