Rolf-Reinhard Henke, 59
schrieb am 3. Mai 2007
um
12:02
Am 30. April besuchte ich Sie am Hausvogteiplatz. Ich habe die Sprengung des Schlosses nicht bewusst erlebt. Die Erzählungen der vorangegangenen Generationen haben bei mir ein großes Interesse an der Geschichte über Jahre wachgehalten. Meine Literatur über das Schloss ist sicher zwei Meter lang.Mehr als peinlich berührt war ich an besagtem Tag über die unkommentierte, unglaubliche Filmvorführung. Hier feierten sich die Kommunisten in unbeschreiblicher Weise. Was soll damit gesagt werden? Ich bin der festen Meinung, dass die ewig Gestrigen, die entweder an der Sprengung des Schlosses selbst beteiligt waren oder sie heute noch gutheißen, die Finanzierung des Neubaus mit ihren eigenen Mitteln erbringen müssten.Leider haben Sie so einen möglichen Förderer verloren...Rolf-Reinhard HenkeTalstraße 3970771 Leinfelden-EchterdingeneMail: rrhenke@t-online.de
Richard
schrieb am 2. Mai 2007
um
13:43
an Herrn Gohl.Genau mit dieser Fassadenplanung der Schloßplatzfassade (Breites Mittelportal mit acht Säulen die paarweise zusammenstehen und jeweils zwei schmale Seitenportale, rechts das Schlütersche und links eine Kopie des schlüterschen Portals) hat Eosander den Auftrag gewonnen, das Schloß zu vollenden. Leider starb der Auftraggeber und Eosander wurde entlassen. Böhme bekam nun den Auftrag so sparsam wie möglich die Lücke in der Schloßplatzfront zu schließen. Deshalb die Asymmetrie.Der Wiederaufbau der Fassaden sollten sich jedoch am Origial orientieren. So wie die Fassaden in den letzten knapp 300 Jahren ausgesehen haben, sollten sie wieder errichtet werden.
Gohl, Erich
schrieb am 2. Mai 2007
um
12:04
König Friedrich Wilhelm I. (1713 -1740) ließ das Schloss vollenden, bei dem noch zwischen dem Eosanderportal und dem Schlüterbau eine große Lücke klaffte. Er ließ einfach den Schlüterschen Aufriß der Aussenfassadengliederung der Südfassade am Schlossplatz verlängern. Die Vertikale Fassadenuntergliederung der südlichen Aussenfassade am Schloßplatz mit Portal I und II ist dadurch vollkommen assymetrisch geworden. Die südliche Aussenfassade sollte vertikal untergliedert werden mit insgesamt drei Untergliederungen. Ein längeres Säulenportal in der Mitte der südlichen Aussenfassade, flankiert von zwei schmalen Säulenportalen oder drei Säulenportalen.
S.Hartmann
schrieb am 1. Mai 2007
um
22:37
Danke, schön gesprochen!
Eosander, 40
schrieb am 1. Mai 2007
um
17:54
Ja, spielen wir hier 'Wir basteln uns ein GANZ neues Schloß', oder wie??Ich persönlich hätte dann gerne noch ein paar Zwiebeltürmchen wie in Peterhof dran, so was wie die Alexandersäule in der Mitte des einen Hofes, zur Spree hin einen Gondelanleger wie bei Pillnitz und überhaupt könnte man sich doch auch ein klitzekleines Bißchen am Schweriner Schloß orientieren. Eine Prise Fontainebleau wäre übrigens auch irre schick!Ob das wohl ginge? Bittedanke!!
Mayer
schrieb am 1. Mai 2007
um
17:02
Ich bin gegen den Zusammenschluss beider Höfe zu einem Großen, weil durch den Verzicht auf den Trennflügel wertvolle Nutzfläche verloren gehen würde. Ansonsten ist die Idee eines großen Innenhofes nicht schlecht.
S.Hartmann
schrieb am 1. Mai 2007
um
13:14
Ich hätte eine Frage an alle die das Schloss im ganzen oder in einer Idealvorstellung Schlüters neugebaut haben wollen:Was gedenken sie für ihre Vorstellung zu unternehmen? Wie sollte man die Politik davon überzeugen und bräuchte es dann nicht viel mehr private Spenden?Es müssten getroffene Entscheidungen umgekehrt werden, nur wie?
Bark, K.
schrieb am 1. Mai 2007
um
13:07
Abgesehen von dem Eosanderportal an der Westseite haben Eosander und später auch Böhme den Schlüterschen Aufriss an den Außenseiten wiederholt.Das sollte auch an den Hoffassaden möglich sein. Der trennende Flügel zwischen den beiden Höfen sollte entfernt und beide Höfe zu einem großen Hof zusammengelegt werden.Die erfindungsarme Gliederung bei Eosander (außer dem Eosanderportal) sollte durch eine Hoffassadengliederung ersetzt werden, die in allen wesentlichen Zügen den übrigen Teilen des Schlüterhofes entspricht . Den Aufbau und die Gliederung des Schlüterhofes muss man sich dabei auf der Nord- und Südseite des nun großen Hofes wiederholt denken.
Meyer, Max
schrieb am 1. Mai 2007
um
8:02
Als kulturhistorisches Denkmal ersten Ranges wird das Berliner Schloss ein Muss für Kunstliebhaber sein. Zugleich wird das Schoss in Berlin beliebter Treffpunkt von Diplomaten und Würdenträgern aus aller Welt sein.
S.Hartmann
schrieb am 1. Mai 2007
um
0:26
"Was in Paris der Louvre "- ich hab ihn im letzten halben Jahr unzählige Male besucht und kann ihnen versichern das höchstens die Museumsinsel an ihn heranreichen kann(dafür ist aber noch viel zu restaurieren und die unterirdische Achse notwendig + ein neues Eingangsgebäude). Das geplante Humboldt-Forum liegt schon zu weit weg, um noch als direkter Bestandteil wargenommen zu werden; vergleichbar mit dem Musée d'Orsay oder der Orangerie nahe dem Louvre. So, diese Diskussion geht zwar wiedereinmal am Thema vorbei aber es musste sein.
Fehrenbach
schrieb am 29. April 2007
um
22:19
Immer wieder wird Berlin mit Paris verglichen,dabei ist es nur halb so alt und erst ab 1871deutsche Hauptstadt.Fairerweise muß man das kaiserliche Wien mit hinzunehmen, die Habsburger waren doch bis 1806 das deutsche Gegenstück zu Frankreich und Wien das zu Paris.Wir müssen uns jetzt mit Berlin allein nach der Decke strecken und eine gute Figur machen.Bedenkt man noch die Kriegsverheerungen,ist Berlin gar nicht so schlecht dabei und der Schloßaufbau mit Humboldt-Forum ein großerSchritt nach vorn!
Meyer, Max
schrieb am 29. April 2007
um
21:41
Das Schloß wird das touristische Juwel Berlins werden.Mit dem Schloß in Berlin wird sich die kosmopolitische Stadtwieder mit kulturellen Metropolen wie Paris oder Florenz vergleichen können. Was in Paris der Louvre oder in Florenz die Uffizien sind, wird das Berliner Schloß sein, wo eine ganze Reihe von Kulturinstitutionen von Weltrang zu Hause sein werden.Mit dem Gesamtkunstwerk Berliner Schloss, an dem Schlüter, Eosander und Stüler gewirkt haben, wird die Metropole an der Spree, die Menschen aus aller Welt faszinieren. Mit diesem Schloß wird Berlin ihren ganzen Liebreizoffenbaren und genauso wie Paris oder Florenz geliebt werden.
S.Hartmann
schrieb am 29. April 2007
um
21:06
"Wenn einmal das Berliner Schloß zweihundert Jahre alt [ist]...sieht [ihm]...niemand mehr an, daß sie kein originaler Bau aus der Zeit des Barock ist."- wovon sprechen wir denn hier?Für ihre Wunschvortstellung mag das zutreffen, doch schauen sie mal der Realität(Projekt Humboldt-Forum) ins Angesicht.und bitte antworten sie im Forum!
Mayer
schrieb am 29. April 2007
um
20:09
Amen!
Meyer, Max.
schrieb am 29. April 2007
um
18:31
Zitat:''bereits so lange zeit nicht mehr besteht '':In den Beiträgen findet man folgendes:(Zitatanfang) der aufbau eines gebäutes, welches bereits so lange zeit nicht mehr besteht [...]und eine architektur ist nicht wichtiger, nur weil sie älter ist (Zitatende)Beleg, das dem nicht so ist:Die gotische Kathedrale von Orléans in Frankreich wurde im 16.Jhdt zerstört und erst im 18.Jhdt nach alten Plänen wiederaufgebaut. Fast 150 Jahre war an ihrer Stelle nur ein leerer Platz.Wenn einmal das Berliner Schloß zweihundert Jahre alt, in den Mauern patiniert und natürlich an vielen Stellen erneut restauriert ist, sieht dem Berliner Schloß niemand mehr an, daß sie kein originaler Bau aus der Zeit des Barock ist. Aber das Stadtbild, mit dem identitätsstiftenden Ensemble des Schlosses, wird sie wieder von der großen Zeit des schönen Berlin künden.
S.Hartmann
schrieb am 29. April 2007
um
1:14
Sicher kann man die Neue Reichskanzlei nicht mit dem Palast oder ehem. Schloss vergleichen, doch hatte auch sie eine hohe architektonische Qualität. Ganz ehrlich; ich hätte sie gern einmal besucht. Aber auch deren Zerstörung kann ich sehr gut nachvollziehen.Für einen Vollschloss-nachbau müsste der Bundestag noch einmal seinen Beschluss ändern. Und jetzt schätzen sie mal wie hoch die Warscheinlichkeit dazu besteht?
Berg, Andreas
schrieb am 28. April 2007
um
22:27
Vielen Dank für die anschaulichen Computer-bilder. Ich sage Ihnen: da haben Sie sich ja was vorgenommen! Aber das wissen Sie auch selbst.Jetzt geht's lo-ho-s, jetzt geht's lo-ho-s!
Bickenbach, Elke
schrieb am 28. April 2007
um
19:25
Man kann doch nicht das Berliner Schloß mit der Reichskanzlei Hitlers vergeichen! Vergleichen Sie es lieber mit Ihrem Lieblingsparlament, herr ehrt. Da haben Sie zwei Diktaturgewächse, einmal autoritär und spießig und einmal pseudo-demokratisch und spießig mit Kegelbahn im Keller. Wie würdelos und volksverachtend!
Timo Bickenbach (32)
schrieb am 28. April 2007
um
17:59
Herr Ehrt,Sie wissen und verstehen vielleicht nicht, daßdas Berliner Schloß ganz im Gegensatz zu Erichs Lampenladen ein hervorragendes künstlerisches Niveau hatte. Der Schlüterhof, dessen Architekten Sie wahrscheinlich weder kennen noch einschätzen können und der hier zu recht so hervorgehoben wird, gehört zur europäischen Spitzenklasse der Barockarchitektur.Architektur ist eine Sprache mit Sprachen, eine davon ist die Barocksprache mit allen ihren Dialekten. Sie können ein dokumentiertes Gebäude genauso wieder aufbauen, wie Sie ein lateinisches Gedicht mitalter Typogrphie in Marmor hauen können.Geschichtlich denken heißt außerdem nicht, alles so zu nehmen wie es eben kommt, sondern sich seines Erbes bewußt zu bleiben und für seinen Erhalt und sich auch für seine Wiederherstellung sich einzusetzen sowie selbstverstänlich auch eine Wahl zu treffen.Sie dagegen scheinen für eine Ablehnung derTradition zu stehen, die Ihnen persönlich-politisch nicht paßt. Da schreibt man dann alles klein und will die Welt neu erfinden.
Horstmann Matthias
schrieb am 28. April 2007
um
17:11
Der Aufbau des historischen Stadtschlosses ist eine wunderbare Idee mit der wir architektonisch ein Stück weiter aus dem Schatten der anderen Europäischen Metropolen heraustreten. Dem Palast der Republik weine ich keine Träne nach es ist ein Schandfleck im Berliner Stadtbild.