Maus
schrieb am 6. Juni 2010
um
17:43
Peinlich ist es, weiter diese Populismus-Mühle zu bedienen. Was hat denn der Begriff \"Volk der Dichter und Denker\" mit den Fassadendekorationen zu tun, oder dem Humboldt-Forum?
Dieses Pseudo-Schloss-Theater ist nämlich ein Musterbeispiel, und zwar für eine überaus undemokratische \"Klientel-Politik\".
Das Gros der Mitglieder hier, die Begründungen wie \"Städtebau\", \"Mahnmal für Geschichte\" oder \"schöne Architektur\" hervorbringen, oder sogar eine Beförderung einer \"Identität\" propagieren, beweisen doch, dass sie sich nicht im mindesten damit auseinandergesetzt hatten.
Weiterhin peinlich ist es, dass Teile der Wissenschaft, der Denkmalpflege und der Politik vor diesem Konzert der Laien eingeknickt sind. Hier hat meiner Ansicht nach das Denken gefehlt!
Fahrig negiert man erlangtes Wissen, für kurzsichtige Parteipolitik. Sollen das unsere Werte sein?
Michael Ruth
schrieb am 6. Juni 2010
um
16:25
Peinlich, peinlich für das Volk der Dichter und Denker. Beim Studieren der Contra-Argumente fällt mir allerlei Dummbatzerei auf: durch den Aufschub des Baus des Humboldt-Forums auf St. Nimmerlein wird keine einzige Kita oder Schule vorzeitig renoviert werden, wird kein einziger sozialer Schiefstand korrigiert werden, sondern es geht einzig und allein um die Sanierung der maroden Staatsfinanzen, was per se nicht zu verurteilen ist.
Aber deswegen einen gültigen Beschluss des Bundestages torpedieren kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein ??
Waldmann
schrieb am 6. Juni 2010
um
16:07
Der Tagesspiegel meldet:In Berlins Mitte wird es auf absehbare Zeit kein Stadtschloss geben. Das Prestige-Projekt kostet zu viel Geld. Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit warnt die Bundesregierung vor einem \"kulturpolitischen Offenbarungseid\".
So schlimm wird es nicht. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Es wird allerdings dadurch nichts gespart, sondern alles etwas teurer werden.
FreiburgerJurist
schrieb am 6. Juni 2010
um
16:02
Für alle Pseudo-Sparer ein Ausschnitt aus der Morgenpost:
Kulturstaatssekretär André Schmitz hatte bereits zuvor gegenüber Morgenpost Online dringend vor einem Baustopp für das Schloss gewarnt. Es sei auch wirtschaftlich „völliger Unsinn“, das Schloss mit dem Humboldt-Forum nicht zu bauen, sagte Schmitz. „Wenn das Humboldt-Forum nicht gebaut würde, dann kommt es für den Steuerzahler nicht billiger.“ Die Museumsbauten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Dahlem, wo die außereuropäischen Sammlungen derzeit noch untergebracht sind, seien komplett marode, sagte Schmitz. Die Sanierungskosten für den Dahlemer Museumskomplex wären nach Schätzung von Schmitz fast so hoch wie die Summe für das Humboldt-Forum: „Die Depots können die Mitarbeiter der Stiftung wegen der DDT- Verseuchung nur noch mit Schutzanzügen betreten. In den Ausstellungsräumen läuft das Wasser an den Innenwänden runter“. In diesem Jahre würden allein für „die aktuelle Gefahrenabwehr“ zwölf Millionen Euro ausgegeben. „Es wäre eine Katastrophe, wenn das Humboldt-Forum nicht realisiert würde. Ein Armutszeugnis für ganz Deutschland“, sagte Schmitz. Er könne nur an den Bund appellieren, hier seiner gesamtstaatlichen kulturellen Verpflichtung nachzukommen.
http://www.morgenpost.de/politik/article1320522/Regierung-soll-Stadtschloss-auf-Streichliste-haben.html#reqRSS
Tom
schrieb am 6. Juni 2010
um
14:19
Gute Entscheidung ! Renoviert und baut lieber Schulen und Kindergärten - dieses Schloss braucht kein Mensch mehr !
Michael Ruth
schrieb am 6. Juni 2010
um
13:43
seit 17 Jahren engagier ich mich für unser Projekt, trommelte im Freundes- und Bekanntenkreis und dadurch kam ein nicht ganz unerhebliches Sümmchen an Spenden zusammen - und jetzt diese Horrornachrichten vom Moratorium. Langsam macht sich selbst bei mir Resignation breit....
HundKatzenVieh
schrieb am 6. Juni 2010
um
13:22
Erst Unsummen verprassen für spaßige Abwrackorgien und anschließend jammern und sparen bis es quietscht - tolle Volksvertreter!
Karl
schrieb am 6. Juni 2010
um
13:08
Jetzt sind bald die Tage gezählt für diesen modernen Turmbau zu Babel. Wer ernsthaft einen so nutz- und bedeutungslosen Bau verteidigt hat nicht den Ernst der Situation erkannt...das erinnert an die Musikanten auf der Titanic...
Maus
schrieb am 6. Juni 2010
um
11:19
Meine kleinen Kolumnen kosten nicht viel, zumal können sie auch nichts anderes als Angriffsfläche bieten.
Nun, dass wird ihnen nicht auffallen, aber ein (ihr) Niveau lässt sich eben auch an einem \"Spinner\" messen.
Grüße
Kreuzberger
schrieb am 5. Juni 2010
um
23:36
Dieser Spinner scheint hier die Erfüllung seiner armseligen Existenz gefunden zu haben. Was würde er nur ohne uns machen? 🙂
Maus
schrieb am 5. Juni 2010
um
21:48
Es ist doch sehr bezeichnend was hier zum Vorschein kommt.
Wenn man die These, dass ein Verein die Summe seiner Mitglieder sei auch hier gelten lassen möchte, dann fragt man sich schon, wie man überhaupt soweit kommen konnte.
Mit allen erdenklichen Mitteln windet man sich. Man höre und staune, der billigste, und man möge verzeihen, der dümmlichste Populismus wird aufgefahren siehe ua. (2242).
Ironie: Oh ja, \"wir Deutschen\" müssen ihnen zustimmen, Griechenland ist wirklich ein schreckliches Beispiel. Und natürlich muss all jenen (nämlich allen Deutschen) der Zusammenhang mit dem Berliner Reko-Vorhaben auffallen. Wir armes \"deutsches Volk von Arbeitssklaven\"
Was kann man von ihnen noch vernehmen? - \"Bundesrepublikanischer Lakaienstaat\"? - \"ist allerwelts Freund und des Bürgers Feind\"?
\"mit 60 in Rente\"
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Sie möchten eigentlich nur an die Emotionen der Leser appellieren.
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Die Bundeszentrale für politische Bildung hat dazu einiges an Informationsmaterial: http://www.bpb.de/themen/85B6F3,0,0,Populismus.html
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Wurden die hier wesentlichen Entscheidungen aus sachlich-objektiven Beweggründen getroffen?
Oder war es ein Politikum? Letzteres ist ja eigentlich keine Frage mehr.
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Die Fassaden gehören nicht \"den Deutschen\". Diese sollen von einem privaten Verein finanziert werden. Warum gibt es denn zudem eine neu initiierte Stiftung, die sich um das Spendensammeln kümmern soll?
Der öffentliche Auftrag beschränkt sich auf ein Humboldt-Forum, zu dumm dass dieses mit einer sehr windigen Spendenfinanzierung für dessen Aussenhaut verquickt wurde.
BergischerBembel
schrieb am 5. Juni 2010
um
14:51
@ Olli: 1000%ige Zustimmung!!! Es ist einfach nur zum heulen!!!
Ernst Ludwig
schrieb am 5. Juni 2010
um
6:26
Immer dieses Gelaber von den berlinern, die dagegen seien laut Meinungsumfragen. Berlin gehört nicht den
Berlinern allein, sondern es ist die deutsche Hauptstadt. Das schloß gehört nicht den Berlinern sondern allen Deutschen.
Schluss mit Schloss?
schrieb am 4. Juni 2010
um
22:30
Und noch immer kein einziges Wort vom Förderverein. Was passiert nun eigentlich mit den Skulpturen, die bereits fertig sind? Kann man die demnächst bei eBay kaufen? Aber im Ernst,... ist das mit dem Aufschub des Schlossbaus jetzt nur eine ärgerliche Idee, oder bereits beschlossene Sache? Wäre nett mal ein Wort des Seitenbetreibers zu lesen.
Oli
schrieb am 4. Juni 2010
um
21:11
Ja - es ist traurig, was hier passiert, oder eher eben nicht!
Dieses Regime - ich sage dies bewußt - denn diese Politik vertritt nicht mehr demokratisch deutsche Interessen, hat sich dem Euro (oder dessen Rettung) und einem zentralistischen Europa mit dem deutschen Volk als Arbeitssklaven verschrieben. \"Schaden von dem Volke abwenden und das Glück mehren\" ist schon lange out. Auch das Stadtschloss wird hier wohl auf der Strecke bleiben. Aber Hauptsache die Griechen können noch erhobenen Hauptes mit 60 in die Rente. Es kotzt mich an. So schafft man nicht nur Politverdrossenheit, so macht man Demokratieverdruß! Dann baut eben eine Dönerbude auf dem Platz, die zukünftigen Hausherren wird es freuen! Noch ein paar Minarette zum Dom, und es paßt!
Dieser bundesrepublikanische Lakaienstaat ist allerwelts Freund und des Bürgers Feind. Vom Volke der Dichter und Denker ist wirklich nichts mehr geblieben. Fressen Fi.... Fernsehen = heute schwarz rot gold. Armes Deutschland!
MitteinsHerz
schrieb am 4. Juni 2010
um
8:28
...und wenn man dann HIER: http://www.neumarkt-dresden.de/ unter \"aktuelle Fotos\" den raschen Fortgang beim Wiedererrichten von sage und schreibe 8 Häuserblocks im historischen Nachbau (oder zumindest historisierend) am Dresdener Neumarkt bestaunt, dann weiß man wirklich nicht mehr, ob man weinen oder lachen soll über die Farce, die sich in Berlin abzuzeichnen droht. Wäre es nicht so unsagbar traurig, wie hier mit dem Engagement und den Spendengeldern vieler Freunde der historischen Baukunst scheinbar \"jongliert\" wird, so müsste man sich lauthals lachend von diesem Schildbürgerstreich abwenden. Mir persönlich bereitet die ganze Sache zunehmend keine Freude mehr, AUCH wie bereits u. erwähnt vor dem Hintergrund, daß man von offizieller Schlossvereinsseite augenscheinlich NICHTS, aber auch GARNICHTS vernehmen kann, was einem in dieser Angelegenheit einen Hoffnungsschimmer vermitteln könnte.
Traurig...
Wendel
schrieb am 3. Juni 2010
um
22:17
Ganz richtig. So langsam vergeht mir auch die Lust an diesem Projekt. Ein ständiges Auf und Ab. Wenn man sich dazu entscheidet den Bau zu verschieben, wird er wohl eher niemals realisiert. Schon viel zu lange dauert diese ganze Schlossgeschichte. Besser man sucht doch einen privaten Geldgeber und pfeift auf den Staat. Für jeden Müll scheint die Kohle locker zu sein. Nur für das eigene Land und die Hauptstadt nicht. Bin mal gespannt wann die Autobahnmaut für Pkw kommt. Daß sie irgendwann kommt, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Uwe Uecker
schrieb am 3. Juni 2010
um
15:23
Anlass meines Schreibens ist die Umfrage der BerlinerZeitung in der angeblich 80 Prozent der Berliner gegen den Schlossbau sind. Bei näherem betrachten stellt sich heraus, dass auschliesslich Leser der Berl.Zeitung befragt wurden (grössten Teils doch wohl Ost-Berliner). Es gab doch bereits repräsentative Umfragen, die ein ganz anderes Bild zeigten.
Es wird Zeit, dass die Fördervereine etc. diesen Manipulationen und Verunsicherungen entgegen getreten wird. Man fühlt sich als Spender ja verascht.
Kein Wunder, dass die Spendenbereitschaft bei diesem hinundher nicht ihren Höhepunkt erreicht.
Vielleicht könnten Sie bei solchen Gelegenheiten - auch im Interesse der Spender - vor die Presse gehen, um die Dinge gerade zu rücken.
MfG Uwe Uecker
BergischerBembel
schrieb am 3. Juni 2010
um
13:02
Diese Stadt (Berlin) bzw. dieses Land (Deutschland) hat es nicht anders verdient, leider... Würde nur gerne wissen, was mit meiner Spende passiert! Ich würde vorschlagen auf dem Schlossareal einen Aldi und Lidl für Maus und Co zu bauen. Hochmoderne zeitgenössische Architektur (ACHTUNG IRONIE) Wäre bestimmt ein Tourismusmagnet!
Maus
schrieb am 3. Juni 2010
um
11:34
Nur zur Information:
Bei der Friedrichwerderschen Kirche (2232) wurden die obzwar starken Kriegsschäden, lediglich behoben. http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrichswerdersche_Kirche
@MitteinsHerz
Auf der einen Seite ist es Ihnen scheinbar nicht möglich, sich nur in irgendeiner Weise mit dem Gegenstand der Architektur an sich auseinanderzusetzen, was Sie aber keineswegs hemmt als Mitglied eines Vereins, der ursprünglich für eine Bebauung in der Mitte unserer Hauptsstadt mit einer Fläche von mehr als 2ha die maßgebliche Gestalt festlegen wollte (und nur diese), nun auch noch \"Weisheiten\" zum Besten gibt, deren Sinnhaftigkeit Sie selbst nicht einmal erläutern werden können.
Was Ihr Beitrag hier unten vermitteln soll, hieße ja nichts anderes, als sei eine Alternative für die Reko-Fassaden nicht möglich, als sei Architektur unserer Tage nur auf Sichtbeton und Kuben zu reduzieren.
Im Übrigen vermitteln Sie den Eindruck, dass es mit einer Ablehnung der angedachten Dekorationen nur um eine Distanzierung gegenüber Militanz in der Gesellschaft ginge. Dem ist nicht so. Der Akt des Neubaus einer Architektur, die im wesentlichen keine demokratischen Traditionen verkörpert (dass tut sie auch trotz eines A.v.Humboldt nicht), kann allgemein nicht als eine gute Antwort angesehen werden, mit der man künstlerisch, aber auch pragmatisch den Fragen/Umständen unserer Zeit und der zukünftigen begegnen könnte. Auch kann sie nicht als nationales Identitätsbild herhalten.
Ich möchte hier nur mein Veto einer gewissen Verlogenheit auferlegen. Wenn es um Bewußtsein gegenüber der Geschichte ginge, wäre ich der letzte, der etwas dagegen einzuwenden hätte, dass wissen jene, die hier länger schreiben, und besonders auch Sie!
Wie Sie wissen, und wie ich weiter unten schon längst einmal gezeigt habe, gäbe es genug Möglichkeiten sich für unsere Kultur einzusetzen, ein Neubau ist keineswegs kulturelles Erbe.
http://www.denkmalschutz.de/die_stiftung.html
http://www.blfd.bayern.de/bau-und_kunstdenkmalpflege/index.php
http://www.bldam-brandenburg.de/baudenkmale/baudenkmale/baudenkmale.html
http://www.dnk.de/Appelle_Empfehlungen/n2358
Ich verwehre mich nur dagegen, dass hier einer gewissen Unbildung Vorschub geleistet werden soll.
Der Aufschub der Baumaßnahmen gäbe auch einmal etwas Zeit, über das Vorhaben nachzudenken.