Dieter Schwing
schrieb am 7. Juni 2010
um
20:00
Hallo liebe Berliner,
wieviel Steine wurden bei Euch in den vergangenen 20 Jahren aufeinander gesetzt. Ihr habt praktisch eine ganz neue Innenstadt bekommen! Und jetzt soll das Geld den Armen genommen werden um Euer Schloss, das im Moment kein Mensch braucht zu finanzieren? Das ist eine Schande, nicht der Entschluss der Regierung das auszusetzen!
Gruß
Dieter
Michael Ruth
schrieb am 7. Juni 2010
um
19:36
@bonn:
exakt die richtige entscheidung, nicht resignieren, sondern weiter arbeiten und spenden: der südwesten hat weitere steine und aktionen parat - danke ihnen !!
Bonn
schrieb am 7. Juni 2010
um
18:06
Habe gerade wieder einen Stein gespendet. Jetzt erst recht!
Rolf
schrieb am 7. Juni 2010
um
18:02
Was die Bundesregierung heute beschlossen hat ist eine Schande! Es werden Millionen für den Bau von nicht benötigten Flughäfen und Häfen in der Pampa verprasst, es gilt weiterhin ein ermäßigter Mehrwehrsteuersatz für Hotel- und Freudenhausbetreiber, für Hundefutter und Schnittblumen, und eine Finanztransaktionssteuer, die 10 Mia. Euro in die Kassen spülen würde gibt es auch vorläufig nicht. Großartig, Angie!
Ich fürchte, das Schloss ist vorerst tot, wenn nicht endgültig. Kein Mensch wird unter diesen Umständen noch einen Euro spenden!!
Kralle
schrieb am 7. Juni 2010
um
17:49
Könnte bitte mal jemand vom Förderverein diese Seite aktualisieren und schreiben wie es jetzt weiter gehen sol ? !!
Michael Ruth
schrieb am 7. Juni 2010
um
17:40
@Mag DLM:
puuh, sie haben mir gedanken und befürchtungen aus dem herzen und bauch geholt und publiziert: dennoch, gegen alle widerstände, wird das projekt gelingen und realisiert werden - mein wohnort ist karlsruhe im äußersten südwesten deutschlands, mitglied im förderkreis \"baden\" für das humboldt-forum, diese woche wird ein neuer freundeskreis in stuttgart gegründet, und das im ach so sparsamen schwaben...
marketing-technisch gebe ich ihnen absolut recht und diese gedanken wurden bei unserem letzten treffen erörtert und akzeptiert: eher weg vom SCHLOSS, und argumentativ hin zum HUMBOLDT-FORUM.
ich denke, herr w.v. boddien wird diesen gedankengang interessiert überdenken.
freundliche abendgrüßle aus baden nach hessen
MagDLM
schrieb am 7. Juni 2010
um
17:00
ruft man sich die ereignisse und entwicklungen der letzten jahre in erinnerung, so mutet es beinahe unfassbar an, dass der bau des h.-forums womöglich nun doch nie wird realität werden können ...
dachte man vor rund einem jahr noch, dass nach dem schließen der verträge mit stella und dem wiederholten eintreten tiefensees für das projekt damit alles \"gewuppt\" sei, begann (zumindest bei mir) sich die stimmung etwas einzutrüben, nachdem ich einsehen musste, dass die euphorie eines herrn ramsauer sich doch sehr in grenzen hielt.
doch was nutzt das ramsauer-bashing? auch er hat einen haushalt zu verantworten, auf den die koalition ihre augen geworfen hat, um zu \"sparen\" - griechenland etc. sei dank.
die innere wende hin zu größten befürchtungen stellte sich vor einigen wochen ein, als ramsauer klar zu erkennen gab, dass der bund für die errichtung der historisierten barockfassaden nicht in finanzielle vorleistung zu treten gedenke. damit wäre zunächst ein betonklotz entstanden, der zwar dem kubus des stadtschlosses entsprochen, aber doch jedes architektonischen anspruchs entbehrt hätte. und die spendenmittel (in den medien wird immer wieder die summe von rund 13 mio. euro genannt, 67 mio. (!) fehlten damit also), die der föderverein akquirieren sollte, sprudeln/sprudelten bei weitem nicht so reichlich, wie die befürworter des jahrhundertbaus erwartet und behauptet hatten.
ich denke, dass vor allem aber auch ein sehr schwerer fehler gemacht worden ist: man hätte in der öffentlichkeit mit der behauptung, man wolle das SCHLOSS wieder errichten, anders umgehen müssen - denn derjenige, der die diskussionen und diskurse der letzten rund 20 jahre nicht kennt, vermag nicht ohne weiteres einzusehen, weshalb man ein SCHLOSS wiederaufbauen sollte. dass es sich bei dem SCHLOSS vielmehr um ein hochmodernes museum von weltrang hätte handeln können, ist in der diskussion praktisch nie zum tragen gekommen. dass dann angeblich 80 prozent einer unmfrage angeben, \"gegen das SCHLOSS\" zu sein, verwundert da nicht mehr. gutes markting sieht anders aus!
leid tut mir herr von boddien ... nach jahrzehntelangem marathonlauf wirft man seinem lebenstraum noch in der stadionrunde, wenn man sich sicher im ziel wähnt, schwerste knüppel in die beine. vielleicht ist es das, was ihn in diesen tagen so sprachlos macht.
ich selbst habe mir vor jahren das gemälde (den druck) von eduard gärtners \"der schlüterhof des berliner schlosses\" gekauft, gerahmt und aufgehängt. seitdem habe ich den traum gelebt (später in sogar sicherer erwartung!), eines nicht allzu fernen tages meinem sohn diesen (zumindest teilweise) rekonstruierten hof zeigen zu können. seit heute glaube ich, dass dies nie geschehen wird ... nunmehr befürchte ich, dass nach weitern jahren der endlosen diskussion schließlich doch ein \"modernes\" (also seelenlos-hässliches) bauwerk mit viel glas/beton den historischen schlossplatz und damit das kulturelle herz deutschlands \"zieren\" wird. das SCHLOSS und mit ihm das h.-forum liegt nun auf nimmerwiedersehen im giftschrank. herausholen wird es dort auch eine bürgerliche regierung wohl nicht nicht mehr - und ein rot-rot-grüner volkstribun bundeskanzler s. gabriel natürlich überhaupt nicht.
armes deutschland!
herzliche grüße aus hessen
Michael Ruth
schrieb am 7. Juni 2010
um
16:58
ok, es ist passiert, aber nach einer kurzen phase der resignation drehe ich das moratorium ins positive: 3 weitere jahre, um spendengelder einzuwerben, 3 weitere jahre der vorbereitung der barockfassaden. ich hoffe inständigst, daß die humboldt-box realisiert wird: 3 weitere jahre, besucher aus aller welt über unser vorhaben zu informieren und den einen oder anderen $ als spende zu generieren...
was bleibt, ist ein schaler nachgeschmack, denn was sind beschlüsse unseres bundestages (volkssouverän) noch wert, ja glaubwürdig, wenn nach sie nach einigen jahren derartig leichtfertig gekippt werden können...
Oli
schrieb am 7. Juni 2010
um
15:58
...und vor dem Zusammenhang sei noch eine Frage gestellt: Wenn das Schloß nun nicht mehr gebaut wird - bekomme ich meine Spenden zurück? Ich bezahle schließlich nicht für einen Traum!
Oli
schrieb am 7. Juni 2010
um
15:56
Ja, nun wird es Zeit sich Alternativen zu überlegen. Unser Staat erkennt, daß er pleite ist. Aus diesem Grunde und aufgrund der mehr als sicherzugehenden Annahme eines Regierungswechsels wird es éine Finanzierung des Schlosses nicht mehr geben.
Private Investoren haben eine KOMPLETTHERSTELLUNG des Schlosses nach allen Vorgaben (sogar mit 2 Kuppel, die zweite symbolisiert den Wiederaufbau und mit komplette, Apothekerflügel, sogar die Restauration der wichtigsten RÄumlichkeiten, z.B. Rittersaal) angeboten. Großkotzig hat der Bund abgelehnt. Sogar die Räumlichkeiten für das Humboldforum waren inbegriffen. Es gibt sogar eine eigene Internetpräsenz dazu. Jetzt muß geprüft werden, ob das nicht - schon allein wegen der möglichen Komplettherstellung - die viel sinnvollere Alternative ist.
An die Mähr von einer lediglichen Verschiebung glaube ich nicht, genauso wenig wie an Steuererleichterungsversprechen vor der Wahl, den Weihnachtsmann oder die Glaubwürdigkeit der deutschen Politik imm allgemeinen. Die Lügen wenn sie ihr Mundwerk öffnen.
Wenn jetzt in Untätigkeit versunken auf \"bessere Zeiten 2014\" gewartet wird, dann ist der Traum ausgeträumt.
Man sollte auch nicht vergessen was passiert, wenn ein Regierungswechsel ansteht. Oder glaubt jemand ernsthaft an ein Schloß, das von Sozialisten gebaut wird?
Jürgen
schrieb am 7. Juni 2010
um
15:10
Also ich finde das gut. Es kann doch nicht sein, dass immer nur Millionen und Milliarden im märkischen Sand versenkt werden und der Rest der Republik dumm aus der Wäsche schaut.
Ich wohne in Köln und während man in Berlin ich weiss nicht wieviel Bundesgeld für den neuen Hauptbahnhof und die unterirdische Schnellbahntrasse ausgegeben hat, hat hier die Bahn seit Jahren kein Geld um den Engpass Steinstraße als Verbindung zur ICE Strecke nach Frankfurt zu beseitigen. Auch der Deutzer Bahnhof wird nun schon seit Jahren nicht umgebaut. Man könnte da noch viele Beispiele aufzählen auch im kulturellen Bereich.
Der Staat sollte sich mal frage, wo Geld erwirtschaftet wird und nicht immer mehr Geld an die Krake Hauptstadt geben, die auch im Länderfinanzausgleich schon der größte Empfänger ist.
P.S. Die Millionen für Erhalt des Kölner Doms bringen die Mitglieder des Dombauvereins und die Erzdiözese auch alleine au und der Bund hat nicht mal die Mittel aus dem Weltkulturerbefonds für den Umbau der Domplatte bereit gestelt
BergischerBembel
schrieb am 7. Juni 2010
um
14:36
Mal ne ganz blöde Frage...Kann man da nicht klagen???? Verträge sind doch dazu da um eingehalten zu werden ?!?!
Ernst Ludwig
schrieb am 7. Juni 2010
um
14:07
Ja, nun ist es geschehen. Seit 1992, als ich erstmals von der Idee Schloßrekonstruktion erfuhr und mich dafür begeisterte, habe ich dafür gekämpft, argumentiert und vor allem gespendet und Spenden gesammelt. Tausende inzwischen. Alles für die Katz?
Warum ich dafür war? -, weil dadurch Ulbricht nicht das letzte Wort behalten hätte, weil die Kulturbarbarei der Schloßsprengung wieder gut gemacht worden wäre, weil die Wiedererrichtung des Schlosses der endgültige Sieg über die rote Diktatur gewesen wäre.
Nun lachen sich Ulbrichts rote Epigonen ins Fäustchen. Demokratische Abstimmung sind nichts wert.
Zweimal hat der Bundestag mit Zweidrittelmehrheit für dieses Projekt gestimmt und nun sagt die Regierung \"April, April\"! Was soll man von einem solchen Parlament halten? Soll man diese Leute überhaupt noch ernst nehmen?
Millionen sind auch schon geflossen. Der Architekt hat verbindliche Verträge mit der Regierung geschlossen. Es wird die Regierung Millionen kosten, aus diesem Projekt wieder herauszukommen. Ist das denn zu verantworten? Es wird nichts gespart, sondern nur Geld herausgeschmissen, ohne daß auch nur ein Stein aufgebaut würde.
FreiburgerJurist
schrieb am 7. Juni 2010
um
13:18
Tja, drei Jahre mehr Zeit zum Spenden sammeln. Danke Frau Dr. Merkel. Aber Hauptsache Sie sparen 420 Millionen verteilt über ca. 5 Jahre. Danke! Smart für alle Mitglieder des Bundestages und haben Sie das Geld.
MagDLM
schrieb am 7. Juni 2010
um
10:48
seit sehr vielen jahren begleite ich die debatten hinsichtlich der bebauung des schlossplatzes in berlin.
ich selbst bin ein großer anhänger der idee des humboldt-forums (wenn auch nicht des preisgekrönten entwurfs von f. stella). doch nun, in den letzten drei tagen, steht alles, was man \"in trockenen tüchern\" wähnte, auf der kippe - gar vor dem aus?!
und was macht der förderverein? - nichts. der webmaster scheint in diesen extrem wichtigen stunden im wochenende ... anstatt klare aussagen findet man trotzig (und längst überholt!) die ansicht, dass das schloss gebaut werde. was soll das? mittlerweile scheint nach so vielen online-meldungen führender deutscher zeitungen sicher: das schloss wird frühestens ab 2014 begonnen, \"nach der sanierung der öffentlichen haushalte\" (also wohl nie!).
obschon ich grundsätzlich optimist bin, sehe ich leider, dass nunmehr doch alles gegen das spricht, was der förderverein fälschlicherweise als \"schloss\" bezeichnet. meine düstere prognose: auch 2014 wird sich eine regierung (ob sie bis dahin überhaupt noch schwarz/geld ist?) nicht trauen, das projekt wieder aus dem giftschrank zu holen. ein rot-rot-grüner bundeskanzler gabriel hätte sich keine bedenken, das, was über zwei jahrzehnte geplant worden ist, mit einem federstrich platzen zu lassen. was folgt: eine erneute nutzungsdebatte, neue ideen, pläne, das immer gleiche \"wir müssen sparen\" - und am ende, vielleicht 2020/2025 ein preiswerter und hässlicher bau aus seelenlosem beton-stahl-glas-gedröhne der moderne.
schlimm, dass deutschland architekturhistorisch einem mann wie ulbricht das letzte wort in der bebauung des prominentesten bauareals deutschlands überlässt. und dass dies ausgerechnet eine bürgerliche regierung \"durchgezogen\" hat, ist der eigentlich skandal.
berlinfreund
schrieb am 7. Juni 2010
um
10:29
Und was ist jetzt mit dem Geld der Spender? Nicht nur Betuchte haben sich engagiert. Das Mütterchen, das 20 Euro von der Rente abzwackte ebenso wie normale Mittelstandsbürger, die schon ganze Monatsgehälter gespendet haben. Die meisten wohl keine Berliner.
Dude
schrieb am 6. Juni 2010
um
22:05
Zieht den Kasten wieder hoch! Und zwar so wie er früher war!
Dietmar Kiele
schrieb am 6. Juni 2010
um
20:32
Ich bin ganz entschieden gegen einen Bau mit einer Schlossfassade. Das Schloss war die Zwingburg Berlins im Stil einer überdimensionalen Mietskaserne. Das wertvolle künstlerische ist verloren und ein vorgetäuschter Nachbau mit völlig anderem Inhalt verlogen. Berlin hat so wunderbare neue Bauten und in diesem Geist wünsche ich mir einen echten Museumsneubau und der hat auch noch Zeit!
Wendel
schrieb am 6. Juni 2010
um
18:57
\"Prestigeprojekte wie der Bau des Berliner Stadtschlosses könnten verschoben werden.\" - Was soll hier immer dieses \"Prestigeobjekt\"?! Der Bund bezahlt \"nur\" den Rohbau, einen Betonklotz. Den Fassadenschmuck und die schönen Skulpturen werden die Spender aus eigener Tasche zahlen. Hätte dieses Gebäude nicht zufällig die Erscheinung eines barocken Schlosses, sondern nur eine platte Glasfassade, so würde niemand darüber meckern. Aber die Berliner sind ja für ihre ständigen Nörgeleien bekannt. Man sollte sich viel eher über Steuererhöhungen und Leistungskürzungen der Sparklausur aufregen. Denn dieses Geld müssen wirklich alle bezahlen. Spenden für das Schloss ist freiwillig.
Michael Ruth
schrieb am 6. Juni 2010
um
18:04
Ach Mäuslein, schwelge weiter in irgendwelchen pseudowissenschaftlichen Schwurbeleien, leider ist von fundiertem Kontextwissen relativ wenig zu erahnen...