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Wilhelm von Boddien

 

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3015 Einträge
Dominik Dietz (25) schrieb am 7. Juli 2007 um 23:51
@bas zweng:Sie glauben doch nicht im Ernst, dass dieser Beschluss (2 mal vom Bundestag bestätigt) tatsächlich noch gekippt wird, oder????Wenn nicht gerade die SED die nächste Bundestagswahl gewinnt, wird das Schloss gebaut und an dieser Stelle ein Zitat eines in Berlin ansässigen Politikers (Herrn Wowereit, SPD): "Und das ist auch gut so!"Schönen Abend noch....
bas zweng 47 schrieb am 7. Juli 2007 um 23:17
Mein lieber - anonyniem natuerlich - Berlinfreund, ja stimmt, die Entscheidung ist gefallen. Aber wer in der Wirtschaft taetig ist, weiss dass manche Entscheidungen zurueckgenommen oder geandert worden sind. (Wissen Sie auch). Es gibt viele (Auto)Modelle, Plannungen zB. die gestrichen sind. Und hier hat man noch keinen einzigen Stein gebaut. Und in der Politik, ja, da dreht man viel mehr hin und her als in der Wirtschaft. Gruesse aus Holland
D.Sharan H. 32 J. schrieb am 7. Juli 2007 um 17:03
Dem widerspreche ich vehement.Es ist schon abenteuerlich mit welcher Argumentationsweise immer wieder versucht wird das Projekt einer Fehlweise zuzuführen.Und ist es nicht müßig in der Diskussion auf der Stelle zu treten?Die Entscheidung steht!Zum Thema Schönheit: Sicher, das liegt zweifelsfrei immer im Auge des Betrachters.Ohne wenn und aber!Nur ist es doch interressant, dass in der langjährigen Disskussion niemand den PDR als wunderschönen Bau bezeichnet hat.Das spricht für sich.Stattdessen werden haarsträubende Argumente angeführt.Man wolle Zeugnisse der ehemaligen DDR tilgen, das ganze sei zu teuer usw.Oder man greift in die Allgemeinheit und behauptet, wir hätten einen gestörten Umgang mit unserer Geschichte.Nun denn, ich möchte nicht für andere sprechen; ich für meinen Teil distanziere mich von solchen Aussagen!Das zu errichtende Humboldt-Forum wird in einer Weise für sich sprechen die viele aufgeführten Argumente der"Gegner"ad absurdum führen wird.Deshalb bleibe ich entspannt und warte ab!Anbei geht es im Moment auch nicht darum einen barocken Palast auch nach innen hin wieder zu errichten, das bleibt späteren Generationen überlassen.Aber wohl um die Wiederherstellung eines gewachsenen Architekturensembles.Vergleiche ich den Schinkelplatz mit dem ehemaligen DDR-Aussenministerium mit dem Platz von heute und der nach aussen hin widererrichteten Kommandantur, erkenne ich wohl die Bedeutsamkeit für den Gesamteindruck der historischen Mitte dieser wundervollen Stadt!Wohl kein weiterer Platz dieser Stadt ist in diesem Maße bedeutungsvoll, national wie international.Allein deshlab schon war das Parlament als Entscheidungsträger eine richtige Vorgehensweise; wie ich meine!Mit besten Grüssen...
S.Hartmann schrieb am 7. Juli 2007 um 16:21
Meine Antwort steht im Forum.Ich hätte es wohl gleich anführen sollen, naja, also jetzt.Natürlich können die Fenster verhangen werden und abgedunkelt, doch wiederspricht das nicht der Idee eines schönen großen lichtdurchfluteten Barocksaales?Das neue Museum in Paris(Musée du quai branly), welches mit dem ethnischen Museum in Dahlem vergleichbar ist, hat schwarz getönte Scheiben und ist im allgemeinen relativ dunkel gehalten, um eben die empfindlichen Naturfarben der Naturvölker zu schützen.Ich glaube der BDA hat auch noch mehr gute Argumente vorgelegt. Sie sehen meiner Meinung auch in anderen Bereichen zu kurz, sie beziehen alles immer nur auf das "Schloss", aber was dieser schwache Nachbau mit sich ziehen kann, das blenden sie aus. Die ganze Diskussion das wir heutzutage immer mehr im Stande sind Gebäude immer und überall nachzubauen, kann zu einem Werteverlust der Originalsubstanz führen. Diskussionen darüber werden schon seit langem in der Denkmalpflege geführt.Und dieser Nachbau wird der künstlerischen Qualität des einstigen Gesamtkunstwerkes Schloss sicher nicht gerecht werden können.
Knut schrieb am 7. Juli 2007 um 15:18
Ich gebe Berlinfreund recht.Es ist wirklich eigenartig, daß manche noch nicht mitbekommen haben, daß längst alles entschieden ist. Die Mehrheit ist nun mal für das Humboldtforum und deshalb wird es kommen. Natürlich wird es bis zum Baubeginn immer noch einige "Spaßvögel" geben, die ein Hochhaus, ein Parkhaus, einen Kirmesplatz oder einen Park fordern. Teilweise werden die absurdesten Gründe genannt, warum im Schloß kein Museum untergebracht werden kann: Das Schloß hat Fenster, durch die Licht eindringen und die Kunst zerstören könnte. Mensch, habe ich gelacht, als ich das gelesen habe. Das Schloß war vor der Zerstörung ein riesiges Museum in dem unzählige lichtempfindliche Kunstwerke ausgestellt waren. Doch man hatte Vorhänge (das kennt heute wahrscheinlich keiner mehr). Außerdem kann man das Glas bedampfen, so daß es Licht und UV undurchlässig wird. ..In einem Schloß kann kein Museum untergebracht werden... tsss. Die Franzosen und Italiener werden sich totlachen, wenn sie das lesen.
S.Hartmann schrieb am 7. Juli 2007 um 14:39
"Bund Deutscher Architekten fordert ergebnisoffenen Architektenwettbewerb für den SchlossplatzDie derzeitige Diskussion über die Bebauung des Schlossplatzareals ist von einer Unbestimmtheit charakterisiert, die der architektonischen und städtebaulichen Rolle des zentralen Ortes in Berlin nicht gerecht wird: Größter Hemmschuh für eine Neubebauung ist die Finanzierung des Gebäudes, das entsprechend dem Bundestagsbeschluss in Kubatur und Anmutung des Stadtschlosses mit barocken Fassaden auf der Nord-, West- und Südseite sowie dem Schlüterhof wieder aufgebaut werden soll.Die Neubebauung des Schlossplatzes muss durch seine architektonische und städtebauliche Qualität die Museumsinsel als Freistätte der Kunst und Wissenschaft angemessen ergänzen. Für diese identitätsstiftende Wirkung reicht ein wiedererrichtetes "Stadtschloss" als Vorhangfassade im historischen Gewand nicht aus - eine bloße Ähnlichkeit zwischen Original und Nachbildung, die keine inhaltliche Verbindung zwischen Fassade und innerer Raumstruktur aufweist, wird allenfalls den Verlust des historischen Gebäudes festschreiben. Dass die Kuppel über dem Hauptportal erst später errichtet werden soll, ist Symptom für die nicht zu finanzierende vorbildsgetreue Rekonstruktion der einst stadtraumprägenden Kubatur.Die barocke Fassadengliederung schränkt zugleich das Museumsprogramm unnötig ein - aufgrund der baulichen Restriktion durch die historischen Fassaden wäre die weltweit bedeutende Dahlemer Sammlung der außereuropäischen Kunst und Kultur in einem Kellergeschoss unterzubringen. Dies wird weder der Sammlung noch der Vorgabe an ein besucherfreundliches Museum gerecht. Vor dem Hintergrund des limitierten Finanzbudgets und der fraglichen Umsetzbarkeit einer Rekonstruktion plädiert der BDA für die Auslobung eines internationalen und bezüglich der Fassadengestaltung ergebnisoffenen Architektenwettbewerbs. Denn nur im Wettbewerb unterschiedlicher architektonischer Lösungen kann fundiert beurteilt werden, ob für den Raumbedarf des Humboldt-Forums eine architektonische und städtebauliche Realisierung erreicht wird, die dem kulturhistorischen Anspruch des Ortes gerecht wird.Beispielhaft wären hier die Architektenwettbewerbe für die Bundesbauten zu nennen, die in eindrucksvoller Weise belegen, dass derartige Verfahren zu architektonisch hochwertigen Gebäuden führen. Analog hierzu ist für die Neubebauung des Schlossplatzes ein zweistufiger Architektenwettbewerb zu empfehlen: Aus einer Vielzahl von Ideen der ersten Stufe werden maximal 50 Teilnehmer nominiert, die in der zweiten, honorierten Wettbewerbsstufe ihre Arbeiten konkretisieren. Der BDA ist überzeugt, dass nur in Form eines Wettbewerbs eine Gestaltung für das Humboldt-Forum gefunden werden kann, die den bildungs- und kulturpolitischen Charakter der Museumsinsel in überzeugender Weise ergänzt. Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Public Relations Dr. Olaf Bahner "Zitat BDA 14.02.2007Viele Austellungsgegenstände der ethnischen Museen sind lichtempfindlich und daher nicht für barocke, lichtdurchflutete Räume geeignet.
Berlinfreund schrieb am 7. Juli 2007 um 13:58
Ich frage mich, warum in dieser Diskussion der Schnee von gestern, längst geschmolzen, immer noch virtuell herumgeschippt wird. Der Palast ist Geschichte, der Kampf samt sämtlicher Argumente für oder gegen das Schloß ist Geschichte. Es ist sinnlose Vergeudung von Hirnschmalz, diese Uralt-Debatte immer wieder anzufangen. Es ist vorbei und das Barockschloß - und nicht nur die Fassade - so gut wie da.Eine aktuelle und sinnvolle Diskussion ist einzig und allein, was in das Schloß hineinkommt und vor allem wie die Ostfassade aussehen soll. Da scheint noch Veränderungs- und Einflußmöglichkeit zu bestehen, und darauf sollten sich jetzt alle Anstrengungen ausrichten. Meiner Meinung nach wäre eine modernistische Stahl-Glas-Schuhkastenarchitektur im Osten (so wie der ehem. "Palast" ) schlimm und eine Verunstaltung des ganzen Projektes. Das wäre so wie Schwarzwälder Kirschtorte mit Meerrettischsenf obendrauf. Es gibt wohl nur zwei Möglichkeiten: entweder Wiederaufbau der Renaissancefassade oder eine Front im schlichteren barocken Stil, aber zum Schlüterschloß passend. Eine Fassade etwa wie am Potsdamer Platz, wäre ein schlechter Witz.
Ralf Wendel schrieb am 7. Juli 2007 um 9:57
@ S. Hartmann.Hallo. Natürlich ist Schönheit eine subjektive Sache. Ich habe auch nie das Gegenteil behauptet. Klar bringe ich immer wieder den Barock ins Spiel. Nicht als Argument, sondern weil es hier eben um ein Bauwerk aus dieser Stilrichtung geht. Es hätte keinen Sinn über bunte Fachwerkhäuser zu schwärmen, weil diese in Berlin nicht zur Debatte stehen. Auch wenn es den Anschein erweckt hat, ich bin kein Feind moderner Architektur. Es sollte eben nur immer der passende Ort für die jeweilige Form gefunden werden. Die Architekten von heute haben wahrscheinlich Angst, daß sie durch zu viele Rekonstruktionen ihren Job verlieren oder ihre eigenen Ideen nicht präsentieren können. Deshalb sind sie auch durch die Bank weg gegen Rekonstruktionen. Ich meine nur, und das ist MEINE SUBJEKTIVE MEINUNG, daß in einem historischen Umfeld eine Glassfassade eher stört. Durchaus gibt es auch ansprechende Bauten von heute. Auf den neuen Stadtteil von Hamburg feue ich mich auch schon. Der Chicago Square bekommt sogar eine Reihe von Wolkenkratzern. Aber dort passen sie auch hin und dort gefallen sie mir auch. Der neue Potsdamer Platz gefällt mir. Wer hätte das gedacht. Und die Umsetzung der 10 geplanten Hochhäuser auf dem Alexanderplatz ist sicher auch interessant. Aber doch bitte nicht auf dem Schlossplatz! Vielen Dank!
Bartholdy schrieb am 6. Juli 2007 um 19:01
An die Vorredner:Architekten sollen entscheiden wo was wie gebaut wird?Hoffentlich wird das nie der Fall sein! Ich erinnere mich noch gut an die Forderung der Architekten die vorgeschriebene maximale Traufhöhe von 22m in der Friedrichstadt fallen zu lassen, damit dort Wolkenkratzer nach New Yorker Vorbild hochgezogen werden können. Die Politiker haben sich aber durchgesetzt und so blieb die Friedrichstraße wenigstens von der Höhe erhalten. Von der Architektur möchte ich mal besser nicht sprechen. Da waren selbst belanglose Gründerzeithäuser mit ihrem reichen Fassadenschmuck einfach schöner, wie man auf alten Ansichtskarten sehen kann!Jaja, Berlin ist zu 99,9% eine Stahl, Glas und Betonwüste, daran wird selbst das Schloß nichts ändern können. Wie war das noch? Früher (vor 100 Jahren) wurden Architekten von der Bevölkerung noch gefeiert, wenn sie etwas neues entworfen haben. Heute hagelt es Bürgerproteste und Unterschriftensammlungen um einen neubau zu verhindern.Liegt das nun an der Bevölkerung oder an den Architekten, die unfähig sind schöne harmonische Architektur zu entwerfen? Ach ja, ich vergaß: Schönheit ist subjektiv. Selbst wenn 99% ein Gebäude häßlich finden und nur 1% findet es schön, dann kann es durchaus schön sein.Wie dem auch sei:Wenigstens entsteht inmitten der Berliner Betonwüste eine kleine Oase der Schönheit mit dem Schloß, dem Lustgarten und dem Weltkulturerbe Museumsinsel.Auf das es jetzt zügig weitergeht.
S.Hartmann schrieb am 6. Juli 2007 um 17:47
Vielen Dank für die Unterstützung aus Holland. Ich bin auch der Meinung das die Besetzung der Expertenkommission zu Politikerlastig war. Historiker/Denkmalpfleger und Architekten hätten mehr Einfluss haben müssen.Ich glaube zwar: etwas wieder herzustellen ist schon eine Leistung, aber gerade in heutigen Zeiten, in denen Deutschland ökologisch sein will, muss einfach mit dem Bestand gearbeitet werden, da wo es geht. @Wendel: Schönheit ist eine sehr subjektive Sache. Ich stelle den Barock ästhetisch nicht höher als irgendeinen anderen Stil, denn jede Epoche hat seine Juwelen hervorgebracht. Wenn sie sich auf wenige Stile beschränken, ist das allein ihre Meinung und kein Argument(auch wenn sie es immer wieder gern erwähnen und damit den Anschein eines solchen erwecken wollen).
bas zweng 47 schrieb am 6. Juli 2007 um 15:53
Ja, Herrn Wendel, jetzt kommen wir ein bisschen zueinander. Das ist mit dem Beschluss ueber den Palast leider nicht so gegangen. Ja, Architekten sollen entscheiden, nicht Politiker. Sie haben recht, in der Vergangenheit sind nicht immer schoene Gebauden entstanden. Daraus hat man doch jetzt gelernt anno 2007. (Ich selber bin im Bauwesen taetig) Ich haette mir gewuenscht eine Aenderung des Palastes. Tut Recht an der Geschichte und Architektur. Keine Gewinner, keine Verlierer. Sie wissen genau wie ich, Deutschland will nichts mehr mit der DDR zu tun haben und deshalb reisst man einfach den Palast ab. Uebrigens weiss ich das viele Architekten aus Holland bei euch Entwuerfe machen und gemacht haben. Den Reichstagskuppel zum Bespiel. Etwas (wieder) nachmachen ist naehmlich keinen Verdienst!Gruss aus Holland
Ralf Wendel, 30 schrieb am 6. Juli 2007 um 15:09
@ Herrn Bas Zweng.Guten Tag! Wieso eigentlich, pochen Sie laufend darauf, daß Architekten über den Schlossplatz hätten entscheiden sollen und nicht die Volksvertreter??? Sind Sie selber ein Architekt? Diese Berufsgruppe ist auch nicht allwissend oder unfehlbar. In der Vergangenheit wurden, gerade von vielen Architekten, fiese Fehler begangen. Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses war seit vielen Jahrzehnten ein tiefer Wunsch großer Teile der Bevölkerung. Es wurde lange darum gekämpft und schließlich ein Sieg errungen. Die Politiker haben sicher keine Ahnung wenn es um Architekturfragen geht. Aber in diesem konkreten Fall haben sie wirklich einmal im Namen des Volkes entschieden. Zumindest für die Mehrheit. Daß man es nicht allen recht machen kann, ist leider eine Tatsache. Die Paulinerkirche in Leipzig wird auch nicht wieder errichtet. Das Areal wird nun modern bebaut. Nach Plänen eines niederländischen Architekten 😉 Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Viele Grüße nach Holland!
wasser schrieb am 6. Juli 2007 um 13:47
@ schlossfreundich stimme ihnen vollkommen zu. die schlossapotheke ist zudem ganz wichtig, um eine angemessene verbindung zwischen der barockfassade und der modernen ostfassade herzustellen. eine schlichte,modere fassade aus glas etc. direkt an die historische barockfassade mit ihren vielen schmuckelementen zu setzen scheint mir bei diesem gebäude ein zu krasser und deshalb unschöner bruch zu sein. die fassade der hofapotheke stellt durch ihre schlichtheit einen schönen und vertretbaren übergang zwischen alt und neu her.auf dieser hp habe ich irgendwo gelesen, dass der finanzielle aspekt zu vernachlässigen sei, da die schlichte fassade des ostflügels sogar günstiger sei???jetzt zu dem argument blickrichtung. es ist eindeutig der fall, dass die schlossapotheke von der schlossbrücke aus gesehen die neue ostfassade verdecken würde, was positiv ist. auch vom lustgarten aus gesehen ist das der fall. ein weiteres argument für die schlossapotheke ist, dass man wenn man auf der spree mit einem ausflugsschiff fährt, neben der modernen fassade aus glas und stahl etwas vom historischen schloss sieht. es darf doch nicht sein dass man von der spree aus gesehen nicht mitbekommt, dass es sich hierbei um das berliner stadtschloss handelt.
bas zweng 47 schrieb am 6. Juli 2007 um 13:30
Herr Dietz und andere 'Schloesser', die Entscheidung wurde tatsaechlich von einer Mehrzahl der Politikern genommen, nicht von Architekten, die fuer eine Veraenderung des Palastes geraten haben. Politiker als Architekten. Das ist doch zum heulen.
Dominik Dietz (25) schrieb am 6. Juli 2007 um 10:03
@ Herrn Wendel:Ich bin voll und ganz Ihrer Meinung!!! Es wäre sehr wünschenswert, dass die Städteplaner Deutschlands mal über mehr Rekonstruktionen nachdenken würden, anstatt 08/15 Glas-Beton-Klötze auf bedeutende Plätze zu bauen. Ich selber lebe in Wuppertal und diese Stadt wurde im Krieg fast total zerstört. Jedesmal wenn ich alte Postkarten sehe, könnte ich heulen, wenn ich drann denke wie die Stadt heute aussieht. Nur 50er, 60er, 70er Jahre Bauten in der Innenstadt. Einfach fürchterlich.Zum Schloss:Ich bin über glücklich, dass es nun, wenn auch nicht ganz original getreu, wiederentsteht! Ich erwarte sehnsüchtig den Tag der Grundsteinlegung bzw. der Fertigstellung!.@ Unseren niederländischen Nachbarn:Die Wiedererrichtung des Schlosses war ein Entscheid, eines demokratisch gewählten Parlaments, nach Empfehlung einer Experten Kommission.
Schlossfreund schrieb am 6. Juli 2007 um 1:19
An Herrn von Boddien:Sie haben begründet, warum die Ostfassade nicht historisch wiederhergesellt werden kann (Gummischloss usw.). Aber wäre es nicht ein Kompromiss, dass wenigstens die Schlossapotheke wieder aufgebaut wird. Das Schloss steht nicht parallel zu der Straße Unter den Linden und die Apotheke könnte zumindest aus der Blickrichtung der Schlossbrücke, den modernen Anbau verdecken.Da die letzte Hürde, wie Sie sagen, für den Schlossaufbau genommen wurde, könnte Ihr Verein nun auch auf die Gestaltung der Ostfassade Einfluss nehmen und sich für die Rekonstruktion der Schlossapotheke einsetzen.Zitat:"Hüten wir uns, den mühsam gefundenen Kompromiss schon jetzt zu gefährden. Der Zeitpunkt für die Architekturdebatte ist nach den Ergebnissen des Wettbewerbs gekommen, also noch vor dem Baubeginn. In der Auseinandersetzung mit diesen Ergebnissen sehen wir die bessere Chance einer sachlichen Auseinandersetzung dazu."Ich denke, dass das die falsche Überlegung ist. Natürlich darf man nicht gleich zuviel fordern, weil man dann wahrscheinlich gar nichts bekommt. Aber eine deutliche Position, vor dem Architekturwettbewerb, zu Teilen der Ostfassade, kann vorbeugend wirken und schlimmes verhindern, sodass "Experten" wie Tiefensee das Arial der Schlossapotheke für den Architekturwettbewerb außen vor lassen. Zitat:"Beim anstehenden Architektenwettbewerb zur Gestaltung des Humboldt-Forums seien die Teilnehmer aufgefordert, die Geschichte "erlebbar" zu machen. Eine Möglichkeit biete sich an der Ostseite des geplanten Humboldt-Forums, deren architektonische Gestaltung noch offen ist."Ich schätze ihre Arbeit sehr. Würde mir aber wünschen, dass Ihr Verein die bisherige, in der Öffentlichkeit scheinbar distanzierte und gleichgültige Position zur Ostfassade ändert. Es war richtig, dass Sie sich zu diesem Thema, zu Zeiten als der Wiederaufbau des Schlosses noch nicht so sicher war wie er jetzt zu sein scheint, „zurückgehalten“ haben.Geschickte Vorgehensweisen, wie z.B. bei dem Thema Schlosskuppel, lassen mich hoffen, dass ihrerseits auch ein lenkendes Engagement bei der Ostfassade stattfindet.
bas zweng 47 schrieb am 5. Juli 2007 um 22:24
Sie sagen es Herr Sharan (und Herr Wendel), wohlfuelen in einer historischen Stadt. Wenn jeder Mensch da in aller Freiheit und Frieden leben kann, ja. Ich denke das die Menschen in dem vom Krieg zerstoerten Stadt Rotterdam sich genauso wohlfuelen - oder nicht - , als die in Amsterdam. Menschen machen und bestimmen die Atmosfaere. Es heisst doch immer 'der Berliner Schnautze', der Wiener usw.' (Protzerige) Gebaeuden sind da voellig uninteressant. Nochmals, man moechte nichts mehr mit der DDR zu tun haben. Deshalb. Eine angeneheme Nacht.
D.Sharan H. schrieb am 5. Juli 2007 um 21:55
Der Meinung meines Vorredners (R. W.) schliesse ich mich an.Und ich erachte das ebenso wenig als naiv.Eher als gewachsenes Bewusstsein dieses kunsthistorischen, architektonischen Ensembles.Dieses wird mit der Errichtung des Humboldt-Forums wieder eine vorläufige Vollendung finden; so hoffe ich.Sicher wäre es nicht angebracht dieses Projekt auf eine reine Architekturfrage zu beschränken; was auch zu keiner Zeit so war!Andererseits täte es vielleicht ganz gut diese Diskussion weniger ideologisch zu führen.Es geht nicht um die Idealisierung der Hohenzollern-Herrschaft, o.Ä.!Aber als Mensch fühle ich mich wohl und weitaus mehr angesprochen in der historischen Mitte dieser Stadt.Macht mich das zu einem unmodernen Menschen?
Ralf Wendel, 30 schrieb am 5. Juli 2007 um 21:16
Hallo Herr Mohr. Meine Auffassung ist keineswegs naiv. Selbst Gerhard Schröder hat gesagt, das Schloss solle rekonstruiert werden, weil es schön ist. Es werden nur immer wieder falsche Gründe vorgeschoben, gegen das neue Schloss zu sein. Viele der ehemaligen DDR-Bürger fühlen sich wahrscheinlich beleidigt oder angegriffen, weil ein Teil ihres geliebten alten Staates beseitigt wird. Neben die Museumsinsel und den Dom gehört einfach wieder ein barocker Bau. Viele Leute tun immer so, als müssten sie das Schloss selber bezahlen. Als wäre es unvernünftig das Schloss zu rekonstruieren. Viele Leute waren auch gegen den Wiederaufbau des Schlosses in Braunschweig. Weil dafür einige Bäume gefällt werden mussten und weil das Schloss Teil eines neuen Einkaufszentrums ist. Mir aber ist das heutige Ergebnis viel lieber als gar kein Schloss oder der langweilige Park, der bis zum Baubeginn in Braunschweigs Mitte lag. Zu Herrn Bas Zweng muss ich noch anmerken, daß nicht jeder "junge" Mensch auf poppige Architektur aus Glas und Stahl steht. Der PdR ist auch keineswegs mit den "richtigen" Palästen zu vergleichen. Der Name "Palast" war eh von Anfang an ein schlechter Witz. Er ist in keiner Hinsicht irgendwie prunkvoll oder künstlerisch wertvoll wie, zum Beispiel, Neuschwanstein. Mit "ausgedient" meinte ich auch den gesamten Architekturstil der ersten Nachkriegsjahrzehnte. Naiv oder nicht. Das ist eben meine Meinung. Die Politik interessiert mich in diesem Zusammenhang recht wenig. Ich muß mich in einer Stadt wohlfühlen. Das fällt mir in einer schönen, historischen Umgebung einfach leichter als in einem 08/15 Stadtbild der 50er bis 70er Jahre. Vielen Dank.
Bernd Peer 45 schrieb am 5. Juli 2007 um 20:29
Grossartig, endlich wird das Schloss gebaut!