Weltkulturerbe darf nicht zum Busbahnhof werden

 

Der Berliner Senat will im Herbst auf der Spreeinsel mit dem Bau neuer Busparkplätze beginnen, obwohl der Bereich schon jetzt von Reisebussen verstopft wird. – Die Interessengemeinschaft hat ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept vorgelegt, das Halteplätze zum Ein- und Aussteigen außerhalb der Spreeinsel vorsieht.

 

Die Museumsinsel in Berlin-Mitte: Blick vom Alten Museum auf das Berliner Schloss

Die aktuellen Baumaßnahmen des Senats für die Freiflächen rund um das Humboldt Forum sehen auf der Grundlage eines Verkehrskonzepts von 2008 den Bau zusätzlicher Stellplätze für Reisebusse u.a. direkt vor der Hochschule für Musik Hanns Eisler vor.

Weitere Bushalteplätze sind vor der Westfassade zwischen Schloss und künftigem Einheitsdenkmal und – wie schon jetzt – in der Bodestraße und Am Lustgarten vorgesehen.

Dieses Konzept bedeutet keine Verbesserung der schon heute angespannten Situation, sondern wird das Bus-Chaos auf der Spreeinsel nur noch verschlimmern.

 

Schon im Koalitionsvertrag 2016 hat der Senat dagegen festgelegt: „Das Umfeld des Humboldt Forums wird verkehrsberuhigt und der Straßenraum bis zum Brandenburger Tor fußgängerfreundlich umgestaltet. Dabei wird der motorisierte Individualverkehr unterbunden zugunsten des Umweltverbundes.“

Auf dieser Vorgabe baut das von der Interessengemeinschaft vorgeschlagene, zukunftsweisende Konzept für den ruhenden Verkehr auf der Spreeinsel auf: Bushalteplätze lediglich zum Ein- und Aussteigen werden entlang der Karl-Liebknecht-Straße am Marx-Engels-Forum vorgeschlagen. Die Vergabe von „Slots“ zum etwa 10-minütigen Halt soll über ein funkgesteuertes System erfolgen. Personal vor Ort weist die Busfahrer ein.

Ein solches Internetbasiertes System strebt nach eigenen Aussagen auch der Senat an, hat dafür allerdings in den vergangenen zehn Jahren keinerlei konkrete Maßnahmen unternommen.

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Kultur & Bildung Spreeinsel, die Staatlichen Museen zu Berlin mit ihren fünf Häusern der Museumsinsel, der Berliner Dom, die ESMT Berlin, die Hochschule für Musik, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin und das Humboldt Forum im Berliner Schloss betonen, dass sie gemeinschaftlich ein für alle tragbares Konzept für den Reisebusverkehr wollen.

Sie fordern die Senatsbauverwaltung auf, den Bau zusätzlicher Bushalteplätze zurückzustellen, bis mit der Senatsverkehrsverwaltung ein für diesen Weltkulturerbe-Ort angemessenes und in die Zukunft gerichtetes Verkehrskonzept abgestimmt ist.

 

 

Quelle: Pressemitteilung der Interessengemeinschaft Kultur & Bildung Spreeinsel

 

 

2 Kommentare zu “Weltkulturerbe darf nicht zum Busbahnhof werden

  1. Freunde, bitte verhindert die Aufstellung dieser lächerlichen Wippe! Wer steckt dahinter? Wer will die Würde des wiederauferstandenen Schlosses damit beschädigen?

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