In Berlin-Schöneweide entstehen Reliefs für das Eosanderportal

Für das Bronze-Relief – Arbeiten am 1:1-Tonmodell in der Berliner Skulpturengießerei Knaak

Das Berliner Schloss als Humboldt Forum ist erfolgreich wiedererrichtet, es steht wieder in der Mitte Berlins und fügt sich wie selbstverständlich zu den umliegenden Gebäuden.

Seit dem 9. Juni haben der Schlüterhof und die Passage für alle Besucher geöffnet, alle barocken Außen-Fassaden können schon seit Ende November 2020 aus nächster Nähe bestaunt werden.

Am Eosanderportal an der Schlossfreiheit (Außenportal III) allerdings fehlen noch ganz wichtige Details: die Große Adlerkartusche und vier große bronzene Relieftafeln.

In Berlin-Schöneweide entstehen zurzeit in der Werkstatt der Skulpturengießerei Knaak zwei 4,20 Meter breite und 2,40 Meter hohe figürliche Reliefs – im Original im Jahr 1897 geschaffen vom deutschen Bildhauer Otto Lessing.

 

Das Bronze-Relief am Eosander-Portal ist 4,20 Meter breit und 2,40 Meter hoch – in Schöneweide entsteht zurzeit das 1:1-Modell in Ton. Von links: Nuray Koschowsky, Ekaterina Kovalenko, Thomas Weber und Thorsten Knaak

 

Das Relief, das die „Grundsteinlegung des Schlosses im Juli 1443“ darstellt, entsteht in einem 1:1-Tonmodell, also in beeindruckender Originalgröße! Die drei Bildhauer Nuray Koschowsky, Ekaterina Kovalenko und Thomas Weber erarbeiten in akribischer Kleinarbeit jedes Detail – Wappen, Waffen, Orden, Haare, Kopfbedeckungen, Schuhe, Finger…

Jedes Detail ist wichtig! So entsteht das 1:1-Tonmodell vom Bronze-Relief.

Nach der Abnahme des Tonmodells durch die Expertenkommission wird dieses mit Silikon abgeformt, dann in Gips sowie schließlich in acht Teilstücken in Bronze gegossen und dann verschweißt.

Das andere Relief, das die „Vorführung des Schloss-Modells durch Schlüter im Jahr 1699″ darstellt, wird bereits in Gips erarbeitet.

„Das ist eine einmalige Chance, wirklich eine absolute Ausnahme“, schwärmt Thorsten Knaak, Chef der Skulpturengießerei. Er hat z.B. auch die bronzene Skulptur vor dem „Haus der Kulturen“ gegossen und vom Goethe-Denkmal im Tiergarten eine vergrößerte Bronzeausgabe für Seoul (Südkorea).

 

Ein Ausschnitt vom 1:1-Ton-Relief

Thorsten Knaak weiter: „So einen wunderbaren Auftrag für das Berliner Schloss macht man nur einmal im Leben! Es ist schön, hier in unserer Werkstatt beides zu kombinieren: klassische Arbeiten im Zusammenhang mit deutscher Geschichte und moderne Kunst.“

 

Die fertigen Reliefs sollen im Oktober 2021 am Portal III unterhalb der Großen Wappenkartusche angebracht werden.

 

 

Vor dem Tonmodell im 1:1-Format wurde zuerst ein Kleinmodell des Reliefs erarbeitet.

 

 

Das Tonrelief „Grundsteinlegung des Schlosses im Juli 1443“ im 1:1-Format in der Werkstatt der Skulpturengießerei Knaak in Berlin-Schöneweide

 

 

Fotos: Gritt Ockert, Förderverein Berliner Schloss e.V.

 

5 Kommentare zu “In Berlin-Schöneweide entstehen Reliefs für das Eosanderportal

    1. Ja – wenigstens einige repräsentative Räume und Treppenhäuser! Der Kontrast zwischen der prächtigen Fassade und dem ernüchternden Interieur erschlägt einen sonst nahezu, auch wenn der Museumscharakter nicht vergleichbar ist mit dem Eindruck beim ebenfalls wiederaufgebauten Braunschweiger Schlosses, wo man durch das restaurierte Hauptportal verblüfft in die Herrenabteilung eines Kaufhauses tritt.

  1. Es ist schön für mich als einem der ersten Begeisterten, daß das Schloß an diesem historischen Tag (20.07.´44) endlich eröffnet wird. – Ich kann das Ansinnen meiner „Vorschreiber“ gut verstehen und begrüßen, aber ich denke das wird eine Generationsaufgabe. Schlimm finde ich, daß die mit relativ geringen Mitteln mögliche Gestaltung der Außenanlagen bewußt torpediert wird und statt dessen eine Steinwüste um das Schloß entsteht. Ein Affront ist vor allem die Spreefront, die an Einfallslosigkeit nicht zu übertreffen ist, sowie die Denkmalszerstörung für die sog. Einheitswippe. Auch aus ökologischen Erwägungen heraus müssen die begrünten Außenanlagen um das Schloß wiedererstehen. Gern trage ich persönlich mit fachlichem Rat + Tat zu diesen Anlagen bei. Die Idee wäre, daß die Interessierten diese Anlage selber bepflanzen.

  2. …und bitte vergessen Sie nicht die beiden kleinen Kuppeln, die einfach zum Gesamteindruck des Schlosses – und hier insbesondere der Westfassade gehören! Die kann man nicht einfach weglassen… Die Ostfassade ist leider doch sehr nüchtern gelungen.

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