Geschafft: Nun befinden sich auch die bronzenen Schrifttafeln am Eosanderportal

Eine Schrifttafel wird mit Unterstützung einer Traverse an Portal III angebracht.

Am Eosanderportal, an der Westseite des Berliner Schlosses, sind nun erfolgreich alle 4 Bronzeguss-Tafeln montiert worden – eine Meisterleistung, mit der die Rekonstruktion an diesem Portal III fast vollendet ist:

Die beiden bronzenen Schrifttafeln, gefertigt in der Kunstgießerei Lauchhammer in Brandenburg, komplettieren die vor Kurzem darunter angebrachten Relieftafeln.

An zwei Tagen wurden die je 4,75 Meter mal 1,90 Meter großen und ca. 1,3 Tonnen schweren Platten mit Hilfe einer eigens für die Montage gefertigten Traverse an der Fassade befestigt.

Diese spezielle Träger-Konstruktion aus Stahl, die In Berlin von der Hofschmiede Dahlem hergestellt wurde, ermöglichte das millimetergenaue Einpassen der Tafeln.

Die Vergoldung der Buchstaben an den beiden Schrifttafeln übernahm die Fa. Buch & Schudrowitz in Berlin-Friedrichshain.

 

>> Auf der Schrifttafel links am Portal steht:

FRIEDRICH II

CHVRFVERST ZV BRANDENBVRG

XXXI IVL. MCCCCXLIII.

ISS WOL ENEN IDERMAN WTLIK DAT WY SINT ALL VNSSE LEVEDAGE NA HADER EDDER KRIGE NY BESTAN GEWESST; VUND BEGERNN NOCH HVTIGES DAGES NICHT ANDERS DANN MEN ERE VNND RECHTS

 

>> Auf der Schrifttafel rechts am Portal steht:

FRIDERICVS I

BORVSSORVM REX, ELECTROR BRANDENB.

MDCLXXXVIII – MDCCXIII.

SIC GESTVRVS SVM PRINCIPATVM, VT SCIAM, REM POPVLI ESSE, NON MEAM PRIVATAM.

 

Die beiden bronzenen Schrifttafeln vor dem Berliner Schloss – bereit für die Montage

 

Für die Montage wurde eine spezielle Traverse gefertigt, die an der Vorderseite der Tafel angebracht wird.

 

Logistische Meisterleistung und viel Detailarbeit – wenn alles passt, kann die Schrifttafel angehoben werden.

 

Mit schwerer Technik und dennoch ganz behutsam wird die Bronzetafel an ihren Platz an der Fassade gebracht.

 

Es folgen das Verschrauben der Tafel, das Entfernen der Traverse und weitere Restarbeiten.

 

Geschafft und fast komplett: Alle vier großen Bronzetafeln sind am Portal III montiert.

 

Anfang August 2022: Relieftafeln und Schrifttafeln sind jetzt am Eosanderportal des Berliner Schlosses – es fehlt nur noch die Große Wappenkartusche.

 

 

Den Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten am Portal III bildet die Große Wappenkartusche. Sie wird zur Zeit in Berlin-Weißensee vollendet und soll Ende des Jahres das Portal komplettieren.

 

Fotos: Gritt Ockert, Förderverein Berliner Schloss e.V.

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4 Kommentare zu “Geschafft: Nun befinden sich auch die bronzenen Schrifttafeln am Eosanderportal

  1. Die Fotos sind einfach nur schön und das Schloss wird mit jedem weiteren Schritt immer besser. Der Architekt vom „Palazzo Prozzi“ sollte sich schämen für seine sog. Leistung und schlicht und ergreifend die Klappe halten. Ich hoffe doch sehr, dass die Figuren auf die Balustrade der Kuppel aufgestellt werden.

  2. Herzlichen Dank für die schönen Bilder und für die großartige Leistung, von der sie künden. Es geht doch vorwärts trotz rotgrüner Querschüsse. Wann erscheint Wilhelm von Boddiens Buch?

    1. Sehr geehrter Herr Gottleb,
      vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Anfrage. Das Buch von Herrn von Boddien „Abenteuer Berliner Schloss“ erscheint zur Buchmesse in Frankfurt/Main Ende Oktober. Dann werden auch die Bestellungen ausgeliefert.
      Ihr Förderverein Berliner Schloss e.V.

  3. Es ist doch merkwürdig, wie einige Deutsche mit unserer Geschichte umgehen. Prof. Lehmann, ehemaliger Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hat in der damaligen Diskussionskette bereits auf den im Berliner Schloss entwickelten Gedankengang zu einem Museumsfundus für die allgemeine Volksbildung hingewiesen. Das damalige Ergebnis war der dem Schloss gegenüberliegende Bau eines Museums durch Friedrich Schinkel, angelehnt an die Säulenhalle in Athen, wo die freien Bürger zusammenkamen, um politische Übereinkünfte zu finden. Daran beteiligt waren die Brüder Humboldt wegen ihrer universellen Bildung.
    Hintergrund waren die 1815 in Waterloo beendeten Kriege mit Frankreich. Friedrich Wilhelm III. wollte einen dem Frieden zugewandten Kunsttempel schaffen.
    Jede nachfolgende Generation, repräsentiert durch fie staatliche Gemeinschaft, hat an dieser Museumslandschaft, zum aufmerksamen Betrachten der Weltkulturen beigetragen.
    Vom preußischen Staat, dem Kaiserreich, der 1. Republik und nun der 2. deutschen Republik ist dieser Entwicklung mit dem „Schlossbau“ ein abschließender Schlussstein hinzugefügt worden.
    Das Deutschland mit dem Bekenntnis zum Nationalsozialismus zu einem raubmörderischen Staat pervertiert ist, wird weiterhin Diskussionsgrundlage bleiben. Es hat mit diesem Museumsneubau nichts zu tun.

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