Arbeiten für die Große Wappenkartusche an Außenportal III

Steinbildhauer Andreas Hoferick am 1:3-Modell der Großen Wappenkartusche

Auch wenn das Berliner Schloss – Humboldt Forum am 16. Dezember 2020 digital eröffnet wurde, gibt es noch einiges auch bei der äußeren Wiederrichtung zu tun bzw. zu vervollständigen, wie zum Beispiel die Große Wappenkartusche für das berühmte Eosanderportal mit der Kuppel an der Schlossfreiheit.

In der Werkstatt von Steinbildhauer Andreas Hoferick in Berlin-Weißensee entsteht dazu gerade ein beeindruckendes Kleinmodell im Maßstab 1:3 aus Ton. Mit dem preußischen Adler, der Kette/Collane und der Krone.

Nach der Abnahme durch die Expertenkommission des Berliner Schlosses kann dann das Ton-Modell im 1:1-Maßstab erstellt werden, also in Originalgröße. Dann ist die Kartusche 7,30 Meter breit und 5,35 Meter hoch.

 

Für die Wiedererrichtung der Großen Wappenkartusche entsteht zurzeit bei Andreas Hoferick in Weißensee das 1:3-Modell aus Ton.

 

Dem folgt dann der Bau der Kartusche als 1:1-Gipsmodell und schließlich wird sie als aufwändige Kupfertreibarbeit bei der Firma Fittkau Metallgestaltung GmbH in Weißensee hergestellt. Fittkau hatte auch den Auftrag für die Kuppel-Laterne des Berliner Schlosses erhalten und diese in einzigartiger Qualität hergestellt. Das Aufsetzen dieser am 29. Mai 2020 stellte den Höhepunkt der Wiedererrichtung des Berliner Schlosses dar.

 

Helfen bei der Modell-Erstellung: Original-Fotos und Zeichnungen

Das Innere der Großen Wappenkartusche erhält ein Tragwerk aus Edelstahl, um ihr die nötige Stabilität zu geben.

Das Kreuz der Collane (Kette) des Schwarzen Adlerordens ist noch im Original erhalten und wird zurzeit in der Werkstatt der Fittkau Metallgestaltung aufgearbeitet. Es wird dann als Originalstück wieder am ursprünglichen Platz unten in die Wappenkartusche integriert.

Die fertige Wappenkartusche soll dann zum Ende des Jahres 2021 am Portal III zwischen den Großskulpturen angebracht werden, ebenso die noch fehlenden vier Bronzereliefs, die auch bereits beauftragt wurden.

 

 

Am 1:3-Modell der Großen Wappenkartusche: Wilhelm von Boddien mit den Steinbildhauern Andreas Hoferick und Oleg Besonoff (v.l.)

 

Das Berliner Schloss im Januar 2021 – am Außenportal III zwischen den Großskulpturen findet die Große Wappenkartusche ihren Platz.

 

Alle Fotos: Gritt Ockert, Förderverein Berliner Schloss e.V.

 

 

 

16 Kommentare zu “Arbeiten für die Große Wappenkartusche an Außenportal III

  1. Ich ziehe meinen nicht vorhandene Hut vor dem Können der Bildhauer. Wenn ich bedenke was die sog. Architekten nach dem Krieg „geleistet haben“ sowohl in der BRD als auch DDR, ist das damals und noch heute beschämend gewesen.

  2. Einfach nur schön, die Fassade ist ein Hingucker, weiter so! Nur das Umfeld des Schlosses ist grauenvoll, eine Steinwüste – triste Einöde. Man kann nur Hoffen, dass der Schlossbrunnen und die Rossebändiger und weiteres wieder an Ihre alte Stelle irgendwann kommen!

  3. Neulich am Radio uber ein Streit im ostliche Deutschland zwichen der Familie Hohenzollern und der Staat uber Schmuckgegenstände, die fruher an der Hohenzollern gehört. Eine Lösung wurde Teile von Dieses im Humboldt Forum plazieren. Wenn die Restauratinen des Schlosses am Inneren beginnen, zB die Gigantentreppe und ein Paar Säle, ist die Plazierung sehr geeignet.

  4. „Das Kreuz der Collane (Kette) des Schwarzen Adlerordens ist noch im Original erhalten und wird zurzeit in der Werkstatt der Fittkau Metallgestaltung aufgearbeitet. Es wird dann als Originalstück wieder am ursprünglichen Platz unten in die Wappenkartusche integriert.“

    Leider stimmt das nicht ganz, das Kreuz ist das des Johanniterordens, den Friedrich Wilhelm IV. 1852 wiedererrichtet hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:JoKreuz.jpg

    Aber trotzdem ein großartige Sache das Ganze!!

  5. Großen Dank an alle Menschen die es Möglich machten, dass Berlin wieder sein Herz optisch zurück bekommen hat.
    Als Jugentlicher habe ich immer überlegt, was gegenüber dem Dom für ein Gebäude stand. Ich kann mich erinnern, daß meine Großeltern mit mir am 1.Mai zu einem großen Feuerwerk am Lustgarten gegangen sind. Ich war ungefähr 6 Jahre alt und hatte eine große Angst vor dem Feuerwerk, so dass meine Großeltern mit mir schnellstens wieder nach Hause gehen mussten. Durch die großen, glaslosen Fenster des Gebäudes hatte ich den Eindruck, das Feuerwerk verfolgt uns. In späteren Jahren habe ich immer überlegt, was das für ein Gebäude war, denn nun war es eine freie Fläche für sozialistische Aufmärsche!
    Dank des Wiederaufbaus weiss ich nun, dass es das alte bombadierte Schloß war. Und so freue ich mich, weil die Angst von damals zur großen Freude jetzt geworden ist.
    Weiterhin viel Erfolg bei den bevorstehenden Arbeiten

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