Berliner Morgenpost: „Steinwüste verschwindet: Berliner Schlossplatz soll grüner werden“

Die Berliner Morgenpost schreibt am 04. Juni 2026:

 

Steinwüste verschwindet: Berliner Schlossplatz soll grüner werden

Auf dem Berliner Schlossplatz verschwindet die Steinwüste: Es entstehen grüße Bauminseln. Welche Ideen stecken hinter dem neuen Konzept?

Von Isabell Jürgens

Die „Steinwüste“ auf der Südseite des Berliner Schlosses, eine riesige gepflasterte Fläche, soll endlich grüner werden. „Drei neue, großflächige Bauminseln mit einladenden Sitzmöglichkeiten“ sollen ab Mitte Juni entstehen, kündigte die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss am Donnerstag an. Mit einem ersten Spatenstich soll das Ereignis am kommenden Freitag, dem 12. Juni, feierlich begangen werden.

 

Ganz schön viel Stein statt Grün - der Schlossplatz mit der Südseite des Berliner Schlosses
Ganz schön viel Stein statt Grün – der Schlossplatz mit der Südseite des Berliner Schlosses

 

Nur fünf Jahre nach der Fertigstellung des südlichen Schlossplatzes in Berlins historischer Mitte rücken also erneut Bauarbeiter an. Nicht nur Klimaaktivisten und Naturschützer hatten sich ob der Totalversiegelung auf der Südseite des Humboldt Forums entsetzt gezeigt und Verbesserungen gefordert.

Auf dem bislang durchgehend gepflasterten Bereich, so das Versprechen, soll durch die drei Bauminseln ein „grüner, ruhiger Ort“ entstehen, an dem „Besucherinnen und Besucher inmitten der Stadt verweilen können“.

 

Stadtschloss: Bauminseln bringen Vielfalt aus drei Kontinenten nach Berlin

Nach Angaben der Stiftung sollen insgesamt 18 verschiedene Baumarten gepflanzt werden. Die Bauminseln sollen drei Kontinente und Klimazonen – Amerika, Europa/Mittelmeerraum und Asien – repräsentieren und an die Reisen von Alexander von Humboldt erinnern.

Humboldt hatte als einer der ersten die Verbreitung von Pflanzenarten und ihre Beziehung zu Umweltfaktoren beschrieben. „Das Pflanzkonzept nimmt diese Thematik auf, indem es unterschiedliche Klimaräume und angepasste Baumarten im Stadtraum sichtbar macht: von nordamerikanischen Arten mit leuchtender Herbstfärbung über robuste heimische Gehölze bis hin zu mediterranen, trockenheitsfesten Arten und der japanischen Kirschblüte“, so die Stiftung.

Die Bauminseln sind eine Maßnahme im Projekt „Klimagerechter Umbau des Schlossplatzes“. Eine Machbarkeitsstudie unter der Beteiligung des Landes Berlin, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Stiftung Humboldt Forum aus dem Jahr 2024 hatte die Bepflanzung empfohlen.

Die Begrünung des südlichen Schlossplatzes ist nicht die einzige Baustelle am Humboldt Forum. Vor knapp einem Jahr starteten die Arbeiten an der 38 Meter breiten Freitreppe am Spreekanal auf der Westseite des Schlosses. Mitte 2027 sollen die Stufen, die vom Schlossplatz unmittelbar an das Wasser heranführen, fertig sein.

Die rund sieben Millionen Euro teure Treppe und die Begrünung des südlichen Schlossplatzes werden nicht die letzten Arbeiten am Schloss sein. Unmittelbar an die Treppe grenzt das erst im Sockelbereich fertiggestellte Freiheit- und Einheitsdenkmal.

 

Textquelle: Berliner Morgenpost, 04.06.2026; Foto: Förderverein Berliner Schloss e.V. 

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