Wie Sandsteinskulpturen in Gransee fürs Berliner Schloss entstehen

Der Radiosender rbb24 Inforadio hat am 27. Februar diesen Beitrag veröffentlicht:

 

 

 

Für das Portal des Humboldt Forums

Wie Sandsteinskulpturen in Gransee fürs Berliner Schloss entstehen

 

Kai Rötger ist Bildhauer und Restaurator, dazu gelernter Steinmetzmeister. In der Nähe von Gransee (Kreis Oberhavel) arbeitet er mit den Restauratoren André Zehrfeld und Susanna Sbaraglia schon seit Wochen an Figuren, die einmal das Portal I des Humboldt Forums am rekonstruierten Berliner Schloss schmücken sollen. Das macht Kai Rötger stolz.

In einem ehemaligen Futtergebäude einer LPG stehen zwei knapp vier Meter hohe Sandstein-Skulpturen. „Das ist alles Elbsandstein aus Pirna bei Dresden. Das ist das typische Material, was in Berlin und anderen barocken Schlössern im Umkreis verbaut ist“, sagt Restaurator Rötger und erklärt, wie er daraus Figuren formt.

Für ein weibliches Sandstein-Wesen hat der gebürtige Kölner zunächst ein kleines Gipsmodell angefertigt, danach ein Modell in Originalgröße aus Ton und noch ein ebenso großes Modell aus Gips. Im nächsten Schritt überträgt er dieses Modell 1:1 auf wetterfesten, 11 Tonnen schweren Sandstein. Die weibliche Figur im barocken Stil stellt die Poesie dar. Die Idee für die Gestaltung der Skulptur stammt von Kai Rötger.

Der erste Grundstein des Berliner Schlosses wurde bereits 1443 gelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schloss jedoch stark beschädigt. 1950 entschied die DDR-Spitze, das Gebäude zu sprengen. Zu DDR-Zeiten stand der Palast der Republik an seiner Stelle. Von 2013 bis 2020 wurde das Berliner Schloss wiederaufgebaut und rekonstruiert. Seit gut zehn Jahren arbeitet Kay Rötger am Wiederaufbau mit. Die Fassade ist immer noch nicht vollständig.

19 Skulpturen wie die, die gerade in Gransee entstehen, wurden dafür schon neu angefertigt. Rund sechs Monate dauert die Arbeit an einer so großen Sandsteinskulptur. Am Ende wiegt sie nur noch vier Tonnen.

Kay Rötger hat nach seiner Steinmetzausbildung in Köln in Potsdam Restauration studiert. Seine Wahl hat mit der Ausbildungstradition in Potsdam zu tun. „Damals in der DDR haben Restauratoren drei Jahre Lehre als Steinmetz gemacht und dann haben die Guten, oder die wollten, noch zusätzlich zwei Jahre eine Bildhauerausbildung gemacht“, sagt Rötger. Diesen Werdegang mit handwerklichen Ausbildungen findet er besser als den im Westen.

 

>> Sie können den Beitrag im Original hier anhören: rbb24 Inforadio

 

Quelle: rbb24 Inforadio, www.rbb24.de

 

Ein Kommentar zu “Wie Sandsteinskulpturen in Gransee fürs Berliner Schloss entstehen

  1. „Diesen Werdegang mit handwerklichen Ausbildungen findet er besser als den im Westen.“ ..und da sind wir wieder bei der herbeigeredeten Ost-Befindlichkeit, mit der die AFD vor allem sehr erfolgreich ist. Dieses Herausarbeiten des „Westens“ ist mittlerweile typisch für den rbb und die gesamte Medienlandschaft in den neuen Bundesländern. sorry, …weil man hätte es bei der spezifischen Besonderheit der Potsdamer Ausbildung belassen können und selbstverständlich mit dem DDR Hintergrund. ..aber nein, es muss schon wieder ein Ost-West Gegensatz verbal herausgestellt werden. typisch ..

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