„Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals beginnt“

18.05.2020  Der Tagesspiegel

Die Vorgeschichte ist lang, jetzt soll endlich der Bau beginnen. Berlin bekommt ein Freiheits- und Einheitsdenkmal. Sicher ist: Es wird schon von der Dimension her eine große Sache.

Nach jahrelanger Verzögerung soll am Dienstag in Berlin der Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals beginnen. Das teilte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Montag mit. Auf dem Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals vor dem künftigen Humboldt Forum soll eine riesige begehbare Waage an die friedliche Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern.

Ursprünglich sollte das Denkmal zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im November 2019 eröffnet werden. Der Termin scheiterte an Finanzierungsfragen. 2018 genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundestages die notwendigen 17 Millionen Euro für das begehbare Werk „Bürger in Bewegung“ – Kritiker hatten es als „Einheitswippe“ bezeichnet.

Das Konzept des 50 mal 18 Meter großen Denkmals erklärt das Stuttgarter Architekturbüro Milla & Partner so: „Wie bei der friedlichen Revolution von 1989 müssen sich die Besucher verständigen und zu gemeinsamem Handeln entschließen, um etwas zu bewegen: Wenn sich auf einer Schalenhälfte mindestens 20 Personen mehr zusammenfinden als auf der anderen, beginnt sich die Schale langsam und sanft zu neigen. Neue Perspektiven öffnen sich.“

Die Schale ist an ihrer stärksten Stelle demnach 2,50 Meter dick und verjüngt sich zum Rand bis auf wenige Zentimeter.

Sebastian Letz, Architekt und Kreativdirektor von Milla & Partner, erklärte, das Denkmal sei eine soziale Skulptur. „Sie gewinnt Leben, wenn die Besucher sich zusammenfinden, verständigen und gemeinsam bewegen. Es aktiviert und lädt zur Partizipation ein.

Freiheit und Einheit sei keine Selbstverständlichkeit

Als Bild für gelebte Demokratie erinnert es uns daran, dass Freiheit und Einheit keine Selbstverständlichkeit sind.“ Die Errichtung des Denkmals durch Milla & Partner soll demnach „unter normalen Umständen“ gegen Ende 2021 abgeschlossen sein. Danach stehen laut Letz noch finale Arbeiten zur Sockelsanierung durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung an.

 

Textquelle: Der Tagesspiegel, 18.05.2020

Foto: Gritt Ockert/Förderverein Berliner Schloss e.V.

 

 

5 Kommentare zu “„Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals beginnt“

  1. Das ist genau so eine geldverschwenderische Kathastrofe wie die wie eine Parkgarage aussehede Spreeseite des Schlosses. Die Sozis koennen es wahrscheinlich immer noch nicht verkraften das ihr „Palast der Republik“ abgerissen ist. So eine Mist wie die Fassade und Wippe haette zich jeder Idiot ausmahlen koennen. Nur haette es dann klein Vermoegen gekostet.

  2. Die Bürger wollen diese überdimensionierte „Obstschale“ nicht an einem solchen historischen Ort. Obwohl die Politiker sich der harschen Kritik an einem solchen Standort bewusst sind, wird das Projekt ohne Rücksicht durchgeboxt. Nach dem Motto: „Augen zu und durch“ Schade!

  3. Man muss kein Kaiser – Anhänger sein, wenn man fordert, dass man auch das Kaiser-Wilhelm-
    National-Denkmal mit historischem Sockel wieder aufbauen soll. Sollen sich Thierse und Grütters die Einheitsschaukel auf dem Tempelhofer Feld aufbauen und das sonntags wippen. Besser noch: Garnicht bauen. Bei der Gelegenheit sollte man auch die völlig sinnlose Betonfassade abreißen und neu gestalten. Welche Politiker habe diesen Irrsinn zugelassen?

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