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Wilhelm von Boddien

 

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Henrik, 27 schrieb am 22. März 2006 um 23:36
Da hier so häufig die Rede von der Historie ist, gebe ich zu bedenken, dass "Stadtbürger sein" immer schon bedeutete, sich von der Herrschaft zu emanzipieren. Dem Bürger die Macht! Aber ein Schloss? Das passt gerade auch historisch betrachtet überhaupt nicht ins Bild. Dabei steht natürlich die Frage im Raum, von wem aus man die Sache betrachtet. Welche freie Stadt hat ein Schloss in seiner Mitte? Bremen und Hamburg sind heute die Schwestern von Berlin und erfreuen sich der stolzesten Bürger überhaupt. Eine Schloss-Debatte wäre dort gar nicht denkbar. Niemand würde sich dort ein Schloss unterjubeln lassen. Aber neben den "organisierten Mehrheiten" des Hamburgers Wilhelm von Boddien gibt es ja auch in Berlin noch die eigentliche Mehrheit, der man ein Schloss vielleicht mit Ach und Krach unterjubeln kann, aber Schloss und/oder Schlossfassaden werden die Gesellschaft in Berlin mehr spalten als zusammenführen. Das ist das eigentlich Uncharmante an der Idee des Wiederaufbaus eines Symbols einer überlebten Epoche. Wir Berliner haben nun die historische Chance, das traditionell piefige wie großspurige Berlin der preußischen Engstirnigkeit zu überwinden und der Versuchung zu widerstehen, dem inzwischen neu gewonnenen Ruhm der Stadt ein Gesicht der traurigen Vergangenheit zu geben. Sollte unser Gesicht wie ein altes Schloss aussehen oder ist die Zeit der geschlossenen Entwürfe vorbei und wir verdienen ein Schloss, dass uns alle inhaltlich wie äußerlich repräsentiert?
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