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Wilhelm von Boddien
wenigstens Keller des Palastes erhalten
schrieb am 5. März 2006 um 23:44
Eine unterirdische Betonwanne, in der der Bau ruht, soll, wie bereits berichtet, mit Sand gefüllt werden. Damit soll verhindert werden, daß die Wanne nach oben treibt, gleichzeitig der Grundwasserspiegel steigt und andere Bauten beschädigt werden. "Für die Sandeinspülung wird mit speziellen Schuten über die Spree Sand angeliefert, dieser wird in einem Becken mit Spreewasser vermischt und dann mit Hilfe von großen Pumpen ins Gebäude befördert. Der Sand setzt sich ab, das Wasser gelangt über ein Brunnensystem wieder in die Spree." Gegen die vorgesehene Füllung mit Sand spricht sich eine Gruppe von Ingenieuren aus, die am Bau des Palastes beteiligt waren und sich als "Ruinenkollegium" bezeichnen. Sie schlagen vor, eine 60 Zentimeter dicke Betonschicht in der Wanne aufzubringen, die den Auftrieb verhindern soll, wenn die Palastgeschosse abgerissen sind. Somit könnten die Sohlplatte und die Kellerwände des Palastes erhalten bleiben, die die Wanne bilden, und später in den Bau des geplanten Schlosses einbezogen werden. Die Stahlbetonkonstruktion ist mit Bitumenbahnen und Betonschichten geschützt und hat aus Sicht der Ingenieure eine Haltbarkeit von 300 Jahren. Der aufwendige Abriß der Wanne würde vermieden, die teure Füllung mit Sand ebenfalls. In diesem Zusammenhang schlägt der Forschungsverbund Urban Catalyst vor, die Untergeschosse des Palastes für kulturelle Zwecke zu erschließen, bis das Gelände neu bebaut wird. "Die Nutzer des Humboldt-Forums könnten zusätzliche Räume gut gebrauchen, ob für Ausstellungen, Veranstaltungen oder für Bibliotheksnutzung", sagt Architekt Philipp Oswalt. Eine Halle von rund 10 000 Quadratmeter Größe und sieben Meter Höhe könne im Untergeschoß eingerichtet werden, außerdem ein Innenhof für Freiluftveranstaltungen und ein etwa 700 Quadratmeter großer Raum unter der Zufahrtsrampe. Das unterirdische Gebäude würde nur mit der 1,5 Meter hohen Bodenplatte herausragen, die begrünt und mit einem Ring aus Neonleuchten umgeben werden soll. Oswalt und seine Mitstreiter hoffen auf baldige Gespräche mit dem Senat und dem Bundesbauministerium über ihre Ideen. Artikel erschienen am Sa, 25. Februar 2006