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NACHTFALKEüberBERLIN,Wahlberliner(52J.) schrieb am 14. März 2005 um 1:01
Der Aufbau der dem Vandalismus der SED ausgelieferten und niedergerissenen Schlösser in Potsdam und in Berlin gehören zu den Selbstverständlichkeiten, denen die kultivierte Gesellschaft sich anzunehmen hat.Es ist völlig unerfindlich, inwieweit es überhaupt Diskussionsgrundlagen unter gebildeten Menschen geben kann, o b die Schlösser wiederaufgebaut werden; vielmehr sollte man anstelle dieses Zeit und Energien vergeudenden Lamentierens auf unterster kultureller Bewußtseinsstufe sich mit der Beantwortung der Fragen hinsichtlich der Finanzierung und der bestmöglichen Realisierung in einer Form beschäftigen, die weniger Kulturbewußte motiviert, sich der Bewegung der Befürworter anzuschließen. Dazu bedarf es einer einfacheren Sprache und weniger pompösen Darstellungen, als man bisher verfuhr.Geht man den bisherigen Weg, läuft man Gefahr, die Massen nicht zu erreichen.Wenn die wiederzuerrichtenden Bauten es in ihrer Planungsphase nicht schaffen, nur durch ihre bloße Entstehung die Masse der Bevölkerung in ihren Bann zu ziehen, sich für sie zu begeistern, haben die Initiatoren ihr Ziel schon jetzt verfehlt; es mangelt zur Zeit am Funken, der auf das Volk überspringt - was in Potsdam zum T h e m a geworden ist, hat in Berlin die Bevölkerung noch längst nicht erreicht. Hier bedarf es anderer Anschübe, als dass architektonische Animationen in Schaufenstern zukünftige Monumentalbauten veranschaulichen. Die Initiatoren sollten zugkräftige Prominenz volksnah werben lassen und in den Kommunikationszentren der Hauptstadt sowie in den schulischen Einrichtungen bessere Vorarbeit mit einfacheren Mitteln leisten, dafür aber k o n t i n u i e r l i c h e r ... dann hätte der Wiederaufbau längst begonnen und wäre bereits finanziert.Trotz seiner Brisanz hat der Schlossaufbau bedauerlicherweise in beiden Städten an Wichtigkeit verloren - sind es andere Themen, die die Schlagzeilen bestimmen :-(Je mehr die Initiatoren die kommunale Brisanz verschärfen, desto sensibler wird auch das Gehör auf Bundesebene ... und genau diese Prioritätenverschiebung fehlt den Projekten Berlins und Potsdams.Letztlich kann man bei so hohem Finanzierungsbedarf nicht nur das Gelingen des Wiederaufbaus um seiner selbst willen angehen, sondern man braucht das gesamte Volk mit einer ü b e r w ä l t i g e n d e n Mehrheit hinter sich - dann spielen Finanzen keine Rolle mehr.
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