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Wolfram Müller, 35 schrieb am 3. August 2004 um 14:08
Das Vorhaben zum Neuaufbau des Stadtschlosses ist einerseits Geldverschwendung (selbst privates). Andererseits ist es vor allem eine ahistorisch-disneyhafte Ehrerweisung an vergangene Zeiten. Nichts gegen die Instandhaltung von Kulturdenkmälern. Etwas neues mit altem Aussehen hinzustellen gleicht aber dem Versuch Geschichte ungeschehen zu machen. Übrigens repräsentiert das Schloss auch eine Herrscherfamilie, die mittels Gewalt auf Kosten des Lebens von hunderttausenden Berlinern und Brandenburgern ihre Macht und ihren Reichtum anhäufte. Schwerwiegender: Das Schloss symbolisiert die Unterdrückung des freiheitlich-bürgerlichen Willens der Berliner. In diesem Sinne ist es dem Palast der Republik mindestens ebenbürtig. Die Städte Berlin und Cölln waren vor 1442 bekanntlich freie Städte, Hansestädte.  Begonnen hatte die Schlossgeschichte als Hohenzollern-Kurfürst Friedrich II. Eisenzahn mit der Übermacht von 600 Reitern am 29.8.1442 in die Berlin-Cölln einmarschierte und den Stadtrat zwang, ihm ein Gelände am Spreeufer bei der Langen Brücke (Rathausbrücke) zum Bau eines Schlosses entgeltlos abzutreten. Dort wurde später eine Zwingburg ("frenum antiquae libertatis") errichtet, später zum Schloss umgebaut.Noch 1448 wehrten sich die Berliner massiv und wurden hart bestraft (Berliner Unwille). Besser sollte an der "Stelle des Palastes der Republik" ein ähnliches aber modernes Bauwerk errichtet werden, dass den Berlinern und ihren Gästen Treffpunkt, Gast"Stätte" und Erholungszentrum in der Mitte der Stadt ist.
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