Hinweis: Dieses Gästebuch steht Ihnen für Chats, Diskussionen und Mitteilungen gerne zur Verfügung. Es wird von uns nur verwaltet, aber nicht befeuert. Immer wiederkehrende Fragen werden von uns einmal beantwortet und in einer besonderen Rubrik gespeichert. Bitte schauen Sie dafür hier: “Häufig gestellte Fragen“. Sollten Sie mit diesen Auskünften nicht zufrieden sein, werden wir selbstverständlich eine entsprechende Anregung von Ihnen aufnehmen.
Wenn Sie eine schnelle, direkte Bearbeitung Ihrer Frage möchten, nutzen Sie den „Kontakt“ im Internet, damit mir Ihre Fragen und Anregungen sofort vorgelegt werden können. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mit Terminen eingedeckt bin und in der Spendenverwaltung ein riesiges Arbeitspensum erledigen muss, dass ich selbst nur auf diese Weise mit Ihnen kommunizieren kann.
Wilhelm von Boddien
Flender, freier Architekt
schrieb am 2. August 2004 um 15:06
Eine letzte applizierende Anmerkung sei mir zu meiner Verteidigung noch gestattet:Mir wird hier von Herrn Lindemann pyroplexe Intangibilität meiner Mitmenschen gegenüber vorgeworfen! Dies muß ich auf das Schärfste zurückweisen! Ich möchte, dass dies wirklich klargestellt wird! Es steht keinesfalls in meinem reputierlichen Interesse in meinen Beiträgen irgendwelche rezenten Individuen, seien sie auch noch so peripher veranlagt (im Architekturverständnis), beleidigen, oder verletzen zu wollen, im Gegensatz zu manch andere Beiträgen, welche nach meinem folgten. Niemals würde ich derartiges tun! Ganz im Gegenteil bin ich stets bemüht, auch in meinen Vorlesungen, mit unendlicher Empathie und Geduld die höhere Syntax der Wahrnehmungen und deren Wechselwirkungen zwischen Mensch und Materie, in diesem Fall das Spannungsfeld Mensch – Architektur, zu vermitteln. Jedoch und das sage ich auch meinen Studenten, lache ich auch, wenn mir jemand einen Witz erzählt! Die Frauenkirche und alle anderen parasitären Rekonstruktionen sind für mich ein solcher Wirtz. Ich versuche es mal mit ganz einfachen Worten zu erklären, damit mich auch endlich der letzte versteht:Der Entwurf dieser pyrophylen Kathedrale mit den beiden übereinanderliegenden steinernen, miteinander quasi synäresierenden Kuppeln ist ein Synzytium der Architektur, eine Meisterleistung aller ersten Ranges. An Genialität und ursprünglicher Ausführung unübertroffen - von Weltrang! Allerdings bezieht sich das nur auf die zerstörte Kirche. Dieser polyphone und qualsterartige Nachbau ist einfach nur eine metaphaxe Semiredundanz an Peinlichkeit! Katastrophal für das Stadtgefüge und ebenso leblos, abscheulich und unnütz wie alle albernen Redundanzen, vom Zwinger, über das Schloß, bis zum Taschenberg- und Coselpalais. Ich frage Sie, wo bleibt denn die exzipierende Rekonvaleszenz in der Architektur? Die Suggestibilität dieser lachhaften Nachbauten ist keinesfalls prädestiniert sukzessive die Empathie dieser verlorenen Orten auch nur annähernd wieder herzustellen, ganz im Gegenteil! Ich kann Ihnen nur ans Herz legen, einmal diese toten, abweisenden und kalten Steinkörper zu besuchen. Sie spiegeln in keiner Weise die Demokratie der rezenten Bevölkerung wider. Als ich den Zwinger, der mit Recht als Gipfel der Geschmacklosigkeit bezeichnet wird, besuchte, konnte ich diese sinnlose Verschwendung an Grund und Boden mitten im Stadtzentrum kaum ertragen, Der Zwinger ist ein menschenleeres Ungetüm, in sich verharrend, als würde er vor lauter Scham am liebsten im Boden versinken, sich selbst überdrüssig und vollkommen ungenutzt, verschlingt er nur Geld. Direkt neben dem Zwinger wieder so eine sekretente Disneyrekonstruktion: Die Semperoper – die dekadenteste Kitschorgie Europas, vom Schloß ganz zu schweigen! ....Was hätte man nach dem Krieg aus dieser Stadt alles machen können. Dresden wäre eine moderne, weltoffene Stadt geworden, doch durch prädisponierende Engstirnigkeit wurde ein Alptraum zur Realität. Ich habe einfach keine Lust mehr Offensichtliches hier noch erklären zu müssen, deshalb verabschiede ich mich jetzt endgültig! Trotzdem wünsche ich ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben.......