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Wilhelm von Boddien
Dr.-Ing. Jürgen Wessel
schrieb am 25. November 2020 um 13:22
Die Webcam protokolliert akribisch den nun noch ausstehenden Abbau des Baugerüstes vor dem Portal I des Berliner Stadtschlosses und bereitet damit den interessierten Begleiter des wieder aufgebauten Schlosses (Humboldtforums) auf dessen bevorstehende Eröffnung am 17. Dezember vor. Mit gleicher Akribie protokolliert die Webcam aber auch unerbittlich die Asphaltdecke, die sich bis an die Außenkante der Schlüterschen Schlossfassaden ausgebreitet hat. Mit bitterem Sarkasmus kann der interessierte Begleiter des wieder aufgebauten Berliner Stadtschlosses nur noch darauf warten, dass diese Asphaltdecke mit Fahrradständern und mit Parkplatzmarkierungen komplettiert wird. Dann ist das - vermutlich als „bürgernah“ und „minimalistisch“ - angepriesene Konzept des Berliner Kultursenats für das Umfeld des Schlosses abgeschlossen und das ursprünglich vom „Förderverein Berliner Schloss e.V.“ vorgeschlagene Architekturkonzept mit Balustraden und Grünstreifen als unfassende Begrenzung sowie mit Neptunbrunnen auf der Südseite und Rossebändiger und Oranierfürsten vor der Lustgartenfront endgültig begraben. Mit erwartungsvoller Spannung darf der interessierte Begleiter des Schlossneubaus verfolgen, wie sehr sich Kultursenator und die Senatsbaudirektorin anlässlich der Eröffnung des „Humboldtforums“ für die Idee des wieder aufgebauten Stadtschlosses einbringen. Obwohl mit breiter Unterstützung durch die Öffentlichkeit als Deutschlands bedeutsamstes Kulturbauwerk der Gegenwart angepriesen, wird die Eröffnung des Stadtschlosses am 17. Dezember nicht als Tag der Berliner Kulturverwaltung, sondern ausschließlich als ein Tag des Fördervereins e.V in die Berliner Stadtchronik eingehen! Der rot-rot grüne Senat - so ist zu vermuten - wird dann damit auch sehr einverstanden sein!