Gästebuch

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Wilhelm von Boddien

 

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Arn Praetorius schrieb am 31. Mai 2020 um 15:36
Die Idee des Wiederaufbaus war, die klaffende städtebauliche und architektonische Wunde im Zentrum Berlins zu schließen. Das ist eindrucksvoll gelungen. Das nun im Erscheinungsbild fertige, in Teilen rekonstruierte Berliner Schloss fügt sich eindrucksvoll in die Umgebung ein. Als Humboldt-Forum ist es ein moderner Museums- und Veranstaltungsbau. Und das ist gut so. Weil der Bau in 250 Jahren oft Änderungen der Nutzung und Gestaltung ausgesetzt war, sollten wir endlich aufhören, an rekonstruierten Details und dabei unvermeidbaren Kompromissen penetrant und pingelig herum zu mäkeln. Verantwortliche und Experten haben nach bestem Gewissen frühere Zustände untersucht, zeitlich zugeordnet und plausible Lösungen realisiert. Wir sollten, bei allem Bemühen um Detailgenauigkeit und Authentizität, nun den grandiosen Gesamteindruck des wiedergewonnenen Schlosses innerhalb des Ensembles im Blick haben und auf uns wirken lassen. Die klaffende Wunde ist noch nicht geschlossen. Die für die Umrahmung des Gebäudes zuständigen anderen Bauherren, die das Schloss „grausig“ finden und die eine „zeitgemäß“ karge Lösung planen, verweigern eigenmächtig die unverzichtbare Rückführung der großartigen Kunstobjekte Rossebändiger, Neptunbrunnen und Großer Kurfürst. Dieser gewollte Schaden wiegt ungleich schwerer als die kritisierten Details.
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