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Wilhelm von Boddien

 

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Helmut Koch schrieb am 29. Mai 2020 um 21:22
An Marco Möller Kopfschüttelnd habe ich Ihren Beitrag gelesen. Sie macht es traurig was in ihrer Stadt angerichtet wurde, mich macht traurig wenn ich lese welche Menschen es doch gibt. Jetzt hat Berlin mal endlich ein Bauwerk von höchster Baukunst und schon wird wieder genörgelt. Das ist leider eine spezifisch deutsche Charaktereigenschaft: Nörgeln, nörgeln, nörgeln. Statt daß man sich freut wird nur genörgelt. Polen hat die Warschauer Altstadt wieder aufgebaut, ich glaube nicht, daß es Polen gibt die darüber nörgeln. Die sind stolz auf ihre neue Altstadt. Aber nein, bei uns ist ja alles anders. Warum die bis 1950 bestehende Ostfassade nicht mehr im alten Stil aufgebaut wurde, da fragen Sie doch mal ihren Senat. Und der 1699 abgerissene Prunktreppenturm wird eben nicht wieder aufgebaut weil er schon 1699 abgerissen wurde. Irgendwo muss man einen Haltepunkt setzen. Und das vor dem Krieg weltberühmte Spree-Athen ist eben der Haltepunkt. Aber da für Sie ja schon ein Kreuz eine Zumutung ist wundert mich nichts mehr. Das Kreuz ist auch keine Botschaft aus besonders reaktionären westdeutschen Spenderkreisen. Nein, es gehört ganz einfach auf die Kuppel, ohne Hintergedanken! Und so progressiv wie Sie Berlin anscheinend sehen, ist Berlin nun wirklich nicht! Das fängt am Flughafen an und zieht sich durch alle Belange. Aber vielleicht ist für Sie der Görlitzer Park progressiv, wer weiß? Und wenn ich den „Palast der Republik“ mit dem Schloss vergleiche, dann fällt die Entscheidung leicht. Sie fragen warum niemand den Bauzeugnissen der Neuen Sachlichkeit nachtrauert, ganz einfach, es kräht eben kein Hahn danach. Und das Schloss ist auch kein antimodernes, nationalistisches Abfeiern einer vergangenen imperialen Größe, nein, es ist ganz einfach nur eine Augenweide! Sie sehen den Fernsehturm als in die Zukunft weisend an, warum nicht. Ich sehe das Schloss als Zeugnis der deutschen Vergangenheit an die nicht nur schlecht war, im Gegenteil! Zum Schluss noch meine feste Überzeugung: Das Schloss wird noch sein, wenn das Humboldtforum längst vergessen ist!
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