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Wilhelm von Boddien

 

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Ulrich Hellem schrieb am 29. Mai 2020 um 14:33
Nachdem sich vor 30 Jahren mein sehnlichster Kindheitstraum, die Wiedervereinigung Deutschlands, erfüllte, vollendet sich nun mit der weithin sichtbaren Bekrönung der Schlosskuppel ein weiterer Herzenswunsch: der Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Ein barbarischer Akt politischer Willkür im Herzen der Hauptstadt, ein unfassbarer Anschlag auf das historische Gedächtnis und die Identität der Stadt wird getilgt und findet seine städtebauliche Heilung. Es ist wie ein Wunder! Das noch fehlende und passende Umfeld des Schlosses wird, da bin ich sicher, durch seine Wirkmächtigkeit den einen oder anderen Entscheider zum Nachdenken bringen. Erinnern wir uns doch nur daran, wie die Diskussion um den Wiederaufbau des Schlosses begann ... Gleichzeitig spreche ich mich hier (als Mitglied des Fördervereins Berliner Schloss von Anfang an) nachdrücklich für die - leider viel zu späte - Realisierung des die Friedliche Revolution und die deutsche Wiedervereinigung würdigenden Denkmals aus. Die Idee, anstelle eines monströsen kaiserlichen Nationaldenkmals eine kühne, transparente Konstruktion als demokratisches und gesamtdeutsches Erinnerungszeichen an die in Freiheit wiedergewonnene nationale Einheit zu setzen, konnte keinen passenderen Ort finden. Es ist ‒ analog zum Schloss, welches ja als Humboldtforum wiederentsteht ‒ eine zeitgemäße Neuinterpretation der "Schlossfreiheit", und somit auch dem Namen nach eine großartige Platzwahl! Zumal das nun entstehende Denkmal, anders als die hier kritisierten Bäume, wunderbar den offenen Blick auf das Eosanderportal offen lässt und nicht verstellt, wie ehedem der protzige kaiserliche Reiter Wilhelm. Das neue Schloss und die Denkmalsform der Schale finden im gegenüberliegenden Ensemble von Dom und Lustgarten mit Granitschale eine passende architektonische Korrespondenz! Möge dem als Humboldt-Forum wiedererstandenen Schloss und dem Freiheits- und Einheitsdenkmal viel positiver Publikumszuspruch zuteilwerden, so dass in absehbarer Zeit davon ein Impuls ausgeht auf die gähnende Brache hinter der Schlossrückseite, die einst das Herz der City von Berlin war.
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