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Wilhelm von Boddien
Dr.-Ing. Jürgen Wessel
schrieb am 22. Mai 2020 um 12:05
Seit langem schon konnte der, den dies interessierte, ahnen, dass sich das Konzept einer bereits gründlich vorbereiteten und sorgfältig ausgearbeiteten historischen Gestaltung des Schoss-Umferldes mit Oranierfürsten, Rossebändiger, Neptunbrunnen und ohne diese fürchterliche „Einheitswippe“ vor dem Eosanderportal des Schlosses, nicht würde realisieren lassen. Mit dem Verzicht auf die Oranierfürsten, wie auch mit dem Verzicht auf die Rossebändiger, verzichtet man nun stattdessen leichtfertig und endgültig im Berliner Straßenbild auf eine Erinnerung an die einst enge Verbindung Brandenburg-Preußens mit dem Königreich der Niederlande und an eine einst enge Freundschaft zum kaiserlichen Russland in der Zeit einer lang währenden Friedenszeit nach dem Ende der napoleonischen Kriege, als Charlotte, die Tochter König Friedrich Wilhelms III und der Königin Louise, Zarin Alexandra Fedorowna von Russland war. Die Ansammlung von Straßenbäumen auf der Lustgartenseite kann weder die Oranierfürsten noch die Rossebändiger ersetzen, sie verstellen vielmehr auch noch den Blick auf die wiederhergestellte Barockfassade des Schlosses. Die größte Enttäuschung bedeutet allerdings der nun beginnende Aufbau dieser fürchterlichen „Einheitswippe“ als eines völlig beziehungslosen überdimensionalen Straßenmobiles zwischen dem Schloss und der Schinkelschen Friedrichwerderschen Kirche! Nachdem dies alles möglich wurde, muss befürchtet werden, dass auch der Neptunbrunnen nicht wieder an seinen ursprünglichen Aufstellungsort zurückkehrt. Mit einem so vollzogenen Verzicht auf jedes historische Zitat im unmittelbaren Umfeld des Schlosses hätte sich die Ästhetik linker Kulturpolitik endgültig durchgesetzt! Somit bleibt nur noch die schwache Hoffnung, dass eines fernen Tages in Berliner Abgeordnetenhaus Mehrheiten herrschen, die diese enttäuschenden Baumaßnahmen rückgängig machen!