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Wilhelm von Boddien

 

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W. G. Brunner schrieb am 11. August 2019 um 17:46
Als gebürtiger Berliner erlaube ich mir ein paar Anmerkungen: Ich bin begeistert, dass das Schloss, wenn auch nur mit 3 historischen Fassaden, wieder ersteht. Dank gebührt den Abgeordneten des Bundestags, einer überwältigenden Anzahl von Spendern, den unermüdlich emsigen Fördervereinen und allen voran Herrn Wilhelm von Boddien. Mit den 3 historischen Fassaden des Schlosses und seiner Kuppel ersteht die Museumsinsel teilweise wieder in neuem/altem Glanz. Aber! Die moderne Ostfassade sowie die Westseite des weltberühmten Schlüterhofes gleichen einfallsloser moderner Kaufhaus-Büro- oder Krankenhausarchitektur. Stella kann sich damit mit unseren historischen Schlossbaumeistern wie Andreas Schlüter oder J. F. Eosander von Göthe nicht messen. Die Innenräume sind kahl und nüchtern und wir werden in diesen z. B. Südsee-Einbäume an Stelle der Gigantentreppe und der historischen Prachträume wie z. B. des Rittersaals bestaunen können. Nicht ein einziger historischer Raum wird rekonstruiert, obwohl trotz Krieg und Sprengung reichhaltiges Inventar überlebt hat und noch vorhanden ist. Berlin ist und bleibt eben Berlin. Sachsen hat in Dresden sein Stadtschloss in seinem Äußeren bereits wieder aufgebaut und rekonstruiert mit hohem finanziellem Aufwand und viel Liebe zum Detail gerade auch die Paraderäume Augusts des Starken. Aber so ist Dresden eben. Berlin ist und war immer anders. Berlin kann und will an seine große kulturelle Vergangenheit nicht anknüpfen. München hat seine Residenz bis heute in 74 Jahren originalgetreu wieder hergestellt. Mannheim hat vor einigen Jahren die Paraderäume seines Schlosses so weit möglich wieder rekonstruiert. Die Museumsinsel hatte einst Weltniveau, verpasst aber leider mit dem rudimentären Schloss die Chance, wieder Weltniveau zu erreichen. Das Umfeld des Schlosses soll gemäß der aus dem schönen Basel stammenden Schweizer Leiterin der Senatsbauverwaltung eine eintönige Granitpflasterwüste werden. Weder die Lustgartenterrassen, der Neptunbrunnen, die Rossebändiger noch die Denkmale der Oranierfürsten sollen zurückkehren. Öde Aufmarschplätze mit Granitplatten waren im Dritten Reich große Mode. So etwas brauchen wir nicht mehr! München hat die Granitplatten des Dritten Reichs auf dem Königsplatz beseitigt und diesen wieder in seiner ursprünglichen begrünten Fassung hergestellt. Warum ist so etwas in Berlin nicht möglich? Ist das nicht ein Armutszeugnis? Wo bleibt da das Weltniveau?
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