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Wilhelm von Boddien
S.Hensel
schrieb am 23. November 2012 um 21:29
@Zeep:
Nun gut, dann greife ich ihre Zahlenspielchen mal auf...
In der deutschen Hauptstadt Berlin leben mittlerweile über 3,5 Millionen Menschen,mehr als in Hamburg und München zusammen.
Allein aufgrund dieser Statistik werden Sie in keiner anderen deutschen Stadt die Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft kontrastreicher wahrnehmen können als eben hier-in Berlin!
Wenn Sie Statistiken bemühen und darauf hinweisen, dass in Berlin jeder sechste Bewohner Sozialleistungen bezieht, dann sollten Sie bitte nicht vergessen zu erwähnen, dass darunter eine Menge Menschen sind, die diese Leistungen zusätzlich zu ihrem Verdienst beziehen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Die Zahlen diesbezüglich zu recherchieren überlasse ich gerne Ihnen!
Ein weiterer Hinweis: 500 Millionen Euro werden keineswegs in die originalgetreu zu rekonstruierenden Schlossfassaden investiert
Diese werden ein Volumen von etwa 80 Millionen in Anspruch nehmen, welche über Spendengelder aufgebracht werden sollen, und gewiss auch werden.
Statistiken und Stand dazu dieser Seite zu entnehmen.
Die Bundesrepublik finanziert den Neubau, welcher dort ohnehin gebaut worden wäre.
Wissen Sie: Soziale Missstände heranzuziehen, um dieses oder jene Projekt abzulehnen, hängt immer auch ein bisschen schief, von Fall zu Fall mehr oder weniger, denn das ist schlicht ein Totschlagargument!
Soziale Missstände hat und wird es vermutlich immer geben.
Das ist lediglich eine Feststellung und vollkommen urteilsfrei, schon aus Respekt all jenen gegenüber, die sich nicht auf der Sonnenseite unserer Gesellschaft befinden.
Die Strahl-und Anziehungskraft des zu errichtenden Humboldt-Forums in der Gestalt des Berliner Stadtschlosses sollte nicht unterschätzt werden-Menschen mögen schöne Orte, und das wird das Humboldt-Forum in Korrespondenz zu den Bauten der Museumsinsel (wieder) sein!
Und diese Wirkung wird sicher nicht nur auf die zahllosen Touristen Berlins strahlen!
Das wird einer Attraktivitätssteigerung des Standortes Berlin bedeuten, dessen Ausmaß wir noch gar nicht abschätzen können.
Das mutmaße ich an dieser Stelle.
Deshalb, auch deshalb ist dieses Projekt eine Investition in die Zukunft!
Ferner: Wenn Sie darauf hinweisen, dass der Arbeitsmarkt des Industriesektors in Berlin abgenommen hat, dann vergessen Sie bitte nicht, dass jener des Dienstleistungssektors enorm zugenommen hat, viele Arbeitsplätze geschaffen hat und hoffentlich auch weiter tun wird.
Statistiken dazu sind sicher gleichfalls zu recherchieren.
Es ist auch oder gerade für mich als Berliner immer wieder erstaunlich und erschütternd zugleich feststellen zu müssen, dass der Zuspruch ausländischer Menschen für Berlin ungleich größer ist, als jener, den der Deutsche mitunter seiner eigenen Hauptstadt gegenüber aufbringt. Sich mit der Geschichte, speziell der Berlins der vergangenen 67 Jahre, auseinandergesetzt kann zu mehr Verständnis, oder besser gesagt Weitsicht führen!
In diesem Sinne alles Gute!
P.s.: Sie haben Verständnis für die Sprengung eines einzigartigen Kulturobjektes aufgrund verändererter ideologischer Vorstellungen???
Ein Hoch auf die Unesco!!!
Wie wäre es mir der Gründung einer Privatinitiative zu Vernichtung aller feudaler Kulturstandorte in Europa?
Die Franzosen, Italiener, Spanier u.s.w. werden Ihnen sicher ein offenes Ohr schenken, die Potsdamer vielleicht auch?
😉
Grüße