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Wilhelm von Boddien

 

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S. Hensel schrieb am 31. März 2012 um 15:50
@ E. Heine! Ich gehe davon aus, dass Sie sich mit dem unten stehenden Eintrag an mich wendeten, denn das Interview von Chipperfield wurde von mir bemüht. Aus diesem Grund werde ich Ihnen abermals antworten und hoffe, dass Sie diesmal auf eventuell an Sie gerichtete Fragen antworten werden. Das haben Sie zuletzt leider ausgespart. Einer konstruktiven und gesunden Diskussionskultur ist nicht geholfen, wenn man sich mit in den Raum geworfenen Behauptungen bzw. Thesen begnügt, ohne diese argumentativ zu zementieren. In genau dieser Manier beginnt der von Ihnen zuletzt verfasste Eintrag. Sie behaupten, dass ich unbequeme Aussagen umdeuten würde, ferner, dass ich damit eine Flucht nach vorne antreten tue. Eine argumentative Begründung fehlt! Dennoch werde ich diese von Ihnen gemachte Aussage als das entlarven was sie ist, nämlich eine pure Behauptung. Chipperfield behauptet in diesem Interview, dass die Berliner mit ihrer Stadt mehr im Reinen sind, als dies noch vor 10 Jahren der Fall war. Aufgrund dieser Feststellung kommt er zu der Erkenntnis, dass sich das Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses überlebt habe. Aus meiner Sicht ist das falsch, denn: Das Schloss als Humboldt-Forum wird nicht einzig aufgrund ehemaliger und vielleicht noch vorhandener Unzufriedenheit der Berliner gebaut. Sämtliche weiteren Beweggründe werden von ihm nicht angeführt. Insofern ist das eine irreführende Aussage von ihm. Die Bestrebungen und vielfältigen Beweggründe sind hinlängst dargelegt, auch hier. Darüber hinaus fühle ich mich als Berliner durch diese Aussage natürlich angesprochen. Und was mich betrifft, so kann ich sagen, dass er damit falsch liegt, denn ich sehne mich nach diesem Bau! Was ist hier eine von mir vorgenommene Umdeutung? Erklären Sie mir das. Chipperfield äußerte weiterhin, und das nicht erst inzwischen, sondern gleichfalls im Rahmen dieses Interviews, dass er nicht mehr wisse, wer das Schloss wolle. Hier ist jemand. Folgend haben Sie einen im Jahr 2010 publizierten Artikel auszugsweise kopiert. Ich habe den gesamten Text gelesen, werde mich aber lediglich auf den von Ihnen aufgeführten Teil beziehen. Zunächst heißt es, dass die Diskussion nach der politischen Entscheidung für die Rekonstruktion abebbte, obwohl die Argumente gegen das Schloss bis heute bestechen. Wissen Sie, meinem Verständnis nach sollte eine jede Diskussion ein Ziel verfolgen, nämlich zu einer Entscheidung reifen. Und das tat es, spätestens mit dem Jahr 2002. Aber die Diskussion wird immer wieder durch hanebüchende Thesen, hineininterpretierte Ideologien und antipreußische Doktrinen befeuert. Zudem bestechen die Pro-Argumente ebenfalls bis heute und meiner Meinung nach ungleich mehr, da viele Gegenargumente aus der Luft gegriffen sind und aufgrund ideologischer Fesseln aufgestellt wurden und werden, wie etwa die Meinung, dass das Humboldt-Forum in der Gestalt des Stadtschlosses ein Symbol des wiedererstarkenden Nationalismus sei und eben diesem Auftrieb verschaffen werde, was sich Ihrer Meinung nach auch dadurch äußern könnte, dass Neo-Nazis einen Aufnäher mit dem Stadtschloss auf ihrer Kleidung tragen könnten. Das ist Schwarzmalerei und hat keinerlei Substanz. Eine entsprechende Beweisführung fehlt! Lediglich offenbart sich hier ein leider noch immer verkrampfter Umgang mit unserer Geschichte. Interessant ist auch, dass in dem Artikel das Stadtschloss/Humboldt-Forum als Symbol des alten Preußen in einem Satz mit einer angeblich neuen deutschen,,Großmannssucht\"genannt wird. Eine solche Gangart ist manipulativ und wenig bis gar nicht differenziert! Das zu tun obliegt der Verantwortung eines jeden selbst. Ich kann dazu nur dringend raten. Die Behauptung, dass ein Schloss nicht mit demokratischem Geiste gefüllt werden könne, muss gleichfalls erstmal belegt werden. Ich behaupte das Gegenteil, denn es ist immer der Mensch selbst, der den Geist in ein Gebäude trägt und nicht das Bauwerk an sich. Zudem wird das Humboldt-Forum kein politischer Ort werden, weshalb sich diese Frage hier erübrigt. Über das angedachte Konzept ist sich hier zu informieren. Die Möglichkeit der Repräsentation außereuropäischer Kulturen in der Mitte unserer Hauptstadt halte ich für eine großartige Idee, welche bestimmt großen Anklang finden wird, denke ich. Eine Demokratie lebt von Vielfalt und vielfältigen Meinungen, also eben auch von Streit. Und gleichgültig zu welcher Entscheidung man das Schlossareal betreffend gekkommen wäre, eine einheitliche Meinung war und ist hier ausgeschlossen. Das gilt für das Stadtschloss als Humboldt-Forum, ebenso wie für eine Alternative. Insofern ist die nicht vorhandene einheitliche Befürwortung kein gültiges Kontra-Argument. Ich kann die Meinung, dass sich die Republik architektonisch nicht auch zum modernen Deutschland bekennt, nicht nachvollziehen, denn das Regierungsviertel in Berlin spricht dahingehend eine deutliche Sprache. Mit Grüßen und weiterhin alles, alles Gute für das Projekt Stadtschloss/Humboldt-Forum!
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