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Wilhelm von Boddien

 

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E.Heine schrieb am 31. März 2012 um 10:12
@kralle, was Sie sehr geschickt machen, ist die Umdeutung unbequemer Aussagen, die an exponierter Stelle gemacht wurden, wie etwa die von Chipperfield in der Berliner Zeitung, die Sie selbst hier unten verlinkt haben. Das ist aus Ihrer Sicht vermutlich so etwa ähnliches wie eine „Flucht nach vorne“. Grund genug anzumerken, was der Architekt noch sagte: „“Inzwischen sagt er: „Ich bin mir noch nicht mal mehr sicher, wer (das Schloss) eigentlich wollte.“ (dapd)““ Ich zitiere aber einmal aus einem interessanten Artikel von der Seite VERGANGENHEITSVERLAG Adieu Schloss – der Abschied von der Berliner Stadtschlossattrappe „Nachdem der Abriss des Palastes besiegelt und der Wiederaufbau vom Bundestag mit großer Mehrheit zumindest auf dem Papier beschlossen war, ebbte die Debatte ab, auch wenn die Argumente gegen das Schloss bis heute bestechen: Das Schloss ist nicht nur Symbol des alten Preußen, sondern ebenso Zeichen für eine neue deutsche „Großmannssucht“, weil daran gezweifelt werden kann, dass eine Schlossfassade mit demokratischem Leben gefüllt werden kann. Die Attrappe des Schlosses mit kommerziellem Innenleben war sowieso von Anfang an einer „Las-Vegas-Mentalität“ der Schlossfreunde entsprungen und war Teil einer „Disneyisierung“ Berlins auf altpreußisch.“ Wesentliches enthält aber der letzte Abschnitt – „Für eine dritte Lösung“ „Die Diskussionen der letzten 20 Jahre machen deutlich, dass der Schlossplatz (schon die Umbennenung dieses Platzes war ein Politikum und sollte nicht als ehern verstanden werden) als deutscher Erinnerungsort zu verstehen ist. In dieser Annahme scheint ein Schlüssel zur Debatte zu liegen. Erinnerungsorte haben eins gemeinsam: eine hohe symbolische Dimension, die Fähigkeit, mehrere Assoziationen miteinander zu verbinden, große Gruppen von Menschen anzusprechen und sich über Generationen hinweg zu übertragen. Ihre Funktion liegt in der Stiftung von Gemeinschaft. […] Doch als was kann ein Ort wahrgenommen werden, der entgegen der Definition des Erinnerungsortes nicht Gemeinschaft durch Erinnerungskonventionen, sondern Streit stiftet? Ist das ein Anti-Erinnerungsort? Offensichtlich ist, dass der Palast/Schlossplatz ein geteilter deutscher Erinnerungsort ist – bis heute. Sein Kristallisationskern scheint mit unterschiedlichen Vorzeichen wahrgenommen zu werden. Hinter dem Ziel, die Interpretation dieses Ortes festzuschreiben, stecken gesellschaftliche Machtkämpfe, um die „richtige Erinnerung“. Dieses Ansinnen ist dann fatal, wenn einer der gemeinsamen Nenner eines Kollektivs dessen Heterogenität ist bzw. das Nicht-Vorhandensein einer gemeinsamen Geschichte. Die deutsche Erinnerungskultur – das muss anerkannt werden – ist durch Vielfalt und Fragmentierung geprägt, […] Der Versuch, krampfhaft eine Erinnerungskonvention zu etablieren, muss deshalb fehlschlagen. Eine Lösung kann nur die Anerkennung der bereichernden Vielschichtigkeit und Komplexität der Erinnerung sein. Die Gestaltung und Nutzung des heute so genannten Schlossplatzes wird den erinnerungskulturellen Konflikt, den dieser Ort in sich trägt, in angemessener Weise berücksichtigen müssen. Die logische Schlussfolgerung daraus ist, dass das Projekt der Schlossattrappe endgültig gekippt wird und eine verbindende moderne dritte Lösung gefunden wird, die mutig das neue Berlin, das neue moderne Deutschland symbolisiert. Wann haben die politischen Entscheidungsträger endlich den Mut dazu? Nachzulesen hier: http://vergangenheitsverlag.blogspot.de/2010/06/adieu-schloss-der-abschied-von-der.html
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