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Wilhelm von Boddien

 

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Ole schrieb am 29. Mai 2011 um 22:00
Es ist ein unsägliches Trauerspiel, was unsere Politik aus einem selbst verantwortetem Sparzwang heraus veranstaltet. Deutschland ist pleite. Das ist so. 2 Billionen, stetig steigend, keine Chance auf Tilgung. Politiker, die belügen, betrügen und im Trotte weiterpiligern. Sparen für Grienchenland, 2 mal, 3 mal, 4 mal, für Spanien schon mal zurücklegen, Portugal, vielleicht Frankreich. Für den Türkei-Beitritt auch vorsorgen. Da setzt man beim Prestige-Objekt mal eine (für die linke Fraktion) öffentlichkeitswirksame Sparmaßnahme. Völlig falsch! Ich war mal ein Anhänger des Wiederaufbaus, aber diese Mogelpackung ohne originale Kuppel, ohne Innenportale und Treppenhäuser, wichtige Räume und - vor allem - historische Spreeseite (Apothekerflügel) ist mir keine Spende mehr wert. Was hier geschaffen wird ist das, was unsere Bundesrepublik ausmacht: Gelebtes unteres Mittelmaß, gesetzte Zaghaftigkeit, politischer Opportunismus und ein klares Nein zur Geschichte! Man siehe nur die zahlreichen Neubauten in Berlin, den Potsdamer Platz etc. - alles grottenhäßliche Gegenwartsarchitektur, die einem erst vergegenwärtigt, was Deutschland alles verloren hat! Aber was juckts unsere feisten Politiker: Wir verneigen uns vor den Kriegsgewinnlern, verbrennen unser Geld auf den Vorhöfen Europas und besudeln uns wo nur möglich öffentlichkeitswirksam in der ganzen Welt, in der irrigen Annahme uns damit Freunde zu machen. Da paßt kein wirklich stolzes Schloß ins Konzept, das soll schon angepaßt sein. Vermutlich wird das Humboldforum mal ein nackes Betongerippe mit partiell vorgeblendeter Sandsteinfassade - als Zeugnis des ehrlichen Bemühens der \"Bevölkerung\" mit Ihrer belasteten Geschichte. So lesen wir Deutschen weiterhin begeistert Illustrierte über das englische Königshaus. Daß wir mal sehr viel mehr aufzubieten hatten, kommt dabei gar nicht in den Sinn! Daran soll zukünftig auch das als Humboldforum deklarierte Stadtschloss nichts ändern! Aber was meckere ich: Wenn dafür die Griechen noch mit 54 in die wohlverdiente Rente gehen können, ist es doch gut! Wir müssen schließlich auch an unsere schlimme Geschichte denken! Wir sind doch alles Kinder von Tätern!
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