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Wilhelm von Boddien

 

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kater schrieb am 1. April 2011 um 21:00
Naja - man sollte nicht vergessen, dass in Westdeutschland auch ein wiederaufbaufähiges Schloss gesprengt wurde (Braunschweig) und zwar pikanterweise im Jahre der Sprengung des Potsdamer Schlosses (1960). Auch dort gab es Geschichtsfeindlichkeit und primitiven Fortschrittsoptimismus, dem zuviel geopfert wurde,wenngleich die scharfe ideologische Komponente fehlte. Zwar ist das Braunschweiger Schloss inzwischen von privater Seite wieder errichtet worden (2007), aber das Ekz dahinter bereitet doch heftige Bauchschmerzen - ich kenne es aus eigener Anschauung.Das Berliner Schloss hat allerdings die grössere historische und künstlerische Bedeutung (auch in Europa) und gerade deshalb bin ich sehr ernüchtert, dass weder im Inneren wertvolle Räume und Treppenhäuser, noch an der Ostseite rekonstruiert wird- dieser moderne Murks, der sich da anschliesst, verschandelt diesen grossartigen Bau.Ich habe gerade wieder mit Wehmut das tolle Buch von Peschken/Klünner \"Das Berliner Schloss\" mit seiner umfangreichen Fotodokumentation betrachtet... Das versaute Berliner Stadtzentrum hätte einen hundertprozentig rekonstruierten Bau bitter nötig und man sollte die Bauzeiten damit entsprechend grosszügiger annehmen. Ob das Schloss nun für Freiheit, Recht und Brüderlichkeit steht, wage ich zu bezweifeln - Baudenkmale stehen aber für wechselvolle Geschichte und in Deutschland scheint es einen Hang dazu zu geben, Baudenkmale für die weniger positiven Seiten unserer Geschichte zu \"bestrafen\", man denke dabei auch an die Potsdamer Garnisonkirche - nur löst man damit keine Probleme, sondern schafft eher welche, wie man an den ruinierten Stadtbildern sehen kann. Probleme, die sich aus der Geschichte ergeben, muss man als Gesellschaft lösen, was aber ungleich schwieriger ist. Die DDR hat dort versagt, aber auch unser heutiges System ist wieder dabei, Lehren aus der Geschichte zu ignorieren, wie der wachsende Gegensatz arm- reich immer schmerzhafter vor Augen führt - auch das ist menschenverachtend, da harte Gegensätze auch zu blutigen Konflikten führen können... Mit dem Palast der Republik hatte ich immer meine Probleme, weil ich natürlich wusste, was da vorher stand - trotzdem muss ich sagen, dass er doch von vielen wegen seiner Angebote angenommen wurde und so hätte ich ihn mir auf einem nicht historisch vorbelasteten Platz durchaus vorstellen können.Sicher, gestalterisch war es nicht so toll und ich erinnere mich eines Besuches als knapp 16jähriger, wo mein Vater auf ein Wandgemälde hinwies und sagte \"\"So also stellt sich der kleine Moritz den Sozialismus vor !\" Es ist mir unvergesslich geblieben.
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