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Wilhelm von Boddien
Matthias Linde
schrieb am 4. September 2010 um 21:13
\"Gibt es aktuell einfach keine richtige Architektur für so einen Bau?
Brandlhuber: Es gibt einfach keinen Grund, hier etwas hinzusetzen. Woher kommt denn diese Rhetorik?
Foerster-Baldenius: Es gibt keine Nutzung für den Bau. Das ist das eigentliche Vakuum. Und das hat sich in den letzten fünf Jahren, seit wir über das Humboldt-Forum sprechen, nicht geschlossen. Ich bin mal gespannt, was in dieser Bude, die jetzt hier hingenagelt wird, der Info-Box fürs Humboldt-Forum, präsentiert wird. Bislang erschien mir das Humboldt-Forum als ein hilfloses Zusammengestückel von Zeug aus den verschiedenen Ecken von Berlin. Ein paar Bücher von hier, paar Segelbote von da, paar Masken von dort. Und am Ende gibt’s noch einen Raum, da reden wir dann noch mal drüber.\"
...
\"Brandlhuber: Ich glaube außerdem, dass es für eine Demokratie ein gutes Zeichen ist, wenn nicht eine Position sich gegen die andere durchsetzt. Die eine Seite hat es zwar geschafft, den Palast der Republik abzureißen, aber das Schloss kriegen sie jetzt nicht. Vielleicht muss man sagen, wir einigen uns auf Unentschieden.
Keré: „Match nul“, wie es im Französischen heißt, das gefällt mir sehr gut. Es ist unentschieden, und dadurch gewinnen wir alle.\"
...
\"Der Platz bleibt frei. Die Geschichte geht darüber nicht verloren.
Würden Sie ihn noch gestalten?
Foerster-Baldenius: Das ist er jetzt ja schon.
Keré: Ein paar Handgriffe …
Brandlhuber: … das kann ein bisschen Sand, ein Stück Schattensegel sein. Bei unserem Gespräch hier sind wir ja froh, dass wir unter dieser Humboldt-Box sitzen dürfen – des Schattens wegen.\"
\"Schatten\" ist das richtige Wort.