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Wilhelm von Boddien
kater
schrieb am 3. September 2010 um 19:56
Dann wollen wir mal wieder die Krallen schärfen ;-)) - Na, Maus, im Ernst - eine gute Rekonstruktion hat wirklich nichts mit Kitsch zu tun, was man z.B. an der Dresdner Frauenkirche oder dem Warschauer Schloss sieht. Insofern finde ich die jetzige Lösung beim Berliner Schloss allerdings unzureichend - es sollten hier hohe Ansprüche gestellt werden, auch wenn der Wiederaufbau erheblich länger dauern würde und teurer würde, man könnte die Kosten ja über die Jahre verteilen.
Alte Architektur ist auch identitäts-und gemeinschaftsstiftend , was man z.B. bei der rekonstruierten Altstadt von Warschau (inzwischen auch UNESCO-Welterbe) sehr schön sehen kann - wie bitteschön hätte das ein Gemenge moderner Betonklötze erreichen sollen ? Die Polen haben das sehr früh begriffen !
Nochmal: Was die Ästhetik des Bauens betrifft, so ist da sehr viel verloren gegangen - wir können es nicht mehr wie die früheren Baumeister !
Bei barocker Architektur erfreut sich das Auge z.B. an einer schönen Wappenkartusche, an einem schön umrahmten Portal, an einer Plastik , einem Risalit und von verschiedenen Blickpunkten aus wird so ein Bauwerk auch immer wieder neu erlebbar. Wo bleibt das heute ???
Da es nun einmal ein trauriger Umstand besonders in Deutschland ist , dass Krieg und Nachkriegs - Tabularasa soviel kaputt gemacht haben, empfinde ich es geradezu als Verpflichtung, bedeutende Baudenkmale so gut wie möglich zu rekonstruieren ! Ich möchte jedenfalls nicht in einer gesichts-und geschichtslosen Wüste leben !
Ich empfehle mal Literatur zum Thema: 1. Schicksale deutscher Baudenkmale im 2.Weltkrieg Berlin 1978 2 Bände (ehem.DDR)
2. Kriegsschicksale deutscher Architektur Neumünster 1988 2 Bände (ehem.BRD)
Diese 4 Bände vermitteln eine Vorstellung über das Verlorene und über verstümmelte und ihrer Schönheit und Historie beraubte Städte und vielleicht versteht Maus dann besser die ihrer Meinung entgegengesetzten Meinungen...