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Wilhelm von Boddien

 

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Maus schrieb am 2. September 2010 um 16:01
Mit Kitsch umgeben sich Menschen, um sich selbst zu täuschen. Selbsttäuschung aber soll helfen eigene Probleme zu verdrängen, die man zunächst nicht zu lösen vermag. In dem Sinne kann man die ganze Rekonstruktions-Manie sehen. Ob in Berlin, Potsdam oder Frankfurt. Sie ist eine Reaktion auf eine sich rasant verändernde Welt, die in vielen Zeitgenossen Angst hervorruft. Diese Veränderungen aber werden ,zur Ironie, durch die Lebensweise der gleichen Menschen mitverursacht. Was die Befürworter des Projektes suchen, ist so etwas wie \"Heile Welt\", ein \"Idyll\" wie es eben Ihren Vorstellungen entspricht. Eng verwandt damit ist der Beitrag von Grumbkow, hier auf dieser Webseite: http://blog.berliner-schloss.de/allgemein/omas-gute-stube-behaglichkeit-im-offentlichen-raum/ ________ Der Titel der Arbeit unten, \"DER SCHÖNE SCHEIN\", besagt ja, dass es um Objekte geht, die etwas vortäuschen sollen. Somit ist der ganze Absatz bei (2369) unerheblich, da es nicht um die Nutzung bestehender Bausubstanz geht. Umgenutzte oder nachgenutzte Originalbauwerke täuschen ja nichts vor. Das Zitat in 2369: \"Weg mit den Kirchen! Weg mit den Schlössern! Weg mit den Domen!\", - ist eine Reaktion, für die in den vorausgegangenen Ausführungen keine Ursache auszumachen ist, ist somit leere Rhetorik. Zudem war nicht eines der Gebäude, die unten genannt werden zerstört, sondern wurde allenfalls umgenutzt. Ausbesserungen, vielleicht auch Ergänzungen von Altbausubstanz sind doch eher so etwas wie Reperaturen und Instandhaltungsmaßnahmen. Der Neubau (Nachbau!) eines Gebäudes ist in dem Sinne eine Täuschung. _________ Diese Arbeit von Ingeborg Drews ist mit Hinblick auf das Rekonstruktionsprojekt Berliner Schloss sehr ergiebig: \"DER SCHÖNE SCHEIN\", Eine psychologische Untersuchung der Wirkungsgeschichte des Kitschs. (Köln 2003) Ein weiterer interessanter Abschnitt ist ua. von S. 201unten bis S.202 unten zu lesen! Zitate: \" ... Man sieht über geistig erreichtes hinweg ... \" \" ... die Vernachlässigung des Angemessenen ist Voraussetzung für Kitscherleben und kitschiges Verhalten ... \" \" ... Es gibt also keine Erkenntnis des Kitsch ohne die Kenntnis von Kunst ... \" LINK: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=969867247&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=969867247.pdf Grüße
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