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Wilhelm von Boddien
Maus
schrieb am 31. August 2010 um 11:31
Völlig rekonstruierte Bauten bleiben trotzdem Attrappen, auch mit Innenleben, weil sie das eben nicht sind was sie sind. Zu den Argumentationen hinsichtlich des Beispiels Jüdisches Museum, und weiterhin zu (2362, 2363; 2366) könnte man gewiss noch viel entgegnen. Eine Antwort ergibt sich allerdings schon aus meinem letzten Beitrag. So lange man kein Buch in die Hand nimmt, oder seine Umwelt objektiv wahrnimmt, oder gar möchte diese zu verstehen, wird hier jeglicher Austausch unfruchtbar bleiben.
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Für alle Leser habe ich hier aber eine überaus interessante Lektüre!
\"DER SCHÖNE SCHEIN\",
Eine psychologische Untersuchung der Wirkungsgeschichte des Kitschs.
(Eine Doktorarbeit aus dem Jahre 2003, - Link bis unten)
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Es ist eine Arbeit aus der wohl viele Befürworter des Projektes etwas über sich selbst erfahren können. Natürlich wäre alles lesenswert, empfehle hier aber einmal ab S. 9 zu lesen.
Zitat: \" ... Die Möglichkeit, sich von Kitsch und Simili distanzieren zu können, hängt von der Fähigkeit der Selektion ab ...\"
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Das Kapitel S. 30, \"Kitsch und Rhetorik\", reflektiert in amüsanter Weise das, was von vielen Befürwortern im Gästebuch zum Vorschein kommt.
\"... Der triviale Spracheinsatz weist auf die im Bereich des Kitschs bekannte Paradoxie hin, dass Kitschgegenstände etwas Satirisches haben (Parodie auf Kunst), und nur durch ihr (eher lächerliches) Ernstgenommenwerden zu ihrer sentimentalen Wirkung kommen ...\"
S. 31 \" ... Dem zu vergleichen ist auch das anerkannte Verharren im Gewohnten, das gern mit Tradition verwechselt wird. Die Attitüde, sich Illusionen zu leisten, ist oft gepaart mit der, Innovationen abzulehnen. Einer spontanen Begeisterung für Neues, Gewagtes, Ungekanntes steht gerade der Triviale ablehnend gegenüber ...\"
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Die Übereinstimmungen die im Umfeld des Projektes \"Berliner Schloss\" / \"Schlossfassaden\" / \"Humboldt-Forum\" (wie auch immer) dieser Arbeit entnommen werden können sind verblüffend!
(Wie man hier einmal eintauchen möchten, soll dem überlassen bleiben.)
Nicht nur Entscheidungen wie zum Humboldt-Forum werfen das entsprechende Licht auf die \"Kompetenz\" und die fachliche Bildung unserer \"politischen Eliten\", die nicht mehr davor zurückschrecken sogar kitschige Vorstellungen einiger Zeitgenossen zu bedienen, wenn sie sich davon Vorteile verschaffen.
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\"DER SCHÖNE SCHEIN\":
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=969867247&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=969867247.pdf
Viele Grüße