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Wilhelm von Boddien

 

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viking1979 schrieb am 21. August 2010 um 12:47
@Maus Also ich finde die Schlossarchitektur sehr ansprechend. Und halte sie in Ihrem gestalterischen Ideenreichtum für äußerst künstlerisch wertvoll. Es ist doch ein Phänomen, dass so eine Architektur uns heutige Menschen noch weiterhin anspricht. Ich muß zugeben, daß ich das Jüdische Museum von Liebeskind noch nicht direkt gesehen habe, aber auf den Bildern finde ich es äußerlich nicht ansprechend. Es wirkt kalt und abweisend. Und irgendwie steril, wie ein großer Teil der modernen Gebäude. Und eine gewisse Monumentalität kann man diesem Gebäude ja auch nicht absprechen. Dieses ist auch kein alleiniges Merkmal historischer Gebäude. Es mag auch sein, dass \"alles seinen Grund hat\" und man dieses \"nur gewillt sein muß zu verstehen\", aber der Durchschnittsbürger, sage ich jetzt mal pauschal, ist gar nicht in der Lage das zu verstehen oder hat daran kein Interesse. Und hineininterpretieren läßt sich ja wirklich Vieles. Aber ist das dann auch unbedingt genau das, was der Architekt aussagen wollte? Und wenn dieses Gebäude in seiner Form eine bestimmte Aussage vermittteln soll, muß sich dann nicht auch seine Funktion einer formalen Struktur unterordnen? Warum ist es denn gut, ein modernes, kalt und abweisend wirkendes Gebäude an dieser Stelle zu errichten, wo man diese doch in Berlin an jeder Ecke finden kann? Was soll das mit der Art der Vergangenheit zu tuen haben? Das Schloss war nun mal ein Barockschloss. Und Preussen war zum Zeitpunkt der Errichtung ein absolutistischer Staat, wie ein großer Teil der anderen europäischen Staaten. Selbst in der ehemaligen Sowjetunion hat man historische Gebäude wie das Winterpalais und das Katharinenpalais nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut oder rekonstruiert. Und die waren nun auch wirklich keine Zeugnisse einer glücklichen Vergangenheit! Außerdem ist das Stadtschloss auch in einer nicht geraden sorglosen Zeit abgerissen worden! Vollkommen ohne Not und aus ideologischen Gründen. Verpflichtet das nicht auch schon zu einer Rekonstruktion? Es gibt halt Menschen, die für moderne Architektur schwärmen und andere, die für historische Architektur schwärmen. Beide haben ihre Berechtigung. Es können doch an anderen Stellen, die modernsten und innovativsten Gebäude errichtet werden. Schließlich war ja Berlin nicht zugepflastert mit Schlössern, die man rekonstruieren müßte. Aber Berlin war nun mal eine ehemalige Residenzstadt. Und die Stadt, die Straßen (Unter den Linden, etc.) und das ganze städtische Gebäudeensemble war auf das Schloss ausgerichtet. Es sollte also dort ein Gebäude errichtet werden, um die Lücke zu füllen. Ich wage aber zu bezweifeln, daß ein modernes Gebäude vom Schlage eines Liebeskind es vermag, die Lücke überzeugend zu schließen. Denn wenn wir mal ehrlich sind: Die umliegenden Fassaden (Museumsinsel, Zeughaus, etc.) sind nun mal historisch und in Ihrer Gestaltung auf die äußere Gestalt des Stadtschlosses abgestimmt. Wobei die Fassaden dieser Gebäude auch zum Großteil Rekonstruktionen sind. Da hat man sich auch nicht dran gestört, sie nach dem Krieg wieder zu errichten. Letztendlich kann der Streit nur demokratisch entschieden werden. Und das ist er ja auch schon! Der Bundestag, unsere gewählten Volksvertreter, haben für den Wiederaufbau gestimmt. So ist es nun mal und das muß man hinnehmen.
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