Gästebuch

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Wilhelm von Boddien

 

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Kreuzberger schrieb am 1. April 2010 um 22:58
Herr Hartmann, ich muß ihnen leider insofern widersprechen, als ich den Wiederaufbau der Domkuppel als eine Rekonstruktionsmaßnahme ansehe und eben nicht als eine aus welchen Gründen auch immer zulässige Neuinterpretation des ursprünglichen Baukörpers, wie sie uns in ähnlicher Form mit der \"Wiedererrichtung\" des Stadtschlosses bevorsteht. Was Sie hier verteidigen, ist eigentlich ein genereller Freibrief zur Geschichtsverfälschung, wenn Sie der breiten Masse der Besucher unterstellen, ohnehin kein Interesse an Authentizität zu haben und sich mit einer fragwürdigen, aber wohl gefälligen Fotogenität zufrieden zu geben. Der gesamte Bereich der Kunst und des Kunsthandwerks unterliegt zu Recht der selbstverständlichen Verpflichtung, Artefakte aller Art zu konservieren, sie nach neuesten Erkenntnissen zu restaurieren oder bei Bedarf in möglichst zurückhaltender Weise zu rekonstruieren. Stellen Sie sich bitte einmal ein solches Vorgehen wie an der Domkuppel bei Gemälden, Bilderrahmen oder Plastiken vor. Undenkbar! Daß die breite geschmackliche Nivellierung auf immer tieferem Niveau schon zu Beginn der Industrialisierung einsetzte, ist klar. Dennoch war das Gebrauchsdesign noch lange in enge Korsetts gebunden und alles war noch irgendwie miteinander kompatibel. Bis zum Spätbiedermeier war es sogar recht schwierig, Disharmonien zu erzeugen. Die Fabriken boten einfach noch nicht diese Riesenauswahl an Designmüll, wie sie es heute tun 🙂
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