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Wilhelm von Boddien
maus
schrieb am 29. März 2010 um 12:23
Es hilft über Architektur vorher erst einmal nachzudenken, und etwas zu lesen, oder sich anzuschauen. (nicht nur in Deutschland)
Unabhängig davon gab es einmal eine Sendereihe, mit dem Namen „Topographie“ von Dieter Wieland.
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/topographie-DID1188596780/topographie-wieland-architekt-ID661188596778.xml
Wer nun meint, mit reproduzierten Schloßfassaden oder Kuppeln im Sinne des gen. Autors ein „gutes Werk“ zu vollbringen täuscht sich jedoch, und hat eigentlich nicht verstanden worum es geht.
Das Motto eines Kapitels seiner Sendereihe lautete bspw. „Bauen und Bewahren“. Etwas bewahren lassen, hätte sich aber in Berlin, lediglich vor etwa 50 Jahren, bzw. weitere 30 Jahre zuvor, mit entsprechender polit. Weichenstellung …
Die Moderne „gescheitert“? – Alles verändert sich, auf die Moderne werden auch künftig Architekturen aufbauen, ohne die man schon heute nicht mehr auskommt.
Was wissen Sie denn über die Moderne? – Wenn man Ihre Beiträge liest erkennt der Leser leicht, dass Sie eigentlich gar nichts wissen.
Wahrlich, es gibt sehr viele schlechte Architektur, wobei Sie das an Beton, und Moderne nur bedingt festmachen können. Fest steht, dass „Kultur“ und „Kunst“ in der breiten Masse unseres Bürgertums scheinbar nicht angekommen sind, wie Sie bspw. an so manchem Sparkassengebäude in der Provinz, und vielen anderem erkennen können.
Glauben Sie die Moderne darauf reduzieren zu können? Lesen Sie doch erst einmal was das Anliegen des Bauhauses eigentlich war, sofern man von nur einem Anliegen überhaupt sprechen kann.
Zu einem breiten Bewusstsein hinsichtlich guter Kunst und Kultur, speziell Baukultur ist es in Deutschland nicht gekommen, dass hat seine Ursachen in den gesellschaftlichen Entwicklungen, und Geschehnissen in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts.
Diese hat man nicht verwunden, sondern nur verdrängt, bis auf den heutigen Tag.
Das Thema „heile Welt“ gab es ja schon einmal.
Auch D. Wieland hat darüber berichtet:
http://video.google.com/videoplay?docid=-7653672457074653046#
Die gezeigten Gebäude sind neu. „Rekonstruktionen“ im Sinne ihrer Erbauer, die vermeintliche Vorstellung von „heiler Welt“, die irgendwo in einer diffusen Vergangenheit liegen soll.
Wohlgemerkt, das „Bürgertum“, der Mittelstand hat es vorgemacht, jene, ja sooft personengleich mit Bürgermeister, Gemeinde- oder Stadtrat. Der gleiche Personenkreis, der das letzte Wort hatte bei Ortsbebauungen und Gestaltungsplanung. Hand in Hand ging/geht das mit Immobilienfirmen, denen es durchaus nicht um gute Gestaltung geht, sondern wieder um den „Geschmack“ der Masse, und damit um garantierte Umsätze.
Berlin, eine Nummer größer, mit Schloßfassaden ist davon nicht weit weg. Tourismus ist doch das Wort was man hier immer anführt.
Was für ein Architekturverständnis glauben Sie, hat man denn ab den 60ern befördert? Welche „Architekten“ hat man denn so bauen lassen? Diese Eigenheime besitzen gewiss nicht das Innenleben des 18./19.Jh., wie auch die Schlossfassaden nur Deko-Elemente bleiben werden.
Ich möchte nur betonen, dass es am Verständnis der Bauherren liegt.
In anderen Regionen Europas ist es übrigens schon weitaus früher gelungen Kleingeistigkeit ablegen.
Grüße