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Wilhelm von Boddien

 

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Maus schrieb am 13. Januar 2010 um 14:17
Es tut mit Leid, mit Ihren Ausführungen können Sie mich nicht beeindrucken. Es ist in neuester Zeit große Mode geworden die Geschichte, die sich nun einmal so zugetragen hatte zu verbiegen, meist um eigene Interessen zu verfolgen. Es ist absurd, die Generationen, die auch durch das wilhelminische Zeitalter geprägt wurden an den Entwicklungen während der Weimarer Republik, und der nachfolgenden Diktatur als Unbeteiligte erscheinen zu lassen. Was Sie dem Leser hier unterbreiten möchten ist nichts weiter, als das was so genannte „Royalisten“, oder „Monarchisten“ auftischen. Antisemitismus gab es schon verstärkt während der Kaiserzeit, und dieses ganze „Für Gott und Kaiser“ hat doch die Menschen erst in den Krieg wetzen lassen, und war wesentliches Credo der Militärs, dann auch in abgewandelter Form in der braunen Zeit. Gerade der Untertanengeist, und das Antidemokratische hat doch dann Hitlers Macht erst ermöglicht. Dazu braucht man keine Forscher, dass kann man selbst aus Bild- und Tonmaterial herauslesen, und ehrliche Zeitgenossen können es vielleicht noch berichten. *** Aber um an die heutige Zeit anzuknüpfen, Sie wissen sehr genau, dass ich kein Schwarz-Weiß-Maler bin. Sicher gibt es positive Aspekte in der speziell preußischen Geschichte. Hier in Berlin stellt sich aber die Frage was man machen möchte. In einer Zeit in der jene Zeitgenossen eben aussterben, oder es schon sind, die uns etwas erzählen könnten, sodass nun den Geschichtsverdrehern Türe und Tore offen stehen. Die Diskussion zeigt doch, als was man uns nun alles verkaufen möchte. @FreiburgerJurist schrieb: „In seiner Rassen- und Nationalitätenpolitik hatte Preußen immer eine noble Toleranz und Indifferenz walten lassen.“ „Das extreme Gegenbild preußischer Nüchternheit war auch Hitlers politischer Stil, seine Demagogie und theatralische Massenberauschung, …“ „Der Nationalsozialismus konnte nur durch bestimmte historische Begebenheiten aufsteigen: 1. Versailler Vertrag, 2. Weltwirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit, 3. Die schlechte Weimarer Reichsverfassung. Hätten die Nazis in Preußen oder im Kaiserreich etwas Ähnliches versucht so wären sie an den stabilen Verhältnissen gescheitert, die Deutschland vor 1918 nun einmal bot.“ Was Sie hier schreiben ist geradezu lächerlich. Das sind die wirklich bequemen Aussagen. Sie brauchen ihren „Patriotismus“ weil Sie sich heute scheinbar schwer zurechtfinden. Statt unsere Volksvertreter einmal darauf hinzuweisen, doch einmal eine ehrliche Politik zu machen, schwelgt man in der Vergangenheit, und muss diese dazu natürlich verdrehen und verbiegen, damit sie halbwegs in unser Heute passt. Glauben Sie nicht? In einer Reihe mit Schlossfassadenbauern steht auch eine ganze Riege von Mittelaltervereinen mit Mittelaltermärkten die sich auch ihre Vergangenheit „nachbauen“. Auch sie haben einen Erklärungsnotstand, deshalb verkaufen sie sich als jene, die uns zeigen möchten „wie es wirklich war“. Als „Geschichtsdarsteller“ usw. Dabei nimmt zwischen Templern und Gralsrittern die wirkliche geschichtliche Kenntnis immer mehr ab. Sogar in den Medien wird das bedient, natürlich um der Quoten willen. *** Nachdem es zwar Ausstellungen gab, diese und jene Reportage, und auch ein Mahnmal, hat eine wirkliche Aufarbeitung in den Köpfen hinsichtlich der Geschehnisse vor 60 Jahren im Wesentlichen nicht stattgefunden. Jedenfalls wird heute keine Konsequenz im eigenen Denken und Handeln gezogen. Wie auch? Begünstigt wird das z.B. auch in der einseitigen Ikonisierung eines Stauffenberg, auf dessen Person der Widerstand im Wesentlichen herunter gebrochen wird. Damit vermittelt man uns ja nichts anderes, wenn es soweit ist, müssen wir auf einen „Helden“ mit einer Bombe warten, so als ob es keine Vorgeschichte gegeben hätte … Mit solchen Projekten wie in Berlin wird das natürlich nicht besser. Und wenn es später um eine Vermarktung ginge, dann bin ich mir sicher, bilden Ihre Theorien natürlich eine ausgezeichnete Grundlage die alles im Zusammenhang darstellt.
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