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Wilhelm von Boddien
FreiburgerJurist
schrieb am 8. Dezember 2009 um 16:21
Eigentlich hasse ich dieses Argument, aber wenn schon in der deutschen Politik die kleinste Zähleinheit die Milliarde geworden ist, dann kann man wohl auch 40 Millionen für Kuppel, Portale und Treppenhäuser ausgeben. Aber nein da werden lieber hunderte Millionen verschwendet (und ich rede nicht von den Bankenrettungen). Hier ein Beispiel für alle die sich über sogenannte \"Disney-Fassaden\" beschweren und lieber Glaskästen haben wollen:
\"Teure Glaspaläste in Berlin
Bund. Viele der neuen und modernisierten Bundesbauten in Berlin sind mit schicken Glaskonstruktionen versehen worden. Ein teurer Spaß, wie sich jetzt herausstellt. Zwar gelingt es der öffentlichen Hand hin und wieder, die durch Planungs- und Baufehler verursachten Mehrkosten auf die beteiligten Firmen abzuwälzen. Beispiele sind das Auswärtige Amt, dessen Bibliotheks-Glasdach komplett erneuert werden musste, oder das Bundeskanzleramt, dessen undichtes Wintergartendach saniert wurde. Meist jedoch sind aufwendige Regressverfahren gegen Firmen mit ungewissem Ausgang nötig. Hierfür gibt es eine Reihe aktueller Beispiele:
Beim Bundesrat ist aufgrund von Konstruktionsmängeln das Glasdach undicht. Die Sanierung läuft noch bis Ende 2009 und kostet voraussichtlich 1,5 Mio. Euro.
Bei den Bundestagsgebäuden ging besonders viel schief. Hier mussten Innenjalousien gegen Außenjalousien für 3 Mio. Euro ausgetauscht werden. Die Beseitigung von Mängeln an aufwendigen Beschlägen für große Fenstertüren wird voraussichtlich 18 Mio. Euro kosten. Die erneute Abdichtung einiger Glasdächer schlägt mit mindestens 0,4 Mio. Euro zu Buche. Ein besonders krasser Planungsfehler betrifft die Antriebe von Rauchabzugsklappen, die auf nicht begehbaren Glasdächern zweier Bundestagsgebäude installiert worden waren. Die Antriebe konnten deshalb nicht mehr gewartet werden. Sie müssen nun aufwendig nach innen verlegt werden. Das kostet voraussichtlich 4 Mio. Euro.
In anderen Fällen hat bereits der Steuerzahler die volle Schadenssumme begleichen müssen. So musste in einem Gebäudeteil des Bundestages für 0,3 Mio. Euro die Verglasung von Aufzugsschächten mit Splitterschutzfolie beklebt werden. Außerdem barsten dort einige Glasscheiben aufgrund einer unerwartet starken Fassadenabsenkung. Kostenpunkt: 1,5 Mio. Euro. In einem anderen Gebäudeteil mussten ebenfalls Scheiben von Glasfassaden erneuert werden. Hier ist unklar, warum sie splitterten bzw. zu splittern drohten. Klar ist aber die Schadensumme: 2 Mio. Euro.
Damit hat die Nachbesserung an den Berliner Glaspalästen den Steuerzahler bereits 3,8 Mio. Euro gekostet. Je nach Regresserfolg drohen weitere Kosten in Höhe von bis 27 Mio. Euro.\"
Quelle: Bund der Steuerzahler http://schwarzbuch09.steuerzahler.de/topten.php?idarticle=237
Außerdem müsste der restliche Platz im Schloss unbedingt für eine Schlossausstellung genutzt werden. Denkbar wäre auch ein Hohenzollern- oder Preußenmuseum.