Gästebuch

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Wilhelm von Boddien

 

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Kreuzberger schrieb am 15. September 2009 um 22:49
Ich war neulich mal wieder in Lübeck. Die Stadt ist nicht gerade der Nabel der Welt, obwohl sie nach Köln einmal die größte auf deutschem Boden war. Trotzdem ist Lübeck noch immer imposant und faszinierend mit seiner dominierenden backsteingotischen Bausubstanz. Erstaunlich ist aber auch die harmonische, teils pittoreske Koexistenz von Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Historismus und selbst noch 20er-Jahre Bauten. All diese Stile haben einen gemeinsamen Nenner, der aus einer idealen Ergänzung von Kunst, Handwerk und Architektur besteht. Wer Lübeck besucht, dem wird aber auch schmerzhaft klar, was der 2. Weltkrieg an direkten und indirekten Folgeschäden in dieser Stadt angerichtet hat. Man wird im Stadtkern kein einziges Gebäude der Nachkriegszeit finden, das nicht deplaziert, primitiv und peinlich wirkt im Kontrast zur traditionellen Bebauung. Kunst und Handwerk sind hier auf der Strecke geblieben. Überlebt hat allein die Architektur, nun als Erfüllungsgehilfin eines verkitschten Beton- und Wohncontainer-Massengeschmacks. Das nur nebenbei zum angesprochenen Thema der kleinteiligen Bebauung.
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