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Wilhelm von Boddien

 

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MacGeiler schrieb am 7. September 2009 um 0:01
@ HM Sie Bewundern die Chinesen für ihre Innovationskraft? Ich gehe davon aus das wir immer noch über Bauwerke sprechen. Ich denke Sie wissen in welchem extremen Maße alte chinesische Tempel und Städte zerstört werden um Hochhäuser zu bauen. Praktisches für den Moment über das uralte Erbe was dann für immer verloren geht. In 50 Jahren, wenn die Hochhäuser längst bröckeln und der Wirtschaftsboom sich normalisiert hat werden sie sich in den Arsch beißen was ihre Eltern damals gemacht haben. Wußten Sie das Quedlinburg in den 80ern abgerissen werden sollte um dort „innovative“ Plattenbauten hinzubauen? Das Geld zur Demolierung und Enttrümmerung hat gefehlt. Wußten Sie das in den 60ern die Altstadt von Regensburg durch eine vielspurige Schnellstraße zerstört werden sollte? Zum Glück kam es zum Gesinnungswandel. Es gibt viele solcher Beispiele wo mit Mut zum Neuen, den Sie ja bewundern und befürworten, vieles zerstört oder beinahe zerstört wurde. Zitat: „… am Ende argumentieren Sie, dass alles Geschmackssache ist. Also dann eigentlich auch die Harmonie, wie immer diese in Ihren Augen aussehen mag, und mit was auch immer harmoniert werden soll. Damit wären wir bei Ihren Gewohnheiten, die daraus resultieren was Sie sich vorstellen können, und was Sie sich nicht vorstellen können.“ Wieder ein Konstrukt was auf etwas Fußt was ich nichtmal gesagt habe. Ich habe gesagt das es Geschmackssache ist ob man eine Fassade mag oder nicht. Das also Harmonie auch eine Frage des Geschmacks sei ist Ihre Schlußfolgerung, nicht unbedingt meine. Wer biegt hier Sachen zurecht? Gucken Sie sich mal den Karstadt in Lübeck, Regensburg und Goslar an und Sie verstehen vielleicht was ich mit Harmonie meine und womit diese Klötze harmonieren könnten. Zitat: „Der Betrug, den Sie selber feststellen (Substanz von Fachwerkhäusern) ist wahr.“ Das der Erhalt von Bausubstanz Betrug sei ist Ihre Aussage, nicht meine. Wer biegt hier Sachen zurecht? Für mich ist es eine Notwendigkeit weil sonst alles verfallen würde. Ich habe den Eindruck Sie würden gerne alles verfallen lassen um Platz für Neues zu haben. Dabei ist doch gerade in Deutschland das Groß der Bausunstanz neu. Was wollt Ihr Architekten eigentlich mehr? Wie gesagt, erfreuen Sie sich an Kiel, Essen, Mannheim, Braunschweig…, das sind die Ergebnisse Ihres Mutes Neues zu probieren. Zitat: „Das Berliner Schloss lässt sich nicht ergänzen, es ist weg.“ Ich bin für Rekonstruktionen wie ich am Beispiel Rothenburg klargemacht habe, aber das ist ja hier das große Streitthema. Zitat: „Seine Künstlerische Bedeutung (das Schloß) wird nur hier überbewertet. Schauen Sie sich die Fotos an, ein monumentaler unnahbarer Bau, der relativ wenige Möglichkeiten bot, Interaktionen mit der Stadt zuzulassen. Das war auch nicht seine Aufgabe. Schloss – „Verschließen“ Wie soll das mit dem Stadtleben harmonieren, vor allem mit einer anderen Funktion?“ Naja, eigentlich haben sich eine Menge Gebäude und Sichtachsen an das Schloß orientiert, aber ich will das Thema Harmonie jetzt meiden weil es uns nicht weiterbringt. Übrigens geht die Etymologie von Schloß auf eine Zeit zurück als Burgen und Schlösser fast Synonym waren und eine Wehrfunktion hatten. Und Sie übertragen das einfach auf ein viel moderneres Schloß und daraus schliessen Sie das es unmöglich harmonieren kann. Wer biegt sich hier Sachen zurecht? Zitat: „Hinzu kommt aber noch das Wesentlichste . Das Schloß ist gleichzeitig ein Zeichen, und wesentlicher noch, das Wiedererrichten ist ein weiteres Symbol. Welches?“ Für mich wird der vernarbten und großenteils häßlichen deutschen Hauptstadt ein Stück ihrer alten Schönheit zurückgegeben. Verschwörungstheorien, wenn Sie das denken was ich denke, interessieren mich nicht. Zitat: „Noch kurz, Sie schreiben: „[die Römer] haben ja fast alles von den Griechen übernommen und nachgebaut.“ Stichwort „verbiegen“, - „fast alles“? Was wir heute aber als ihre größten Errungenschaften schätzen sind andere Dinge.“ Wenn ich sage die Römer hätten fast alles von den Griechen übernommen dann verbiege ich gar nichts. Es geht selbstverständlich um Architektur, nur davon rede ich hier. Architekten haben immer auf vergangene Epochen geschaut und haben sich von ihnen inspirieren lassen und vieles abgeguckt. Stilistische Elemente wurden dabei immer wieder verwendet, auch in abgewandelter Form. Das die Gebäude an die jeweilige Zeit angepasst wurden und natürlich keine Klone waren ist klar. Seitdem das Ornament zum Verbrechen erklärt wurde ist es aus mit dieser Jahrtausende alten Tradition. Seitdem sehe ich nur noch würfelförmige Häuser mit glatten Fassaden aus Beton, Glas oder Backstein. Ich weiß…für Sie sind diese Häuser schön weil Sie hinter die Fassaden schauen und keine Zukunftsangst haben. Seit fast 100 Jahren haben moderne Architekten ihre Chance. Was wollen sie und Sie mehr? Wegen 3 Barrockfassaden ist die Architektenzunft bedroht. Für Sie geht gar das Abendland unter. Aber WIR haben Zukunftsangst. So, jetzt gehe ich aber schlafen. Diese Tipperei nimmt ja unerhörte Ausmaße an.
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