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Wilhelm von Boddien

 

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Kreuzberger schrieb am 7. Juli 2009 um 21:37
@Hartmann: Als ich das Schloß Oranienburg nach Abschluß der Restaurierungsarbeiten zum ersten Mal besuchte, war ich vom Inneren des Gebäudes einigermaßen schockiert. Nur weiße(Rigips?) Wände, neue Holzböden, keine Spur vom Charme alter Gemäuer. Da war wohl nichts mehr zu retten, aber wenn auch das Wissen um diesen Zustand die Gesamtwahrnehmung trübte, erschien mit die äußere Hülle doch einigermaßen gelungen. Lieber ein Kompromiß als gar nichts. Was unterscheidet nun die wiederaufgebaute Frauenkirche vom wiederaufzubauenden Stadtschloß? Welcher Prozentsatz an Originalsubstanz ist notwendig, um Authentizität bzw. Scheinauthentizität zu erzeugen? Ein Schutthaufen, der in Situ über die Jahrzehnte an einen ehemaligen Prachtbau gemahnte ist meines Erachtens nicht authentischer als die in diversen Depots untergebrachten Reste dieses Schlosses, das ja nun wirklich auch umfassend dokumentiert ist. Mit Fließbandarchitektur meine ich die Bauelemente der industriellen Massenproduktion, die immer wieder neu kombiniert und variiert doch nichts anderes als gepflegte und normierte Langeweile vermitteln. Ein handbehauener Sandstein ist für mich aussagekräftiger als eine ganze sandsteinfurnierte Betonfassade. Mit \"Brüchen\" habe ich übrigens keine so große Probleme, wie Sie vermuten. Man kann sie heilen oder akzentuieren. Nur habe ich oft den Verdacht, daß sie gerade dort herausgehoben werden, wo sie besser rückgängig gemacht werden sollten.
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